Andrea Bühler über Technologietransfer bei Energie Themen

In dieser Episode des Smart Innovation Podcast ist Andrea Bühler, Technologietransfermanagerin der Wirtschaftsförderung Karlsruhe, meine Gesprächspartnerin. Wir unterhalten uns über Möglichkeiten des Technologietransfers, insbesondere bei Energiethemen, für Unternehmen, Kommunen und wissenschaftliche Einrichtungen. Das Gespräch fand im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2021 statt.

Andrea Bühler

Über

Andrea Bühler ist Technologietransfermanagerin bei der Wirtschaftsförderung Karlsruhe. Dort vermittelt sie kleinen und mittleren Unternehmen sowie Handwerksbetrieben Kooperationspartner für Innovationsprojekte. Sie berät auch zu Fördermittel und Schutzrechte. Sie ist zudem Clustermanagerin des Energieforum Karlsruhe, Organisatorin der Energy4U und Technology4U Technologietransfer Veranstaltungen. Die regionalen Technologietransfermaßnahmen sind eingebunden in einen überregionalen Verbund auf Landesebene. Andrea Bühler hat einen Hintergrund im Baubereich.

Anhören

Den Smart Innovation Podcast abonnieren, anhören & eine Empfehlung geben auf Apple Podcasts, Spotify, Google Podcasts, Amazon Music & Youtube. Oder gleich hier reinhören:

in Verbindung bleiben

Benachrichtigt werden bei neuen Artikeln und Episoden >

in dieser Episode erwähnt

vom Zuhören ins Machen kommen

Die TechnologietransfermanagerInnen helfen kleinen und mittleren Unternehmen sowie Handwerksbetrieben Kooperationspartner für Innovationsprojekte zu finden und beraten auch zu Fördermittel und Schutzrechte. Eine Liste für Baden-Württemberg ist hier zu finden (Karlsruhe).

weitere Episoden des Smart Innovation Podcast

Eine Übersicht der bisherigen Episoden und die anstehenden Termine der kommenden Live Aufnahmen >

Transkript

Das manuelle Transkript wurde erstellt durch Audiotyped.

Andrea Bühler: Bei den Gesprächen hört man immer raus: Welche Bedürfnisse hat denn der gegenüber, sprich, die Firmen? Was brauchen die jetzt gerade? Dann ist immer der Mehrwert rauszubekommen. Dann ist immer das Thema: Wie können wir gemeinsam eine Lösung finden? Meistens sind es keine normalen, ausgetretenen Pfade, die ich dann mit diesen Firmen gehe, sondern wir suchen neue Lösungen, neue Wege. Das ist immer gemeinsam eben, weil wir mehr erreichen können, wenn man die Stärke immer des anderen mitnutzen kann. Deswegen sage ich immer: Wir. Netzwerken ist immer eine positive Sache.

Willkommen beim Smart Innovation Podcast! Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin Unternehmensberater und Businesscoach für Innovationen. Von Baden-Württemberg aus begleite ich zukunftsorientierte Unternehmer und Unternehmerinnen sowie ihre Teams remote. Im Smart Innovation Podcast spreche ich mit engagierten und kreativen Menschen über Innovationen, über Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung, gerade im Kontext des Klimawandels. Es geht um innovative, agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie, sowie den passenden Vorgehensweisen Neues auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte und digitale Dienstleistungen. Bei den Live-Aufnahmen haben die Teilnehmenden Gelegenheit sich einzubringen, Fragen zu stellen und mitzureden. Neue Episoden erscheinen dann zum Wochenende. Die aktuellen Termine und alle bisherigen Folgen sind auf klausreichert.de/podcast. In jeder Folge gibt es ein kurzzeitig verfügbares Angebot. So wird Innovation für die Teilnehmenden lebendig und gleich umsetzbar. Der direkte Link zur Episode ist in den Shownotes. Dort gibt es auch weiterführende Informationen, Videos und ein Transkript.

Klaus Reichert: Mein Gast heute ist Andrea Bühler. Sie ist Technologietransfer-Managerin der Wirtschaftsförderung Karlsruhe und Organisatorin von Energy4u und Technology4u Digital. Wir unterhalten uns über aktuelle Energieinnovationen aus ihrem Umfeld, die aus dem Bereich Stadtplanung, smarte Quartiere und Bau kommen, und über das Thema Technologietransfer im Allgemeinen. Unser Gespräch findet im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg statt. Der Link dazu ist auf der Episoden-Webseite, die alle Informationen und ein Transkript zu dieser Episode auch enthält. Willkommen, Andrea.

Andrea Bühler: Hallo!

Klaus Reichert: Andrea, wir wollen heute über die hilfreiche Arbeit im Technologietransfer sprechen. Wir haben dabei einen gewissen Schwerpunkt auf Energiethemen. Und wir möchten auch etwas deutlicher machen, was im Technologietransfer bei euch passiert, welche Chancen für Innovationen dabei auch für Unternehmen eben bestehen. Es geht natürlich auch um das Thema Bau, regenerative Energie, Energieeffizienz. Das sind zum Teil auch sehr, sehr praktische Themen, auf die wir eingehen werden. Was mich da interessieren würde, ist: Wie kommst du dazu, zu dem Thema Bau und Energie? Was ist denn da dein Hintergrund?

Andrea Bühler: Ich komme ursprünglich von der Architektur, Bauingenieur und Bautechnik und habe eben diesen Hintergrund zum Bauen und zum Planen. Daher kommt natürlich die Liebe auch zu diesem Bauen kombiniert mit Energie und Klima. Hier in der Stadt Karlsruhe gibt’s die Möglichkeit, durch den Technologietransfer diese Kombination von neuen Technologien zusammenzuführen mit dem Bauen und anderen Themen.

Klaus Reichert: Du bist im Baubereich schon ziemlich lange tätig, das haben wir gemeinsam.

Andrea Bühler: Ja.

Klaus Reichert: Und Energie war auch schon früh ein Thema für dich, aber das hat sich dann auch entwickelt. Du bist jetzt heute in einem Umfeld, wo du selbst jetzt nicht direkt baust oder irgendwas direkt damit zu tun hast, aber du bist vor allem in das Thema Technologietransfer und zur Wirtschaftsförderung über ein energieeffizientes Gewerbegebiet gekommen. Kannst du dazu was sagen, wie das entstanden ist, was da der Hintergrund war und was daraus auch entstanden ist in dieser Arbeit?

Andrea Bühler: Das war der Hauptgrund, warum ich bei der Wirtschaftsförderung angefangen habe, die Vision über ein Gewerbegebiet in Bestand eben anders dort zu betrachten wie gewöhnlich. Bisher sind die ganzen Firmen immer einzeln betrachtet worden als Energieberatung. Und wir von der Stadt haben einzigartig jetzt mal ein neues Thema angefangen, das in einem globalen System anzugucken, mit dem da damals, das war jetzt schon sechs Jahre her, wo wir eben diese einzelnen Firmen in Betrachtung in einem Areal. Jeder hat so seine Bedürfnisse und seine Energieströme, die er braucht und die er aber auch übrighat. Daher kommt eben das Energielastenmanagement, wo man dann miteinander austauschen könnte. Und dieses Contracting-Modell, also sprich, neue Geschäftsmodelle zu dieser Zeit war eben diese Idee, die Vision von meinem Kollegen, die wir eben umgesetzt haben in einer Analyse hier in Karlsruhe. Diese positiven Ergebnisse, dass man eben viel Energie durch diese zusätzliche, also durch diese Contractings, Austausch von Energien, dass man das eben da erreichen kann, das war natürlich ein Highlight, wo auch bei den Förderprogrammen, wir haben das dem Land vorgeführt, sind auch neue Förderprogramme entstanden daraus.

Klaus Reichert: Das heißt, es ging um ein Gewerbegebiet mit unterschiedlichsten Unternehmen, die natürlich auch unterschiedlichste Energiebedarfe haben. Was ihr im Grunde auch mitgeleistet habt, ist, ihr habt die Kommunikation untereinander hergestellt, habt die Leute zusammen an einen Tisch gebracht, habt auch rechtliche Grundlagen geschaffen, damit das natürlich funktioniert mit diesem Verkauf, Ankauf, Austausch von Energie. Und habt im Grunde dafür gesorgt, dass diese Unternehmen alle an einem Strang ziehen in diesem Gebiet.

Andrea Bühler: Genau! So war der Ursprung, diese Idee war da dahinter. Da haben wir eben die ganzen Analysen gemacht von jedem einzelnen und das in diesem Contracting-Modell dann ausgewertet. Das ist natürlich für das Effiziente, wo jetzt in die Zukunft zu richten ist, dass die Stromkosten jetzt auch enorm ansteigen und dass man eben auch Ressourcen effizient für die Zukunft mehr darüber nachdenkt, da ist das natürlich eine sehr gute Lösung jetzt auch für die ganze Kommune, wo jetzt immer mehr über die CO2-Themen nachdenken.

Klaus Reichert: Da habt ihr quasi ein Modell erarbeitet, das dann wiederum in die ganzen Förderthematiken eben miteingeflossen ist.

Andrea Bühler: Genau!

Klaus Reichert: Ich finde das spannend, wenn ich das so mitbekomme bei dir. Ich habe immer wieder den Eindruck, du denkst und handelst in Netzwerken. Also das Thema „gemeinsam mehr erreichen“, das scheint für dich immer dabei zu sein, wenn du was machst.

Andrea Bühler: Ja. Bei mir kommt’s immer darauf an, bei den Gesprächen hört man immer raus, welche Bedürfnisse hat denn der gegenüber, sprich, die Firmen? Was brauchen die jetzt gerade? Dann ist immer der Mehrwert rauszubekommen. Dann ist immer das Thema: Wie können wir gemeinsam eine Lösung finden? Meistens sind es keine normalen, ausgetretenen Pfade, die ich dann mit diesen Firmen gehe, sondern wir suchen neue Lösungen, neue Wege. Das ist immer gemeinsam eben, weil wir mehr erreichen können, wenn man die Stärke immer des anderen mitnutzen kann. Deswegen sage ich immer: Wir. Netzwerken ist immer eine positive Sache.

Klaus Reichert: Ja. Da bist du auch sehr stark eingebunden in den Technologietransfer, zum Beispiel in Baden-Württemberg, in weitere Cluster. Du schaust auch, dass der eine Cluster mit dem anderen zusammenarbeitet, die eine Kammer mit dazu kommt und auch sich beteiligt. Dadurch entstehen ganz schöne Reichweiten eigentlich auch. Wie ist das für dich? Was würdest du sagen, passiert denn oder was kann es auslösen, wenn so viele dann zusammenarbeiten, wenn du mit so einer neuen Idee kommst? Du hast es gerade schon angesprochen. Ein Beispiel war, dass dann das in Förderprogramme gegossen wird. Was gäbe es denn noch an Möglichkeiten, hier zu einem Austausch zu kommen zwischen den Clustern? Oder wo hakt es manchmal vielleicht auch?

Andrea Bühler: Einmal ist, Technologietransfer ist eine Tätigkeit oder ein Wunsch vom Land Baden-Württemberg, welches auch die neue Technologie auf den Markt bringen soll. Das ist ein landesweites Netzwerk mit mehreren Technologietransfer-Managern. Und meine Tätigkeit jetzt in Karlsruhe ist dieses Zusammenbringen von Handwerk und Wirtschaft. Deswegen Handwerk, Wirtschaft und Wissenschaft. Und hier ist natürlich das Thema: Wie bringen wir die neuen Technologien direkt zur Anwendung? Und neue Dienstleistungs- oder Geschäftsmodelle, sage ich, welche Dienstleistungen kann man neuerfinden und welche Geschäftsmodelle kann man denn neu machen? Das Cost Clustering, sage ich noch dazu. Weil mehrere Netzwerke zusammenzubringen bedeutet auch, die Kompetenzen von jedem Netzwerk sozusagen rauszufinden oder durch diese Kommunikation was Neues wieder zu gestalten. Also zum Beispiel: Das Energieforum, welches hier bei mir jetzt, welches ich leite, da geht’s rein um Energie- und Klimathemen. Und das war jetzt kombiniert mit Bau. Da haben wir eben mit dem Bauthema, da haben wir das BIM Netzwerk, wo wir eben in diesem Bereich zusammenarbeiten. Oder aber auch mit Materialien, dass es eben neue Materialien geben soll für diese Themen, wo man in die Anwendung bringt, die Forschung und diese Bedürfnisse, was jetzt für die Zukunft notwendig ist.

Klaus Reichert: Eine der ersten Dinge, die mir da aufgefallen sind in dem Zusammenhang, war a auch, dass Energy4u eine Vor-Ort-Veranstaltung, die an der Hochschule Karlsruhe stattgefunden hat mit Vorträgen, Ausstellenden, mit einem Austausch eben von diesen Playern, die du gerade genannt hast, von Wirtschaft, von Anbietern, von Hochschulen, von Handwerkern, das fand ich ein sehr, sehr gelungenes Format, vor allem, weil man auch durch die vielen kurzen Vorträge sehr schnell sehr tief informiert worden ist. Das war jetzt mehrere Jahre lang sehr erfolgreich für euch.

Andrea Bühler: Ja. Also das kann man schon sagen. Das waren immer so 10-Minuten-Vorträge, wo man immer in wenigen Präsentationsinhalten sozusagen den Kern rauskristallisiert hat. Und das zu verschiedenen Themen in Energie, Klima, Bauen und Kälteklimatechnik, wo wir die Wirtschaft und die Wissenschaft und die Handwerker präsentieren ließen. Und das ist aber ein Mehrwert, wo wirklich ganz viele neue Produkte und Projekte auch entstanden sind. Und da das ein Jubiläumsbeginn war, einmal von zehnjährigem Jubiläum vom Energieforum und zehn Jahre IKKO, das heißt Kälteinstitut von der Hochschule. Und so ist das entstanden, dass beide Hochschulen ein Vor-Ort-Thema haben mit Ausstellung und Kongress. Das hat wirklich viel gebracht. Und das wurde jetzt mehrere Jahre auch durchgeführt. Was natürlich auch jetzt durch die Corona-Krise leider etwas ins Hintertreffen gekommen ist. Und da haben wir jetzt ein neues Format schon wieder ausgedacht und haben das jetzt am Laufen. Das wäre die Technology4u, welches auf die Energy4u vor Ort aufbaut. Aber das jetzt eben nur im digitalen Bereich weitergeht.

Klaus Reichert: Das machen wir zusammen, das findet ungefähr einmal im Monat statt und ein ganz spannendes Format. Kannst du da kurz noch darauf eingehen bitte?

Andrea Bühler: Das haben wir auch gleich morgen schon. Da haben wir tolle Themen, die wir zwei auch immer ausdenken. Es gibt einmal einen Vortrag von der Wissenschaft und einmal einen Vortrag von der Wirtschaft, sprich, ein Unternehmer berichtet von Best Practice und die Wissenschaft, die bietet auch ihre Dienstleistungen an. Ein Beispiel kann man noch sagen zum Thema Produktionsverbesserung in den Unternehmen drin, Optimierung von Produktion. Da haben wir eben den Olaf Sauer hier gehabt und der hat jetzt schon mehrere Aufträge, durch diese Technology4u hat er jetzt auch schon wieder mehre Aufträge generieren können. Es ist einfach ein Mehrwert, jemand kennenzulernen, der auch praxisorientiert dann das durchführen kann.

Klaus Reichert: Der es auch kurz einfach mal vorstellt, so dass man sich schnell einen Einblick verschaffen kann als Interessent und darüber dann auch sagen kann: Mensch, das passt oder passt nicht. Und dann kann man alles weitere im Folgenden eben ansprechen, direkt eins zu eins, bilateral.

Andrea Bühler: Das ist super. Und das führst du immer so schön durch, du moderierst das auch so cool. Danke dafür!

Klaus Reichert: Danke für die Blumen! Aber du machst solche Sachen schon auch täglich. Das heißt, wir werden später mal noch drauf zu sprechen kommen, aber dieses Zusammenbringen von unterschiedlichen Playern, jetzt in unserem Fall gerade sehr stark um diese Energiethemen herum, das ist sozusagen dein täglich Brot. Da sind auch einige Pilotprojekte, spannende Projekte entstanden. Du hast auch ein paar Beispiele mitgebracht. Eins durfte ich vor kurzem selber erleben in Gutach. Kannst du da ein bisschen was erzählen bitte, a) vielleicht zu diesem Beispiel? Aber auch, wie solche Themen entstehen, wie zum Beispiel ein Unternehmen oder eine Forschungseinrichtung dann auf dich zukommt und wie das dann so abläuft?

Andrea Bühler: Die Basis von dem Ganzen, das zum Erfolg zu bringen, besteht eigentlich auf Vertrauen. Zuerst muss man das Vertrauen gewinnen von den Unternehmen oder auch von den Personen, die mitmachen in einem Projekt. Das ist das Wichtigste. Da dienen natürlich solche Veranstaltungen, wie wir gerade gesagt haben, Energy4u oder Technology4u, wo man so persönlich in Kontakt kommt, das dient da schon mal. Und der Unternehmer eben, man kann es auch nennen, innovativSCHMID, der hat ein Patent, welches in dem Wärmenetz. Und da gibt’s die Möglichkeit ihn zu unterstützen mit Patentrechten und die Beratung dazu. Da haben wir auch wieder unsere Experten, die wir da einbringen. Und dann das Ganze begleiten, Marketing, dann Kooperationen, welche Schritte sind jetzt für ihn wichtig, um auf den Markt zu kommen. Wie geht’s weiter? Welche Kooperationen im Wirtschafts- und Wissenschaftsbereich? Da haben wir die Hochschule Karlsruhe mit reingebracht, die die ganzen Simulationen machen kann, die Auswertungen machen kann. Und jetzt gibt’s eine weitere Kooperation der Dienstleistung, der kompletten Umsetzung und Optimierung der Systeme. Und jetzt ist ein ganzes Konsortium, welches marktreif weitere Aufträge entgegennehmen kann. So ist ein ganzer Werdegang von einem Patent bis zur Marktreife, Dienstleistung. Das ist natürlich sehr spannend und macht natürlich auch Spaß, das zu begleiten.

Klaus Reichert: In dem Fall ging es auch um ein recht aufwendiges Projekt in einem Neubaugebiet im Gutach im Schwarzwald. Da ging es dann darum, dass man im Grunde mit (unv. #00:16:59.0# Voodoo?), würde ich sagen, …

Andrea Bühler: Ja, Voodoo.

Klaus Reichert: … tatsächlich Kälte und Wärme und so weiter aus einem großen Wasserding rausgeholt hat.

Andrea Bühler: Genau!

Klaus Reichert: Ich fand das superspannend.

Andrea Bühler: Das Kalt-Wärme-Netz kann man so begreifen, dass es ein Niedertemperatur-Netzwerk ist, und zwar mit einem Speicher, wo kaltes Wasser drin ist und der Speicher ist so 15 Meter Durchmesser. Da sind dann insgesamt, dieser Speicher ist für 40 Häuser, Wohnhäuser in dem Fall. Und mit dieser Niedertemperatur kann man ein Haus oder ein Gebäude kühlen für den Sommer und auch heizen. Und ergänzt natürlich mit erneuerbarer Energie über jedem einzelnen Haus. Da geht’s mit Wärmepumpe, Solarthermie und Photovoltaik, um das komplett abzurunden in so einem System. Das Ganze ist insgesamt für die Kommune beziehungsweise für diese Siedlung, CO2 nicht ganz neutral, aber CO2-arm.

Klaus Reichert: Ziemlich nah dran. Also vor allem im Vergleich zu, was würden wir brauchen, wenn wir selber mit anderen Möglichkeiten heizen oder kühlen würden?

Andrea Bühler: Genau! Weg vom Öl und weg vom Gas und so weiter.

Klaus Reichert: Das ist jetzt natürlich eine riesige Herausforderung. Also da war viel zu bauen auch. Die Stadtwerke Bühl zum Beispiel sind als Partner noch mit beteiligt.

Andrea Bühler: Genau!

Klaus Reichert: Die einzelnen Hausbesitzer- und Besitzerinnen sind Teil von so einem Projekt. Das ist also sicher nicht ganz einfach gewesen, an so einem großen Ding zu arbeiten, so viele Menschen zusammenzubringen.

Andrea Bühler: Im Prinzip geht’s jetzt von der Kommune aus, die eine Nachfrage haben. Also die habe jetzt sozusagen die Anforderung, CO2-arme Siedlungen zu bauen. Und die Bebauungspläne werde schon so ausgerichtet. Die werden jetzt auch immer mehr den, sage ich jetzt mal, Druck bekommen. Deswegen werden solche Dienstleistungen, die jetzt eben innovativSCHMID und Stadtwerke Bühl anbieten, das wird jetzt schon ganz gut ankommen. Weil jetzt diese erneuerbaren Energien kombiniert mit Kalt-Wärme-Netz, mit den ganzen energieautarken Gebäuden und mit dem, dass man in einer Siedlung gemeinsam dieses Lastmanagement und so weiter, dass man dieses insgesamt so betrachtet, das wird schon eine schöne runde Sache sein für die Städte dann. Und wird aber von den Städten ausgeschrieben.

Andrea Bühler: Ja. Verstanden! Das heißt also, deine „Kunden“, in Anführungszeichen, sind nicht nur Unternehmen und Hochschulen, sondern sind eben auch in dem Sinne Kommunen, die dann auch auf euch zukommen, um da dann Partner auch zu finden.

Andrea Bühler: Genau! Also das sind schon zukunftsweisende Themen. Da gibt’s auch Förderprogramme wieder, wo Land und Bund jetzt grad genau für solche Themen auch freigeben, wo sie jetzt neu definieren. Und das sind genau solche Themen mit Machbarkeitsstudie für neue Siedlungen, für Bebauungsgebiete, die jetzt grad ausgeschrieben werden, dass man solche Themen jetzt auch finanziell wirtschaftlich anders betrachtet kann. Weil es ist immer so, wenn man was ganz, ganz neu auf den Markt bringt, ist es noch nicht ganz wirtschaftlich. Da ist immer ein bisschen mehr, was man noch ausgibt, weil man doch so die, wie sagt man, Kinderkrankheiten noch ein bisschen ausmerzen muss. Aber wenn es jetzt wie dieses Projekt einfach schon mehrfach angewandt wurde, die wirtschaftliche Darstellung ist dann wunderbar. Und jetzt zusätzlich Förderprogramme, die jetzt dazukommen, einmal Reallabore oder Machbarkeitsstudie, Wärmenetz 4.0, was auch immer jetzt gerade, das sind so Schlagworte, die jetzt grad Themen sind.

Klaus Reichert: Das heißt also, der Staat ist natürlich für eine Kommune in dem Fall eine Herausforderung. Was sind denn noch weitere Herausforderungen für Städte und Kommunen in diesem Bereich? Fällt dir da ad hoc noch irgendwas ein? Vielleicht auch abgezielt auf Unternehmen?

Andrea Bühler: Es gibt nicht nur Neubaugebiet, sondern auch bestehende Gebäude. Also es gibt bestehende Gebiete, die auch verbessert werden sollten. Und da gibt’s auch neue Dienstleistungen. Eins davon gibt’s jetzt auch über das Patent der Multifunktionswände, gehen wir wieder zurück zum Bau, die man da verbessern kann. Und auch für die Kommune an sich gibt’s diese Wärmenetze, die jetzt aufgelegt werden. Dann große Städte sind jetzt aufgerufen, Wärmenetze zu prüfen, sprich, alles, was mit Energie zu tun hat. Und die kleinen Kommunen sind angehalten zu tun, aber sie haben noch keine Pflicht bis jetzt.

Klaus Reichert: Das heißt, da kommt einiges auf die Kommunen zu. Es kommt, meine ich, auch einiges auf Unternehmen zu.

Andrea Bühler: Genau!

Klaus Reichert: Gerade auch mit Herausforderungen, zum Beispiel für die Erzeugung von regenerativer Energie, Photovoltaik-Anlagen, aber natürlich auch mit den ganzen CO2-Vorgaben, Berichtspflichten und so, was da so am Start ist. Das heißt, da müssen wir schon ein bisschen drauf achten. Das sind aber auch Themen, wenn man da Fragen hat, dann könnte man sicher auch zu dir kommen und du würdest dann versuchen, einen passenden Partner oder Partnerin zu finden.

Andrea Bühler: Auf jeden Fall! Die Unternehmen können jederzeit mit Projekten oder mit Themen zu mir kommen, bei denen ich dann Kooperationen, die richtigen Ansprechpartner in der Wissenschaft suche. Es muss nicht unbedingt immer regional sein, ich kann da auch Baden-Württemberg weit die richtigen Ansprechpartner für die Unternehmen finden. Es geht immer darum, den Mehrwert für sie zu gestalten. Das ist themenübergreifend, also nicht nur Energie und Klima, sondern im Technologiebereich geht’s wirklich in große Bandbreite, wo man da auch anfragen kann. Viele Unternehmen sind auch schon zu mir gekommen und haben wir das analysiert und haben Workshops gemacht, sind eben zu verschiedenen Institutionen gegangen und haben dort Workshops mit den Experten gemacht und sind darauf dann neue Kooperationen entstanden und neue Produkte, Projekte, die auch zum Teil mitgefördert wurden von ZIM Projekten oder, oder, oder. Es gibt so viele verschiedene Förderprogramme. Selbst auch international, wo Anfragen kommen, die wir hier in Karlsruhe bei unseren vielen Institutionen auch ganz gerne mitverbinden, dass wir die Institutionen international vermarkten mit den Kooperationen, also mit den Kooperationspartnern von Unternehmen.

Klaus Reichert: Energie ist tatsächlich in Karlsruhe ein ziemlich großes Thema. Am KIT gibt’s da ein sehr großes Feld oder Felder. An der Hochschule Karlsruhe, hast du es schon angesprochen, wir haben dann auch, Energie …

Andrea Bühler: Fraunhofer.

Klaus Reichert: … hat eine – Fraunhofer – große Bedeutung, auch im Start-up-Bereich. Da kommt dann schon viel Know-how und Möglichkeiten zusammen. Ich finde es spannend, was du gerade schon gesagt hast, das heißt, für den Podcast hier ist auch wichtig, dass man vom Zuhören ins Machen kommt. Und was ich da verstanden habe, ist, dass man sich an dich wenden kann auf der Suche nach Kooperationsmöglichkeiten. Du hast die Dinge gerade schon mal angesprochen. Ihr würdet dann auch Technologietouren zum Beispiel machen. Ihr habt ein Vorgehen quasi mit den Workshops, die ihr da anbietet. Und ihr könnt auch sehr gezielt dann in Richtung Förderprogramme auch beraten.

Andrea Bühler: Genau! Die Leute, die zu mir kommen, kriegen so eine Rundum-Beratung, Beratung in diesem Sinne halt, Analyse, und die Experten, die ich dann ihnen als Kooperationspartner vorschlagen kann. Und die ersten Workshops, um die Bedürfnisse von jedem dann einfach festzuhalten. Und die rechtlichen Dinge, um auch wirklich Kooperationen eingehen zu können. Solche Themen gehen wir dann an. Und für den Mehrwert von jedem, dass die auch weitere Sachen, weitere neue Produkte dann erfinden können, oder optimieren. Vielen geht’s ums Optimieren und effizient zu werden.

Klaus Reichert: Dieses Thema Effizienz ist so ein bisschen das kleine, nicht sexy Stiefkind dieser ganzen Bewegung. Das heißt aber nicht, dass es deswegen weniger wichtig wäre, es ist nur erstmal nicht so plakativ und immer auch ein Haufen Arbeit. Das muss man auch dazu sagen. Und häufig mit Investitionen verbunden, die sich dann rechnen, wenn vor allem die Erzeugungspreise von regenerativen Energien sehr, sehr niedrig sind. Oder wenn man, wie du schon angedeutet hast, im Austausch mit anderen ist, um da das meiste dann zu machen. In jedem Falle ist bei dir in deiner Arbeit immer auch wichtig, neben diesem nicht isoliert einfach nur betrachten, sondern gemeinschaftlich denken und handeln, auch etwas neu auszudenken. Und das finde ich immer wieder beeindruckend, vor allem auch, wenn du das dann so zusammenkriegst, dass da Menschen, die eigentlich sich noch gar nicht kannten, tatsächlich nach manchmal Jahren auch, weil das etwas Zeit braucht, tatsächlich dann was umgesetzt haben, was richtig messbare Ergebnisse vorzuweisen hat. Also da bin ich immer wieder sehr verblüfft.

Andrea Bühler: Wir haben auch innerhalb von den fünf Jahren jetzt internationales Energieforum nach außen gebracht, indem ich eine Expertendelegationsreise gemacht habe, zweimal nach Indien, auch mit dem Thema Bau, da mal ein CO2-neutrales Dorf simuliert. Das ist auch von der Hochschule, die haben einen Auftrag bekommen. Da hatte sogar, der Herr Kretschmann war da dabei, wo diese Unterschriften dann in Indien getätigt wurden. Zum Beispiel so viel zu dem Thema, was jetzt die Expertenreise und die Machbarkeitsstudie, welche über ein Netzwerk funktionieren, die dadurch auch organisiert werden, kann auch für jeden einzelnen an Mehrwert bekommen.

Klaus Reichert: Und der Ministerpräsident war auch mit dabei.

Andrea Bühler: Genau! Da war halt jetzt politische Ebene, wollte ich nur sagen, die politische Ebene ist auch immer nochmal ein Mehrwert für jeden, wo dann eigentlich die Sichtbarkeit von den einzelnen. Natürlich, ist jetzt nicht alles getan, aber ich meine nur, die politische Ebene hat dann auch eben seinen Mehrwert für solche Projekte. Und das weitere war halt einfach Afrika, wurde jetzt auch in den letzten zwei Jahren aufgebaut, ebenfalls Machbarkeitsstudie im Energiebereich. Und einige Kooperationen und einige neue Firmen, die auch gegründet wurden, und vor allen Dingen Start-ups. Die Start-ups, die sind jetzt in unserem Energiebereich natürlich auch sehr erwünscht, aber auch, es ist passiert ganz, ganz viel grad. Also im Start-up-Bereich, die Start-up-Ökonomie ist phänomenal. Neue Technologien wollen auf den Markt mit neuen Dienstleistungen, und das kann man nur befürworten, dass man das unterstützt.

Klaus Reichert: Wir haben eine Frage von der Barbara Schmucker: Kommt die Wissenschaft direkt mit neuen Entwicklungen auf die Wirtschaftsförderung zu, oder gehen die Projekte mehr von den Unternehmen aus?

Andrea Bühler: Das ist unterschiedlich. Ich hatte dieses Beispiel genannt, wir haben die Forschungsfabrik, wo eben Olaf Sauer, das ist jetzt eine Entwicklung für die Unternehmen, also das entsteht jetzt gerade diese Fabrik sozusagen, wo dann die Best-Practice-Beispiele erst gezeigt werden. Aber diese Ideen und diese Analysen, was da dahintersteckt, was die Professoren sich ausgedacht haben, das ist jetzt natürlich in diesem Technology4u bekannt geworden. Das vermittle ich dann den Firmen. Also die Firmen, da gehe ich rein, weil sie Bedürfnisse haben, und ich vermittle denen dann die neuesten Informationen von der Wissenschaft. Genauso aber andersrum, Firmen kommen auf mich zu, die sagen: Ich bräuchte jetzt Innovation, ich brauche was auf dem Markt, wo neugestaltet wird, ein neues Produkt, weil die jetzigen sind jetzt gar nicht mehr so interessant. Ich muss wieder was Neues erfinden. Und da mache ich dann wieder die Kooperationen zu der Wissenschaft. Da gehe ich dann ganz gezielt in die andere Richtung. Also von beiden Seiten sind bei mir die Treffpunkte.

Klaus Reichert: Das kann eben von beiden Seiten ausgehen. Es gibt sicher noch weitere Seiten, aber Handwerk spielt dann auch immer eine wichtige Rolle zum Beispiel.

Andrea Bühler: Ja.

Klaus Reichert: Andrea, ich bedanke mich sehr, dass du dir heute die Zeit genommen hast, beim Smart Innovation Podcast mit dabei zu sein. Diese Episode wird eine eigene Webseite bekommen, wo die ganzen Links, die Dinge, die wir angesprochen haben, ein Transkript und so weiter dann vorliegen wird. In jedem Falle vielen Dank, dass du heute mit dabei warst. Und weiterhin viel Erfolg bei deiner Tätigkeit!

Andrea Bühler: Und vielen Dank für den interessanten Austausch!

Das war der Smart Innovation Podcast. Er wurde mit einem interessierten Publikum live aufgenommen. Vielen Dank fürs Dabeisein und Zuhören! Diese Episode gibt es auch zum Lesen. Der direkte Link ist in den Shownotes. Noch kein Abonnent? Die Show ist überall zu finden, wo es Podcasts gibt. Weitere Informationen zum Podcast und meine Kontaktdaten sind bei klausreichert.de/podcast. Dort gibt es auch eine Übersicht der nächsten Liveaufnahme-Termine. Ich bin Klaus Reichert und das war der Smart Innovation Podcast.

Tags

Klaus Reichert

Klaus Reichert

Mit dem Innovationscoaching begleite ich engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer dabei, ernsthaft eine nachhaltige Zukunft für ihr Unternehmen, seine Menschen & Leistungen zu entwerfen & umzusetzen – kreativ, gemeinsam, smart - Kontakt

Kommentieren

Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .

Artikel teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp

Events

Mehr lesen

Smart Innovation Podcast - aktuelle Folge

Dr. Klaus Reichert

Unabhängiger, kreativer & konstruktiver Vision zu Innovation Coach / ex-Architekt/Pilot/Tech-Gründer / Calder/Giacometti/Technik-Museum Fan

Über 25 Jahre Erfahrung in der kreativen Innovationsberatung, bei digitalen und realen Innovationsprojekten. 89+ Projekte als Coach, Unternehmensberater, Beirat und Interim Manager in den Bereichen Telco, Technologie, Digital, Software, Produktion, Pharma, Bau. Beratene Unternehmen zwischen 228.000 und 1 MA. Praxisnahe & geförderte Leistungen für mittelständische Unternehmen.

Als Innovation Coach bin ich unabhängiger externer Gesprächspartner mit Impulsen und dem oftmals so wichtigen erfahrenen Blick von außen.