Energie Paradoxon
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  • Öl verbrennen zum Heizen
  • Kohle verheizen für Strom
  • Fernreisen mit dem Flugzeug, mehrere Male im Jahr
  • Benzin umsetzen in Wärme, Lärm und Vortrieb
  • Klimatisieren mit verbrannten Fossilien

Bloß weil es für uns (in Mitteleuropa) normal ist, muss es nicht richtig sein. Es ist an der Zeit, Bekanntes im Bereich Energie massiv in Frage zu stellen.

Was könnte noch auf der Liste stehen?

Smart City ist ein Markt von 225 Mrd. USD bis 2026. Es wird sich viel tun in den Städten. Aber sind wir auf dem richtigen Weg? Ich habe als Experiment bei der Google Bildersuche das Stichwort „Smart City“ eingegeben und musste sehr lange scrollen, um ein Bild mit dem Symbol eines Menschen zu sehen. Smart City Plattformen und Anbieter zeigen überwiegend große Städte, häufig bei Nacht, mit futuristischen Gebäuden und Cloud Symbole. Keine Menschen. Als ob eine Stadt nur eine Ansammlung von Gebäuden um beleuchtete Schnellstrassen herum ist. Das ist an der Lebenswirklichkeit vorbei. Sind es dann auch die Smart City Strategien, Planungen und Produkte?

Aral testet Schnelllader an der Tankstelle und zeigt eine Vision der Großstadttankstelle 2040. Es ist ein Strategieschritt weg vom Kraftstoff- zu einem Energielieferanten, sowie vom Shop zum Servicezentrum für mobile Menschen.

Neue Nutzung der Tankstellen könnten zudem sein:

  • Landeplatz für Flugtaxis (Volocopter!) auf dem Dach https://www.volocopter.com/de/
  • Austauschplatz für e-Bike und Scooter Akkus
  • Servicestation für autonome Fahrzeuge
  • Zentrale für Carsharing und Carpooling
  • Packstation
  • Coworking

Es ist ein Schritt in Richtung neues Geschäftsmodell. Kritiker könnten ihn als zaghaft bezeichnen. Aber eigentlich folgt er in kleinen Schritten dem Markt und der Nachfrage und scheint Lean Startup zu berücksichtigen.

Ich finde es gut, dass sich Tankstellenbetreiber an der Diskussion einer neuen Vision der Mobilität einbringen. Auch wenn mir der Energiemix der gezeigten Studie nicht gefällt.

Antriebsarten 2040

(c) Aral

Das muss einfach schneller gehen mit dem elektrischen Antrieb 🙂 Ich habe letztes Jahr darüber geschrieben, wie ein Quick Win erreicht werden kann über das große Netz der mittelständischen freien Tankstellen und der bewährten KFW-Mittelstandsförderung.

Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web hat ein neues Projekt: mit seinem Startup Inrupt möchte er das Internet wieder auf den ursprünglichen Kurs zurückbringen. Im Zentrum steht die Dezentralisierung von Daten, die Trennung von Daten und Applikationen. Eine Entwicklung, die gegen das große Sammeln weniger Unternehmen wie Google und Facebook gerichtet ist und dem Einzelnen wieder Autonomie zurückgeben soll. Das Ziel ist zweigeteilt: jede/r Nutze/r soll selbst entscheiden, welche Daten er oder sie teilen möchte. Und Anwendungen/Apps sind mit einer universalen Schnittstelle miteinander verbindbar. Das erste Produkt ist Solid und richtet sich an Entwickler, die neue Anwendungen auf dieser Basis entwickeln.

Nostalgie oder Zukunft? Man könnte meinen, Tim Berners-Lee ist Nostalgiker. Auch ich musste an meine Anfänge mit dem Internet Mitte der 90er denken: das World Wide Web war ein großes Versprechen. Eine Technologie, die Menschen verbunden hat, die tatsächlich Einzelnen potentiell die weltweite Reichweite gegeben hat, die sonst nur große Unternehmen mit riesigen Apparaten hatten. Und eigentlich erleben wir wieder diese Zeit. So ist Inrupt für mich ein Zeichen, dass im Internet Neues ständig hervorkommen kann. Auch das Internet ist der Transformation der Digitalisierung unterworfen und wandelt sich gerade wieder. Es gilt das selbstgewählte Mantra ehemaliger Startups und jetziger Großunternehmen: „disrupt everything“ bedeutet wirklich das: alles wird immer wieder verändert. Auch die Disruptoren von einst. „The future is still so much bigger than the past.“

Es bleibt spannend.

Kleinere Unternehmen haben meist weniger davon, bei Konzernen ist sie ein Hindernis für Innovation. Interne Politik zwischen Konzerneinheiten und Abteilungen verlangsamt Erneuerung und verhindert eine gemeinsame Vision. Disruptive Innovationen bleiben auf der Strecke. Dabei stehen eine gesunde Auseinandersetzung über gemeinsam einzuschlagende Wege häufig einem Silodenken und handfesten Eigeninteressen entgegen, auch um den Status Quo zu bewahren. Keine gute Basis für Konzepte, die das bestehende eigene Geschäftsmodell in Frage stellen. Statt frühzeitig eigene Ansätze zu verwirklichen, bleibt dann nur das spätere teure Zukaufen von anderen Unternehmen, die frühzeitig den Mut hatten, etwas Neues auszuprobieren.

Der Strassenverkehr in Städten hat nicht dem Auto begonnen, auch wenn wir uns das heute kaum mehr vorstellen können. Die meisten Strassen unserer Städte entstanden ohne Kenntnis des PKW und wurden erst später angepasst an deren Bedürfnisse. Es muss nicht beim Status Quo bleiben, der Verkehr in Städten kann sich weiterentwickeln. Über viele Jahrzehnte entstand die heute bekannte Ordnung der Mobilität, in der das Auto den Ton angibt und andere Verkehrsteilnehmende sich meist dem fliessenden Verkehr unterordnen. Es sind aber auch Mittel entstanden, die den Verkehrsfluss besser steuern, wie Verkehrsregeln, -schilder und Ampeln. Aber auch Lösungen für das Miteinander, z.B. Zebrastreifen, Radwege, Fussgängerzonen, Bushaltestellen. Wie sehr sich Dinge in den letzten hundert Jahren verändert haben, zeigt exemplarisch das Video. Es zeigt dieselbe Fahrt durch San Francisco, heute und vor über hundert Jahren. Gefilmt wurde von einem der berühmten Cable Cars.

In der alten Aufnahme erleben wir einen wilden Mix der Verkehrsmittel auf der Strasse. Scheinbar ohne Regeln kreuzen Autos, Kutschen, Menschen die Spuren des Cable Cars, der Strassenbahn. Es stehen sogar Menschengruppen auf den Strassen, auf das Cable Car wartend – Autos nutzen die Gleise und fahren einfach um die Menschen herum. Ampeln oder Verkehrsschilder sind nicht zu sehen, es scheint Chaos zu herrschen. Und alle Menschen tragen Hüte.

Wie klappt das Miteinander im Strassenverkehr? Es wird sicher eine Menge Unfälle gegeben haben. In jedem Fall wird es nicht ohne, auch wütende, Zurufe gegangen sein. Das war auch möglich, weil keiner isoliert war von der Umgebung, geschlossene Autos gab es nicht. Alle sassen mehr oder weniger offen, so dass direkte Kommunikation möglich war. Zum Miteinander hat zudem beigetragen, dass die individuellen Geschwindigkeiten der Verkehrsmittel nahe beieinander lagen und eher niedrig waren.

Interessant auch, was sich nicht verändert hat. Ein Mix aus Verkehrsmittel bestimmt das Geschehen, damals und heute. Die Schienen definieren das Bild der Kamera. Viele Menschen sind zu Fuß unterwegs in der Stadt, auch in Gruppen.

Auf seine eigene Weise zeigt der Film eindrücklich die Möglichkeit von Veränderungen im Strassenverkehr. Es wird deutlich, dass Change möglich ist. Der Megatrend der Urbanisierung in Verbindung mit Smart City Entwicklungen bietet hier Anlass und Lösungsansätze der Mobilität. Bleibt die Frage an uns als Gesellschaft: Wie würde ein drittes Segment des Films aussehen, dieselbe Szene in hundert Jahren?

PS: Ein kleines „Easteregg“ enthält der Film auch: ab Minute 14:31 ist der Weihnachtsmann in Zivil am Embarcadero unterwegs :)

Ein Nachteil der weit verbreiteten Produktivitätsmethode „Getting Things Done“ (GTD) von David Allen: das „Warum“ der zu erledigenden Aufgaben wird nur marginal thematisiert. Es gibt in GTD zwar das Konzept der „Flughöhen“. David Allen geht aber nicht darauf ein, wie diese zusammenhängen und oder diese erarbeitet werden, es fehlt der die Anleitung zum Umgang damit.

Doch spätestens mit Simon Sineks TEDx-Talk „why“ ist das Thema des „Warum“ die zentrale Frage. Sie lenkt die Priorisierung von Projekten, von Aufgaben, ist zentrale Frage bei der Erarbeitung von Geschäftsmodellen, besonders im Bereich von Social Entrepreneurship. Warum? Die Beantwortung der Frage nach dem „Warum“ baut Identität im Kern und stärkt unsere Vorhaben von innen heraus. Ohne Inhalt arbeitet man einfach nur Aufgaben ab, ohne Kontext ist ein Produkt einfach nur ein weiteres Ding in der Welt. Ohne das „Warum“ ist ein Unternehmen einfach eine weitere Organisation, welche beliebig austauschbar ist.

Visioning hilft, diese Zukunftsbilder zu schaffen und Orientierung für Entscheidungen auf den verschiedenen „Flughöhen“ zu geben. Im Zentrum steht das „Warum“ und „Wohin“. Letzteres liegt weit genug in der Zukunft, dass es ständiger Ansporn ist. Das Erstaunliche am Visioning ist die Wirkung sowohl nach innen auf die Mitarbeitenden und Partner, als auch nach aussen auf Kunden, potentielle Mitarbeitende und Partner. Vorausgesetzt, man nimmt das Thema ernst und versteht die Langfristigkeit des damit eingegangenen Commitments.