In der Innovationsmanagement Fachliteratur liest man viel über das Bewerten von Ideen. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder das Wort des „Ideen-Trichters“ in Verbindung mit dem Ideenmanagement. Dahinter steckt ein einstufiges Reduktions-Modell, welches für sich betrachtet durchaus seine Funktion und Berechtigung hat. Ausgehend von einer einmaligen Aktion, z.B. einem Brainstorming, ist eine Reduzierung von der Vielzahl Ideen durch eine methodische Bewertung sehr sinnvoll und liefert Ergebnisse. Dieses Vorgehen ist aber nicht nachhaltig. Ein auf kontinuierliche Innovation ausgelegtes Innovationsmanagement-Modell wird immer einen mehrstufigen Ansatz der Ideenentwicklung haben. Dieser „Ideation“ Ansatz ist somit ein essentieller Bestandteil eines integrierten und nachhaltigen Innovationsmanagements.

Im Zentrum eines solchen integrierten Innovationsmanagements stehen die methodische Anwendung in Form eines sich wiederholenden und anpassenden Prozesses sowie die Integration der einzelnen Elemente in alle Unternehmensbereiche. Der Prozess hat Kreislauf-Charakter, ähnlich dem des Wandels von Meerwasser zu Wolken, zu Regen, Flüssen und wiederum zu Meerwasser. Dieser Inno-Flow ist die Grundlage des Innovationsmanagements im Unternehmen. Ein solcher Innovationsprozess hat natürliche Phasen, die im Austausch zueinander stehen (müssen). So entstehen ganz natürliche Feedbackschleifen: durch Trends, von Kunden, aus dem Markt, aus der Produktion, dem Vertrieb. Eine solche aktiv geführte Kommunikation speist kontinuierlich Neues in das Innovationsmanagement ein.

Klug gesetzte Eingangskanäle ergänzen einzelne Ideen zu einem Ideenstrom. Dieser Strom muss natürlich bewertet werden. Geht man aber von der Grundannahme aus, dass Ideen wiederum Ideen erzeugen, ist mindestens eine zweite Stufe notwendig, die bewertete Ideen als Basis nimmt und darauf aufbauend erste Szenarien generiert. In den meisten Fällen werden dafür mehrere sich ergänzende Ansätze aktiv miteinander verknüpft und formen so ein schlüssiges Ergebnis. Erst eine solche weitere Stufe, die aktiv zusätzliche Elemente wie Schlüsselkunden, Fokus- und Non-Fokus Gruppen einbezieht, liefert die Ansätze für die Weiterbearbeitung. Diese zweite (ggf. auch mehrere folgende) Stufe in Verbindung mit ihren Eingangskanälen sowie dem methodischen Vorgehens ist als Ideation ein elementarer Bestandteil des nachhaltigen Innovationsmanagements einer Organisation und ist mit ihren Kommunikationskanälen (keine Einbahnstrassen!) Grundlage für das lernende Unternehmen. Es sind weitaus bessere Ergebnisse, gerade für komplexere Ansätze wie Geschäftsmodell-Innovationen zu erwarten, als im eingangs erwähnten einstufigen Modell.

Kleiner Nachteil ist, dass gerade der Ideation Teil Mitarbeiter braucht, die eng mit dem Unternehmen verzahnt, als Team kreativ und aktiv über sich hinauswachsen (müssen). Ein solches Team muss ausbalanciert sein und braucht den kreativen „Spinner“ genauso wie den analytischen Beobachter und die diplomatische Business Developerin. Kombinationen, die starken Einsatz und Willen brauchen und in einer Firmenkultur der Innovation und Offenheit verankert sind. Denn Innovation ist Aufgabe aller Beteiligten im Unternehmen, nicht nur der Innovationsmanager oder einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung.