Ideation ohne Post-it?

Post-it sind unersetzbar bei Innovationsprozessen. Ideation ohne Klebezettel ist eigentlich nicht mehr denkbar. Richtig gemacht, helfen Haftnotizen enorm bei der Produktentwicklung. Es entsteht aber auch eine Menge Abfall. Der ist zwar bei Post-it aus Papier und damit recycelbar, aber der ursprüngliche Rohstoff ist eben frisches Holz.

Eine nachhaltige Alternative für Post-it

Eine Alternative sind die Post-it von Memo, die es auch in verschiedenen Farben und Größen gibt. Einen Versuch wert ist auch der Haftnotizen Abroller.

Kommen andere Ideen mit Recycling Post-it zustande?

Fördert die Verwendung vielleicht die Entstehung nachhaltiger Produkte und Geschäftsmodelle? Ein bißchen schon…

Baden-Württemberg, das Bundesland mit so vielen innovativen Menschen in dem ich als Unternehmensberater tätig bin, und Kalifornien haben vieles gemeinsam 🙂 Seit Neuestem auch eine Partnerschaft für den Klimaschutz. Beide Länder arbeiten gemeinsam daran, klimaneutral zu werden: 2040 soll die Landesverwaltung so weit sein, 2050 das ganze Land (bin noch nicht sicher, was das alles enthält). Es gibt verschiedene Verkehrs– und Klimaschutzkonzepte (IEKK) sowie Online Angebote zur Energiewende die die Entwicklung steuern sollen. Man könnte meinen, das ist „normale“ Politik. Doch solche Pläne sind wichtig, vor allem wenn es noch so viel zu tun gibt, um die Menschen und Kommunen mitzunehmen. Denn die damit verbundenen Ziele werden aktuell noch nicht erreicht. Geschehen kann aber nur etwas, wenn wir wichtige und nicht nur dringende Themen auch angehen. Ehrgeizige Ziele wie die Einsparung von 50% Energie, die Erhöhung auf 80 und hoffentlich bald 100% erneuerbare Energie zur Reduktion von 90% weniger Treibhausgase (gegenüber 1990) sind eben immer auch mit Chancen für Unternehmen verbunden und sind Treiber von Innovationen.

In vier Wochen ist Weihnachten. Eine Gelegenheit, Impulse zu geben, anderen eine Freude zu machen oder sich selbst zu belohnen. Hier vier Geschenkideen für Innovatoren:

Der Klimawandel beschäftigt uns auch 2019: Bäume selber pflanzen (die lokale Baumschule besuchen!) oder pflanzen lassen mit Plant For The Planet bzw. dem Karlsruher Klimafonds.

Ideen und vor allem Zusammenhänge sehen am besten aus, wenn man sie gemeinsam am Whiteboard (oder am Fenster, falls kein Whiteboard verfügbar ist) entwickelt. Der beste Whiteboardmarker kommt von Neuland. Warum der Beste? Er unterscheidet sich eindeutig von Flipchartstiften, ist definitiv nicht permanent, rollt niemals weg und hat zwei Breiten in einem Stift.

Eines ist klar: das wichtigste und auch kleinste Innovationstool sind Haftnotizen. Hier ist der Sweetspot aus Nutzung, Nachhaltigkeit, Verfügbarkeit und Preis nicht ganz einfach. Deswegen einfach einen Vorrat anlegen und immer ausreichend Post-it parat haben. Haftnotizen aus Recyclingpapier, mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

Oder einfach garnichts kaufen. Und einem jungen Innovator/in einen unvergesslichen Impuls geben: Mit der Bahn nach München ins Deutsche Museum und z.B. die Experimentier-Werkstatt besuchen.

Schöne Vorweihnachtszeit!

Innovation im Strassenverkehr beschränkt sich nicht auf „Elektromobilität“ und „autonomes Fahren“. Geradezu disruptiv angesichts der Dominanz des Autoverkehrs in Städten ist das echte Nebeneinander zwischen von Autos, ÖPNV, Lieferfahrzeugen und Fahrrädern. Hier ein Beispiel für Verkehrswende im Video.

So wurde Amsterdam zur Fahrradfahrer Hauptstadt mit über 500 km Fahrradstrassen – ein „overnight success“, der Jahrzehnte gebraucht hat:

Recycling wird gerne, vor allem von Verbrauchern, als notwendiges Übel betrachtet – das Problem liegt ja schon in der Bezeichnung „Verbraucher“ bzw. „Konsument“. Bei Papier haben wir aber z.B. schon einen hohen Grad der Wiederverwertung, die aus Altpapier entstandenen Produkte sind normalerweise im Markt akzeptiert. Bei Plastik hat sich das Prinzip der Kreislaufwirtschaft noch nicht durchgesetzt, das Problem ist immer noch offen und produziert hochwertige Müllhalden, die fast nur noch durch Verbrennen beseitigt werden können. Vor allem die Sortenvielfalt beim Kunststoffabfall macht Probleme bei der Trennung.

Noch aufwändiger ist das Thema Kreislaufwirtschaft im Bereich der elektronischen Produkte. Das muss nicht gleich ein Computer sein. Schon in einfachen Anwendungen steckt heute eine Menge elektronischer Bauteile teilweise samt Akkus. Beispiele sind Spielzeuge, Fahrradtachos und -lampen, Armbanduhren, Hausgeräte, Waschmaschinen, Fernseher. Diese haben viele hochwertige Bauteile inklusive edler und rarer Metalle verbaut, meist sehr schwer zugänglich und schwer wieder trennbar. In einem Vortrag zu Nachhaltigkeit der Digitalisierung an der TH Nürnberg habe ich vor einiger Zeit Informationen zum Thema zusammengetragen. Es bleibt sehr schwer, zuversichtlich zu sein, angesichts der aktuellen Recycling Situation von elektronischen Bauteilen und dem starken digitalen Wachstum. Die hohe Geschwindigkeit der Digitalisierung kann m.E. aktuell nicht als nachhaltig bezeichnet werden, findet „digital“ doch erst so langsam seinen Weg in alle Bereiche unseres Arbeitens und Lebens. So richtig deutlich wird das beim Thema Smartphones: 2017 wurden laut Statista weltweit 1,5 Mrd. Geräte verkauft, davon 270 Mio. iPhones. Denkt man daran, dass solche hochwertigen Geräte bei ca. 50% aller deutschen Mobilfunknutzer automatisch alle zwei Jahre ausgetauscht werden, wird deutlich, dass wir hier vor großen Herausforderungen stehen, die Kreislaufwirtschaft vor allem im Elektronikbereich zu etablieren. Ökodesign ist zudem Gebot der Stunde.

Dies bietet Geschäftsmöglichkeiten: Je größer die Herausforderung, desto lohnenswerter die Chance. Das haben einige bereits erkannt, unter anderem Apple, die mit ihren Recycling Roboter Prototypen Liam und Daisy experimentieren. Für alle Hardware Nerds hier ein Video von Apples Daisy:

Auch Foxconn, der taiwainesisch/chinesisch Hersteller vieler Produkte von Apple und anderer Hardware Firmen mit ca. 1 Mio. Mitarbeitenden ist auf den Geschmack gekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auf Grund von neuer Gesetzgebung der chinesischen Regierung erfolgt, die das Problem erkannt hat. Wahrscheinlich werden sie auch von Apple und anderen Marken angeregt, das Thema zu lösen. Auf der Suche nach Technologien ist Foxconn auch in Baden-Württemberg fündig geworden und hat sich an der Elektronik Recycling Firma 4Square Return beteiligt. Der Mittelständler aus Holzgerlingen südlich von Stuttgart hat ca. 100 Mitarbeitende. Die Firma hat ihre langjährige Erfahrung genutzt, um ein Elektronik Recycling aufzubauen, aber auch um eine Unternehmensberatung in diesem Bereich zu gründen.

Geschäftsmodelle rund um das Recycling von elektronischen Bauteilen können sich entlang der gesamten Nutzungs- und Verwertungskette z.B. von Smartphones entwickeln. Dabei ist das eigentliche Hands-on-Zerlegen und Zurückführen der Rohstoffe natürlich ein zentraler Bereich. Wichtige Chancen bieten aber auch Logistikdienstleistungen, Finanzierungs- und Mietmodelle, Dienstleistungen vieler Art und natürlich Datenanwendungen, die den Prozess deutlich machen, Daten liefern und helfen, den Nutzungs- und Recyclingprozess zu steuern.

Wahrscheinlich müssen die Herausforderungen im Recycling an die Gesellschaft („Müllberge“) noch weiter steigen, damit das Thema bei uns endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die es braucht. Sowohl auf Nutzer Seite, als auch bei den Herstellern und den Gesetzgebern. Denn so, wie wir aktuell das Thema Digitalisierung Nachhaltigkeit angehen, werden wir nicht weit kommen, ein Umdenken ist notwendig. So wird der Megatrend Kreislaufwirtschaft noch etwas brauchen, bis er Fahrt aufnimmt, aber er ist schon am Laufen. Zwischenzeitlich beobachte ich Startups im Recycling Bereich und bin schon gespannt, was Festo und Co an Automatisierung anbieten werden.

  • Akzeptieren, nicht Kleinreden
  • Bewusstsein herstellen
  • Vereinfachte Ökobilanz machen für Firma und die MA
  • Energie sparen
  • Rohstoffe sparen
  • Dienstwagenstruktur anpassen
  • Anstrengungen und Pläne kommunizieren bei den Mitarbeitenden, Partnern, im Netzwerk und bei den Kunden
  • Flugreisen reduzieren
  • Videokonferenz Software einsetzen
  • Ökobilanz ausbauen
  • Belohnungssystem für Einsparungen einführen
  • Bestehende Produkte und Dienstleistungen anpassen
  • Bei neuen Produkten CO2- und Rohstoffreduktion als Ziel
  • Bei Einkäufen das Thema bewerten
  • Über den Klimawandel reden
  • Als Chance begreifen

Yvon Chouinard führt das hierzulande eher weniger bekannte Outdoorlabel „Patagonia“ aus dem kalifornischen Ventura. Yvon Chouinard ist ein echter Überzeugungstäter. Er hat die Firma nach eigenen Aussagen vor ca. 50 Jahren eher zufällig gegründet, weil er als Kletterer und Sportler ständig dachte, dass man das damals existierende Equipment verbessern muss. Im war wichtig, am Berg mit verläßlicher Ausrüstung von guter Qualität unterwegs zu sein. Und er hat Dinge als Unternehmer ständigin Frage gestellt. Sehr früh hat er zwei zentrale Themen entwickelt: eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmenskultur mit Mut zum Risiko und den Fokus auf hochwertige, reparierbare Erzeugnisse der Firma. Denn gerade am Berg lernt man, seinen Müll wieder mit zu nehmen, bzw. schon garnicht mit potentiellem Müll los zu gehen.

Der Podcast ist auf iTunes zu finden und hier direkt zu hören (ca. 27 Min.):