Christoph Teusch von AFB über Vorteile des IT-Refurbishing für Unternehmen

In dieser Episode des Smart Innovation Podcast ist Christoph Teusch von AFB mein Gesprächspartner. Wir unterhalten uns über die Vorteile des IT-Refurbishing für Unternehmen. IT-Refurbishing ist ein wertvoller Bestandteil eines nachhaltigen Unternehmens. Dabei spielen sowohl die geordnete Weiterverwertung von Computern, Druckern etc. eine Rolle, als auch die Nutzung von aufgearbeiteten Geräten.

Es ist meine persönliche Hoffnung, dass durch die Beschäftigung mit dem Thema IT-Refurbishing und Recycling, neue innovative Lösungen für das IT-Design vorangetrieben werden.

Christoph Teusch

Über

Christoph Teusch

arbeitet seit 2018 als Corporate Responsibility Manager bei der AfB Social & Green IT. Hier stehen die Themen Circular Economy, Inklusion und nachhaltige Digitalisierung ganz oben auf der Agenda. Davor hat er den Fachbereich Nachhaltiger Konsum bei einer Verbraucherorganisation, bevor er als CSR-Consultant zahlreiche Beratungsprojekte umsetzte. Bei einem Anbieter von Nachhaltigkeitsmanagement-Software unterstützte er Unternehmen dabei, ihre Nachhaltigkeitsleistung sichtbar und steuerbar zu machen. Er besitzt über zehn Jahre Erfahrung im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement und nachhaltiger Konsum. Christoph Teusch hat Wirtschaftsingenieurwesen mit der Ausrichtung Nachhaltigkeit in Berlin studiert. Seit 2020 ist er Mitglied im Expertenbeirat nachhaltig.digital, einer Kompetenzplattform für Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

AfB gemeinnützige GmbH

AfB ist Europas größtes gemeinnütziges IT-Unternehmen, spezialisiert darauf, gebrauchte Business-IT zu übernehmen, zertifiziert zu löschen, aufzuarbeiten und wieder zu vermarkten. Nicht mehr vermarktbare Geräte werden zerlegt und fachgerecht recycelt. Dies schont die Umwelt und spart wertvolle Ressourcen ein. AfB steht für „Arbeit für Menschen mit Behinderung“. Alle Prozessschritte sind barrierefrei, denn bei AfB arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand. AfB wurde vor 17 Jahren gegründet und ist heute mit über 500 Mitarbeitenden in fünf europäischen Ländern vor Ort.

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Transkript

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Willkommen beim Smart Innovation Podcast! Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin Unternehmensberater und Businesscoach für Innovationen. Von Baden-Württemberg aus begleite ich zukunftsorientierte Unternehmer und Unternehmerinnen sowie ihre Teams remote. Im Smart Innovation Podcast spreche ich mit engagierten und kreativen Menschen über Innovationen, über Innovationsmanagement, Unternehmertum und Verantwortung, gerade im Kontext des Klimawandels. Es geht um innovative, agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie, sowie den passenden Vorgehensweisen Neues auch enkeltauglich zu entwerfen. Ebenso geht es um wechselnde aktuelle Themen wie neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Produkte und digitale Dienstleistungen. Bei den Live-Aufnahmen haben die Teilnehmenden Gelegenheit sich einzubringen, Fragen zu stellen und mitzureden. Neue Episoden erscheinen dann zum Wochenende. Die aktuellen Termine und alle bisherigen Folgen sind auf klausreichert.de/podcast. In jeder Folge gibt es ein kurzzeitig verfügbares Angebot. So wird Innovation für die Teilnehmenden lebendig und gleich umsetzbar. Der direkte Link zur Episode ist in den Shownotes. Dort gibt es auch weiterführende Informationen, Videos und ein Transkript.

Klaus Reichert: Mein Gesprächspartner heute ist Christoph Teusch. Er ist Corporate Responsibility Manager. Christoph, willkommen zum Gespräch heute!

Christoph Teusch: Hallo Klaus! Vielen, vielen Dank für die Einladung! Ich freue mich, heute im Podcast bei dir dabei zu sein.

Klaus Reichert: Du, sag mal, Christoph, Corporate Responsibility Manager: Was ist das?

Christoph Teusch: Ja, eine gute Frage. Es ist ja so, dass wir alle in der Gesellschaft eine Rolle einnehmen und alle ja irgendwie auch einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten sollen. Und das Thema Corporate Responsibility drückt’s ja schon aus, Unternehmensverantwortung, ist im Prinzip der unternehmerische Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung. Andere haben andere Namen wie Nachhaltigkeits-Manager, Nachhaltigkeits-Verantwortlicher.

Klaus Reichert: Wow! Wenn ich aber noch nie was davon gehört habe, Nachhaltigkeits-Manager, du hast jetzt quasi einen Begriff mit einem anderen erklärt, was machst du denn so genau?

Christoph Teusch: Ja, schon clever, ne?

Klaus Reichert: Ja klar!

Christoph Teusch: Genau! Also ich fang mal ganz grob an. Ich glaube, wir haben jetzt hier auch eine diverse Zielgruppe. Im Endeffekt geht’s darum, dass man sich das Unternehmen anschaut und überlegt, wo hat es welche Wirkungen auf die Gesellschaft und auf die Umwelt. Und guckt, sind diese Wirkungen eher negativ oder vielleicht sogar positiv. Und sich das in Ruhe anschaut und auch den Fokus auf das Kerngeschäft legt und dann versucht, dort vorwärts zu kommen. In meiner Funktion bei der Firma AfB Social & Green IT ist die Aufgabe noch mal ein bisschen anders vielleicht. Weil meine Rolle in dieser Funktion darin besteht, nicht nur die Nachhaltigkeit von unserem Unternehmen voranzubringen, sondern weil wir uns als Teil der Wertschöpfungskette unserer Partner verstehen, auch deren Nachhaltigkeit ein Stück mit zu optimieren, mit zu verbessern.

Klaus Reichert: Das heißt also, du wirkst nach innen in deiner Funktion jetzt speziell bei deiner Firma und gleichzeitig auch nach außen?

Christoph Teusch: Genau! Nach innen wirke ich dadurch, dass man wie andere auch in ihrem Unternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie aufsetzen, die klassisch durch die bekannte, hoffentlich bekannte, Wesentlichkeitsanalyse oder Wesentlichkeitsdialoge ermittelten Herausforderungen besteht. Das heißt, man schaut, man befragt seine internen und externen Stakeholder, spricht mit denen und fragt die: Was sind die wichtigsten Themen, die relevantesten Themen für euch, um herauszufinden, was ist das, was die Gesellschaft bewegt. Und hier muss man auch die richtigen Akteure identifizieren, die einem wichtig sind. Dann setzt man so eine Strategie auf, man setzt sich Ziele, im Prinzip auch ganz normal wie in anderen Management-Disziplinen auch, und versucht dann, durch ganz konkrete Maßnahmen ein Stück in diese Ziele zu gehen. Und ganz klar, wir erleben es ja gerade, wir haben grad weltweit die diversen Brände zum Beispiel erlebt, auch als Ausdruck des Klimawandels, klar, Thema Klimamanagement ist ein Riesenthema. Zum Beispiel das wäre eines von mehreren Themen, die man sich anschauen muss. Und natürlich muss dann jedes Unternehmen in seiner Branche gucken, wo sind meine Hotspots. Es ist schon so, dass von der Methodik, von der Vorgehensweise das ähnlich ist, von den Inhalten kann das schon sehr große Unterschiede geben. Ein Zementhersteller hat andere Herausforderungen als jetzt zum Beispiel ein Beratungsunternehmen.

Klaus Reichert: Ich kenne das, bei mir ist das relativ einfach: Der größte Verursacher sozusagen sind Mobilität und IT beziehungsweise Webhosting, all diese Online-Services und Dinge, die ich nutze als im Grunde Technologie-Unternehmen. Und alle anderen Sachen sind relativ gering. Aber das ist ja eine besondere Situation, ein größeres Unternehmen, vor allem ein Produktionsunternehmen hat da ganz andere Herausforderungen. Bei euch ist es so, da sollten wir auch gleich noch drauf eingehen natürlich, dass ihr, wie du schon angedeutet hast, euch eben Teil einer Lieferkette seht oder einer größeren Kette. Das finde ich einen ziemlich erstaunlichen Ansatz, weil das bedeutet, dass ihr nicht nur auf euch schaut, sondern ganz bewusst auf die anderen guckt, die davor oder danach oder drüber oder drunter in dieser Kette sind. Und das ist ja etwas, was vor allem, wenn wir es von so einer Kreislaufwirtschafts-Idee eben denken, ein ganz, ganz wichtiges Denken ist, dass viele Unternehmen, finde ich, auch noch entwickeln müssen.

Christoph Teusch: Ja, also ich glaube, dass einfach auch aufgrund der Komplexität gegeben ist, im IT-Bereich, aber generell betrachtet auch andere Themen oder andere Branchen, Textil oder wie auch immer, dass man aufgrund der Komplexität gar nicht mehr alleine das bewältigen kann oder Dinge im Kreislauf führen kann, weil jedes Unternehmen hat sich auf eine Sache spezialisiert und kann dann gar nicht alleine den gesamten Kreislauf beschließen. Oder gut, können wir aktuell in vielen Bereichen auch noch nicht, aber zu mindestens das Rad verlangsamen, entschleunigen und ein Stück weit schließen. Sagen wir es mal so. Und da ist man im Austausch mit vielen Akteuren. Aber vielleicht kann ich ja nachher noch mal in Ruhe einen Blick auf den Prozess, den wir so haben, auch mal kurz werfen, dass wir nicht so abstrakt bleiben.

Klaus Reichert: Wir müssen auch noch mal erklären, was AfB denn genau ist. AfB ist ja eine besondere Firma, muss man fast schon sagen, mit sehr vielen, hm, ich würde mal sagen, Vorzügen. Aber was zeichnet denn das Unternehmen aus? Wofür steht AfB?

Christoph Teusch: AfB steht ausgesprochen für: Arbeit für Menschen mit Behinderung. Das ist erstmal jetzt auch nichtssagend, was man macht. Deswegen haben wir noch den Slogan Social & Green IT hintendran, dass man zu mindestens weiß, die machen irgendwas mit IT. Im Endeffekt gehen wir zwei Herausforderungen an. Die eine ist die, dafür steht das Social, dass Menschen mit Behinderung immer noch Benachteiligungen erfahren in der Gesellschaft. Beispielsweise brauchen sie im Schnitt 100 Tage länger, wenn sie einen neuen Job suchen, als ein Mensch ohne Behinderung. Das ist ein Grund. Das heißt, wir wollen uns sehr stark im Bereich Inklusion betätigen. Und das war auch von Gründung an das Hauptthema. Wir waren von Anfang an ein Inklusionsunternehmen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Das zweite große Thema, das hatten wir jetzt auch schon anklingen lassen, ist das Thema Kreislaufwirtschaft. Ein Beispiel. Also es ist so, dass die Mehrheit der weltweiten Unternehmensprozesse ja linear ablaufen, das heißt, nach dem Muster, Take, Make, Use, Waste. Also man baut Rohstoffe ab, man produziert was, es wird genutzt und hinterher landet es im Abfall. Und das wollen wir halt auch, da wollen wir auch einen Beitrag leisten im Bereich IT. Zum Beispiel ist es so, dass letztes Jahr über 53 Millionen Tonnen E-Waste angefallen sind, einfach weil es da noch keine richtigen Kreisläufe gibt. Und die Hälfte davon sind mittlerweile diese elektronischen Geräte, also Monitore, Laptops, PCs und so weiter. Und die andere Hälfte sind dann die Elektrogeräte wie weiße Ware, Waschmaschinen und so weiter. Das heißt, in diesem Waste-Stream erleben wir, dass halt die technologischen Produkte sich breitmachen und dieser Strom, dieser Abfallstrom ist auch gleichzeitig der schnellst wachsende Abfallstrom. Das heißt, diese beiden großen Themen gehen wir an. Und was machen wir konkret? Wir haben uns darauf spezialisiert, von Unternehmen und der öffentlichen Hand, von kleinen bis großen Organisationen ausgemusterte, abgeschriebene IT-Hardware vom Smartphone bis zum Server zurückzunehmen und diese Geräte wieder aufzubereiten und in eine zweite Nutzungsphase zu bringen, und machen das mit Menschen mit einem Handicap.

Klaus Reichert: Das heißt also, ihr sorgt dafür, dass ein Unternehmen seine Computer zum Beispiel, seine Bildschirme und so weiter nicht irgendwie nach Afrika verfrachten muss, wo das unter wirklich schlimmsten Verhältnissen im Grunde auch verarbeitet wird, sondern ihr sorgt dafür, dass es funktioniert, dass die Geräte dann aufgearbeitet oder fachgerecht rezykliert werden, und helft im Grunde erst mal denen, die davor sind, auch ein Problem zu lösen. Gleichzeitig schaut ihr, dass man diese Geräte zum Teil auch einfach weiternutzen kann, also in Unternehmen, bei Privatpersonen und so weiter.

Christoph Teusch: Trotz aller Richtlinien, Gesetze und so weiter ist es immer noch so, dass der Großteil des E-Waste oder Elektroschrotts leider in nichtformalen Prozessen landet. Klingt jetzt ein bisschen abstrakt, aber das heißt, die landen auf Deponien, werden verbrannt, Agbogbloshie ist das bekannteste Beispiel in Accra in Afrika. Das heißt, da gibt’s auch aktuell Bemühungen, aber irgendwie schafft es trotzdem dieser Elektromüll aus Europa aus der nördlichen Hemisphäre in die südliche. Und da sind wir auch dabei, durch diese Prozesse, die wir haben, das auch mit zu vermeiden. Unser Ziel ist gar nicht Recycling, das wäre noch eine Stufe nach uns, unser Ziel ist Reuse. Das ist, was halt auch – Stand der Wissenschaft – die beste Option ist bei IT-Geräten, nutze es so lang wie möglich. Das ist in den meisten Fällen der richtige Ansatz. Und wir helfen Unternehmen dabei, das zu tun. Du hast es angesprochen, was passiert damit hinterher? Ein Teil der Geräte kann zum Beispiel auch durch die Mitarbeitenden selber eines Unternehmens später genutzt werden, da haben wir auch Möglichkeiten. Wenn ein Mitarbeiter zum Beispiel weiß, hey, in einem Jahr kann er sein Firmenhandy hinterher privat bekommen, ist das ja auch ein Anreiz, vielleicht damit ein bisschen ordentlicher umzugehen, zum Beispiel. Oder was wir hauptsächlich machen, ist aber in der Tat, dass wir diese Businessgeräte, also Business-IT nennen wir es, die sich auch unterscheidet ein bisschen von der Consumer Hardware, die man vielleicht in Elektromärkten kaufen kann, dass die aber an Privatpersonen veräußert werden zum Großteil. Wir haben aber auch ein nachhaltiges (unv. #00:12:24.8#)-Marketing, wo wir mit Schulen, mit anderen sozialen Kooperationen oder Plattformen kooperieren, die dann zu günstigen Konditionen, teilweise auch in Einzelfällen als Spenden, aber in der Mehrheit dann eher zu vergünstigten Konditionen bekommen können, dass auch andere Non-Profits im Prinzip davon profitieren. Aber die Mehrheit, ich sage jetzt mal, pauschal vom Geschäftsmodell, jetzt 80 %, würde ich mal sagen, geht das an Privatpersonen.

Klaus Reichert: Mir ist aufgefallen, ihr habt einen Online-Shop natürlich, ihr habt verschiedene lokale Shops, ihr seid in Deutschland heimisch, ihr seid aber auch in anderen Ländern Europas vor Ort. Das ist schon ziemlich beeindruckend. Wie groß ist denn eure Firma?

Christoph Teusch: Wir sind jetzt mittlerweile 16 Jahre alt und haben über 500 Mitarbeitende in fünf europäischen Ländern. Wir sind gerade in Deutschland, klar, unsere Homebase, da kommen wir quasi her, aber auch Österreich, Schweiz, Frankreich und Slowakei sind wir unterwegs, und haben jetzt den 20. Standort gerade eröffnet in Straßburg. Unser Ziel ist halt auch, die Geräte vor Ort sozusagen zu bearbeiten, sprich, wenn wir Partnerschaften in Frankreich haben, macht‘s aus Datenschutzgründen vor allen Dingen, aber auch aus Umweltsicht gar keinen Sinn, dass jetzt die IT-Geräte da ewig nach Deutschland geschippert werden, sondern dass die vor Ort aufbereitet werden und möglichst wenig unterwegs sind und auch in der Region dann die Jobs entstehen, wo auch die Geräte von den Partnerunternehmen abgegeben werden.

Klaus Reichert: Als Unternehmen habe ich auf der einen Seite, ich bleibe jetzt einfach mal beim Unternehmen, das können natürlich auch irgendwelche weiteren Organisationen sein, es können theoretisch auch Schulen sein, denen ihr ein Problem abnehmt. Da seid ihr jetzt Teil dieser, ich will gar nicht sagen Entsorgungskette, das hört sich schon ein bisschen komisch an, sondern ihr versucht eben, diesen zirkulären Ansatz dann quasi mit zu liefern. Gleichzeitig gebt ihr aber auch die Möglichkeit, also da ist dann alles mit verbunden mit, ich habe auf eurer Webseite gelesen, ihr löscht dann die Daten, ihr arbeitet die Sachen wieder auf, ihr zerlegt die Dinge und, und, und. Aber gleichzeitig schaut ihr dafür, dass diese Geräte auch eben weitergenutzt werden können. Du sagtest gerade Schulen, klar, da gibt’s aber mittlerweile vielleicht auch ganz andere Ansprüche. Man weiß auch noch nicht so recht, was da jetzt gerade in der Zukunft kommen wird. Aber es macht doch durchaus auch Sinn, dass man diese Geräte wiederum im Unternehmen nutzt. Wie sind denn da eure Erfahrungen?

Christoph Teusch: Das ist so, dass ich diesen unbeliebten Begriff des Trickle-Down-Effekts mal kurz anbringen möchte. Also einerseits gibt es da zwei Dinge. Ein Punkt ist, dass wenn jetzt ein größeres Unternehmen sich mit IT-Hardware eindeckt, muss man ja auch dann, ich sag jetzt mal, 2000-mal das gleiche Notebook liefern. Und das ist dann manchmal nicht so einfach als gebrauchtes Gerät. Wir haben auch hohe Stückzahlen teilweise, aber dann doch nicht in dem Umfang. Zweitens ist es so, dass, wenn ein Unternehmen sich neu eindeckt, dann doch überlegt, hey, lieber ein bisschen was Neueres und im Zweifel können wir es länger nutzen. Wie auch grad die Corona-Krise gezeigt hat, dass Unternehmen dann doch ihre Zyklen auch ein bisschen mal ändern von drei auf vier Jahre gehen, was für die Umwelt erst mal vielleicht besser ist. Und wir haben aber auch die Option, dass Unternehmen bei uns beschaffen können. Wir haben auch in der Corona-Krise gemerkt, dass Unternehmen auf uns zugehen, weil wirklich ja auch mal ein Chipmangel herrschte und generell alle Notebooks eine Zeit lang Mangelware waren. Dann waren Unternehmen auch bereit, gebraucht wieder zu kaufen. Und wir haben auch immer wieder Aktionen, die gezielt Unternehmen ansprechen. Gerade Server, also Server gehen klar nur, ich sage jetzt mal, in Mehrheit wieder ins Unternehmen zurück. Aber es ist aktuell noch so, wie ich sagte halt, der Großteil geht an Privatpersonen und ein ganz kleiner Teil geht aktuell nur an die Unternehmen zurück. Aber die Non-Profits, die sind da ein bisschen offener für. Die brauchen aber in der Regel auch nicht die großen Stückzahlen.

Klaus Reichert: Eigentlich ja schade, vor allem, weil es ja durchaus Anwendungen gibt, wo man eben nicht die super-super-duper Hochleistungsgeräte braucht. Das heißt, es ist dann okay, wenn man ein Gerät im Einsatz hat, das schon drei Jahre alt ist und vielleicht noch nicht mal groß benutzt wurde in der vorherigen Nutzung.

Christoph Teusch: Ja, ich sehe da auch ganz klar Perspektive, dass es weiterhin ausgerollt wird. Aber ich glaube es ist ein langer Weg. Da ist auch ein Stück Beratung nötig, glaube ich, und auch Bewusstseinsschaffung. Aber ich glaube auch, und da müsste ich dann eher einen Kollegen fragen, wie es denn aussieht mit dem ganzen Thema Datenschutz, Updates. Grad bei Smartphones kennen wir es ja aus dem privaten Umfeld auch, dass teilweise nach zwei, drei Jahren die Sicherheitspatches nicht mehr geliefert werden. Da hätte ich heute noch einen Kollegen dabeihaben müssen, der auch mal aus der Brille IT-Sicherheit nochmal draufschaut. Aber klar, von der Leistungsfähigkeit glaube ich, dass 90 % alle die Office-Anwendung nutzen und mal so einen Zoom-Call so wie heute. Und ich glaube, das kann man auch mit normalen Notebooks machen, die nicht unbedingt alle Highend sein müssen. Wobei wir auch, möchte ich betonen, das ganze Spektrum anbieten. Also wenn man bei uns Geräte kaufen würde, geht’s im unteren Preissegment los, aber endet auch im weit oberen Bereich. Je nachdem, da ist auch für jeden was dabei.

Klaus Reichert: Ich wollte das gerade auch nicht implizieren, dass das nur alte oder nur schlechte Geräte sind. Also darum ging es mir gar nicht. Sondern gerade in der IT ist es ja häufig so, dass eben vier Jahre mehrere Generationen schon sein können und dann ist nun mal das Hochleistungs-Laptop vor drei Jahren nicht mehr das Hochleistungs-Laptop heute, aber es ist immer noch sehr, sehr gut.

Christoph Teusch: Ja.

Klaus Reichert: Dieses IT-Refurbishing, das liefert ja eine Menge Vorteile für Unternehmen. Da sollten wir vielleicht noch mal das ganz kurz zusammenfassen. Das eine wäre jetzt erstmal für die Unternehmen, die etwas abgeben, aber halt auch für ein Unternehmen, das sowas dann aufnehmen würde. Also wir reden ja über Nachhaltigkeitsfragen, teilweise sind es vielleicht auch soziale Dinge, auf die dann jemand Wert legt, um solche Hardware zu beschaffen. Gib uns da doch einfach noch mal einen kurzen Überblick bitte.

Christoph Teusch: Super-gerne! Ich würde es ein bisschen kombinieren, auch vielleicht gleich im Prozess nochmal kurz einmal zu vertiefen, nicht zu sehr, aber wie das funktioniert. Im Endeffekt ist es so, dass ein Partner bei uns eine Abholung anmeldet, das kann er über das Online-Tool machen zum Beispiel. Und da geht’s halt los, dass man eine einfache, sichere Transportmöglichkeit liefert. Dass einfach die Geräte abschließbar sind, dass die korrekt transportiert werden und keine Schäden während des Transportes bekommen, ist ganz wichtig, dass man sowas umsetzt. Wir haben auch einen eigenen Fuhrpark mit eigenem Personal, da ist kein Drittanbieter dazwischen, sondern auch aus Datenschutzgründen ist es sinnvoll, hier auf dieses Personal zu setzen. Die Unternehmen bekommen hinterher ein Datenlöschungsprotokoll. Ich wollte es nochmal erwähnen, weil einfach für viele Unternehmen das einfach das Wichtigste ist, da sind ja hochsensible Daten drauf. Klar, ich bin der Nachhaltigkeitsmanager, ich gehe davon aus, dass meine Kollegen diesen Job machen und ich gucke dann auf die sozialen ökologischen Kriterien. Aber das ist ja das, was ein Mehrwert ist für ein Unternehmen. Wir nutzen da, ich sage da nochmal, Blancco, das ist ein weltweit führendes Unternehmen in diesem Bereich. Und da kann man alle möglichen Löschwünsche von den Partnern mit umsetzen. Jeder hat auch verschiedene Vorstellungen, wie gelöscht werden soll, aber das ist nach DIN gelöscht und auch nicht wiederherstellbar. Da haben manchmal noch einige (unv. #00:20:41.5#) noch Vorbehalte und sagen: Nein, lieber schreddern. Wir sagen, nein, Schreddern ist in der Regel die Ausnahme. Wir wollen ja das Gerät erhalten und löschen. Man hat dann auch den Vorteil und den Mehrwert, dass man ständig durch das ERP-Tool informiert ist. Man bekommt auch dort die Löschprotokolle zum Abruf. Man hat die rechtliche Gewissheit auch Thema (unv. #00:21:00.9#)-Recht hat man die Gewissheit, dass das alles sauber ist. Und jetzt kommen wir mal zu dem Output, wo ich da ein bisschen mehr im Spiel bin und das Thema Wirkungsmessung quasi vorantreibe. Das ist, was dann die Unternehmen oder die Organisationen bekommen, eine Art, wir nennen es Wirkungsurkunde, wo man dann sehen kann: Zum Beispiel im letzten Jahr 2020 haben wir eine gewisse Anzahl an IT-Geräten abgeholt und durch diese Abholung von diesen Geräten und durchs Refurbishing konnten wir verschiedene Umweltwirkungen erzielen – da komme ich gleich mal drauf – und konnten aber auch zum Beispiel eine gewisse Anzahl, (unv. #00:21:45.8#) zwei, drei inklusive Jobs bei uns schaffen oder erhalten dank dieser Kooperationen. Das sind auch Kennzahlen, die dann Unternehmen gerne nutzen in der Kommunikation oder in ihrem Nachhaltigkeitsbericht. Was uns auch freut und was auch sinnvoll ist, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Wir haben verschiedene Beiträge für die Umwelt, allen voran (unv. #00:22:05.6# SIM 2?), das ist mal ganz wichtig und ganz spannend, wie viel CO2-Emissionen spart man denn ein, wenn man jetzt diese Geräte in die Wiedervermarktung bringt, nachdem man sie aufbereitet hat. Oder auch, wie viele Ressourcen werden eingespart, wieviel Primärenergie-Aufwand wird eingespart. Oder auch jetzt ganz neu, haben wir jetzt dieses Jahr aktualisiert, auch Öko-Toxizitäten, also wie hat man das Schädlichkeitspotenzial reduziert. Das sind alles Zahlen, die liefern wir. Und wir haben auch ehrlicherweise mittlerweile eine ganz große Kommunikationsabteilung, die dann auch die Urkunde teilweise übergibt. Aktuell virtuell, aber früher auch vor Ort, um da so ein Event draus zu machen. Oder die erste Abholung bei neuen Partnern ein bisschen zu feiern, was auch kommunikativ sehr spannend ist, (unv. #00:22:54.2#) zum Beispiel. Also eigentlich gibt’s eine ganze Reihe an Optionen, um da Mehrwerte draus zu ziehen.

Klaus Reichert: Das heißt also, wenn mir das als Unternehmen wirklich wichtig ist, diese Kennzahlen, die du gerade angesprochen hast, dann kriege ich die von euch. Dann gibt’s da eine Grundlage, auf der die errechnet sind. Ich kann das nachvollziehen, ich kann das in meiner eigenen Kommunikation nutzen und kann dadurch, wie soll ich sagen, das ist ganz was anderes, wie wenn ich es einfach nur irgendeinem x-beliebigen Unternehmen überlasse, sondern ich sehe, welchen Effekt ich quasi damit auch habe.

Christoph Teusch: Das ist dahingehend wichtig einerseits für uns, weil wir einfach ein Sozialunternehmen sind oder ein Inklusionsunternehmen, und auch auf dem Markt agieren, wo andere Akteure sind, die auch eine gute Leistung im Bereich Umwelt bringen, wirklich auch positiv zu erwähnen, aber wir auch nochmal das Thema Inklusion sozusagen mit einbringen. Und man kann diese Zahlen nutzen für den eigenen Nachhaltigkeitsbericht, für die SDGs und so weiter. Was ich sagen möchte nochmal zum Thema Verlässlichkeit der Daten. Wir haben jetzt dieses Jahr diese Urkunde aktualisiert und haben dafür auf Basis von ACAs, also von Ökobilanzen, auf Produktebene diese Öko-Kennzahlen erstellen lassen. Ich kann’s auch jetzt sagen, wenn es okay ist, mit dem Anbieter myclimate. Die haben für uns die Ökobilanzstudie erstellt. Und im Endeffekt wird dort folgendes gemacht: Dort wird ausgerechnet, wie viel Umwelteffekte fallen im Lebenszyklus an – natürlich mehrheitlich im Ressourcen-Abbau und in der Produktion – und wie viele Emissionen und Ressourcen kann ich durch eine Nutzungsdauer-Verlängerung wieder einsparen. Ich kann auch mal gerne eine konkrete Zahl nennen. Zum Beispiel bei uns, ein Notebook spart im Schnitt 113 Kilogramm CO2 ein, wenn es länger genutzt wird und anstatt ein neues gekauft wird. Wenn ich ein gebrauchtes kaufe, spare ich diese 113 Kilogramm CO2 ein. Und das sind Zahlen, das summiert sich. Wenn man jetzt 1000 Geräte abholt oder 3000 Geräte, hat man doch relativ schnell hohe Einspareffekte.

Klaus Reichert: Das hört sich spannend an und das passt jetzt genau auch zu einer Frage, die hier (unv. #00:25:25.9# Mona Schelle?) hat, eine Teilnehmerin hier der Liveaufnahme. Die Frage nach der Wirkung der CO2-Einsparung, wie kann das gemessen werden? Das haben wir jetzt gerade beantwortet. Und die zweite Frage war: Kann das Unternehmen das sogar für Zertifikate dann vielleicht verwenden?

Christoph Teusch: Wir geben diese Urkunde raus, also im Deutschen nennen wir es Urkunde, weil das Wort Zertifikat ein bisschen belegt ist. Im Englischen heißt es auch Certificate. Da gibt’s keine schöne Übersetzung. Es ist leider so, dass es jetzt kein eigenes Klimaschutz-Kompensations-Zertifikat ist. Das ist was anderes. Und man kann es aktuell nicht so perfekt im Scope 3 einbringen. Es gibt ja dieses Scope 1, 2, 3, das sind ja, wenn man eine Klimabilanz fürs Unternehmen erstellt, dann trennt man ja auf in direkte und indirekte Emissionen. Und Scope 3 ist im Prinzip alles, was so eingekauft wird, Produkte und so weiter, wie IT-Geräte, die fallen da rein auch. Aber es ist aktuell nicht vorgesehen, dass man das dann direkt verrechnen kann. Man kann das zwar angeben im Greenhouse Gas Protocol, man kann es aber in der Bilanz noch nicht abziehen. Da sind wir auch dran. Wir sind zwar nicht das größte Licht auf dem Markt, aber es gibt eine neue Debatte. Ich mache mal einen Punkt an der Stelle. Es da um Scope 4, das ist was ganz Neues. Was aber der Kreislaufwirtschaft auch entgegenkommen würde, um Einspareffekte durch Kreislaufwirtschaft auch bilanziell in Zukunft besser zu berücksichtigen. Das ist aber aktuell nicht so trivial.

Klaus Reichert: Ja, da hatten wir auch schon verschiedene Episoden hier im Smart Innovation Podcast. Und ich glaube, da müssen wir jetzt auch eine Linie ziehen. Das ist sicher …

Christoph Teusch: Da ziehen wir eine Linie, auf jeden Fall.

Klaus Reichert: … ein supereigenes Thema. Und bevor dann alle abschalten und es super-nerdig wird. Ein spannendes Thema eigentlich, aber okay. Also vielen Dank erstmal dafür. Dann kam noch eine zweite Frage von (unv. #00:27:27.5# Mona Schelle?). Sie fragt: Wie wird der soziale Impact gemessen? Also du hast gerade schon angedeutet, was ihr quasi mitliefert. Kannst du da nochmal kurz darauf eingehen, wie das gemessen wird?

Christoph Teusch: Ja, das ist auch ein spannendes Thema. Und da müssen wir auch gleich eine Linie ziehen, weil Klaus, du hast mir gesagt, wieviel Zeit wir haben, deswegen brennt’s nicht.

Klaus Reichert: Gut, wir haben bis morgen Zeit, wir können ewig.

Christoph Teusch: Nein, folgendes. Also was wir gerade machen, ist folgendes. Wir wissen ja, wie viele IT-Geräte wir im Jahr aufbereiten. Das waren jetzt, letztes Jahr haben wir 460.000, 470.000 Geräte bearbeitet, zwei von drei Geräten, also 66 %, können wir wiederaufbereiten und tatsächlich in die Wiedervermarktung bringen. Und wir können einfach ermitteln, was kostet ein Arbeitsplatz, ein Gehalt sozusagen, und wir können ausrechnen, wie viel Arbeitsplätze konnten wir dann durch dieses Refurbishing schaffen. Wir haben – ich habe es noch gar nicht erwähnt – eine Quote von Menschen mit Schwerbehinderten bei uns von 45 %, also fast jeder zweite Mitarbeiter bei uns hat eine Schwerbehinderung. Und deswegen sind wir ein Inklusionsunternehmen. Aber dieses Thema soziale Wirkungsmessung oder Social Impact Measurement ist in der Tat ein großes Thema. Wir haben auch schon verschiedene andere Ansätze gemacht, aber ich nenne das nur kurz und mache sofort wieder einen Punkt. Es gibt da auch Berechnungsmodelle, also Input-Output-Outcome-Impact-Methode genannt, wo man auch versucht zu monetarisieren, wie ist die gesellschaftliche Wirkung in Euros je umgesetztem Euro. Und das ist eine Methode, die ist aktuell, zumindest in der Szene, bekannter, aber es ist auch nicht so einfach, finde ich, das zu monetarisieren, gesellschaftliche Wirkung. Aber wir sind auch dabei, wir haben auch neue Ideen und werden auch in Zukunft über diesen KPI, Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze, hinaus auch noch weitergehen wollen. Das steht nicht still, da gehen wir noch weiter rein.

Klaus Reichert: Ich finde das gut. Also ich mag das als Innovations-Coach gerne, wenn eine Firma sagt: Wir haben da was. Wir können das auch so und so und Blablabla. Aber wir wissen, dass es weitergeht, dass es noch Luft nach oben gibt, wir akzeptieren, dass es Veränderungen gibt. Dann bleiben wir einfach automatisch am Ball.

Christoph Teusch: Genau! Weil es auch jetzt total komplex wird, also wenn man sich das in Ruhe anschaut, müsste man bei sozialen Wirkungsmessungen auch das Thema E-Waste anschauen. Dass wir wirklich einen Trail haben, wo wir schauen können, haben wir am Ende das verhindert, dass E-Waste wo gelandet ist, was wiederum einen negativen Einfluss hat auf Grundwasser und auf die Gesundheit von Menschen, die im globalen Süden das leider aktuell aufbereiten. Aber das ist alles so weit und so komplex, das können wir auch dann nachher nur mit einem Partner machen oder mit einem Institut. Das kann man nicht mehr alleine liefern. Aber das ist heute auch so viel.

Klaus Reichert: Das ist doch eigentlich jetzt ziemlich spannend: AfB ist auf der einen Seite natürlich ein Unternehmen, klar. Ihr kauft, ihr verkauft, ihr habt Lagerhaltung, ihr habt was weiß ich noch so alles, komplexe Logistik gehört dazu, irgendwelche Dienste, (unv. #00:31:06.8# Zertifizierungen?) für eure Löschungsaktionen und so weiter. Dann seid ihr ein Unternehmen, das sehr stark auf soziale Aspekte setzt. Ihr seid gleichzeitig ein Unternehmen, das eigentlich auch diese relativ neuen Aspekte der Nachhaltigkeit in der IT, Klimaschutzaspekte, eben eigentlich auch vorantreibt. Da gibt’s ja eben viel im Entstehen. Und das wird nur dann eben so richtig praxisnah, wenn diejenigen, die in der Praxis sind, daran mitarbeiten. Ihr schaut dann auch, dass gleichzeitig – das Thema Kreislaufwirtschaft – im Grunde an bestimmten Stellen eine Lücke geschlossen wird. Ist das ein Spagat für dich zum Beispiel? Auf der einen Seite gibt’s einen Verkauf natürlich, manche Leute sehen da schon ein Problem darin, ich jetzt nicht. Und auf der anderen Seite ist es was Soziales und was sehr auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Oder ist es eigentlich die ideale Kombination für ein Unternehmen heutzutage?

Christoph Teusch: Ich persönlich glaube, dass es die ideale Kombination ist. Das Buzzword Purpose ist ja auch leider schon wieder ein bisschen abgewaschen. Aber generell haben wir in der Vergangenheit das so erlebt, dass wir auf der einen Seite vielleicht Stiftungen haben, die ganz tolle soziale Projekte umsetzen. Auf der anderen Seite hatten wir die klassischen Unternehmen, die Geld machen. Ich glaube, dass wir uns da annähern und dass wir Unternehmen brauchen, die gesellschaftliche oder ökologische Probleme auch unternehmerisch lösen, damit das auch wirklich gelöst wird und nicht ständig von Fördergeldern abhängig ist. Sondern für eine dauerhafte große Lösung muss man, glaube ich, schon neue Geschäftsmodelle entwickeln, um einfach erfolgreich zu sein. Und bei der AfB ist es so, dass von Anfang an unser Gründer Paul Cvilak dieses Unternehmen als Inklusionsunternehmen gegründet hat und damit ein Thema besetzt hat, was damals gar nicht so auf der Agenda war bei vielen. Und ich glaube, dass das schon ein Modell sein kann, vor allem für Unternehmen sich zu überlegen, hey, welches konkrete Problem löse ich eigentlich in der Gesellschaft? Da gibt es auch viele Akteure mittlerweile, also wir sind auch beispielsweise Mitglied in verschiedenen Verbänden. Es gibt auch Verbände, die sich nur auf Sozialunternehmen beziehen, die alle ständig nur überlegen, wie kann ich das unternehmerisch lösen. Ich glaube, das ist was, was auch für konventionelle Unternehmen bisher auch was sein kann, dass sie sich mehr in diese Richtung bewegen. Und das passiert ja auch, da gibt’s auch viele Beispiele.

Klaus Reichert: Das ist dann sozusagen ein Vorbild?

Christoph Teusch: Das Modell ist ein Vorbild, genau.

Klaus Reichert: Ihr baut da quasi an einem Modell, das dann gleichzeitig eigentlich auch einen Vorbild-Charakter hat?

Christoph Teusch: Ja, jetzt bringst du mich in Verlegenheit.

Klaus Reichert: Na ja, weißt du, also ich sag’s jetzt mal so, du brauchst ja nicht darauf antworten, ich finde das zumindest so.

Christoph Teusch: Natürlich haben wir auch Baustellen und Herausforderungen und wir kämpfen auch mit Business Cases, so ist es nicht. Aber ich glaube, dass das Modell an sich zukunftsweisend ist. Wie ich schon gesagt habe, ich glaube, man kann durch unternehmerisches Denken wirklich sich konkret einer Herausforderung stellen, die man auch dann lösen kann. Das ist ja nicht nur bei IT so, das sind alle möglichen, wie sieht die Mobilität von morgen aus oder wie sieht das Wohnen von morgen aus oder Textil oder wie auch immer. Jedes Unternehmen hat ja Möglichkeiten in seiner Branche, diese Themen, die ja auch Effekte haben auf Umwelt und Gesellschaft, anzugehen.

Klaus Reichert: Ja, bin ich bei dir. Da haben wir gleich auch vielleicht noch eine passende Frage von der Barbara Schmucker: Was sind denn die typischen Gründe für eure Kunden mit euch zusammen zu arbeiten? Ist das eher der soziale Aspekt? Ist das eher der Aspekt, dass das Problem der Hardware gelöst wird? Ist das eher der Punkt, dass man eben vielleicht nachhaltigere Hardware bei euch einkaufen kann? Was würdest du sagen, wie ist das verteilt ungefähr?

Christoph Teusch: Vielen Dank für die Frage! Ich glaube, auch hier ist es etwas verteilt. Es gibt Unternehmen, die arbeiten mit uns, weil Inklusion unglaublich wichtig ist. Es gibt welche, die ganz knallhart sagen, hey, wir wollen eine Datenlöschung. Und okay, nice to have, was ihr sonst noch so macht. Und manche kommen halt in der Tat wegen dem Thema Circular Economy, Umwelt, auf uns zu. Und manche finden alles toll. Ganz klar ist es auch so, es gibt mit Sicherheit Anbieter, die immer einen Euro billiger sind als wir, wenn die Geräte ankaufen. Und wir kaufen auch Geräte an, wir geben ja auch Geld aus. Die haben ja auch einen Gegenwert diese Geräte. Und da gibt’s bestimmt welche, die immer einen Euro mehr bieten, so rum vielleicht formuliert. Aber wir bieten halt, und da sind wir bei der Frage, wie messe ich denn Erfolg oder wie messe ich denn Wirkung und deswegen machen wir diese ganze Wirkungsmessung, um zu sagen: Hey! Wenn ihr mit uns aber kooperiert, habt ihr noch die und die und die Sozial- und Umwelteffekte. Wir können das auch nachweisen anhand von Studien und Belegen. Dass man diese Modelle halt in den Vordergrund rückt. Klar ist, wenn das Thema Datenschutz nicht läuft, das ist die Basis, also falls mal eines Tages – und ich hoffe, es wird nicht sein – irgendeinen Datenschutz-Skandal hätten oder irgendwas, dann wäre der Rest hinüber. Das Geschäftsmodell basiert auf DSGVO-konforme Datenlöschung und das ist die Basis für alles.

Klaus Reichert: Ich habe auch mit Unternehmen über euch gesprochen, über die Dienstleistung, die ihr anbietet, über dieses Paket sozusagen, das ihr seid. Da bin ich genau auf solche Punkte gekommen, also es waren mehr oder weniger die drei, vier Themen, die du gerade angesprochen hast. Was mir aber aufgefallen ist, ich hätte nicht gedacht noch vor ein paar Jahren, dass so viele Wert auf das Thema Nachhaltigkeit und auch Inklusion legen. Da wurde einfach vor Jahren noch nicht so sehr darüber gesprochen. Und ich habe den Eindruck, da sind wir ganz stark im Aufwind, dass immer mehr Unternehmen gerade auf sowas Wert legen. Wenn sie es vielleicht nicht in eine offizielle Bilanz reinschreiben können, dann doch wenigstens, wie soll ich sagen, durchaus kommunizieren, was sie da tun.

Christoph Teusch: Genau! Man hat auf jeden Fall ein ganzes Paket an Kommunikationsvorteilen, die man durch diese Partnerschaft kreiert. Man kann das intern und extern nutzen. Wir sind auch bei langjährigen Partnern mittlerweile bei (unv. #00:37:53.7# Stakeholder?)-Dialogen dabei. Wir sind vor Ort, haben Events bei den Partnerbetrieben. Wir überlegen, wie kann man die Kooperation weiter ausbauen, wie kann man die Vorteile für die Mitarbeitenden voranbringen. Wir haben auch sehr lange Partnerschaften, wirklich über zehn Jahre und länger, wo man natürlich dann schon ständig überlegt, wie kann man das weiterentwickeln. Aber generell hat man natürlich im Endeffekt ein geringes Risiko oder kein Risiko, aber eine hohe Nachhaltigkeits-Kommunikation. Und beim Thema Klima möchte ich sagen, man kann es schon in der Klimabilanz nennen oder im Greenhouse Gas Protocol, aber es wird leider noch nicht so verrechnet, wie wir es gerne hätten in Zukunft.

Klaus Reichert: Das heißt, gebrauchte IT-Hardware zu kaufen, auf der anderen Seite aber auch dafür zu sorgen, dass es durch das IT-Refurbishment wieder genutzt wird, was man selber abzugeben hat, hat hohe ökologische Mehrwerte, aber vor allem auch bei euch natürlich hohe soziale Mehrwerte. Jetzt gibt’s da schon einige Unternehmen, das hast du angesprochen, mit denen ihr da zusammenarbeitet oder die grundsätzlich Wert auf sowas legen. Es gibt aber viele, die vielleicht noch gar nicht davon gehört haben, die noch nicht mit euch arbeiten. Was wäre denn so ein Starter, mit dem ein Unternehmen dieses Thema in ihr Denken und ihre Prozesse vielleicht integrieren kann? Was wäre so der erste Schritt? Was empfiehlst du denn da?

Christoph Teusch: Es gibt verschiedene Zielgruppen, mit denen wir reden. Das sind klassisch Nachhaltigkeitsverantwortliche im (unv. #00:39:39.1# anderen?) Unternehmen, und die zu begeistern für das Thema und auch als Fürsprecher zu gewinnen, das ist eine gute Möglichkeit. Wir reden aber auch direkt mit den Einkäufern oder IT-Einkäufern. Aber wie geht man vor? Wichtig ist natürlich, dass es eine Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen gibt, das hilft. Und auch dann darunter natürlich gibt’s auch Kriterien für nachhaltige Beschaffung und IT-Beschaffung. Das ist auch sehr hilfreich. Wenn das Unternehmen selber sich dort Ziele gesetzt hat, dann ist das für uns einfacher mit denen in Kontakt zu kommen. Wir bieten aber auch natürlich ganz viel an, zum Beispiel aktuell haben wir eine virtuelle Tour entwickelt, dass man sich bei uns das Unternehmen anschauen kann. Das ist jetzt kein Video, was läuft, sondern da läuft dann ein Kollege oder eine Kollegin mit einer Kamera durchs Unternehmen und kann dann live den einen oder anderen Punkt näher mal beleuchten und zeigen, wie das so aufläuft.

Klaus Reichert: Hm, toll!

Christoph Teusch: Einfach mal so ein bisschen gläserne Produktion, sage ich mal, dass man das sich mal anschauen kann und so weiter. Wir machen ja offiziell keine Beratung, aber trotzdem merken wir auch, dass wir schon angesprochen werden, wenn Unternehmen ausschreiben, hey, was habt ihr für Tipps, worauf kann man achten. Dass man halt Reuse von Anfang an mitdenkt, das ist immer wichtig, sei es in der Ausschreibung, sei es auch in der Nutzung. Und dann gibt’s natürlich an die Produkte selber viele Themen, die man adressieren kann. Kommt das IT-Gerät, hat das gewisse Zertifizierungen, kommt das aus einer sozialverträglichen Produktion. Ich sag mal, TCO-Label haben wahrscheinlich schon einige gehört hier in der Runde, dass man diese Sachen abklopft, wenn man IT-Geräte beschafft. Aber ja, es gibt da eine ganze Menge, und wir reden auch mit den Unternehmen sehr eng. Wir haben auch ein Partnermanagement-Team, die genau diese Fragen dann beantworten und auch Unterstützung bieten. Das ist einfach, so der erste Kontakt wäre im Prinzip, man trifft sich virtuell oder physisch auf einer Tour oder im Gespräch und dann kann man gucken, wo steht welches Unternehmen individuell gerade da. Weil jeder startet woanders, manche machen das zum ersten Mal, dass sie sich damit beschäftigen. Andere – ich nenne es kurz noch einmal – die haben viel Erfahrung, die machen Ausschreibungen, weil die wissen, hey, unsere 3000 Geräte haben einen guten Restwert, und dann holen sie sich von fünf Firmen Angebote ein. Und dort wollen wir natürlich mit unserem Konzept, was wir haben, mit dem Social & Green IT Konzept, dann diese Firmen begeistern. Das läuft ganz unterschiedlich.

Klaus Reichert: Ich kann das verstehen. Es gibt einfach unterschiedliche Punkte, wo man als Unternehmen gerade steht auf diesem Weg. Und da gibt es sehr viele, die eben gerade anfangen, und die brauchen dann eben etwas Unterstützung. Und du hast es gerade schon gesagt, eine Nachhaltigkeitsstrategie ist sicher ein guter Einstieg, der dann dafür sorgt, dass die unterschiedlichen Bereiche im Unternehmen eben in ihre Richtungen anfangen zu denken. Und in eurem Fall wäre es eben dann zum Beispiel ein Einkauf oder auch eine IT-Abteilung, die tatsächlich dann auch mal auf die Themen wert legt, die wir gerade angesprochen haben.

Christoph Teusch: Eine Ergänzung noch schnell zu diesem Punkt. Wir sind auch dabei, darüber hinaus zu sensibilisieren. Wir sind auch in diversen Verbänden aktiv, die sich auch diesem Thema nachhaltige Beschaffung verschrieben haben, wo man dann auch Einkäufer mal in einen Workshop gemeinsam bringt und diese Fragen diskutiert. Es gibt auch mittlerweile eine ganze Reihe an Leitfäden von allen möglichen Organisationen, wo man sich orientieren kann, wenn man möchte. Also es gibt schon einen gewissen Wissensstandard, der vorhanden ist, aber der muss noch in die Praxis kommen.

Klaus Reichert: Für den Podcast ist es wichtig, vom Zuhören auch ins Machen zu kommen. Und da hast du auch etwas vorbereitet, was wir dann den Zuhörenden eben auch geben können.

Christoph Teusch: Genau! Ich kann’s ja mal anreißen. Es ist so, dass natürlich, wenn man die IT-Geräte länger nutzen möchte, dass man auf gewisse Dinge achten kann. Man kann jetzt schon bei der Ausschreibung, bei der Beschaffung anfangen, aber ich möchte jetzt mal gleich in diese Nutzungsphase gehen oder einfach ein paar Tipps mitgeben, worauf man achten kann als Unternehmen, und im Nachgang auch gerne ein bisschen ausführlicher dann bereitstellen. Bei der Beschaffung kann man darauf achten, dass die Geräte beispielsweise robuster sind, unempfindlicher sind. Bei Notebooks beispielsweise gibt’s verschiedene Scharniere, die einfach stabiler sind. Dass die Komponenten modularer sind, dass sie gesteckt sind und nicht immer alles komplett auf einem Mainboard verlötet ist, sondern dass man auch die Komponenten einzeln austauschen kann. Die meisten machen zum Beispiel das schon, keinen weißen Kunststoffen mehr nutzt, sondern eher den schwarzen. Der ist zwar im Recycling nicht ganz so einfach, aber im Reuse ist es so, dass weiße Geräte unglaublich schnell vergilben – bei Druckern kennt man das vielleicht noch – und das ist dann total schwierig in die Wiedervermarktung zu kriegen. In der Nutzung ist es wichtig, die IT-Abteilungen müssen irgendwie die Geräte auch markieren und inventarisieren, aber dass man Gravuren vermeidet oder mit Aufklebern vorsichtig ist. Weil oft sind diese Rückstände später wirklich total schwierig wieder zu beseitigen, wenn da fünf Jahre ein Aufkleber draufklebt. Da muss man wirklich mit Chemie ran später sonst. Und natürlich, banale Sachen wie Schutzhüllen nutzen oder auch Modelle fahren. Was ich vorhin meinte schon das Thema, den Mitarbeitenden Ausblick geben, dass sie das später erwerben könnten, einfach weil das dann dieses Bewusstsein des verantwortlichen Umgangs ein bisschen erhöht. Vor allem, dann kommen wir mehr ins Spiel, am Ende diese richtige Sammlung und Lagerung. Teilweise ist es immer noch so, dass die Kollegen mir erzählen, wenn sie eine Abholung machen, dass es dann manchmal aussieht wie ein Keller ausgerümpelt. Sondern nein, das sind wirklich hochwertige Produkte, mit denen sollte man wirklich sorgsam umgehen, also geeignete Verpackung, Transportmittel nutzen. Wir stellen da auch was bereit, dass die Dinge auch witterungsgeschützt gelagert werden und nicht im feuchten Keller. Eigentlich auch möglichst Lagerung vermeiden, das ist kein Wein, der besser wird, umso länger der rumsteht, sondern das sind Geräte, die eigentlich so schnell wie möglich wieder in den Umlauf sollten. Und zum Beispiel auch Passwörter, da haben wir auch einen Prozess zu. Aber es ist das Schlimmste, wenn man ein schönes Smartphone hat und es ist passwortgesperrt und man kriegt es nicht in die Nutzung wegen einer Software, obwohl die Hardware einwandfrei ist. Das sind auch so neue Themen.

Klaus Reichert: Vielen Dank für diese ersten Tipps! Was wir jetzt dann machen, ist, wir bereiten eine Episoden-Webseite vor und da haben wir dann all dies Themen-Links, die wir gerade angesprochen haben, eben mit drauf. Da haben wir dann eben einen Download mit weiteren Tipps noch. Außerdem haben wir ein Transkript noch von unserem Gespräch, so dass man den Smart Innovation Podcast eben nicht nur hören, sondern auch nachlesen kann.

Christoph Teusch: Wir haben jetzt ja gesagt, das bringt Mehrwerte für uns, sondern auch für die Partner, die wir haben. Aber was wir auch machen, ist so eine Art, ich nenne es immer gern, Collective Impact: Also dass wir dann durch das, was wir tun – wir haben ja mittlerweile über 1000 Partnerschaften – dass wir auch tracken, wie wir auf die SDGs einzahlen, auf welche SDGs. Ich mache jetzt einen Punkt. Ich wollte nur sagen: Weil wir alle, diese 1000 Kooperationen, die wir haben, arbeiten alle auch wiederum auf ein vielleicht höheres Ziel noch ein, was über den einzelnen Mehrwert eines Unternehmens dann hinausgeht.

Klaus Reichert: Ja, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, finde ich, der häufig von Menschen, die damit noch nicht so sehr eine Berührung hatten, etwas ins Lächerliche gezogen wird, und auch nicht verstanden wird, dass es sowas geben kann. Aber die Leute, die es verstanden haben, sehen sofort den Mehrwert. Also das finde ich immer wieder verblüffend, auch vielleicht diese Weiterentwicklung dann tatsächlich beim Menschen zu erleben.

Wir haben jetzt tatsächlich noch eine Frage von der Mona Schelle. Und zwar fragt sie nach dem Zielkonflikt von Refurbish versus Recycling, zum Beispiel bei weißem Kunststoff. Wie löst ihr solche Konflikte im Normalfall? Ist Refurbishment denn dann immer das ultimative Ziel?

Christoph Teusch: Ja. Im Bereich IT ist Refurbishing einfach – wissenschaftlich basiert – immer die beste Option. Wir sind auch Entsorgungsfachbetrieb übrigens, also wir haben auch einen Standort, der nichts anderes macht, als die Geräte, die wir nicht refurbishen können, fürs Recycling vorbereiten und auch dort in verschiedene Fraktionen trennt. Das heißt, wenn wir jetzt schwarzen Kunststoff haben, ist es wichtig, dass dieser auch nur mit schwarzem Kunststoff ins Recycling geht und nicht vermischt mit anderen Fraktionen. Das machen dann die Kollegen. Aber in Summe ist das Refurbishing, wie gesagt, die beste Option. Da ist heute wenig Luft für andere Dinge. Aber natürlich ist es so, und das ist auch ein kleiner Ausblick, dass wir aber jetzt auch aktuell eine neue Studie gerade selber beauftragt haben, dass wir neben den Reuse-Kennzahlen, die wir haben, auch zukünftig Recycling-Kennzahlen liefern können. Das können wir gerade noch nicht. Und damit können wir vielleicht auch solche Dinge noch besser transparent machen.

Klaus Reichert: Irgendwann kommt natürlich jedes Gerät hoffentlich ins Recycling.

Christoph Teusch: Ja.

Klaus Reichert: Und da gibt’s ganz spannende Videos, wie aus dem, was als Elektroschrott vorn reinkommt in diesen Spezialunternehmen, hinten dann sehr wertvolle Metalle wieder rauskommen. Das ist zwar sehr aufwendig zu machen, aber das ist machbar und das wird auch immer mehr eingesetzt. Da bin ich persönlich sehr froh drüber. Es sieht faszinierend aus, aber es ist vor allem auch sehr, sehr notwendig. Christoph, vielen Dank, dass du heute beim Smart Innovation Podcast mit dabei warst. Danke für deine Zeit und vielen Dank für deinen Input.

Christoph Teusch: Vielen Dank, Klaus, für die Einladung!

Das war der Smart Innovation Podcast. Er wurde mit einem interessierten Publikum live aufgenommen. Vielen Dank fürs Dabeisein und Zuhören! Diese Episode gibt es auch zum Lesen. Der direkte Link ist in den Shownotes. Noch kein Abonnent? Die Show ist überall zu finden, wo es Podcasts gibt. Weitere Informationen zum Podcast und meine Kontaktdaten sind bei klausreichert.de/podcast. Dort gibt es auch eine Übersicht der nächsten Liveaufnahme-Termine. Ich bin Klaus Reichert und das war der Smart Innovation Podcast.

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Klaus Reichert

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Mit dem Innovationscoaching begleite ich engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer dabei, ernsthaft eine nachhaltige Zukunft für ihr Unternehmen, seine Menschen & Leistungen zu entwerfen & umzusetzen – kreativ, gemeinsam, smart - Kontakt

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Dr. Klaus Reichert

Unabhängiger, kreativer & konstruktiver Vision zu Innovation Coach / ex-Architekt/Pilot/Tech-Gründer / Calder/Giacometti/Technik-Museum Fan

Über 25 Jahre Erfahrung in der kreativen Innovationsberatung, bei digitalen und realen Innovationsprojekten. 89+ Projekte als Coach, Unternehmensberater, Beirat und Interim Manager in den Bereichen Telco, Technologie, Digital, Software, Produktion, Pharma, Bau. Beratene Unternehmen zwischen 228.000 und 1 MA. Praxisnahe & geförderte Leistungen für mittelständische Unternehmen.

Als Innovation Coach bin ich unabhängiger externer Gesprächspartner mit Impulsen und dem oftmals so wichtigen erfahrenen Blick von außen.