Meine Art von Wassersport entsteht gerade und sie ist elektrisch

Innovationen im Mobilitätsbereich finden nicht nur auf der Strasse statt. Die Elektromobilität erreicht so langsam auch das Wasser. Sowohl im kommerziellen Bereich, als auch im Freizeitbereich.

Die Freizeit auf dem Wasser zu verbringen ist wichtig für viele Menschen. Das kann der Familienausflug am Bodensee sein auf einem „Schwan“ Tretboot mit Rutsche. Der Surftrip mit Freunden nach Portugal. Das solitäre frühmorgendliche Rudertraining, das gemeinsame Segeltraining am Spätnachmittag. Viele Menschen segeln ambitioniert, andere fahren mit dem Motorboot in ihre Lieblingsbucht und verbringen den Tag entspannt auf dem Wasser. Für erstaunlich viele Menschen findet die Entspannung auf dem Wasser an Land statt, mit intensiver und lange dauernder Bootspflege. Wie auch immer, die Formen sind sehr vielfältig. 

Meine Art von Wassersport entsteht gerade. Es ist auch auf dem Wasser Zeit für einen Wechsel, die marine Verkehrswende nimmt Fahrt auf. Das sind meines Erachtens zentrale Komponenten:

  • Nachhaltig
  • Unkompliziert
  • Geteilt
  • Fun
  • Ruhig

Nachhaltiger Wassersport mit Elektroantrieben

Verschärfte Auflagen, vor allem beim Gewässerschutz führen automatisch zu einer Weiterentwicklung der Technik. Auf vielen Seen werden zB neue Boote mit Verbrennungsmotor nicht mehr zugelassen. Elektroboote dagegen schon. Und hier ist ein echter Wandel im Gange: vom kleinen „Flautenschieber“ bis hin zum energieautarken Antrieb für größere Boote sind sowohl elektrische Antriebssysteme als auch neue Bootsformen verfügbar, vor allem von kleinen Werften. Da nach und nach die großen Hersteller folgen, nimmt die Entwicklungskurve moderate Hockeystick Form an. Mit der Zunahme von regenerativen Energiequellen wie Photovoltaik und vor allem Windenergie, werden Antriebe auch weitgehend CO2-frei. Bei Elektroautos geht man aktuell von einem Reduktion von ca. 80% gegenüber eines Verbrennungsmotors aus.

Leider ist es noch ein sehr weiter Weg bei der generellen Recyclingfähigkeit von Booten, gerade durch die Verwendung von Verbundwerkstoffen im Bootsbau.

Unkompliziert: professionelle Betreuung

Boote brauchen sachverständige und regelmäßige Pflege. Der Wartungsaufwand bei elektrischen Antriebe ist weitaus geringer, doch ganz entfällt er nicht. Um Boote muss man sich kümmern, nicht nur im Winterlager, auch wenn sie im Hafen liegen. Da übersteigt der Aufwand schnell die an Bord verbrachte Zeit bei weitem. Meines Erachtens ist es hier Zeit für eine professionelle Betreuung und damit neuer Geschäftsmodelle im Wassersport. Vor allem professionelle Sharing- bzw. Mietangebote können dies leisten.

Geteilt: mit Boatsharing Boote mieten und teilen

Boote in Eignergemeinschaften teilen ist ein erster Schritt. Boote mieten der wichtigere. Immer mehr Bootsharing/Mietunternehmen entstehen, Segelvereine mit ihren vielfach geteilten Clubbooten finden zunehmenden Zuspruch. Boote nutzen zu können, ohne sie zu besitzen, ist ein zentraler Schritt. So entstehen nach und nach Boatsharing Programme, die den Zugang für viele erleichtern. Eine spannende Form der geteilten Bootseignerschaft könnten Genossenschaften auch im privaten Umfeld sein.

Limitierender Faktor: LiegeplätzeIn meiner Zeit am Bodensee habe ich es bisher niemals erlebt, dass ein Sportboothafen im Sommer leer war und alle Boote auf dem Wasser waren. Nicht mal annähernd. Parallel dazu gibt es lange Wartelisten auf einen Liegeplatz. So werden knappe Ressourcen sehr schlecht genutzt. Bei der Vergabe werden zwar nach und nach Eignergemeinschaften bevorzugt, doch das ist noch ein langer Weg. Selbst Segelvereine tun sich schwer, Liegeplätze für ihre Clubboote zu bekommen. Wohlgemerkt, das sind Boote, die von sehr vielen Menschen genutzt werden können – ich selbst kenne ein Beispiel von über 60 Nutzer und Nutzerinnen für ein Boot. Ein wichtiger nächster Schritt ist für mich die Vergabe von Liegeplätzen auf Basis der potentiellen Nutzer bzw. der Nutzungstage der Boote. Hier kann die Digitalisierung im Wassersport helfen.

Fun: Bootsdesign

Neue Bootsformen entstehen, die ideal für den Tag auf dem Wasser sind. Evtl. auch für gelegentliche Übernachtungen. Hier ist alles an Bord, was notwendig ist: entspannte Sitzplätze, Tische, Badeplattform, Platz für Wasserspielzeuge, Kühlschrank und ein Grill. Eine Toilette. Und die Möglichkeit, Schatten zu spenden. Dabei ist so ein Boot noch nicht mal sehr groß und kann auch von weniger erfahrenen Skippern bedient werden. Auch hier machen Elektroantriebe das Leben leichter, ist doch gerade der Tankvorgang für viele eine Herausforderung, besonders zu den üblichen Stoßzeiten an der Bootstankstelle.

Ruhig

Elektrische Antriebe sind ruhig. Für die Menschen auf dem Boot, um sie herum auf dem Wasser und an Land.

Beispiele

Hier eine subjektive Liste von Vorreitern der Elektromobilität auf dem Wasser:

Das Schöne ist zudem: Freizeit auf dem Wasser kann auch ganz ohne externe Antriebe und Wasserliegeplätze stattfinden.

Photo by Clayton Cardinalli on Unsplash

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Klaus Reichert

Klaus Reichert

Mit dem Innovationscoaching begleite ich engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer dabei, ernsthaft eine nachhaltige Zukunft für ihr Unternehmen, seine Menschen & Leistungen zu entwerfen & umzusetzen – kreativ, gemeinsam, smart - Kontakt

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1 Kommentar zu „Meine Art von Wassersport entsteht gerade und sie ist elektrisch“

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Unabhängiger, kreativer & konstruktiver Vision zu Innovation Coach / ex-Architekt/Pilot/Tech-Gründer / Calder/Giacometti/Technik-Museum Fan

Über 25 Jahre Erfahrung in der kreativen Innovationsberatung, bei digitalen und realen Innovationsprojekten. 89+ Projekte als Coach, Unternehmensberater, Beirat und Interim Manager in den Bereichen Telco, Technologie, Digital, Software, Produktion, Pharma, Bau. Beratene Unternehmen zwischen 228.000 und 1 MA. Praxisnahe & geförderte Leistungen für mittelständische Unternehmen.

Als Innovation Coach bin ich unabhängiger externer Gesprächspartner mit Impulsen und dem oftmals so wichtigen erfahrenen Blick von außen.