Weit über die eigenen Grenzen hinaus schauen um Kunden, Technologien & Veränderungen zu verstehen.

Bei der Digitalisierung haben vor allem mittelständische Unternehmen die Chance, das eigene Unternehmen nachhaltig zu gestalten und den Wandel für Innovationen in der eigenen Organisation zu nutzen. Beim Business Design stehen für mich folgende Punkte im Vordergrund:

Digitalisierungs-Basics sind meist vorhanden

Die Basics haben wir häufig, wir kombinieren sie nur noch nicht richtig miteinander.

Beispiel Kommunikation: Auf einer persönlichen Ebene hat jede/r mittlerweile ein Smartphone mit einem Messenger wie WhatsApp. Doch wie viele Firmen setzen es auch (offiziell) für die Kommunikation im und um das Unternehmen ein?

Beispiel Zusammenarbeit in Projekten: im Büro nutzen wir vielfach Word, Excel und Powerpoint um die spannendsten Dinge zu erarbeiten. Doch wie häufig senden wir Versionen herum, statt daran gemeinsam, gleichzeitig zu arbeiten?

Beispiel Produktion: Gerade in der Produktion werden wir die tiefgreifendsten Veränderungen erleben: heute haben moderne Maschinen Sensoren, komplexe Steuerungsprogramme und Netzwerkverbindungen. Doch wie häufig sind diese Maschinen über Zuliefernetzwerke zusammengeschaltet um die Produktion und Logistik zu synchronisieren und Maschinen rechtzeitig zu warten?

Digitalisierung ist kein Selbstzweck sondern folgt erkennbarem Nutzen

Digitale Anwendungen und Geschäftsmodelle werden getrieben von dem Nutzen, den Einzelne sehen, nicht von der technischen Verfügbarkeit, den die ist häufig gegeben. Und deswegen ist es eine Aufgabe aller in einem Unternehmen, offen für deren Nutzen zu sein, damit experimentieren und weitsichtig die Vorteile zu sehen. Vor allem eine Aufgabe der Unternehmensleitung.

Unternehmen transformieren statt analoge Prozesse digital abbilden

Es ist meist sinnvoller, bereits in die Software integrierte und bewährte Standardprozesse z.B. im e-Commerce zu implementieren, statt diese neue Software nach den eigenen Prozessen anzupassen. Das reduziert Kosten, spart Zeit und führt zu einer Anpassung des Unternehmens an die neuen Vorraussetzungen im Markt. Viele Organisationen machen es anders herum, zahlen dafür viel Geld extra und verschenken die Chance der Weiterentwicklung.

Digitalisierung als Veränderungsimpuls nutzen

Einen solchen Veränderungsimpuls sollte man als Unternehmen aktiv weiter nutzen, die eigenen Prozesse und Leistungen der Firma zu erneuern. Gewöhnt man eine Organisation an ständige Innovation, geht Unternehmensentwicklung irgendwann fast wie auf Autopilot. Das dauert zwar und braucht Ressourcen, ist aber eine der wenigen Möglichkeiten, langfristig Relevanz am Markt zu haben.

Eine Möglichkeit, begleitet Digitalisierungsvorhaben und Business Design zu starten, ist das 12-Tage Coaching, für mittelständische Unternehmen sogar gefördert.

Perspektiven entdecken lernen: Wenn wir das Umgehen mit dem Neuen nicht beherrschen, ist die Gefahr groß, dass wir uns wie Eisblockhersteller des ausgehenden 19. Jahrhunderts verhalten.

Diese hatten mit ihren genormten Eisstangen ihre Betriebe und Logistik hoch effizient organisiert, sowie die internationalen Märkte dominiert. Erzeugt und weltweit ausgeliefert wurden dabei viele Millionen Tonnen Eis pro Jahr, die in der Industrie und in Kühlboxen, auch in Haushalten, verwendet wurden.

Bis die elektrische Kälteanlage das Thema Kühlung revolutioniert und das Eis Business innerhalb kurzer Zeit komplett zerstört hat.

Kein Eisblockhersteller wurde Kühlschrankhersteller.

It’s okay to have experiments go wrong. The only time you must not fail, is the last time you try.

Phil Knight, Nike

„Es ist okay, wenn Experimente schief gehen. Der einzige Zeitpunkt, an dem Sie nicht versagen dürfen, ist beim letzten Versuch.“ sagt Phil Knight, der Gründer von Nike, bei seiner Rede für die Abschlussklasse der Stanford Business School.

Seinen Gründungsweg beschreibt er im Video:

Seit einiger Zeit arbeite ich an einem Innovatoren Podcast. Jetzt ist die Website live.

Auf dem St. Galler Start Summit, der führenden Schweizer Entrepreneurship Konferenz, habe ich im März 2018 meine Podcast Idee bei Startfeld vorgestellt und viel konstruktives Feedback bekommen. Nach Lean Startup habe ich die Idee weiter entwickelt, jetzt ist die Website live.

Ziel ist es, über Gespräche Innovatoren zusammen zu bringen. Grundsätzlich eine ernsthafte Sache, aber entspannt und unterhaltsam gemacht. So lernen die Zuhörenden sowohl die persönliche Seite kennen, als auch ihre Vorgehensweisen.

Ich freue mich schon auf den Austausch mit einem internationalen Kreis außergewöhnlicher Menschen. Auf ihre Geschichten, Visionen, Erlebnisse, Siege und Fehler, Ideen, Lieblingskonferenzen und -Methoden. Das wird eine spannende Reise.

Alle Informationen zum Podcast unter the2pt5.net Für alle, die über mein neues Projekt informiert bleiben wollen, gibt es einen Newsletter. 

Was kommt im nächsten Jahr? Ich werde immer nach meinen persönlichen Trends für 2019 gefragt.

Die kurze Antwort auf diese Frage ist ganz einfach: „2019 Innovation in den Fokus rücken“

Dazu gehört für mich:

  • Umgehen mit Unsicherheit
  • Arbeiten mit Szenarien
  • Kontinuierliches und methodisches Verproben von Ideen
  • Gemeinsame Produkte aus dem Netzwerk
  • Exzellenz in der Leistungserbringung

Innovatoren ruhen sich nicht auf früheren Leistungen aus

Wir erleben, wieder mal in der Geschichte, einen beschleunigten Wandel unserer Lebenswelt. Die Gefahr, sich in den etablierten Industrieländern wie Deutschland auf Erreichtem auszuruhen, wird IMHO größer. Die Welt ist vernetzter denn je und digitale Angebote sind substantielle Treiber dieser Entwicklung. Plattformen übernehmen nach und nach vor allem die bisherigen direkten Beziehungen und tragen Mehrwerte bei. 2019 ist eine neue Gelegenheit, neugierig zu bleiben und Möglichkeiten zu finden, kontinuierlich und offen an neue Themen heran zu gehen und auf den Weg bringen.

Umgehen mit Unsicherheit

Mein persönlicher Favorit für Entscheider: Unternehmensplanung weiterhin auf fünf Jahre erstellen, aber mindestens alle zwei Jahre komplett in Frage stellen, besser jährlich. Bringt das Unsicherheit? Ja, in einer guten Weise. Je früher wir als Gesellschaft, als Unternehmen und als Beteiligte lernen, mit Unsicherheit umzugehen, ausserhalb unserer Komfortzone zu leben, umso besser werden wir anstehende Änderungen konstruktiv nutzen.
Arbeiten mit Szenarien Für die Gestaltung von Zukunft gibt es erst einmal kein „Richtig“ oder „Falsch“. Der Einstieg sind Szenarien, die verschiedene mögliche Verläufe skizzieren. Diese Skizzen werden im Prozess mit Daten, Beispielen, Ideen und Bildern angereichert und formen so ein Abbild einer möglichen Zukunft. Szenarien zuzulassen, hat den Vorteil, dass wir verschiedenen möglichen Entwicklungen Raum geben, uns nicht von vornherein von unserem begrenzten Wissen einschränken lassen und auf dem Weg meist zu erstaunlichen neuen Erkenntnissen kommen.

Kontinuierliches und methodisches Verproben von Ideen

Methodisch hört sich irgendwie langweilig und nach Labor an. Muss es aber nicht sein. Es gibt mittlerweile genug spannende Methodenbeispiele, häufig durch den Startup Bereich etabliert, die helfen, schrittweise vorzugehen. Beispielsweise Design Thinking und Lean Startup und eine Vielzahl von „Canvas“ Postern bringen Innovationsmethoden, die auch in etablierten Unternehmen gelebt werden können. Wichtig ist vor allem der Teil der Kontinuität. Das „Dranbleiben“ und Wiederholen ist nicht nur der Kern einer lernenden Organisation, sondern führt uns weg von Lethargie hin zu einem Mindset der kontinuierlichen Innovation. Stillstand wird vermieden. Hier hilft vor allem der für viele Firmen neu entstandene digitale Bereich: im Gegensatz zu „Hardware“ ist Software nie fertig und immer in der Weiterentwicklung. So treffen auch agile Methoden, ursprünglich aus dem Softwarebereich, auf etablierte Projektmanagement Ansätze aus dem Hardware Bereich, mit meist erstaunlichen Erkenntnissen für alle Beteiligten.

Gemeinsame Produkte aus dem Netzwerk

Keine Organisation kann alleine alle Aufgaben lösen. Alle Lösungen „aus einer Hand“ sind einfach unglaubwürdig. Die großen Autohersteller wie VW, Audi und Daimler haben das frühzeitig erkannt und lagern seit Jahrzehnten schon die Entwicklung und Produktion auch zentraler Einheiten aus. Oder kaufen sie, wie z.B. Motoren, auch zu von anderen Autoherstellern. Ein solches Vorgehen ist nicht nur großen OEMs vorbehalten. Auch mittelständische Unternehmen „können OEM“. Innovationen und Produkte aus einem Netzwerk sind gerade im Kontext der Digitalisierung sinnvoll, wo mindestens drei Welten, die der Hardware, z.B. Maschinenbau, auf die Welt der Software und der vernetzten Plattformen trifft.

Exzellenz in der Leistungserbringung

Bei all dem Verproben neuer Ideen, zusammen mit Kunden und Partnern, steht natürlich die exzellente Erbringung der eigenen Leistung für den Kunden im Vordergrund. Unsere Leistungen, Produkte und Dienstleistungen, sind, neben der Entwicklung der Organisation, der Fokus unserer Innovationsmaßnahmen. Hier brauchen wir in vielen Fällen Stabilität und Langlebigkeit. Aber vor allem Qualität in der Leistungserbringung. Das läßt nur scheinbar wenig Platz für Weiterentwicklung. In der Realität bietet gerade die Leistungserbringung die meisten Interaktionen mit den Kunden und Nutzern, was wiederum Chancen für Neues bedeuten.

2019 Innovation im Fokus

Ein sehr wichtiger Grund für Innovation in allen Bereichen ist der Umgang mit unserem Lebensraum und seinen Ressourcen. Die seit Jahrzehnten diskutierten Zeichen der Veränderung, z.B. Klimawandel und die „Grenzen des Wachstums“ sind keine Neuigkeit. Aber ihre Auswirkungen werden sichtbarer, erlebbarer. Lösungsansätze wie Circular Economy/Kreislaufwirtschaft, der Umbau unserer Energiewirtschaft und die Entwicklung vernetzter Mobilität sind vorhanden. Ebenso wie neue Denkansätze für den Konsum. Doch sie stecken noch zu sehr am Anfang und brauchen unsere Aufmerksamkeit, Ideen und Energie. Jedes Unternehmen kann hier tätig werden und sein Portfolio entsprechend ausrichten.

Wo führt all das hin? Hin zu einer enkeltauglichen Welt, in der wir selbst gerne leben und die wir gerne weitergeben an nachfolgende Generationen.

Hier eine Hilfe zur Zukunftsgestaltung, die ich anbiete.

Wer Kinder hat, hat wahrscheinlich schon Bekanntschaft mit Cozmo und seinem Nachfolger Vector gemacht. Die beiden kleinen Roboter sind weit mehr als ein Spielzeug. Sie sind eine Roboter Plattform. 

Optisch erinnern der Cozmo Roboter und Vector an WALL-E, dem Pixar/Disney Roboter, der ganz alleine die Erde aufräumt, nachdem sie von den Menschen als unbewohnbar verlassen wurde. Sie sind kleine Planierraupen mit einem „Gesicht“. Sie geben Töne von sich und Vector hört auch zu. Integriert sind Programmierfunktionen, die es ermöglichen, die beiden auch über „normale“ Mensch-Roboter Interaktionen zu steuern. Diese sehr hochwertigen Geräte kommen als Kinderspielzeug ins Haus. Sie bringen aber gerade Kindern das Thema Roboter und Programmieren nahe und machen es auch emotional zugänglich.

Vector im Video

Hier ein Eindruck von Vector im Video:

Die Macher der beiden Roboter sehen mit ihrer Firma Anki eine Vielzahl von Anwendungen, die sie mit ihrer Plattform erfüllen können. Ein digitales Geschäftsmodell könnte das dreidimensionale Vermessen von Häusern sein. „Spielzeug“ war für sie ein guter Start, die junge Firma finanziert sich darüber. Und lernen viel aus den Anwendungen und der Nutzung der Roboter in Haushalten.

Podcast mit den Machern von Cozmo und Vector

Im hörenswerten Podcast der Venture Capital Firma Andreessen Horowitz geben die Gründer Einblicke in ihr Vorgehen.

Die Anki Website zeigt die Features von Cozmo dem Roboter, der mit ca. 150 EUR ein erstaunlich günstiges Hightech Gerät für das Kinderzimmer ist.

Digitalisierung wird von vielen Seiten getrieben und doch relativ wenig „gemacht“. Zumindest scheint es so. Doch schaut man genau hin, dann haben wir die Basics bereits. Wir kombinieren sie nur noch nicht richtig miteinander.

Auf einer persönlichen Ebene hat jede/r mittlerweile ein Smartphone mit einem Messenger wie WhatsApp. Doch wie viele Firmen  setzen es auch (offiziell) ein?

Im Büro nutzen wir vielfach Word, Excel und Powerpoint um die spannendsten Dinge zu erarbeiten. Doch wie häufig senden wir Versionen herum, statt daran gemeinsam, gleichzeitig zu arbeiten?

In der Produktion haben moderne Maschinen Sensoren, komplexe Steuerungsprogramme und Netzwerkverbindungen. Doch wie häufig sind diese Maschinen über Zuliefernetzwerke zusammengeschaltet um die Produktion zu synchronisieren und Maschinen rechtzeitig zu warten?

Die Anwendung wird getrieben von dem Nutzen, den Einzelne sehen, nicht von der technischen Verfügbarkeit, den die ist häufig gegeben. Und deswegen ist es eine Aufgabe aller in einem Unternehmen, offen für deren Nutzen zu sein. Vor allem der Unternehmensleitung. Digitalisierung ist eine Frage der Einstellung, nicht der Technik, und zu allererst die Aufgabe des CEO, nicht des CIO.