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Wir sprechen häufig von der Etablierung einer Innovationskultur, vor allem wenn wir bei bestehenden Unternehmen über dringend anstehende tiefgreifende Veränderungen in der Produktstruktur oder dem Geschäftsmodell reden. Praktisch auch, wenn ein Umzug oder Neubau ansteht, dann denken wir über die Zukunft der Arbeit nach und wie wir sie im Unternehmen gestalten. Schnell sind Vorstellungen von Kreativräumen, Open Space Ansätzen und Coworking auf der Agenda – „New Work“ verlangt danach.

In guten Unternehmen werden dann die Mitarbeitenden einbezogen und gemeinsam Wege gefunden, die Planungen der Geschäftsleitung zu ergänzen und umzusetzen. Heraus kommen interessante Konzepte und Räumlichkeiten, im Idealfall mit positiven Auswirkungen auf die Firmenkultur.

Doch braucht es einen Neubau für Innovation? Ich weiß, das hört sich nach einer eigenartigen Frage für einen ex-Architekten an. Die kurze Antwort lautet: „nein“. Gerade in einer Zeit, in der wir (idealerweise) gemeinsam mit einer Reihe von Kooperationspartnern, unseren Kunden und einem Netzwerk von Externen unsere Leistungen erbringen, in der wir Standorte und Menschen weltweit miteinander verbinden, verliert das einzelne Gebäude seine Notwendigkeit. Ikonische Gebäude haben weiterhin ihre Strahlkraft, inspirierende Orte für das gemeinsame Arbeiten der Menschen, die zusammen kommen können sind auch wichtig.

Doch es ist nicht mehr das Büro, welches die Beteiligten im Innovationsprozess verwebt. Vielmehr ist es die Motivation und die Einstellung der Beteiligten, die Energie, die sie mitbringen. Natürlich haben nicht alle im Unternehmen und in seinem Netzwerk den gleichen Antrieb. Schon garnicht die Begeisterung für spezielle Themen.

Umso wichtiger ist es, zu „seinem“ Thema die passenden und verstreuten „Einzelnen“ zusammen zu bringen. Es gilt eine Bewegung zu starten! Wie? Eigentlich ganz einfach, sagt Derek Sivers in seinem TED-Talk (3 Min., Abschrift):

Begleitung bei der Bewegung?

Yvon Chouinard führt das hierzulande eher weniger bekannte Outdoorlabel „Patagonia“ aus dem kalifornischen Ventura. Yvon Chouinard ist ein echter Überzeugungstäter. Er hat die Firma nach eigenen Aussagen vor ca. 50 Jahren eher zufällig gegründet, weil er als Kletterer und Sportler ständig dachte, dass man das damals existierende Equipment verbessern muss. Im war wichtig, am Berg mit verläßlicher Ausrüstung von guter Qualität unterwegs zu sein. Und er hat Dinge als Unternehmer ständigin Frage gestellt. Sehr früh hat er zwei zentrale Themen entwickelt: eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmenskultur mit Mut zum Risiko und den Fokus auf hochwertige, reparierbare Erzeugnisse der Firma. Denn gerade am Berg lernt man, seinen Müll wieder mit zu nehmen, bzw. schon garnicht mit potentiellem Müll los zu gehen.

Der Podcast ist auf iTunes zu finden und hier direkt zu hören (ca. 27 Min.):

Die Formula Student ist ein Konstruktionswettbewerb, in dem Teams von Studierenden national und international mit selbstkonstruierten Rennwagen gegeneinander antreten. Es gewinnt nicht das schnellste Auto. Bewertet wird die Gesamtheit aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. Es gewinnt das Team, welches es nicht nur technisch schafft, einen effizienten Rennwagen in einem Jahr auf die Räder zu stellen. Genauso wichtig ist die Präsentation eines überzeugenden Businessplan, sowie das Sponsoring auf die Beine zu stellen. Und seit einiger Zeit ist auch die Elektromobilität sowie autonomes Fahren eine eigene Disziplin. Über 500 Teams treten so jährlich weltweit gegeneinander an.

Was bringt diese Menschen dazu, zusätzlich zu ihrem Studium zu Höchstleistung aufzulaufen?

  • Teamwork: ein Formula Student Rennteam hat schnell 30-40 Mitglieder
  • Netzwerk: die Teilnehmenden bauen wertvolle Verbindungen auf, auch zu Autofirmen als potentiellen Arbeitgebern
  • Weiterbildung: die Szene bietet eine Reihe von Weiterbildungsangebote, das Wissen kann direkt in die Arbeit am Fahrzeug umgesetzt werden

Der wichtigste Kraftstoff ist aber die Leidenschaft für die gemeinsame Sache.

Als ausgebildeter Architekt und heutiger Innovationsberater beschäftige ich mich natürlich schon seit Jahren mit Räumen, in denen Menschen sich entfalten können. Im Rahmen vom „New Work“ Megatrend und der zunehmenden Startup-Kultur ist das Thema zum Glück wieder auf der Tagesordnung. Ein passender Artikel, wie man auch ohne großen Aufwand einen kleinen Teil des Weges zurücklegen kann zum guten Raum zeigt diese Artikel auf:

„Library Rules: How to make an open office plan work – How to make an open-plan office work. Open-plan offices are generally distraction factories, but with some smart design choices, and cultural adjustments, you may be able to turn a lemon into lemonade.“

Gut finde ich, das das Übertragen eines Bereiches – der Bibliothek – auf einen anderen Bereich – dem gemeinsamen Büro. Einer bekannten Kreativitätstechnik folgend. weiterlesen

Sie möchten Ihre Organisation über die Räume innovativer machen? Sprechen Sie mich an bei Fragen.

Viele kennen den bekannten Spruch von Derrick: „Harry fahre den Wagen vor“.

In diesem Vortrag vom KIT Karlsruhe zeigt die Abwandlung sehr intelligent eine neue Situation.

Mit autonomen Fahrzeugen – ohne Fahrer, denn aus Nutzersicht ist ja ein Taxi, Bus oder Straßenbahn und Zug auch autonom – verändern sich viele liebgewordene Gewohnheiten, oder drehen sich komplett um.

Wann fangen Sie an, bei Mobilität umzudenken?

„Wer die Zukunft verpasst, für den wird sie nicht rosig sein. Um an der Spitze zu bleiben, wo sich viele deutsche Unternehmen heute befinden, braucht es ständige Anstrengungen. Und einen klaren Blick nach vorne. (..) Durch die laufenden technologischen Entwicklungen kann sich keiner mehr ausruhen. Viele Unternehmen versagen im Laufe der Zeit. Was machten die grundsätzlich falsch? „They usually miss the future“, antwortete Larry Page einmal auf diese Frage, sie verpassten schlicht und einfach die Zukunft.“

Andreas von Bechtolsheim, erster Google Investor

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Im Podcast zeigt Panera Bread/Au Bon Pain Gründer Ron Shaich wie er am Ball bleibt und sich und sein Unternehmen kontinuierlich neu erfunden hat. Er hat in den 1980er Jahren eine kleine Bäckereikette gekauft und sie auf 250 Geschäfte ausgebaut. Aus den gewandelten Kundenbedürfnissen, dem „fast casual food“ zwischen Fast Food und Restaurant, entstand „Panera Bread“ mit über 2.000 Läden und 5 Mrd. USD Umsatz.

„As CEO, I don’t focus on financial success. That’s a byproduct. Instead, I focus on competitive advantage: the thing that made people walk past 20 restaurants to get to ours. But you can’t just manufacture that. So I think about, How do I create an experience that is more enjoyable for customers? My job is to get this company ready for the future. It starts with observation and research: understanding what matters to people and what they will want five years from now. I did that with Panera Cares and with Panera 2.0.

Each innovation is like a rendering in my mind’s eye: I can see how the customer will relate to it, how the employees will feel about it, and how it will work financially. I paint a picture in my mind, and then we prototype it and develop it. Protecting discovery, understanding what matters, and painting pictures of the future-that’s how to be a successful CEO.“ (Quelle)

Panera Bread wurde 2017 von JAB Holding Company der Familie Reimann für ca. 7,5 Mrd. Dollar übernommen.

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