Dr. Stefan Senitz über Hilfen der IHK Baden-Württemberg für Produktentwicklung & Patente

In dieser Episode des Smart Innovation Podcast ist Dr. Stefan Senitz von der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe mein Gesprächspartner. Wir unterhalten uns über das gemeinsame Angebot der Industrie- und Handelskammern IHK Baden-Württemberg zu Produktentwicklung für Unternehmen mit Themen wie CE-Kennzeichnung, Technologietransfer, Innovationsförderung und Patente.

Stefan Senitz
(c) IHK Karlsruhe

Über

Dr. Stefan Senitz, Referent Technologie an der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe, betreut die zentrale Produktentwicklung Informationswebsite für die IHK Baden-Württemberg.

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Transkript

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Klaus Reichert: Mein Gesprächspartner heute ist Doktor Stefan Senitz. Er ist Referent Technologie an der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe. Neben einer Reihe anderer innovationsbezogener Aufgaben, betreut er eine spezielle Website der IHK Baden-Württemberg zu den Themen CE-Kennzeichnung, Technologietransfer, Förderung Produktentwicklung und Patente. Wir sprechen heute eine Reihe von diesen Themen an. Auf der Episodenwebseite finden Sie alle Links, ein Transkript und weitere Informationen, die Adresse ist in den Shownotes. Willkommen, Stefan, schön, dass du dir heute die Zeit für unser Gespräch genommen hast.

Stefan Senitz: Ja, vielen Dank, Klaus. Ich freue mich auch, dabei sein zu dürfen und auch mal über diesen Kanal da so ein paar gewisse Dinge auch transportieren zu dürfen. Vielen Dank für diese Möglichkeit.

Klaus Reichert: Ja, Stefan, ihr probiert ja auch laufend neue Sachen aus im digitalen Bereich, die letzten Jahre waren ja für euch ziemlich spannend, es hat auch viele Veränderungen gegeben. Und wir haben noch letztes Jahr darüber gesprochen, dass wir über deinen Innovationsbrief uns unterhalten. Das können wir jetzt nicht mehr machen, weil der eingestellt wurde. Das hast du ja auch betreut, da war ich immer sehr beeindruckt davon, das war richtig gute, vielfältigste Information. Jetzt reden wir über ein anderes digitales Angebot, das ihr als IHKs in Baden-Württemberg zur Verfügung stellt, die Produktentwicklungsseite. Was ich erst mal ganz spannend finde ist, dass ihr da was habt, was ihr gemeinsam bearbeitet, gemeinsam erarbeitet und dann quasi für alle IHKs im Grunde nutzen könnt. Da bist du ja der Hauptansprechpartner. Wie funktioniert das denn? Wie kam das denn überhaupt dazu, dass die ganzen IHKs da zusammenarbeiten in Baden-Württemberg?

Stefan Senitz: Du hast ja mich ja als Innovationsberater der IHK Karlsruhe vorgestellt, jetzt reden wir über Baden-Württemberg, deswegen, zwei Sätze zum Hintergrund. Die IHKs in Baden-Württemberg, da gibt es zwölf Stück, arbeiten schon seit vielen, vielen Jahren auch an diesen Themenbereich für Mitgliedsunternehmen, Innovation und Technologie, zu denen die Dinge gehören, die du vorhin gesagt hast. Da kommen wir, denke ich, auch nachher nochmal im Detail drauf, welche Themen das konkret sind. Im Wesentlichen geht es dann, sagen wir heute, Produktentwicklung. Das heißt, wir unterstützen als IHKs zu zwölft schon immer die Unternehmen, die Mitgliedsunternehmen der IHKs im Bereich Produktentwicklung. Jetzt hast du gesagt, haben wir da ein Produkt, was wir Baden-Württemberg-weit gemeinsam betreiben. Warum gemeinsam? Wenn ich sage, es gibt zwölf IHKs in Baden-Württemberg, kann man sich vorstellen, dass gewisse Themen oder viele Themen der IHKs auch zwölfmal bearbeitet werden, parallel. So war natürlich so mal im Wesentlichen auch die Vergangenheit geprägt, das, ich sage mal, alles, was so auch nach außen als Produkt wirken soll, halt zwölfmal von der IHK selbst oder einzeln gemacht wurde. Ein Vorteil ist, und das ist auch die Aufgabe jeder einzelnen IHK, in der eigenen Region zu wirken und da die regionale Wirtschaft bestmöglich zu unterstützen. Da braucht es natürlich regionale Angebote, die dann auf die entsprechenden Verhältnisse vor Ort zugeschnitten sind, insofern ist dann sozusagen dieses IHK-System an der Stelle auch, glaube ich, richtig für diesen regionalen Gesichtspunkt. Nachteil ist natürlich, wenn ich gleiche Dinge parallel mache, also dasselbe parallel mache, gibt es natürlich auch Reibungs- und Effizienzverluste, das ist ganz klar. Und da ein bisschen auch besser zu werden oder, nicht besser zu werden, sondern um da halt Synergien zu nutzen oder zu schaffen, die Effizienz ein bisschen zu erhöhen, gab es natürlich schon jetzt seit einigen Jahren auch die Überlegung, auch durch digitale Techniken. Wie kann man digitale Techniken nutzen, um da, ja, vielleicht aus dieser parallelen Welt, ich sage mal, durch bessere Zusammenarbeit auf digitalen Wege vor allen Dingen auch, mehr mit derselben Kapazität machen zu können? Indem man halt Synergien schafft, in dem man halt Dinge einmal vielleicht erstellt und dann gemeinsam nutzt und so halt gegebenenfalls für unsere Unternehmen mehr anbieten zu können als bisher, weil wir halt weniger Reibungsverluste haben. Und so kann jeder etwas beisteuern, was dann für den gesamten Kreis nutzbar ist. Und da kann man halt mit derselben Kapazität, das ist meine Überzeugung, mehr anbieten, mehr machen. Und das kommt natürlich unseren Mitgliedsunternehmen zu Gute. Heißt, an der Stelle wäre meine Botschaft, auch mit meinen Erfahrungen bisher, was diese Dinge betrifft, dass man jetzt in Digitalisierung und, ich sage mal, gemeinsames Arbeiten, der Modebegriff ist ja Shared Services in dem Bereich, der ja, ich sage mal, arg überstrapaziert wird momentan, aber das natürlich Shared Services halt nicht, ich sagte ja, wie kann ich, sagen wir mal, im schlechtesten Falle Personal abbauen, also mit weniger Personal dasselbe machen, sondern positiv gedacht, das ist unsere Einstellung, wie kann ich mit denselben Kapazitäten, die ich habe, mehr machen für meine Kunden, für meine Mitglieder. Das ist so ein bisschen an der Stelle der Hintergrund. Und das wird jetzt seit einiger Zeit sehr, sehr sichtbar durch unsere Wenning-Page, die wir grade als landesweites gemeinsames Angebot anbieten. Und meine Funktion, warum bin ich sozusagen der Kopf an dieser Stelle für die zwölf IHKs? Neben meiner Funktion als Technologiereferent hier bei der IHK in Karlsruhe, habe ich sozusagen oder bin ich auch noch Federführer Technologie, so nennen wir diese Funktion. Das heißt, damit die IHKs zum Beispiel im Bereich Technologie und Produktentwicklung gemeinsam vorangehen können, braucht es natürlich einen Kümmerer, der das Ganze so ein bisschen koordiniert, das Gemeinsame koordiniert, und das ist auch meine Aufgabe überwiegend. Es ist halt, da haben die IHKs sich in Baden-Württemberg aufgeteilt, die IHK macht im gewissen Bereich diese Federführung, also diese Koordinierungsfunktion und bei uns in Karlsruhe liegt unter anderem die Koordinierungsfunktion für Baden-Württemberg, für diese Themen, Technologie, Innovation und Produktentwicklung. Das, sagen wir mal, subsummiert sich dann in meiner Person, an dieser Stelle, weswegen ich als zentraler Ansprechpartner für dieses Thema Landingpage.

Klaus Reichert: Wir werden natürlich den Link zur Webseite, ja, Moment, jetzt sind zu viele Webseiten auf einmal, wir werden den Link zu unserer Webseite, über die wir jetzt auch sprechen, dann auf der Episodenwebseite des Podcasts natürlich auch  vermerken. Da gibt es noch weitere Links natürlich, da gibt es ein Transkript. Ihr greift da ja etwas auf, was quasi das Internet ausmacht, ja, es kann nur einen geben. Stimmt natürlich nicht, aber im Idealfall ist es doch so, ich habe eine Seite für X, eine für Y, eine für Z und das ist dann, weil es Internet ist, eben von der ganzen Welt aus erreichbar, mal schneller, mal langsamer. Die Inhalte sind natürlich immer wieder sicher auch notwendiger Weise auf bestimmte Regionen bezogen, habe ich auch verstanden, klar. Aber dieses Eine zu erarbeiten und das dafür richtig gut zu machen, anstatt zwölf Kopien zu haben, finde ich persönlich einfach ein tolles Vorgehen. Also das ist ja auch etwas, wo ihr quasi Sachen anwendet, die ihr in der Beratung anderen mitgebt, ja, dieses Vorgehen. Was gibt es denn dann auf dieser Produktentwicklungswebseite alles, was sind denn da so diese Kategorien, die ihr da behandelt?

Stefan Senitz: Also wir bündeln da unser Beratungsangebot auf dieser Seite, dass wir als Baden-Württembergische IHKs im Themenfeld Produktentwicklung, zur Verfügung gestellt wird. Was wir dort finden, ist halt eben nicht regional, sondern das ist halt das Übergreifende. Weil die Themen, ich gehe gleich kurz drauf ein, die Themen, die wir da abbilden, die spielen halt für jedes Unternehmen, das Produkte entwickeln, dazu zählen auch Dienstleistungen zum Beispiel, Dienstleistungen sind auch Produkte logischerweise, ist es halt so, das Unternehmen kümmert sich um die Entwicklung des Produktes oder der Dienstleistung und es gibt halt von außen oft aufgesetzt viele verschiedene Themen, die da auch eine Rolle spielen, die man nicht vergessen sollte, wenn man Dinge entwickelt, weil man vielleicht nachher irgendwie, ja, Schwierigkeiten hat, wenn man nicht zu Beginn gleich mit dran gedacht hat. Und das heißt, wir können natürlich nicht sagen, einem Unternehmen, wie es sein Produkt zu entwickeln hat, technisch so und so. Das ist nicht unser Anspruch, wollen wir nicht, können wir nicht. Wir können aber den Unternehmen vermitteln, pass auf, Achtung, im Umfeld von Seiten des Gesetzgebers oder wegen der Konkurrenz gibt es Themen, die da immer wieder auftauchen, die solltest du beachten, damit du nachher nicht irgendwelche Nachteile hast, damit du mit deinem Produkt auch nachher, ich sage mal, möglichst am Markt erfolgreich sein kannst. Das sind die Themen, die wir da abbilden. Das sind gar nicht so viele Überschriften, die wir da haben, sondern das sind genau vier Dinge. Du hattest ganz am Anfang, Klaus, das auch ganz kurz angerissen, das ist einmal die CE-Kennzeichnung von Produkten. Es nützt nicht das Produkte, das ich entwickle und stelle hinterher fest, oh, es ist nicht CE-konform. Wenn es eine CE-Kennzeichnung braucht, dann kann ich es einfach nicht in der EU auf den Markt bringen, Punkt. Wenn ich da nicht dran gedacht habe, ist es schlecht, kann das teuer werden, ich muss es umkonstruieren, abändern, gegebenenfalls ganz neu machen.

Klaus Reichert: Ich hatte das vor Jahren auch schon im Projekt, das war ein riesen Problem erst mal damals, die passenden Informationen dazu zu finden, ja. Das ist jetzt hier über eure Webseite natürlich sehr viel einfacher.

Stefan Senitz: Richtig, das ist dann sozusagen der Kanal, wo wir die Kenntnisse, wo wir meinen, das sollten Unternehmen wissen zu dem Thema, wenn sie Produkte entwickeln, kann man sich das aus einem Kanal dort abholen auf der Seite. Ist ein Thema, was vom Gesetzgeber aufoktroyiert wird, kommt niemand drum herum. Deswegen, meine ich, ist eine Stelle sinnvoll, wo man sagt, da hole ich mir alles ab, was ich im Überblick brauche und dann habe ich das. Und wenn ich vielleicht auch sehe, oh, da entstehen auch viele Fragen, dann habe ich natürlich dann die entsprechenden Kontaktdaten, die Ansprechpartner, sodass ich da auch weiterkomme. Das ist mal der eine Teil, das eine Thema, was wir also für Produktentwicklung als relevant ansehen. Das zweite Thema sind gewerbliche Schutzrechte, Patente, Marken, Gebrauchsmuster, eingetragenes Design. Ein guter Teil zum Thema Know-How-Schutz, wie kann ich mein eigenes Know-How schützen. Aber auch, dass ist das, was ich vorhin meinte auch, was von anderen Unternehmen, ich kann ja Patente zum Beispiel auch benutzen, um die Konkurrenz zu blockieren. Ja, im schlechtesten Fall blockiert mich die Konkurrenz. Ich kann den Fehler machen, dass ich ein Produkt entwickle, recherchiere da vielleicht vorher nicht, ob es schon ähnliche Patente gibt. Wenn das nachher der Fall ist, behindert das mich vielleicht dahingehend, dass ich mein eigenes Produkt nachher gar nicht auf den Markt bringen darf, weil andere Urheberrechte oder Schutzrechte dem entgegenstehen. Das heißt, dann habe ich halt sozusagen umsonst entwickelt. Damit sowas nicht passiert, ist es halt ratsam, aus unserer Sicht, vielleicht vorab eine Patentrecherche zu machen. Und wie sowas geht, welche Infos da wichtig sind, welches Basiswissen ich brauche, welche Fachleute ich ansprechen kann, das ist zum Beispiel auf unserer Seite in kurzen Texten und Übersichtsartikeln für jedes Unternehmen erfahrbar und kann so das Thema halt dann als Unternehmen, glaube ich, da relativ schnell mir einen Überblick verschaffen, wie ich da konkret auch weiterkomme, was ich beachten sollte. Das dritte Thema, was ich nennen möchte, sind dann Fördermittel für die Produktentwicklung, also klassische Innovationsförderung. Der Staat oder die öffentliche Hand, das Land Baden-Württemberg, der Bund, auch die EU geben Fördermittel für Unternehmen, um Anreize zu setzen, dass möglichst viele innovative Produkte entwickelt werden. Das heißt, jedes Unternehmen oder viele Unternehmen können in der Regel davon profitieren. Im Wesentlichen vor allen Dingen die kleinen und mittleren Unternehmen mit, ich sage mal, weniger als 500 Mitarbeitenden stehen da immer im Fokus der Politik. Jetzt ist es natürlich so, dass da die Landschaft an Fördermitteln relativ komplex ist. Es gibt in der Regel sehr viele Förderprogramme für viele verschiedene Themen. Manchmal sogar auch parallele Dinge, wo man nicht mehr nachher genau weiß als Unternehmen, welches Programm ist das bessere. Und wenn ich da Infos brauche, gibt es für meine Produktentwicklung Fördermittel, habe ich eine Chance, mir irgendwie einen Zuschuss zu holen, um mein Invest oder das Risiko meines eigenen Invests ein bisschen abzumildern, dann kann ich auf unserer Seite auch, ich sage mal, die aus unserer Sicht gängigen Programme für technische Produktentwicklung und für technische Dienstleistungsentwicklung abrufen und kann mal gucken, was gibt es da an Überblick. Und kann dann eben so natürlich wieder über die Ansprechpartner bei den IHKs dann auch mich im Detail beraten lassen. Kann mir auch Tipps holen, wie gehe ich strategisch ran, wenn spreche ich an, welche Erfahrungswerte gibt es? Auch das kann ich mir auf dieser Seite abholen. Und dann, du hast es kurz angedeutet zu Beginn, gibt es noch das vierte Thema, das wir für äußerst oder für sehr relevant im Bereich der Produktentwicklung halten, das ist das Thema Technologietransfer. Das haben wir auf unserer Seite unter anderen mit einer eigenen IAL-Unterseite nochmal abgebildet. Weil da, glauben wir, haben wir auch ein ganz gutes Angebot als IHKs konkret für unsere Mitgliedsunternehmen durch unsere Technologietransfermanager. Sie haben also da einen eigenen Bereich nochmal, man kommt über die Landingpage auf den Auftritt der Technologietransfermanager. Weil, das sind Kolleginnen und Kollegen, die neben wirklich jedes Unternehmen an die Hand, wenn es zum Beispiel für ein Innovations-oder Entwicklungsprojekt einen Ansprechpartner auf der Forschungsseite sucht. Wenn ich jetzt ein kleines Unternehmen bin, mache ein Projekt für ein neues Produkt und sage, ich brauche hier dringend eine Materialanalyse. Dann hat dieses Unternehmen vielleicht, weil es nicht so groß ist, gar kein eigenes, sagen wir mal, Laborgerät, um irgendwelche Materialien zu analysieren. Das heißt, vielleicht kommt es auf die Idee und sagt, da gibt es doch bestimmt irgendwo ein Institut, eine Universität bei Fraunhofer an der Hochschule, das vielleicht so ein Gerät hat im Labor, was ich brauche. Aber, wer hat es denn, ja? Und er muss es gar nicht selber suchen und stundenlang gucken und machen, wer könnte sowas haben, an wen könnte ich mich wenden, wer kann mir sowas messen? Dann ruft er einfach bei der IHK, beim Technologietransfermanager an oder schickt eine Email und dann läuft der Kollege, die Kollegin los und vermittelt eins zu eins den richtigen Kontakt.

Klaus Reichert: Da könnt ihr tatsächlich jemanden helfen, einem Unternehmen helfen, dass, ich sage mal, ein mittelständisches Unternehmen, das sonst nicht eine eigene Forschungsabteilung hat, eben um die zusammenzubringen mit Speziallabors, mit Forschung in Hochschulen und so weiter und so weiter, sodass man dann auch gemeinsam zum Beispiel etwas entwickeln kann?

Stefan Senitz: Genau, richtig, das ist nachher der Sinn, dass wir genau diese, ich sage mal, kooperative Produktentwicklung, also Entwicklungsprojekte zusammen mit Partnern, dass man das sozusagen anstößt und da auch den Unternehmen dabei hilft, geeignete Partner für ihr Projekte schnell, möglichst schnell zu finden. Das ist ja sozusagen der Hintergrund und der Anspruch, den wir haben. Und dafür kann man sich beispielsweise kostenfrei und direkt an diese Technologietransfermanager wenden, die nachher solche eins-zu-eins-Vermittlungen vornehmen. Jetzt will ich dazu noch sagen, haben wir auch andere Angebote in dem Bereich, weil vielleicht nicht jedes Unternehmen gleich jemand Drittes der nicht im Unternehmen tätig ist, gleich offenbaren möchte, was es vorhat mit seiner Produktentwicklung, mit seinem Projekt. Das heißt, es gibt, es können, oder stellen wir uns vor oder wir sind überzeugt, es gibt auch Unternehmen, die erst mal selber recherchieren wollen, wo finde ich denn gegebenenfalls geeignete Partner? Und auch da haben wir verschiedene Lösungen, die man dafür verwenden kann, digitale Lösungen, die man über die Landingpage einfach nutzen kann und finden kann. Zum Beispiel wie dieses Portal zur Wissenschaft, was wir aufgesetzt haben. Das ist, wenn man es ein bisschen platt sagen will, einfach ein Suchen und Finden, Gelbe Seiten von Forschungsinstituten, wo halt Forschungsinstitute auf einer Seite ein Kurzprofil angeben, was sie denn für Unternehmen anbieten. Kooperationsmöglichkeiten, Masterarbeiten, Bachelorarbeiten, Laborausstattung et cetera solche Dinge, das kann man da finden. Dann gibt man halt quasi wie bei Google ein, was man sucht und dann sieht man, ob in Baden-Württemberg jemand sowas anbieten kann, kann ihn direkt kontaktieren und kann sich so selber auch diese Landschaft erschließen. Ja, wenn man es nicht möchte, kann man eins zu eins zu den Transfermanagern und Transfermanagerinnen gehen bei uns oder man recherchiert selber, je nach Belieben. Das ist auch so ein bisschen, sagen wir mal, das, was wir auch gelernt haben in den letzten Jahren, Jahrzehnten, das ein Kanal in der Regel nicht reicht, sondern dass man durchaus mehrere Angebote machen muss, damit auch für die Meisten was dabei ist sozusagen, wo sich auch der Einzelne dann halt, zu Beginn zumindest, am wohlsten auch fühlt, das ist da auch so ein bisschen unser Anspruch. Ganz ähnlich haben wir es da bei den anderen Themen, wir haben also vielfältige, digitale dann auch, ich sage mal, Unterstützungs-oder Hilfsmittel und Angebote auch in anderen Themenbereichen, die ich genannt habe. Und das ist dann nicht nur immer ein Punkt oder ein Link oder ein Artikel, sondern das ist dann immer so ein ganzer Blumenstrauß und man muss sich dann oder kann sich dann schnell rausuchen, was einen am besten zusagt.

Klaus Reichert: Aber das Gute ist erst mal, ihr habt Wissen gebündelt, ihr arbeitet kontinuierlich dran. Ihr habt einen Kümmerer, das bist du jetzt der dafür sorgt, dass es eben weiter entwickelt wird, dass es aktuell bleibt, ja, das ist ja schon auch wichtig bei Gesetzesänderungen. Und ihr macht etwas über die Webseite hinaus, ihr bietet nämlich eben zusätzliche Beratung an, ihr macht das Matching im Technologietransfer. Es gibt natürlich viele weitere Dienstleistungen der IHKs, die da angebunden werden können. Aber es gibt dann eben auch die kostenloses Patentberatung, sodass ich, wenn ich das zum ersten Mal mache, da tatsächlich dann auch mal einen Termin mit einem richtigen Fachmann oder Fachfrau habe, um echte harte Patentthemen zum Beispiel ansprechen zu können.

Stefan Senitz: Genau, das fällt ja in diesen Themenbereich der Schutzrechte, den ich vorhin sagte, da ist Patente oder da ist das Thema Patente mit Sicherheit das Wichtigste als technisches Schutzrecht, also zum Schutz von technischen Know-How. Produktentwicklungen sind ja oft technische Dinge und dann ist das genau das Thema. Da bieten wir und das findet man natürlich auch auf der Landingpage, da hast du ganz einfach einen Zugang, da bieten wir oder möchte ich drei Dinge nennen, die ich glaube, die da hilfreich sind. Das ist, wenn man sich das Thema Patente anschaut, aus unserer Erfahrung heraus ist das, ich sage mal, ein dreigliedriges System. Es geht halt los, wenn man jetzt noch neu oder ganz frisch bei diesem Thema ist als Unternehmen, man braucht erst mal einen Überblick, ja. Muss erst natürlich sagen, was ist ein Patent? Gegebenenfalls was kostet das, welche Arten gibt es denn von Patenten? Was bringt das überhaupt, kann das was bringen? Wo finde ich Patente? Wie kann ich ein Patent recherchieren? Das sind so Grundfragen. Oder auch diese Strategie, brauche ich das wirklich? Was macht meine Konkurrenz? Wo finde ich dazu Informationen? Das hat alles noch gar nichts unmittelbar damit zu tun, dass ich selber ein Patent vielleicht habe oder haben möchte oder auch brauche, man muss erst mal wissen, was bringen mir Patente? Wenn ich was Eigenes habe, kann ich natürlich der Konkurrenz verbieten, mein Produkt nachzumachen. Das ist das eine, das ist das harte Schutzrecht als solches. Sage ich gleich, wie man da hinkommt. Aber diesen Überblick, was nützen mir Patente noch, wenn ich selber gar keine habe? Nützen mir Patente trotzdem was, indem ich zum Beispiel die Konkurrenz beobachten kann, was meldet die an, ja. Oder wenn ich jetzt sehe, in meinem Themenbereich, auf einmal melden ganz viele Unternehmen, die ich selber gar nicht kenne, Patente an, die so ähnlich sind wie meine Produkte. Ja, das heißt, ich kriege ganz viele neue Konkurrenten. Ich kann also eine Konkurrenzanalyse machen, in dem ich Patente recherchiere, ohne dass ich selber jemals ein Patent bräuchte, ja. Also das sagt mir schon auch viel, was in meiner Branche passiert beispielweise. Und diese Dinge, wenn man da neu ist, denkt man an sowas nicht. Man weiß es nicht, man kann es auch nicht wissen. Und da helfen wir zum Beispiel als Innovationsberater bei den IHKs durch persönliche, sagen wir mal, Erstberatung. Kriegt man so einen Überblick, was oder wie breit ist denn dieses Thema Patente? Welche Facetten gibt es da, welche Überschriften gibt es da? So, das ist mal das Erste, wenn ich da so ein bisschen als Unternehmen weiß, das könnte mich interessieren, das könnte mich interessieren. Dann kann es ja sein, dass jemand auf die Idee kommt, ich spiele mit dem Gedanken, ich melde ein Schutzrecht an oder Patent und da brauche ich natürlich einen Spezialisten, das sind natürlich die Patentanwälte. Weil das Schutzrecht, das Patent lebt davon, den Schutzrechtsanspruch zu formulieren, so. Und ein Patent ist ja sowas, ich sage mal, was Zweischneidiges mal grundsätzlich. Patent heißt ja im Prinzip offenlegen, als Wort heißt es offenlegen. Das heißt, wenn ich einen Schutz für mein Produkt vom Staat erteilt bekommen möchte, dann muss ich dafür auch eine Gegenleistung bringen. Die Gegenleistung ist, mein Patent wird mit dem Tag der Anmeldung oder, ja, eine Patentanmeldung wird mit dem Tag der Anmeldung vom Deutschen Patent- und Markenamt beispielsweise veröffentlicht, ich sage mal, im Patentregister. Jeder kann, wenn ich heute anmelde, morgen nachschauen, was habe ich denn angemeldet? Das heißt, da lege ich offen, was habe ich denn vor, so und auf der Gegenseite bekomme ich halt das Schutzrecht und kann dann mein Produkt exklusiv verwerten, kann anderen verbieten, mein Produkt nachzumachen. Das ist der Deal.

Klaus Reichert: Und es sind ja teilweise wunderbare Beschreibungen in diesen Patenten, ja. So ein richtig gutes Patent liest sich ja ganz toll und man kann alles und nichts drunter sich vorstellen, damit möglichst viel zum Beispiel auch gleich geschützt ist. Also ich bin da manchmal, wenn ich das so lese, wirklich, wirklich beeindruckt, wie das dann die Experten hinbekommen, sowas zu umschreiben, ja. Also wenn man sowas wie den iPod zum Beispiel liest, das ist so ein ganz klassisches Patent, ja, das ist unglaublich.

Stefan Senitz: Also ehrlicherweise, ich bin jetzt 15 Jahre in dieser Tätigkeit bei der IHK Karlsruhe, wenn ich so ein Patent lese, was ein bisschen ein komplexeres Produkt hat, man hat nach drei Minuten das Gefühl, man versteht nichts. So und genau das ist ja die Absicht. Das wollte ich vorhin da noch ergänzen, auf der einen Seite muss man offenlegen durch das Anmelden, jeder kann rein gucken. Und was macht man auf der anderen Seite? Man versucht natürlich das so zu formulieren, dass man rechtlich alles auf seiner Seite hat. Also genau den Schutz hat für sein Produkt, den man auch möchte, rechtlich gesehen, aber gleichzeitig natürlich so wenig wie möglich verständlich sich ausdrückt, was man da eigentlich schützt. Damit genau das, wie du sagst, nicht passiert, dass jeder mit einem Blick versteht, was man da eigentlich hat. So und wer kann das natürlich rechtlich als auch vom Patentrecht her so formulieren? Das sind natürlich Fachleute, das sind die Patentanwälte, die sind für diese Dinge ausbildet. Heißt, wenn ich ein Schutzrecht konkret brauche, brauche ich einen Patentanwalt. So, das ist das zweite, das ist dann sozusagen der Spezialist, der mir dabei helfen kann. Also wir haben jetzt die Erstberatung über die IHK beispielsweise. Was ist ein Patent, was bringt das? Wo kann ich mich hinwenden? Wenn ich ein Schutzrecht anmelden möchte, brauche ich in der Regel den Patentanwalt als Spezialisten. Da geht es dann wirklich hart um die Sache, was steht im Patent drin. So und jetzt gibt es aber nach wie vor noch eine Lücke, aus unserer Sicht, die zwischen unserer Erstberatung liegt und den Patentanwälten, ja und das ist die Lücke, sage ich mal, der Patentstrategie. Wie gehe ich im eigenen Unternehmen damit um, wie organisiere ich das im eigenen Unternehmen für mich? Zum Beispiel Patentbeobachtung, Patentrecherche, wie organisiere ich das? Und was sollte die große Strategie für mich sein? Also brauche ich Schutzrechte, was macht mein Wettbewerb? Welche Märkte habe ich? Ist es denn überhaupt sinnvoll, Patent anzumelden? Bin ich vielleicht mit meinem Produkt schneller als die Konkurrenz und habe in dem halben Jahr, die die Konkurrenz braucht, das nachzubauen, mehr Geld verdient, als wenn ich jetzt ein Patent anmelden würde, ja und mache dann wieder ein neues Produkt? Also diese strategischen Fragen, ganz konkret, das können wir als IHK und dürfen es auch nicht, weil wir sozusagen nur uns auf diese Erstberatung beschränken müssen, also diesen Überblick gebend. Da haben wir aber sozusagen gemeinsam mit dem Patent- und Markenzentrum in Baden-Württemberg, das ist auch eine Einrichtung, die ich jedem auch empfehlen möchte, der sich mit diesem Thema als Unternehmen beschäftigen muss. Also ich sage es nochmal, Patent- und Markenzentrum Baden-Württemberg, eine öffentliche Einrichtung, vom Wirtschaftsministerium finanziert, daher auch für jeden zugänglich, also mit Steuergeldern finanziert, daher auch für jeden nutzbar, jedes Unternehmen vor allen Dingen. Und da haben wir gemeinsam in Kooperation mit den IHKs und mit diesem Zentrum, ein sogenanntes Patent-Coaching eingerichtet für Unternehmen, das genau diese Lücke schließt, das genau, sagen wir mal, diesen konkreten Fahrplan für eine Patentstrategie. Das heißt nicht, ich brauche selber Patente, aber wie gehe ich mit dem Thema um, damit ich möglichst davon profitiere, auch wenn ich vielleicht gar keine Patente selber habe oder auch brauche, aber wie gehe ich strategisch damit ganz konkret um, ganz individuell für mein Unternehmen. Das ist das oder das bekomme ich als Unternehmen individuell auf- und vorbereitet durch diese Patent-Coachings. Da gibt es beim Patent- und Markenzentrum den Patent-Coach. Der Patent-Coach nimmt genau die Unternehmen an die Hand, individuell, in zwei-, dreistündigen Workshops wird genau diese Strategie für ein Unternehmen erarbeitet, kostenfrei. Das heißt, ich kann mich anmelden über die Internetseite des Patent- und Markenzentrums, fülle ein Formular aus oder ich gucke oder die Landingpage bei uns, komme da auch drauf, fülle ein Online-Formular aus, mache einen Termin mit der IHK aus. Die Termine finden bei der IHK in der Regel vor Ort statt. Das heißt, wir bieten einen neutralen Boden als IHK, wir bieten einen Raum, da können sich sozusagen beide Seiten dort einschließen, vertraulich und können diese Dinge für sich gemeinsam erarbeiten. Und hinterher hat das Unternehmen nach den beiden Coaching tatsächlich einen Fahrplan, eine Anleitung, wie es am besten mit der aktuellen Situation, die es beschrieben hat, mit diesem Thema Schutzrecht umgehen sollte. Das schließt genau diese Lücke zwischen dem Experten Patentanwalt, der ein Schutzrecht formuliert und zwischen unserer, ich sage mal, Überblicksberatung und genau dazwischen sitzt dieses Coaching. Ich glaube, das ist ein sehr gutes Angebot, sehr konkretes Angebot für Unternehmen. Der große Vorteil ist, das Unternehmen weiß nach diesem Coaching auch, welche Fragen es auch stellen sollte, sich selber beim Thema Schutzrechte, aber auch vielleicht einen Patentanwalt oder anderen Experten, welche Fragen sind denn da jetzt genau die richtigen, die zu stellen sind für genau dieses Problem für die aktuelle Situation.

Klaus Reichert: Wir haben jetzt viele Links gehabt, wir werden die natürlich alle auf der Episodenwebseite auch zeigen. Stefan, du hast auch gesagt, dass ihr Förderprogramme aufgelistet habt. Hast du denn so ein Lieblingsförderprogramm in Baden-Württemberg, dass du zum Beispiel gerne empfiehlst oder wo du merkst, dass das gut ankommt, das niedrigschwellig ist?

Stefan Senitz: Ja, da kann man durchaus einige Dinge empfehlen, aus meiner Sicht aktuell. Ich muss mal kurz vorausschicken, dass wir, glaube ich, momentan da in Baden-Württemberg eine relativ gute Situation für Unternehmen haben. Es war, über viele Jahre gab es Lücken in der Förderlandschaft, so will ich es mal bezeichnen, für gewisse Projektgrößen. Also jetzt geldmäßig, was muss ich in so ein Projekt investieren. Für gewisse Bereiche gab es ja durchaus Lücken über viele Jahre, wo dann Unternehmen, ich nehme mal ein Beispiel, ein Unternehmen, was jetzt ungefähr schätzt, es bräuchte jetzt 50.000 Euro für dieses Entwicklungsprojekt, ja, will 50.000 Euro investieren. Und für diesen Bereich gab es relativ viele Jahre kein geeignetes Programm, entweder waren sie halt zu klein oder zu groß. Zu groß heißt, der Aufwand wäre zu groß gewesen, überhaupt einen Antrag zu stellen, aus unserer Sicht. Zu klein heißt, ja, es ist zu wenig Mittel, um da eine signifikante Unterstützungswirkung zu erzielen. Das haben wir seit einigen Jahren jetzt abstellen können. Ich denke, auch durch die IHKs, die dann immer wieder, grade auch wir als Federführer, die dann immer wieder auch die Politik drauf hingewiesen haben, Leute, komm, macht da was. Packt doch was in die Lücken rein, macht diese Lücken zu. Macht da noch eine neue Fördermöglichkeit, damit wir dann so eine Kette haben von Förderung für ganz kleine Projekte, niedrigschwellig, mittlere Projekte, auch größere Projekte, dass dann möglichst viele Unternehmen auch, sagen wir mal, oder dass es auch möglichst viele Anreize  für möglichst viele Unternehmen gibt, weiter in Innovation und in Entwicklung, Produktentwicklung, zu investieren. Mein Lieblingsprogramm, muss man ehrlich sagen, sind eigentlich die Innovationsgutscheine Baden-Württemberg. Du lächelst da auch schon, Klaus. Das ist ja auch schon lange bekannt, die gibt es auch schon seit 2008.

Klaus Reichert: Das sind auch meine Lieblings-, also mein Lieblingsförderprogamm. Das ist sowas von niedrigschwellig und gut gemacht und einfach zu beantragen und, und, und, das ist einfach unglaublich.

Stefan Senitz: Ja, genau. Und das war damals durchaus, ich sage mal, Modellcharakter, auch neuartig in der Förderlandschaft, die bis dahin doch sehr, sehr kompliziert war und auch mit langen Richtlinien, Texten, die man da durchackern musste und dann hat man die Hälfte nur verstanden von diesem Gesetzessprech und so weiter. Und die Gutscheine waren wirklich mal so ein Versuch, mal sagen, niedrigschwellig. Jetzt kann man sich fragen, was das soll? Also da sind die Fördersummen aktuell von 2.500 Euro für ein Projekt bis zu 20.000 Euro maximal. Das klingt jetzt erst mal wie ein Tropfen auf den heißen Stein, aber man muss halt mal rein gucken, wofür man das bekommen kann und dann macht es schon wieder mehr Sinn. Wenn ich zum Beispiel, ein schönes Beispiel 2.500 Euro, was soll das? Wenn ich sage, ich habe so eine Projektidee, es könnte ein Produkt werden. Ich bin mir da aber nicht so richtig sicher, gibt es dafür einen Markt und ist das überhaupt irgendwie so ein bisschen machbar? Dann suche ich mir natürlich auch meist irgendwie einen Experten und sage, guck mal, mach mal für mich eine Marktanalyse oder mach mal eine kleine Machbarkeitsuntersuchung, lohnt sich das überhaupt, in dieses Projekt zu investieren? So und dann will der Experte natürlich auch Geld verdienen und stellt ihnen eine Rechnung als Unternehmen. Und dann ist es natürlich schön, ich sage mal, üblicherweise wird man wahrscheinlich keine 100.000 Euro in eine kurze Marktuntersuchung stecken, sondern man sagt, okay, hat man ein paar Tausend Euro an Kosten produziert. Und wenn ich da für eine kleine Sache 2.500 Euro Zuschuss bekommen kann vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, glaube ich, dann spricht da nichts dagegen, ja. Und das ist so ein bisschen durchaus quick and dirty in dieser Förderlandschaft und dafür kann ich das sehr, sehr gut nutzen. Oder ich nehme einen 5.000-Euro-Innovationsgutschein als Zuschuss und lasse mir mal einen Prototypen bauen von einem Ingenieurbüro. Sage, guck mal hier, mach mir mal einen kleinen Prototypen, einen Funktionsprototypen mit 3D-Druck oder irgendwas, ja, ob das so funktioniert, wie ich es mir vorstelle. Das ist, sagen wir mal, durchaus in vielen Fällen eine kleinere Geschichte, ein paar Tausend Euro und dann ich einen schönen Zuschuss dazu holen, ja. Immerhin sind die Förderquoten auch 50 Prozent bei diesem 5.000-Euro-Gutschein, sogar 80 Prozent bei diesem 2.500-Euro-Gutschein. Also ich glaube, das ist, um auch einen Anreiz zu setzen, guck mal, kann das was werden mit dem Projekt, gar nicht so schlecht. Wenn ich mich dann entscheide, ja, das wird ein Projekt, schau mal hier, die Machbarkeit hat gezeigt, es könnte gut funktionieren, es gibt einen Markt dafür, dann gibt es jetzt mittlerweile auch ein schönes Programm in Baden-Württemberg mit dem Invest-BW-Programm, was da genau, ich sage mal, an diesen 20.000 Euro höchsten Gutschein anschließt, lückenlos. Und dann durchaus auch bis höhere Projektsummen, ich habe es gar nicht genau im Kopf, ich glaube, bis zu einer Million pro Unternehmen dann Zuschüsse ermöglicht, für technische Entwicklung, für technische Innovation. Und das ist dann so eine schöne lückenlose Kette für ganz viele verschiedene Projektgrößen und Projektphasen doch so eine Unterstützung auf minitärer Art bekommen kann, von der öffentlichen Hand und da kriegt man ein bisschen Orientierung. Und das ist eigentlich ziemlich begrüßenswert aus unserer Sicht.

Klaus Reichert: Und ich finde, man darf auch nicht vergessen, du hast jetzt grade gesagt, 2.500 Euro, hm, hm, hm, ja, aber für ein ganz kleines Unternehmen, für eine Agentur, für fünf Personen oder sowas, ist das ein Haufen Geld. Und für ein mittelständisches Unternehmen, auch in den Definitionen, wie wir das so kennen, kann das eine wirkliche echte Hilfe sein, diese Innovationsgutscheine, unter anderem, weil sie so einfach auch startbar sind, also finde ich toll. Ja, du hast es angesprochen, es gibt eine ganze Kette von Fördermöglichkeiten, die sind jetzt wieder auch auf eurer Webseite verlinkt. Es gibt da natürlich noch jede Menge andere Möglichkeiten, man muss sich auch ein bisschen fokussieren, in jedem Falle geht es am Ende darum, dass man den Einstieg über eure Webseite findet in die Förderprogramme. Dann natürlich auch hier wieder eine erste Beratung bekommen kann, um dann die richtige Vorgehensweise für das eigene Unternehmen, für den eigenen Fall finden kann.

Stefan Senitz: Genau, richtig. Man kann über unsere Landingpage steckbriefartig die aus unserer Sicht momentan wichtigsten Programme für technische Produktentwicklung finden. Gibt es so eine Ahnung davon, welche Größenordnung bedient dieses Programm, für wen ist dieses andere Programm et cetera. Also man kann relativ schnell sich ganz gut einordnen, welches Programm wäre denn jetzt für mein Projekt gegebenenfalls geeignet. Und dann kann man im Prinzip entweder sich selber weiterhangeln, in dem man dann halt unsere Verlinkungen nutzt zu den entsprechenden, sagen wir mal, Detailseiten der Fördermittelgeber. Oder man spricht mit uns, auch wieder eine Form der Erstberatung, was könnte jetzt wirklich sinnvoll sein, für dieses und jenes Projekt bei mir im Unternehmen? Oder man könnte auch einen dritten Weg, einen dritten Kanal wählen, den wir auch über unsere Landingpage anbieten, das ist die sogenannte 24/7-Beratung, digital. Es ist ja immer so, wenn jetzt ein kleiner Unternehmer oder ein kleines Unternehmen sich so eine Frage stellt oder dem Geschäftsführer kommt am Sonntag diese Frage, was für ein Förderprogramm, dann ist natürlich bei der IHK sozusagen keiner da, auch wir dürfen Wochenende machen. Dann hat er aber trotzdem diese brennende Frage, dann kann er auf unserer Landingpage natürlich gucken und nachlesen, selber konsumieren, findet aber vielleicht nicht die richtige Information, weil sie vielleicht doch nicht an der Stelle steht, wo er sie genau erwartet hat oder weil er gar nicht weiß, dass es diese Option vielleicht auch gibt, die für ihn interessant sein könnte, in so einem Fall, wenn es auch quasi dringend ist ein bisschen, kann er die 24/7-Beratung auf der Landingpage auch nutzen. Das ist dann sozusagen ein digitaler Beratungsassistent, der so ein paar Fragen nachher stellt und dann sozusagen individuell die Antworten dann auch ausgibt. Das heißt, auch da kann er relativ schnell die richtigen Überschriften finden, das gilt jetzt nicht nur für die Fördermittel, sondern auch für die anderen Themen auf der Landingpage, was ist denn jetzt für meine konkrete Fragestellung eigentlich, was sind denn die relevanten Überschriften, also auf welche Themen muss ich da konkret gucken? Und das macht dieser Assistent auch sehr, sehr individuell. Es ist also kein festes Frage-, Antwortspiel, sondern tatsächlich, ich sage mal, ein semantisches Frage-, Antwortspiel, sodass man sozusagen auch tatsächlich individuelle Antworten auf die individuell gestellten Fragen auch bekommt.

Klaus Reichert: Tolle Sache, so eine Art Beratungsspot, ne. Da muss man ja auch einfach mal anfangen, man testet das, man probiert es selbst aus. Ihr guckt sicher auch drauf, was so die Fragen sind und optimiert es dann mit der Zeit. Das ist ja etwas, was ziemlich stark im Kommen ist. Finde ich toll, dass ihr das habt, ich werde das auch mit verlinken.

Stefan Senitz: Was man noch ergänzen könnte, wenn jemand sagt, hm, hm, hm, ich will mir selber nix durchlesen auf der Webpage, ich will auch mit niemanden telefonieren, für mich wäre ein Vortrag oder eine Veranstaltung, wo ich mir das mal anhören kann, das Beste. Das haben wir auch auf der Seite natürlich gebündelt von vielen IHKs so in Baden-Württemberg, also bilden wir da die Veranstaltungen ab in dem Bereich Produktentwicklung. Das heißt, da kann man auch einfach gucken. Vieles ist ja heute Online, das heißt, es ist auch gar nicht mehr wichtig, wo das stattfindet, von daher ist da auch, glaube ich, für viele was dabei, die sich solche Fragen im Bereich Produktentwicklung stellen, dann höre ich oder nehme ich an so einer Veranstaltung teil. In der Regel sind es dann so Informationsveranstaltungen, wo man dann zwei, drei Experten hören kann, die bei dem entsprechenden Thema nachher sich auskennen. Das heißt, ich habe dann auch im Nachgang direkte Ansprechpartner, an die ich mich wenden kann und kriege auch ein bisschen so eine Ahnung, ist das Thema wirklich, so wie ich es mir vorgestellt habe, wichtig für mich. Wenn nein, dann ist es halt gut und wenn ja, dann weiß ich halt zwei, drei Ansprechpartner, die dann da referiert haben, an die ich mich hinterher vielleicht für Detailfragen nochmal wenden kann. Also so diesen Informationscharakter oder diesen Grad der Informationsveranstaltung haben die meisten dieser Veranstaltungen. Aber auch sowas kann ich als Informationskanal nutzen und auch da finde ich ein umfängliches Angebot der IHKs über diese Landingpage. Das wäre vielleicht noch ein wichtiges Element, das wir auch dann da abbilden.

Klaus Reichert: Stefan, vielen Dank, das du dir heute die Zeit genommen hat und das Thema Produktentwicklung und Patente, CE-Kennzeichnung ganz, ganz kurz anzureißen und eure Landingpage dafür vorzustellen, danke schön.

Stefan Senitz: Sehr gerne, ich danke.

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