Offener Win/Win Kontext für Austausch und Zusammenarbeit.

Viele Menschen glauben nur das, was sie sehen. Sie können dann schnell zu Verhinderer von Innovation werden. Das muss noch nicht mal sein, dass sie übermäßig mißtrauisch sind. Sie können oder wollen es sich nicht vorstellen, dass etwas Neues entsteht. Dass sich natürlicherweise Dinge ändern, getrieben von technologischen Neuerungen, gewandelten Nutzeranforderungen und neuen Rahmenbedingungen. Zukunft im Entstehen ist erstmal unsichtbar. Deswegen müssen wir mehr darüber reden und begreifbar machen.

Beispiel Elektromobilität: hier entsteht weltweit eine andere automobile Zukunft, die sich viele von uns nur schwer vorstellen können. Und die erstmal unsichtbar für die meisten ist. Dabei ist gerade im Bereich der Mobilität ein Mitnehmen der Gesellschaft wichtig.

Die Autoindustrie ist riesigen Umbrüchen unterworfen. In den letzten ca. 25 Jahren hat sich der elektrische Antrieb bei Autos (wieder) entwickelt. Nach fast drei Jahrzehnten in der Entstehung, soll die Elektromobilität, zum „Überraschungserfolg über Nacht“ zu werden. Die Industrie macht mittlerweile große Fortschritte in der Entwicklung, aber auch große Veränderungen durch. Alle großen Hersteller arbeiten intensiv und immer noch meist unsichtbar für die meisten potentiellen Händler (!) und Käufer an Elektroautos und deren Infrastruktur. 2019 kommen erste Modelle von den großen Herstellern, bis 2021 haben wir eine große Auswahl (weit über hundert Modelle). 2025 geht VW davon aus, dass bis zu 25% ihrer Neuwagen elektrisch angetrieben sind. Wenn ich das bei Gesprächen aufbringe, kommt häufig ein „das kann ich mir nicht vorstellen“. Obwohl Autohersteller Milliarden investieren (bspw. Baukästen wie BMW CLAR für z.B: BMW i4 und VW MEB für z.B. Golfnachfolger VW ID) und (endlich) Fakten schaffen, ist diese Zukunft der Elektromobilität aktuell noch kaum sichtbar.

Ich finde, das muss erlebbarer werden. Es gibt riesigen Informationsbedarf, reden wir mehr drüber! Und begeistern schon vor dem „Start“ mehr als nur die „Early Adopter“.

Kleines Beispiel? Fahrt im Tesla Model 3 erleben, inkl. Autopilot:

Crowd Innovation ist eine spannende Möglichkeit, Ideen von einer größeren Öffentlichkeit zu sammeln und gleichzeitig eine Community und Aufmerksamkeit um ein Thema herum aufzubauen. Es gibt viele Vorgehensweisen, die Energie und Begeisterung der Crowd für ein Thema einzubinden. Hier ein Negativbeispiel aus meiner Sicht:

Eine öffentliche Einrichtung schreibt einen Namenswettbewerb für ein Innovationszentrum aus. Gedacht war, dass Bürger und Bürgerinnen der Stadt sich beteiligen und dadurch die Community des Zentrums lokal erweitert wird. Fand ich prima. Da ich eine passende Idee hatte, wollte ich mitmachen und habe mir die Teilnahmebedingungen und das Vorgehen angesehen. Doch die waren geschrieben für einen Agenturpitch und nicht die Teilnahme von „normalen“ Bürgern, die einfach ihre Kreativität und Begeisterung einbringen. Größtes Problem: statt schwierige rechtliche Themen durch den Auslober zu prüfen, sollte das der Laie mit der guten Idee selber übernehmen. Kleine Kostprobe, das kommt dabei raus, wenn man die Rechtsabteilung die Ausschreibung verfassen lässt und sich Arbeit sparen will:

Der Sieger oder Siegerin

  • gibt alle Rechte ab und wird an keiner Stelle namentlich genannt
  • sichert zu, dass niemand anderes Schutzrechte auf seinen Vorschlag angemeldet hat
  • stellt den Auslober noch frei von allen Angriffen von Dritten, die ihre Rechte verletzt sehen

Diese Regeln waren auf der Auslobungsseite nicht von vornherein deutlich genannt, sondern in einem zu unterschreibenden und zusätzlich einzusendenden PDF. Ein Vorgehen, welches Teilnahme kostet und im Klagefall wahrscheinlich sowieso keinen Bestand hat.

So geht Crowd Innovation besser:

  • Fokus auf die Sammlung von Ideen legen
  • vom Nutzer her denken und handeln
  • Community rund um das Thema aufbauen und kontinuierlich stärken
  • die Begeisterung und Zeit die die Teilnehmenden aufbringen ernst nehmen
  • Vorgehen in wenigen einfachen Schritten
  • klare Formulierung der Vorgehensweise ohne „Kleingedrucktes“
  • dem Autor bzw. der Autorin Anerkennung geben. Geld ist garnicht so wichtig
  • Crowd Innovation Tools nutzen
  • es den Kreativen leicht machen
  • zusätzliche Arbeit nachgelagert selbst machen, wie z.B. rechtliche Prüfungen durch Experten

99,99% aller smarten Leute arbeiten nicht für Ihre Firma. Warum also nicht die Organisationsgrenzen verlassen und das eigene Innovationsnetzwerk erweitern? Jetzt.

Ein E-Venture bietet naturgemäß nur wenig haptische Erlebnisse (abgesehen von der Berührung eines Computers, Smartphones oder Maus) und ist damit normalerweise nur schwer vorstellbar. Der Business Netzwerk Provider LinkedIN aus den USA, normalerweise auch nur „virtuell“ wahrnehmbar, hat seine Nutzerzahlen greifbar gemacht. In seinem Blog veröffentlicht die Firma eine Infografik mit Beispielen wieviel z.B. ihre 100 Millionen User wirklich sind. Spannenderweise würden alle Visitenkarten der Nutzer einen Turm von fast 30 km Höhe ergeben.

Abgesehen davon, dass es eine gut gemachte Infografik ist (könnten so nicht auch Management Dashboards aussehen?) macht dieser Beitrag eine Sache wirklich richtig: es verankert die relative Größe des Angebots auf eine sehr eindrückliche Art und Weise. Die Information wird emotionalisiert und ist damit leichter merkbar, und viel wichtiger, weiter verbreitbar.