Elektromobilität auf dem Wasser mit Thorsten Irgang (PureVolt)

In der 51. des Smart ist Thorsten Irgang mein Gesprächspartner. Wir unterhalten uns über Elektromobilität auf dem Wasser und den Start von PureVolt in Berlin.

(c) PureVolt

Elektromobilität nimmt auch auf dem Wasser langsam Fahrt auf. Immer mehr Menschen verstehen, dass nachhaltiger Wassersport im Kontext des Klimawandels möglich ist und suchen nach Lösungen. Nach und nach entwickeln Werften neue Modelle, der Überblick geht schnell verloren. Hier setzt PureVolt aus Berlin an. Nicole Kindel und Thorsten Irgang geben mit ihrer Beratung Orientierung auf der Suche nach dem “richtigen” Elektroboot, helfen mit Ideen und liefern dann das passende Boot. Ihr Engagement und Begeisterung für das Thema führte zum Start von PureVolt.

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Transkript

Das Transkript wurde manuell erstellt.

Klaus Reichert: Mein Gesprächspartner heute ist Thorsten Irgang, es geht um Elektromobilität auf dem Wasser. Elektromobilität nimmt auch auf dem Wasser langsam Fahrt auf, immer mehr Menschen verstehen, dass nachhaltiger Wassersport im Kontext des Klimawandels möglich ist und suchen dann auch nach Lösungen. Nach und nach entwickeln Werften neue Modelle, Systemanbieter erarbeiten neue Technologien, der Überblick dazu geht schnell verloren. Hier setzt Pure Volt aus Berlin an, Nicole Kindel und Thorsten Irgang geben mit ihrer Beratung Orientierung auf der Suche nach dem richtigen Elektroboot, helfen mit Ideen und liefern dann auch das passende Boot. Ihr Engagement und Begeisterung für das Thema führte zum Start von Pure Volt. Hallo Thorsten, schön, das du heute mit dabei bist, hej.

Thorsten Irgang: Hallo, Klaus.

Klaus Reichert: Du, erklär mal bitte deinen Hintergrundbild, dass du grade zeigst, wir sehen es ja im Podcast leider nicht.

Thorsten Irgang: Ja, im Hintergrund siehst du die Q30 von Q-Yachts. Aus meiner Sicht, das ist so ein bisschen der Kickoff gewesen für PureVolt, das erste Boot, das was wir im Portfolio hatten und auch ein sehr, sehr schönes, muss man sage. Mit 9,30 Meter auch ein recht großes Elektroboot und zu der Zeit auch eins der wenigen mit Kabine, hoher Effizienz und, aus meiner Sicht, wirklich besonderen Eleganz.

Klaus Reichert: Ja, das kann ich wirklich bestätigen, ich gucke es an und wir werden auch dieses Bild dann auf der Episodenwebseite mit veröffentlichen. Erst mal sieht es ja so aus, als wärst du grade am Steg, ne?

Thorsten Irgang: Da sollte ich sein, genau.

Klaus Reichert: Da solltest du eigentlich jetzt sein. Aber vielen Dank, dass du so ein schönes Bild mit uns teilst, weil, das zeigt dann eben auch, wie außergewöhnlich dann Wassersport sein kann. Man sieht im Moment ja noch nicht, dass das ein Elektroboot ist, da sind ja natürlich auch Veränderungen im Design mit am Laufen, also da gibt es viele verschiedenste neue effiziente Rumpfformen und so, auf die wir vielleicht dann auch noch eingehen sollten. Aber in jedem Falle passiert etwas auch auf dem Wasser, die Elektromobilität, die wir auf dem Land mit den Autos, mit Bussen, mit LKW erleben, passiert eben auch grade auf dem Wasser. Wie nimmst du das grade wahr?

Thorsten Irgang: Ja, ich sehe vor allem einen Zeitversatz, unsere Begeisterung grade auch für das leise Fahren, das rührt auch daher, das Verbrennungsmotoren halt wirklich laut sind auf dem Wasser. Und wenn man jetzt zum Beispiel mal segelt oder schwimmt oder ein windstiller Tag ist, dann führt das oft wirklich zu fast Kopfschmerzen, würde ich sagen, also nicht nur auf dem Boot, sondern auch drum herum. Jetzt mittlerweile, da auch viele Leute durch Autos da ran geführt werden, auch feststellen, okay, mit dem Elektroauto fahre ich einfach viel entspannter, viel leiser, viel ruhiger trotz Rollgeräusch, werden wir auch gezielt angesprochen und es geht nicht nur immer um den Umweltaspekt, sondern manchmal ist es die Ehefrau des Bootsbegeisterten, der sagt, meine Frau möchte keine Verbrenner mehr haben, es ist einfach zu laut. Und da spielt erst mal noch gar nicht der Effizienzgedanke, Geruch, Vibration, Sonstiges eine Rolle, sondern da geht es tatsächlich nur um den Lärm. Und das wird jetzt immer deutlicher, weil halt diese Erfahrung so nach und nach dann auch so diffundiert und auch Menschen, die noch kein Elektroauto haben, das vielleicht schon mal erlebt haben, weil sie irgendwo mitgefahren sind. Und, ja, das merken wir natürlich jetzt deutlich auch in der Ansprache. Früher war das mehr so der Spruch, das ist die Zukunft und jetzt kommen Leute und sagen, wir suchen ein Elektroboot, und da merken wir schon einen großen Unterschied.

Klaus Reichert: Also man merkt es ja auf der Straße, es werden immer mehr. Du hast grade erzählt, du fährst auch eins, wir fahren auch elektrisch und das war so ein Umstieg, den ich nicht mehr rückgängig machen wollte. Es gibt manche Sachen, die sind noch ein bisschen aufwendiger oder anders, aber wenn man sich dann mal dran gewöhnt hat, ist alles super. Und vor allem diese Ruhe, die macht mich dann manchmal so richtig glücklich, wenn ich auch über eine ganz tolle geteerte Straße fahre und so langsam dahin trödel. Das haben wir jetzt beim Boot natürlich auch. Jetzt gibt es natürlich Menschen, die sagen, hm, Abgasgeruch hat man selten, wenn man ein hochwertiges Boot hat, das landet irgendwo 30 Meter hinterm Boot, sozusagen im Propeller, und der sonore Sound des Motors, finde ich auch schön.

Thorsten Irgang: Also das ist ja, ich meine, ich war ja auch mal jünger und kann ja nicht sagen, dass ich davon auch nicht begeistert war, genauso mit Autos auch mal schneller zu fahren oder mal mit einem Go-Cart über eine Bahn und da hat man natürlich auch Sprit verbraucht. Also unsere Mission ist nicht grundsätzlich, eine Öko-Marke zu sein. Ich finde, das ist ein schöner Nebeneffekt, aber es ist nicht das Ziel, als Öko-Anbieter aufzutreten. Den Vorteil soll natürlich jeder gerne mitnehmen und der soll auch enthalten sein, also es macht keinen Sinn, ineffiziente Elektroboote anzubieten, das verbietet sich schon allein dadurch, dass die Reichweite sinkt. Wir haben trotzdem immer noch diese, ich nenne es mal Konfrontation zwischen einem Patrolhead, der sagt, ich brauche den Lärm, ich brauche den Geruch und ich gebe gern 1.000 Euro für meine Torqeedo macht es schon ziemlich lange, ja, Tankfüllung aus. Den will ich ja gar nicht bekehren, sondern ich kann ihn höchstens überzeugen, in dem ich ihn einmal mitnehme und ein Angebot mache, dass er dann noch besser finden kann. Und das ist das Schwierige daran, klar, mit Leistung sollte man bei Booten nicht zu sehr protzen, dann braucht man mehr Batterien, aber wenn es trotzdem soweit anbieten kann, dass derjenige, der sonst sagt, nur Verbrenner, dass der sich damit nicht nur zufrieden gibt, sondern sagt, das ist doch besser. Wir haben hin und wieder auch genau mit diesem Boot halt schon diese Erfahrung gemacht, dass wir Leute mitgenommen haben und der nach, ja, zehn Sekunden nach dem Ablegen meinte er, okay, ich bin überzeugt. Und das sind natürlich auch so gewisse Glücksgefühle. Es geht natürlich im systemischen Wechsel, wir wollen gerne natürlich auch was damit erreichen, aber es ist nicht der Vordergrund unserer Marke. Wir wollen tatsächlich den Leuten Boote vermitteln, die passen und vielleicht auch besser sind als alles, was an Verbrenner für sie sonst verfügbar wäre. Und nicht jeder kann da mitgehen, das ist klar.

Klaus Reichert: Wir hatten ja schon drüber gesprochen, dass du jetzt zum Beispiel hinter dir ein sehr, sehr schönes, sehr elegantes Boot dann grade auch zeigst. Mit der Elektrifizierung sozusagen im Wassersport grade seit ein paar Jahren, ich meine, wenn man genau hinguckt, Torqeedo macht es schon ziemlich lange, ja, so ein bisschen self-mäßig unterwegs, gehen ja auch noch ganz andere Sachen einher. Also auffallend finde ich zum Beispiel im Design so einiges, was da passiert, das passiert aber auch bei Booten, die dann zum Beispiel einen Außenborder, einen Verbrenner-Außenmotor haben. Dann haben wir aber so Sachen wie Effizienz, neue Rumpfformen, bessere, angepasstere Rumpfformen, wir haben mittlerweile Foils auch an Elektrobooten. Was siehst du denn da so in dem Bereich noch an weiteren Neuigkeiten, wenn es um diese Effizienz geht, die am Ende natürlich dafür sorgt, dass wir weiter kommen mit möglichst wenig , die wir einsetzen?

Thorsten Irgang: Um auf Effizienz zu kommen und das ist, glaube ich, das wichtigste Thema, noch mehr als bei Autos, wo ja viele immer noch sagen, die Reichweite ist mir nicht genug, bei Booten ist es noch drastischer, weil wir einfach einen deutlich höheren Wasserwiderstand haben als einen Rollwiderstand. Und deswegen kann man eigentlich dieses Thema nicht hoch genug hängen, muss aber aufpassen, dass man dabei nicht zu viel auf Annehmlichkeiten verzichtet. Also dieses feine Abstimmen, wie kriege ich das Boot effizient, ist normalerweise, das beginnt erst mal damit, wie schnell soll es überhaupt fahren? Das ist so eine der ersten Fragen, die ich auch stelle, wie schnell darf denn, muss denn das Boot überhaupt fahren? Denn wenn ich auf das Thema, ich will aber gleiten und Wasserskifahren komme, dann verliert man im Prinzip den Großteil der neuen Entwicklung, weil, dann haben wir wieder ein ganz normales Gleitboot und können das vielleicht noch besonders leicht machen. Leichtbau ist natürlich ein erheblicher Effizienzvorteil, grade bei Wasserverdrängung, aber dann brauche ich halt viel Motor, viel Batterie. Also Wasserskifahren ist nicht ein No Go, aber es ist natürlich auch immer gleich ein Investitionsthema, ob sich da dann lohnt oder nicht. Genau, bei den Rümpfen, und da haben wir jetzt genau dieses Beispiel hinter mir, 9,30 Meter lang, aber nur 2,20 Meter breit, üblicherweise sind Boote in der Größe 2,45 bis 2,70 breit, einfach, um den Raum noch besser zu nutzen und man hat eh ein großes Boot, dann braucht man meistens einen großen Stegplatz. Das sind so diese Formfaktoren, die oft genommen werden. Aber es ist schmaler, läuft es natürlich deutlich effizienter und Länge läuft natürlich auch besonders gut. Und dann wurde da drauf geachtet, dass dieses Boot, und da hat man tatsächlich parametrisch gerechnet über 200.000 Rümpfe, dass es einfach in niedrigen Geschwindigkeiten extrem effizient ist. Das heißt, das Rumpfdesign ist ein Semi-Verdränger, man kommt über die Rumpfgeschwindigkeit hinaus, was schon mal ganz schön ist, wenn man das mal braucht, aber unterhalb der Rumpfgeschwindigkeit ist es halt wirklich für diese Größe fantastisch sparsam, und das ist also dieser Semi-Verdrängerbereich. Wo mehr Platz ist, sind definitiv Katamarane, die man halt sieht, Leichtbau kommt jetzt noch mehr dazu. Also auch grade, da werden wir demnächst zwei neue Anbieter auch dabei haben, die mit Karbon arbeiten. Eins ist wirklich Voll-Karbon und das ist tatsächlich so leicht, man kann es aufs Autodach legen. Und mit 5,25 Meter, macht natürlich auch nochmal Spaß, weil, so ein steifes Boot absorbiert keine Energie, das heißt, es wird einfach noch schneller fahren können. Und da sind wir wieder bei dem Thema, was kann ich anbieten, um auch Leute, die Verbrenner mögen, abzuholen? Also Leichtigkeit, ein bisschen schlankeres Design, es wird nicht so viel eingebaut, nicht so viel oben drauf gebaut. Ich glaube, das ist noch fast viel wichtiger, als wenn man nur im Detail guckt, was muss man am Rumpf machen, sondern man muss das Gesamtkonzept denken. Wo kommt die Batterie hin, wo kriege ich eine Balance des Bootes hin, dass es nicht hecklastig ist wie ein klassischer Verbrenner, der dann sowieso irgendwann gleitet und dann nur noch auf den letzten 20 Zentimetern das Wasser berührt? Also Balance und dazu gehört im Rumpfdesign natürlich auch, den Platz zu schaffen für Batterien an der richtigen Stelle. Und das Problem haben viele, die sagen, ich würde gerne mein Boot, das ich schon viele, viele Jahrzehnte liebgewonnen habe, umrüsten auf Batterien, wo kommen die Batterien hin, wo ist Platz dafür? Wie schwer ist das Boot schon von Hause aus? Wie ist die Rumpfform, lässt sich das überhaut langsam gut fahren? Das ist auch bei vielen Gleitbooten immer noch so ein Thema im Kanal, muss man sehr viel gegensteuern. Wenn man jetzt einen Semi-Verdränger hat, der vorne schneidet, der läuft deutlich stabiler und besser geradeaus.

Klaus Reichert: Ja, okay, also das heißt, da passiert sehr viel. Was mir auch immer wieder auffällt ist, das wir so eine gewissen neuen Minimalismus erleben im Design, was ich persönlich sehr, sehr ansprechend finde. Du sagst auch, dass das natürlich was mit Gewicht zu tun hat, ja, verstehe ich auch. Jetzt haben wir weitere Dinge, die passieren, wir haben zum Beispiel , die dazu gehört im Wassersport, auch da tut sich wahnsinnig viel. Wie wirkt sich das denn zum Beispiel bei Elektrobooten aus, was zeugt sich denn da Herausragendes?

Thorsten Irgang: Die wichtigste Information beim Fahren und möglicherweise auch vor dem Fahren oder wenn ich nicht auf dem Boot bin, ist wahrscheinlich immer zu wissen, in welchem Zustand befindet sich die Batterie. Genauso wie beim Elektroauto gucke ich dann mal auf die App, weiß erstens, wo ist mein Auto, zweitens, wie gut ist es geladen, wenn ich vielleicht dann auch zu zweit oder zu dritt nutze, umso besser. Das heißt, ich kann dann immer noch demjenigen, der zuletzt dran war, sagen, stecke es mal in die Steckdose bitte. Dazu muss das Boot dann Online sein. Bei den ganz kleinen Booten ist das eher selten der Fall, so ein Computer ist natürlich dann auch wieder ein Verbraucher, da muss man natürlich dann auch über dieses nachdenken. Boote werden jetzt auch nicht jeden Tag gefahren oder jeden Tag geladen. Muss man da vielleicht mit Solarzellen unterstützen, um einfach diese Autonomie auch beizubehalten oder wird ständig die Traktionsbatterie leergezogen von dem Computer, der einfach nur mitläuft, um mir hin und wieder mal zu sagen, ich habe jetzt grade noch 50 Prozent Ladung, aber morgen sind es nur 45 Prozent. Und darauf aufbauend geht es natürlich dann in die Richtung, wir bringen alle Instrumente, alle Schalter, alle Daten, die im Boot zusammenlaufen, auf ein Display. Dann wiederum auch Online, dann kann möglicherweise der Hersteller auch ein bisschen vorab informieren, Achtung, guck mal bitte, die Batterie muss mal wieder geladen werden oder vielleicht ist grad die Lenzpumpe einmal angesprungen, vielleicht hast du irgendwie Wasser rein bekommen oder die Tür ist nicht zu. Das heißt, wir kriegen jetzt hier die Daten, die sowieso zusammenlaufen und dann auch noch Online geschickt werden, wir kriegen plötzlich mehr Informationen und haben einfach, ja, zusätzlichen Nutzen. Also ich sage mal, Sicherheit gehört auch dazu sicherlich. Wobei, eine Restsicherheit oder Unsicherheit gibt es natürlich immer, morgen ist der Sturm und den kann ich auch noch nicht absichern. Und wenn man das jetzt weiterdenkt und sich das vielleicht auch ein bisschen weiter durchsetzt, haben wir dann viele Boote, die Online gehen. Und dann gibt es jetzt auch schon die ersten Anbieter, die sagen, wir können auch diese ganzen Daten sammeln, bieten euch Zusatzinformationen an, damit ihr halt noch mehr Nutzen daraus zieht. Weil, nicht nur die Daten aus deinem Boot sind interessant, sondern möglicherweise Wetterdaten oder bestimmte Orte. Oder auch einfach mal, was sind denn vernünftige Durchschnittsverbräuche, wenn mein Boot aus der gleichen Klasse viel, viel weniger oder viel, viel mehr verbraucht, ist das ja eine interessante Information zu teilen. Bis hin zu, ich habe 100 Kunden, die benutzen alle die gleiche Batterie mit verschiedenen Booten. Und bei dem einen ist die Batterie am ältesten und er hat plötzlich irgendwie eine Anomalie, wäre das eine Möglichkeit, diese Anomalie frühzeitig abzuchecken und dann auch diese Information an alle Kunden weiterzugeben. Also dieses predictives Maintenance oder vorauseilende Fehlererkennung, das ist sicherlich dann nochmal eine Sache, die spannend wird, was bisher im Bootsbereich eigentlich gar nicht der Fall ist. Bei Verbrennern kennt man das fast gar nicht, dass die Online gehen, die Boote. Und, ja, Verbrennermotoren, sagt man immer, ja, so ein alter Diesel, der läuft ewig, aber so ein neuer Verbrenner, hört man immer mal wieder, ja, bin ich auch wieder liegengeblieben, ach, der ist schon wieder in der Wartung und es dauert länger. Und das wollen wir bei Elektrobooten eigentlich komplett vermeiden.

Klaus Reichert: Das ist ja eigentlich auch, weil du es grade ansprichst, einer der riesen, riesen, riesen Vorteile, dass so ein Elektroboot oder der elektrische Antrieb des Bootes mehr oder weniger wartungsfrei ist.

Thorsten Irgang: Genau.

Klaus Reichert: Mir fällt grad gar nicht so viel ein, was man wirklich machen kann, ja, vielleicht mal bei so einem Pott draußen, manche haben ja auch ein Kühlsystem oder sowas, sodass man da vielleicht mal ran müsste, aber ansonsten ist eigentlich nur wichtig, dass man die Batterie immer gut geladen hat. Und da kommen wir jetzt zu einem Thema, Solarzellen auf einem Schiff, das ist so ein No-Brainer, dass man sich fragt, warum das nicht jedes Schiff, selbst wenn es ein Verbrennungsmotor hat, tatsächlich auch nutzt? Weil, es gibt so viele flache Flächen, grad bei einem Motorboot oder einer Yacht, dass man das also problemlos wenigstens für die Grundversorgung noch anbringen könnte. Das kommt ja jetzt aber auch immer mehr bei den Elektrobooten selbst. Hast du da irgendein spannendes Beispiel gesehen, wie so diese Solarzellen gut integriert sind?

Thorsten Irgang: Grade bei den größeren Booten, bei den großen Katamaranen. Tatsächlich angefangen bei Silent-Yachts, die da wahrscheinlich mit einer der größeren Pioniere sind bisher. Jetzt, glaube ich, bauen sie die Silent 80, also 80 Fuß lang, die haben sich auf die Fahne geschrieben, tatsächlich mehr oder weniger autonom auf dem Meer auch unterwegs zu sein, und Katamarane bieten das einfach auch an. Sol Yacht ist ein weiterer Anbieter, wunderschöne Katamaran-Designs und die große Dachfläche halt wirklich maximal genutzt, bis hin zu versenkbare Flybridge, die halt auch noch dann sich komplett in die Dachfläche integriert. Das Thema tatsächlich auch mit Solar im Süden auf dem Meer, Mittelmeer, ist sicherlich deutlich besser geeignet als in unseren Breiten, wo wir dann doch auch mehr Regentage zwischendurch haben mit Verschattung. Und wenn man keinen Katamaran hat, wo man natürlich auch einen größeren Stegplatz braucht, ist die Fläche gar nicht mal so groß. Ich bin immer so ein bisschen zwiegespalten, ja, für den Computer, um den am Leben zu halten, finde ich das super. Kleine Boote, die von vorneherein einen kleinen Motor auch nur dran haben und dann permanent quasi mi einem Solardach fahren wollen und autonom damit fahren, finde ich auch eine gute Lösung. Auch da ist nicht jeder ein Freund von Solardächern. Aber auch, Solarzellen bringen natürlich ein gewisses Gewicht. Wenn man das als Dach hat, ist es halt ein Schatten, nicht jeder will das haben. Und wenn man sie aufs Deck legt, dann werden die in der Sonne auch mal heiß. Genauso könnte man eigentlich jeden Steg mit Solar belegen, es gibt auch begehbare Solarflächen, auch die sind wahrscheinlich super geeignet. Also für den Antrieb ist es so eine Sache, wenn ich jetzt zehn Prozent der Antriebsleistung mit Solar füllen kann, weil ich schneller fahren will, wird das nichts werden. Und wenn ich lange Strecken fahren kann, spare ich damit natürlich eine Menge Batterien. Klar, wenn ich jetzt mit 800 Watt fahren kann, fahre dann irgendwie sechs Km/h, dann kann ich mit 800-Watt-Solarplatten auf dem Dach autonom fahren, das ist eine super Sache. Bei der Q30 wird das nicht ganz hinhauen.

Klaus Reichert: Ja, klar. Ich war grad auf der INTERBOOT, es ist im Moment, wie wir uns unterhalten, ist das Jahr 2022 und ich habe mit einem Bootsbauer gesprochen aus Potsdam, der hat tatsächlich so ein altes Boot, ein Holzboot umgebaut mit einem Solardach, wie du es grade angesprochen hast und eben dem elektrischen Antrieb. Und das sah richtig gut aus, vor allem, weil man den Eindruck hatte, es verbindet zwei Welten miteinander, ja, also es versucht sozusagen das Beste aus beiden Welten irgendwie zusammenzubringen und hat damit ganz was Eigenes eigentlich auch schon wieder abgegeben, fand ich einen tollen Versuch. Jetzt haben wir also, natürlich, du hast schon Recht, also wir brauchen schon viel, viel Sonne und eine relativ große Fläche, dass wir genug Fahrenergie bekommen. Aber wenn wir jetzt die Batterie CO2-frei aufladen, das Glück ist ja, in den Marinas gibt es normalerweise eben eine Stromversorgung am Steg, ja. Die ist zwar nicht für Schnellladen aktuell geeignet, aber das kommt ja auch so nach und nach, da sollten wir uns vielleicht auch nochmal drüber unterhalten. Aber wenn wir jetzt diese CO2-freie, regenerativ erzeugte Energie damit reinbringen, sind wir schon richtig gut unterwegs, finde ich, was das Thema Wassersport angeht, im Vergleich zu Verbrennerbooten. Was wir aber auch noch brauchen, finde ich, als Fortschritt, ist das Thema Sharing dieser doch recht knappen Ressource Stegplatz, Boot, Feeling auf dem Wasser. Ja, das ist, geht man mal in so eine Marina, findet man einfach ganz selten, das sieht man ganz selten, dass da die Boote alle draußen sind, selbst am schönsten Tag, ja, also da merkt man, dass da eigentlich noch viel Luft drin wäre. Was siehst du denn da, was da passiert, so in dem Bereich Bootsklubs, Sharing, habt ihr da auch irgendwelche Ideen?

Thorsten Irgang: Also ich bin auch von vorneherein eigentlich ein Freund, grade bei Elektrobooten, das man das Thema Eignergemeinschaft propagiert, das hat mehrere Gründe. Also wenn man jetzt auch wieder diese Q30 sich anguckt, die besonders schlicht gehalten ist, wo man nicht irgendwie eine Million Staufächer hat, wo man alle möglichen persönlichen Dinge da noch unterbringt, sondern eigentlich vom Konzept her ein Boot hat, man bringt den Korb mit Essen mit, hat seine Launch-Area und nimmt den Korb wieder mit und das Boot ist wieder clean. Wenn man das vergleicht mit der Verbrennerwelt und das sind halt auch Anekdoten, die man halt schon mal gehört hat, ja, junge Leute leisten sich ein Power-Boot und dann wird auch mal schnellgefahren und irgendjemand hat dann vielleicht nicht ganz drauf geachtet, dann ist der Motor wieder kaputt, dann müssen Betriebsstunden eigentlich aufgeschrieben werden, um dann die Wartung anteilig vielleicht auch zu verteilen und die Kosten gehen dann natürlich meistens durch die Decke, grade wenn mal das zu heiß geworden ist oder das Öl gefehlt hat oder sonst was. Das heißt, die Standzeit durch Wartung ist halt erheblich größer und die Freude daran, das zu teilen, erheblich geringer. Und bei Elektrobooten würde ich immer sagen, dem Motor ist es eigentlich egal, wie viel er gefahren wird, im Gegenteil, der mag es sogar, mehr gefahren zu werden und der Rumpf auch, dann kann er nicht grün werden. Das heißt, der Vorteil des Elektroboot ist, dass man A) wenn man das jetzt per App machen kann, das man sehen kann, okay, Batterie ist voll und das ist ja auch das Thema, wer hat getankt und wer hat nicht getankt und ach, was kostet es grade oder so, da muss man keine Rechnung mehr anstellen, das wird einfach nur noch per Stecker reingesteckt und im Prinzip, am nächsten Tag kann der Nächste damit losfahren. Und das sozusagen im privaten Bereich sich zu teilen, ist sicherlich der erste Schritt, auch grade da in Gebieten, wo Stegplätze fast gar nicht mehr zu haben sind. Also ich denke jetzt mal so für einen Kunden am Starnberger See ein Stegplatz, falls jemand irgendwie einen heißen Tipp hat oder einen zur Verfügung stellen kann, der würde so gerne genau diese Q30 kaufen, aber es ist aktuell für ihn einfach kein Stegplatz da. In Berlin geht das noch so ein bisschen. Und wir sprechen natürlich auch mit Bootsklubs, die da Überlegungen haben und die halt auch sehen, das grade durch diese Wartungsarmut von Elektoantrieben, die prädestiniert dafür sind, viele, viele Stunden im Jahr zu fahren, ohne dass man sich Sorgen machen muss, oh, jetzt sind schon wieder 350 Stunden drauf oder 50 Stunden und wieder eine regelmäßige Wartung, das Boot muss raus. Das heißt, grade im Bootsklubbereich, wo man dann halt die Frequenz deutlich erhöht, sind Elektroboote extrem interessant. Und das muss auch kommen, meiner Meinung nach.

Klaus Reichert: Und wenn man das auch noch verbindet mit der Digitalisierung, die wir angesprochen haben, mit der App, ich sehe, wo das Boot ist, in welchem Zustand es ist, ich kann es damit vielleicht auch freischalten und solche Sachen machen.

Thorsten Irgang: Reservierungssysteme, ganz genau.

Klaus Reichert: Genau, ja, das kann ich alles verbinden und natürlich auch das Thema am Ende zum Beispiel Stromkosten oder sowas oder anteilige Wartungskosten oder sowas, die man vielleicht dann noch hat, dann ist das am Ende auch eine faire Sache, die relativ unkompliziert funktioniert. Also das heißt, da sind wir im Grunde auf einem Weg, wo wir von der Antriebstechnik quasi riesen Fortschritte machen, die uns helfen, CO2-frei, sage ich mal, nachhaltigen Wassersport zu haben. Wir kriegen neue Formen, die auch eine neue Nutzung auf dem Wasser zum Teil ermöglicht, ja, so wie du es grade angesprochen hast, mehr so dieses, ich fahre halt einfach mal raus, mache ein Picknick, schaue mir was an, genieße einfach die frische Luft da draußen. Die Ruhe, wenn alle elektrisch vorbeifahren, ja, das ist dann natürlich nicht mehr der Fall, wenn das fette Verbrennerboot kommt. Und habe dann aber eben auch die Möglichkeiten durch die Digitalisierung, A) erst mal das Boot leichter zu nutzen. Ja, so Navigation zum Beispiel ist da, finde ich, auch immer noch ein Thema oder Tiefen, die unter Umständen mal ein Problem sein können, das hilft mir natürlich schon auch ein guter GPS-Plotter oder sowas, den ich habe. Und natürlich das Thema, wie wir es grad angesprochen hatten, Reservierung sowas, passt da eigentlich ganz gut.

Thorsten Irgang: Oder Geofencing, wenn man so will, ja, dass man halt bestimmte Untiefen zum Beispiel ausklammert und der Motor automatisch halt sagt, hier, ich fahre erst mal nicht weiter, bis du aus dem Gebiet raus bist.

Klaus Reichert: Ja und irgendwie eine Warnung noch kommt und so. Das heißt also, es macht einfach mehr Leuten möglich, überhaupt aufs Wasser rauszukommen. Man muss natürlich aufpassen, das darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber grad bei schönem Wetter auf einem Berliner See zum Beispiel, da ist das Risiko am Ende eigentlich eher das, dass man mit einem anderen zusammenstößt, weil zu viel auf dem Wasser grade los ist, ja. Okay, aber das heißt, wir sind da auf einem richtig tollen Weg, Sharing ist auf dem Weg. Man hört ja immer wieder auch Modelle, auch von Bootsklubs und so weiter oder eigene Gemeinschaften, finde ich ein tolles Thema, da helft ihr dann ja auch. Jetzt habt ihr doch was ganz Besonderes angefangen, dieses Thema Elektromobilität auf dem Wasser, PureVolt, was war denn da so der Auslöser für euch oder kannst du dich noch erinnern, wie ihr quasi gesagt habt, hej, wir machen das jetzt und zwar weil?

Thorsten Irgang: Also so ein gewisser Leidensdruck, wenn es mal so ein bisschen drastischer ausdrückt, ist halt schon entstanden. Schräg gegenüber von meinem Segelklub ist eine Wasserskistrecke und wenn man dann mal an so einem Wochenende auch ohne Wind zum Beispiel da gemütlich zusammensitzt und die ganze Zeit das Röhren der Wasserskiboote hört, dann guckt man mal rüber, sieht da eine Rauchwolke quasi von den Abgasen über dieser Wasserskistrecke, mal abgesehen von den Wellen, die dann rüberkommen, das gehört nun mal dazu, klar, beim Wasserski, würde auch beim Elektroboot so sein, dann hat man immer das Gefühl, da stimmt irgendwas nicht mit Freizeit und Entspannung und Erholung auf dem Wasser und am Wasser. Und dann kam halt, wie manchmal so der Zufall will, war ich auf der Boot in Düsseldorf tatsächlich beruflich anders unterwegs und bin da ins Gespräch gekommen mit dem damaligen Vertriebsleiter von Q-Yachts und die sagten, wir suchen für Berlin eigentlich noch einen Partner, es muss aber kein üblicher Bootsdealer sein. Und da war halt so der erste Gedanke, na, ich kann mich ja mal umhören, ein bisschen vernetzt bin ich ja auch. Aber bin natürlich auch gleichzeitig mit -Vergangenheit so ein bisschen auf dieses Thema eingegangen so im Kopfe, dann so dieses Durchspielen, ja, interessante Zielgruppe, nicht so leicht zu erreichen, aber spannend. Und, ja, es hat sich dann ein bisschen, das Gespräch dann, über Monate so ein bisschen herauskristallisiert, eigentlich kann ich mir das schon vorstellen und dann hieß es nur, dann mach doch mal einen Vorschlag.- Und dann haben wir einen Vorschlag gemacht und sind dann auch zusammengekommen. Und ist klar, wenn man halt so ein Aushängeschild als erstes Boot im Portfolio hat und mit einer gewissen Exklusivität auch, dann ebnet es natürlich auch den Weg in die Richtung, dass man sagt, okay, über den Test hinaus, letzten Endes ist es ja ein Quereinstieg, kann man das dann auch richtig betreiben. Und wir merken es jetzt immer mehr, dass unser Weg, den wir halt eingeschlagen haben zu sagen, nee, Verbrenner machen wir einfach gar nicht. Auch wenn es natürlich am Anfang viel, viel Umsatz kostet, weil, der ein oder andere fragt natürlich auch, habt ihr auch noch was mit Verbrenner oder nicht? Sondern wir beschränken uns bewusst auf dieses Thema Elektromobilität und diese Abgrenzung tut uns wirklich gut. Also erstens, um weitere Partner zu finden und weitere Boote, die halt genau diesen gleichen Weg auch im Sinn haben. Und diese gewisse Eigensinnigkeit, glaube ich, strahlt dann auch auf die Kunden aus, die merken, dass man begeistert ist und nicht so, ah ja, wir haben auch noch was Elektrisches. Wie im Autohaus, wo man dann überhaupt erst mal fragen muss, gibt es denn auch ein Elektroauto, bei manchen, habe ich grade heute Morgen im Radio gehört.

Klaus Reichert: Ja, ja, ich bin voll bei dir. Man braucht aber auch ein anderes Mindset zum Teil, man braucht andere Skills, man braucht ein anderes Warenlager und so weiter. Die Kommunikation ist einfach eine andere. In deinem Fall, sprichst du eigentlich nur noch über die Freude am Fahren, um es mal platt zu sagen, aber du musst diesen Kunden nicht dran erinnern, dass jetzt in 20 Stunden zur Motorwartung oder sowas wieder kommen muss, so Sachen fallen dann ja komplett weg.

Thorsten Irgang: Genau.

Klaus Reichert: Okay, verstanden. Das heißt also, ihr habt da echt was angefangen, ja, das ist ja was Außergewöhnliches, in einer Zeit, in der etwas Neues kommt. Ihr habt das auch quasi gesehen, entdeckt für euch, ihr investiert da einiges rein in dieses Thema natürlich auch. Was sind denn so Entwicklungsschritte, die ihr jetzt vielleicht vorhabt oder die ihr für euch seht? Gibt es vielleicht noch ein bisschen spezielle Herausforderungen, mit denen ihr grade umgeht?

Thorsten Irgang: Das gibt es, glaube ich, immer. Wir haben, wenn man das so will, in einem Gebiet rund um Berlin, wo noch Verbrenner nach wie vor erlaubt sind, haben wir eigentlich sehr früh in das Thema rein gegründet und waren uns auch bewusst, dass das vielleicht erst in zwei Jahren zum Beispiel irgendwie weiter zum Tragen kommt. Und das war uns soweit auch ganz recht, dass wir halt erst mal diese Lernkurve abfahren konnten. Also da sind ja, also das geht ja nicht nur um Vertrieb und ich gebe jetzt dem Kunden ein Produkt, sondern letzten Endes, jedes Produkt hat auch seine Eigenheiten und Spezialitäten. Und ich will jetzt auch nicht behaupten, das jedes Produkt 100 Prozent fertig immer beim Kunden ankommt, es gibt immer bestimmte Prozesse, auch Erklärprozesse und letzten Endes auch Beratungsprozesse vorher, wo wir natürlich auch nicht nur Erfahrungen sammeln, sondern auch immer wieder Neuigkeiten suchen. Und das Thema Hydrofoils, also Foiling ist natürlich extrem spannend zum Beispiel und da wird auch der ein oder andere Hersteller noch nachziehen. Da gibt es natürlich jetzt Wegbereiter, die das gemeistert haben und auch durchaus erfolgreich sind, insbesondere zum Beispiel Candela kann man da hervorheben, dass die Effizienzsteigerung natürlich da eine große Rolle spielt, aber gleichzeitig auch so ein gewisser Komfort- und Coolness-Faktor, das kann man auch nicht bestreiten. Und gleichzeitig geht es natürlich auch immer darum, noch effizientere oder performantere Motoren zu finden, die vielleicht noch leiser sind oder wann kommt die nächste Batteriegeneration? Das heißt, wir müssen natürlich permanent am Markt bleiben. Und wenn die sich aber nicht durchsetzen, die Neuen, weil sie nicht bekannt genug werden, weil eine Ingenieurbude manchmal halt auch kein eigenes Marketing hat oder nicht den richtigen Weg findet, um in den Markt zu dringen, dann ist es mit für uns auch so eine innere Pflicht eigentlich, das zum Beispiel zu den Werften zu bringen, zu sagen, guckt euch das mal an, was kann man damit machen, um halt so ein bisschen geballter diese Innovationsschritte dann auch zu forcieren. Weil, das haben wir halt in der Vergangenheit schon gesehen, auch so ein bisschen in der Rückschau, dass viele tolle Sachen sich nicht durchsetzen konnten, weil das zu singulär betrieben wurde und man einfach nicht die Schlagkraft erreicht. Und selbst so eine Q30, die wirklich eine Wahnsinns Entwicklung hinter sich schon hat, also da ist ja nicht nur, die wird ja nicht nur einfach gebaut, da sind halt irgendwie vier Jahre insgesamt Entwicklungszeit drin, die braucht halt auch eine Plattform. Und dazu gehört es einfach, dass dieses Thema nicht nur, wir haben hier einen Hersteller und ein Boot, bedeutet, sondern das Thema bedeutet für uns, wir eröffnen die Möglichkeit, in dieses neue Segment reinzukommen und bieten da eine ganze Palette an und können auch differenziert erklären, was sind jetzt die Unterschiede und die Vor- und Nachteile. Und natürlich, bei Tesla war es einfach, da kann man sagen, er hat ein Auto gebaut, dass in fast jeder Hinsicht alle Verbrenner übertroffen hat, grade was so Performance anbelangt, Digitalisierung und so weiter, mit diesen riesigen Vorteilen und plötzlich hieß es, ja, also Tesla, die Spaltmaße gefallen mir nicht. Also man hat eigentlich nichts mehr gefunden, bis auf, der ein oder andere sagt nur noch, die Reichweite könnte besser sein. Ja, gut.

Klaus Reichert: Ja, dafür kann man laden.

Thorsten Irgang: Genau. Also das, die größte Herausforderung bleibt immer noch, genau, das soweit zu vermitteln, wo geht es hin, was ist möglich, was ist nicht möglich. Weil, ich kenne das auch aus früheren Zeiten, man hat da ein bestimmtes Wunschdenken und sagt, ich würde es jetzt gern elektrisch haben, weil, Verbrenner finde ich doof, bin aber noch nicht bereit, auf Geschwindigkeit zu verzichten und auf Reichweite. Und diese Brücke müssen wir irgendwo schlagen. Das heißt, wir können nicht immer nur sagen, das geht nicht, tut mir leid, musst du weiter Verbrenner fahren. Sondern wir müssen einerseits natürlich den Kunden abholen und sagen, fahr doch mal eine Runde mit uns elektrisch und sage mal, wie schnell du wirklich fahren musst, wenn du damit gefahren bist. Weil das Gefühl plötzlich ein ganz anderes ist und auch die Notwendigkeit für Geschwindigkeit plötzlich komplett wegfallen kann. Nicht für jeden, manche brauchen die Geschwindigkeit, um von A nach B zu kommen, anderes Thema. Und das andere ist einfach, dass wir versuchen wollen und müssen, technologisch auch die Anforderungen der Kunden soweit zu betreuen, dass es beim Hersteller auch ankommt. Und der Hersteller braucht uns auch als Sprachrohr der Kunden und als Innovationsträger und vielleicht auch so ein bisschen als kleiner, ja, wie soll ich sagen, Stachel im Fell, der immer mal wieder sagt, können wir das nicht nochmal und können wir hier nicht nochmal. Und die besseren Werften, aus meiner Sicht besseren Werften, die da auch gern mal zu. Die sind zum Glück noch nicht ganz so eingefahren, dass sie sagen, ja, wir machen 100.000 Stück im Jahr und da ändern wir jetzt nix, weil du was sagst.

Klaus Reichert: Aber da kommen wir zu einem ganz wichtigen Punkt, wir sind ja hier beim Innovations-Podcast, also wir machen ja so eine kleine, sozusagen thematische Ablenkung, indem wir über Elektroboote sprechen, weil wir einfach Spaß dran haben, ja, aber gleichzeitig reden wir natürlich auch über euch als Startup im Wassersport mit dem Thema Elektromobilität, als in gewisser Weise ja Innovationskatalysator, wie du es schon grade angesprochen hast und auch als, wie soll ich sagen, Botschafter dieses Themas beziehungsweise dann halt auch begeisterter und versierter Ansprechpartner. Was du jetzt grad am Anfang gesagt hast, das tatsächlich jemand kommen würde und sagt, Mensch, ich möchte was Ruhiges haben, das ist mir eigentlich egal, ob das jetzt elektrisch ist oder nicht, das ist so eine Einstellung, die kann ich voll nachvollziehen, aber da wäre ich selber so gar nicht drauf gekommen. Und ich glaube, da wären viele Werften auch nicht einfach so drauf gekommen. Das ist dann nämlich eine ganz neue Kundengruppe, die wahrscheinlich nochmal ganz, ganz andere Anforderungen hat ans Thema, ja, also vielleicht bestimmte Komfortanforderungen oder Dinge auf einem Schiff, die man eben haben möchte, weil man es eben so bequem haben möchte. Was aber nicht unbedingt heißt, große Sofas oder so, sondern das sind dann andere Dinge, die man herausfinden muss.

Thorsten Irgang: Da ist auch jeder Kunde ganz anders und das ist auch das Spannende. Also ich finde auch und ich kann natürlich direkt jetzt nicht vergleichen, weil ich wirklich nur Elektro-Interessierte habe, ich meine, es ist eine sehr, sehr angenehme Kundenzielgruppe, mit der man spricht, weil die, ich will jetzt nicht sagen, was verstanden haben, aber weil die so ein bisschen natürlich auch über die Vergangenheit hinaus denken wollen oder vielleicht auch bewusst diesen Schritt gehen möchten. Nicht jeder ist auch gleich bereit zu sagen, ich möchte dafür so viel mehr investieren, das ist auch völlig in Ordnung. Und natürlich muss man hier, grade bei kleinen Stückzahlen, diesen Innovationsaufpreis bezahlen am Anfang und vielleicht auch noch in der Mitte und am Ende hoffentlich irgendwann nicht mehr. Wer diese Bereitschaft hat und diese Offenheit hat zu sagen, ich lasse mich jetzt auf eine, in Anführungszeichen, wirklich neue Technologie ein, weil, es ist natürlich eigentlich die älteste Technologie, fast noch vorm Verbrenner, die ticken halt tatsächlich ein bisschen anders als jemand der sagt, ich habe da eine klare Vorstellung, wie viel PS kriege ich denn hinten dran, können wir noch einen Motor mehr ran hängen und ich brauche auch noch einen Grill und eine Küche und Stehhöhe unten in der Kabine und so weiter.

Klaus Reichert: Ja, ich meine, wenn man mal guckt, es gibt mittlerweile diese Auswüchse mit den 5×500 PS oder 600 PS Mercury hinten am Boot dran, wo dann allein schon die Motoren, was weiß ich, insgesamt dann 250.000 Euro oder sowas kosten, ja, wo man sich dann fragt, hej, wie geht sowas, aber, das gibt es nämlich mittlerweile. Im Smart-Innovation-Podcast geht es ja auch immer darum, dass man vom Zuhören ins Machen kommt, jetzt wird nicht jeder gleich so ein Boot kaufen, aber es gibt vielleicht ein paar Menschen, die das tun wollen. Wir werden in jedem Fall in den Shownotes deine Kontaktdaten dazu geben. Aber hast du vielleicht auch noch irgendwie ein Godi, was du anbieten wolltest für jemanden, der sich jetzt noch kurz entschlossen um so ein Boot kümmern möchte?

Thorsten Irgang: Ja, das wollen wir natürlich auf jeden Fall machen. Es ist ja, zum Jahresende will man sich ja auch mal irgendwie belohnen und das wollen wir gerne unterstützen. Ja, letzten Endes würden wir dann entsprechend einen 5-Prozent-Rabatt aufs Boot dazugeben.

Klaus Reichert: Ja, wenn man bis zum Jahresende sich bei euch meldet.

Thorsten Irgang: Genau, können wir nicht unendlich weit strecken. Das hängt natürlich auch immer damit zusammen, dass wir auch leider in letzter Zeit öfter Preissteigerungen unterworfen wurden und da müssen wir natürlich auch immer wieder mit unseren Anbietern neu verhandeln. Aber bis zum Jahresende können wir das sehr gerne anbieten.

Klaus Reichert: Da werde ich ja richtig schwach. Meine Frau hört aber zu, ich darf jetzt nicht hier einfach / ja, die schmeißt sich wahrscheinlich auch grad schon weg.

Thorsten Irgang: Mir ist noch dazu eingefallen, wo du auch meintest, altes Boot mit Solar und fährt autonom, eigentlich eine sehr schöne neue Entwicklung ist tatsächlich die Bifocel-Solarzelle, das hätte ich vielleicht eben auch nochmal anbringen sollen. Wenn man jetzt das als Dach nimmt, also nur noch einen Rahmen, aber gar keine fette Konstruktion, dann kann man plötzlich diesen Vorteil nutzen, den viele gar nicht im Blick haben, Wasser reflektiert nämlich und die Solarzellen werden auch von unten angestrahlt. Die Konstruktion wird leichter, die Effizienz wird deutlich höher. Letzten Endes auch seitlich am Rumpf könnte man theoretisch über Solarzellen nachdenken, da ist aber wieder Aufwand, Gewicht und Kosten und so weiter, ein anderes Thema. Aber da, wo viel Sonne ist, will man ja im Zweifel sowieso ein Dach haben, da macht Solar unheimlich viel Sinn. Und dann halt mit einer Bifocal-Solarzelle ist das sicherlich nochmal so ein schöner kleiner Innovationsschub, den man jetzt auch ernten kann, grade bei Booten.

Klaus Reichert: Ja, danke nochmal für den Hinweis. Also auch in dem Bereich tut sich sehr viel unabhängig eben rein vom Wassersport, da können wir schon echt gespannt sein, was da noch auf uns zukommt, klasse. Thorsten, vielen Dank, vielen Dank für diesen Überblick auch über das, was so grade in der Elektromobilität auf dem Wasser passiert, wir haben auch das Thema Digitalisierung angesprochen, das Boot ist Online, wir haben das Thema Sharing angesprochen, wir haben das Thema Photovoltaik angesprochen, es gibt noch viele, viele Themen.

Thorsten Irgang: Wenn man wieder sich das Systemische anguckt und das hast du ja auch schon gesagt, ja, Schnellladen gibt es ja noch nicht so sehr an Stegen, aber das ist auch etwas, was wir gerne mit ansprechen und auch versuchen, so ein bisschen nicht nur den Kunden, sondern auch den Marinas, die mit uns sprechen und sagen, was brauchen wir denn in Zukunft, mitzugeben, wir brauchen natürlich eine Infrastruktur, die das dann in irgendeiner Weise auch lösen kann. Und nicht jede Marina ist auf dem neuesten Stand und das geht auch nicht alle zwei Jahre irgendwie, dass man da neue Stromleitungen bekommt, sondern das ist halt ein sehr langwieriger Prozess. Und ich kann immer nur anregen, auch wenn man einen Stegplatz schon hat und vielleicht noch Segler ist oder einen Verbrenner fährt, so früh wie möglich das Thema Infrastruktur, Ertüchtigung und vielleicht auch immer noch einen Schritt weiter denkend anzusprechen, zu ermöglichen, damit es dann halt, wenn es jetzt im schlimmsten Fall ein 20-Jahreszyklus ist, nicht nächstes Jahr vielleicht eine neue Dose gibt, aber einfach nicht genug Leistung und dann hat man 20 Jahre lang leider nicht genug Leistung für drei Boote, sondern nur für eins. Also Infrastruktur mitzudenken und vielleicht auch bei den Booten so ein bisschen darauf zu achten, dass man nicht immer gleich mit 32 Ampere dreifasig laden muss, um irgendwie in vier Stunden oder in zwei Stunden wieder losfahren zu können mit voller Batterie, dann tut man auch dem gesamten Ökosystem wahrscheinlich auch nochmal einen Gefallen. Also Ökosystem im Sinne von, nicht ökologisch, sondern im Sinne von Infrastruktur und was macht der Nächste, der noch ein Elektroboot kaufen möchte.

Klaus Reichert: Das Thema Laden, das haben wir ja jetzt ganz kurz angerissen, das wäre natürlich ein riesiges eigenes Thema. Ich bin mal gespannt, ob wir mal da noch eine Episode hinbekommen. Ich habe ja auch in meinem englischsprachigen Podcast schon interessante Gespräche zu diesem Thema gehabt und so ein Hersteller wie Evoy natürlich in Norwegen, die haben diese Schnelllader dann an ihren Marinas und an ihren Liegeplätzen, unter anderem, weil die hat auch mehrere Male am Tag auch rausfahren, um zum Beispiel Tests zu fahren und sowas, die brauchen das in jedem Falle. Aber die sagen natürlich auch, hej, wahrscheinlich ist es gar nicht mal so notwendig, wenn man eben das Boot relativ gut plant und weiß, was man damit will, machen will und was man dem auch zumuten kam und dann kommt man auch mit der bestehenden Infrastruktur schon ziemlich weit. Ich finde, das muss man also wirklich als positiven Aspekt mal noch dazu sagen. Aber ich bin dabei, da muss sich noch viel tun. Okay, Thorsten, vielen Dank, dass du hier heute die Zeit genommen hast für dieses Gespräch. Mir hat es Spaß gemacht, ich freue mich immer noch über dein Hintergrundbild, wir werden es auch natürlich auch auf der Episodenwebsite zeigen. Und ich kann jetzt allen noch empfehlen, dort die Links dann weiterzuverfolgen, wir haben jede Menge tolle Boote verlinkt, wir haben ein Transkript dann natürlich von unserem Gespräch noch mit Online. Also vielen Dank nochmal und viel Erfolg bei eurem Vorhaben, das ist ein dickes Brett, dass ihr bohrt, aber das ist etwas, was sehr, sehr, sehr viel Zukunft hat, danke nochmal.

Thorsten Irgang: Vielen Dank, Klaus.

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