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Der chinesische Elektroauto Hersteller Nio hat einen interessanten Mix in seinen (Flagship Store?) Läden, dem Nio-House. Es wirkt wie ein Mix aus Showroom, Ikea Småland, Nespresso, Country Club, Coworking und Facebook. Sie zeigen damit Experimentierbereitschaft und gehen wahrscheinlich sehr genau auf Kundenbedürfnisse ein. Z.B. Die Kinder sind versorgt während eines länger andauernden Beratungs- und Entdeckungsgesprächs. Potentielle Firmenkunden können in Workshops direkt vor Ort am Objekt Kaufentscheidungen überlegen.

Erlebnis Auto elegant neu definiert

Die Marke wird langfristig positiv aufgeladen durch hochwertige Kurse und Veranstaltungen. Schaut man sich noch die anderen Optionen wie Nio Power und Nio Service an, dann fällt auf, dass die Firma das Thema Auto einfach mal elegant neu definiert hat mit seiner umfassenden Vision. Keine Ahnung, wie die Autos sind, aber gestalterisch wirken sie ansprechend.

Eindruck im Video

Einen Eindruck des Nio-House liefert das „60 Minutes“ Video:

Seit Jahren sind Vorschläge für ökologische Innovationen wie klimaschutzfreundliche Geschäftsmodelle, Produkte und Vorgehensweisen immer ganz oben in meinen Beratungsgesprächen. Häufig kommt ein Unverständnis oder Lächeln, sowie Bedenken. Mittlerweile kommt immer öfter ein „müssen wir vertiefen“. Es setzt sich das Einverständnis langsam durch, dass jede/r von uns etwas zu Klimaschutz beitragen muss. Und da bin ich der Meinung, besser wir tun das als Unternehmen freiwillig und sind Vorreiter, als dass uns der Markt nur zwingt und uns Gestaltungsraum nimmt. 

VW geht voran

Eine besondere Bewegung in diesem Bereich startet VW. Volkswagen will Vorreiter bei der CO2-freien Autoproduktion werden. Mit den neuen elektrischen ID Modellen wird auch eine CO2-neutrale Fertigung und Nutzung angestrebt. Neben einer großen Zahl an Maßnahmen, bedeutet das auch, dass das gesamte Zulieferer Netzwerk CO2 bilanzieren muss und die Produktion entsprechend umstellen muss. Da kommen Herausforderungen gerade auf die zu, die sich bisher noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben. Eine Klimabilanz für die Produktion ist der erste Schritt. Volkswagen hat die Zeichen der Zeit erkannt und geht voran, begleitet von anderen Autohersteller wie Mercedes und BMW. Im Zusammenspiel mit den Nutzern, ist dies ein weiterer Schritt, die Pariser Klimaziele zu erreichen und schlussendlich die Erde erträglich bewohnbar zu halten.

CO2-neutrale Produktion und Betrieb

Wird das Projekt „CO2-neutrale Produktion und Betrieb“ gleich 100% Erfolge erzielen? Nein natürlich nicht. Es kommt drauf an, sich auf den Weg zu machen. Haltungen durch Information und Vorgaben zu verändern. Andere mitreissen. Veränderungen anzustossen. Nachhaltige Lösungen etablieren. Teilerfolge erreichen. Ein starkes Ziel und Vision haben.

Autonomes Fahren ist eine der zentralen aktuellen Innovationen im Verkehr. Technologien, die hier entwickelt werden, werden auch in andere Bereiche übertragen. In diesem Beispiel auf Fähren.

Die meisten Autofähren fahren regelmäßig zwischen festen Punkten hin und her. Außer zu Reparaturen in der Werft und seltenen besonderen Anlässen verlassen sie diese feste Routine nie. Das macht sie zu einer idealen Plattform für den automatischen Betrieb. Die Prototypen werden noch von Menschen bei ihren zukünftig autonomen Fahrten begleitet. Gedacht ist aber, dass ein Mensch am zentralen Leitstand, zuständig für mehrere Schiffe, bei Problemsituationen eingreifen kann.

Aus der Nutzersicht macht es keinen Unterschied, ob ein Mensch oder eine Maschine die Fähre steuert. Spannend bleibt, zumindest für eine Übergangszeit, wie viele Menschen auf der emotionalen Ebene einen menschlichen Schiffsführer bevorzugen. Eine echte Herausforderung bleibt sicher auch das Be- und Entladen der Fähre, auch wieder ein weicher Faktor. Wer Bodenseefähren im Sommer kennt, weiß wovon ich schreibe.

Dauer 4:04 Min.

Weitere Artikel zu autonomen Fahren:




Autonomes (Mit-)Fahren ist schon möglich. Hier im Video eine Fahrt mit einem Google Waymo Taxi in Arizona miterleben.




Aral testet Schnelllader an der Tankstelle und zeigt eine Vision der Großstadttankstelle 2040. Es ist ein Strategieschritt weg vom Kraftstoff- zu einem Energielieferanten, sowie vom Shop zum Servicezentrum für mobile Menschen.

Neue Nutzung der Tankstellen könnten zudem sein:

  • Landeplatz für Flugtaxis (Volocopter!) auf dem Dach https://www.volocopter.com/de/
  • Austauschplatz für e-Bike und Scooter Akkus
  • Servicestation für autonome Fahrzeuge
  • Zentrale für Carsharing und Carpooling
  • Packstation
  • Coworking

Es ist ein Schritt in Richtung neues Geschäftsmodell. Kritiker könnten ihn als zaghaft bezeichnen. Aber eigentlich folgt er in kleinen Schritten dem Markt und der Nachfrage und scheint Lean Startup zu berücksichtigen.

Ich finde es gut, dass sich Tankstellenbetreiber an der Diskussion einer neuen Vision der Mobilität einbringen. Auch wenn mir der Energiemix der gezeigten Studie nicht gefällt.

Antriebsarten 2040

(c) Aral

Das muss einfach schneller gehen mit dem elektrischen Antrieb 🙂 Ich habe letztes Jahr darüber geschrieben, wie ein Quick Win erreicht werden kann über das große Netz der mittelständischen freien Tankstellen und der bewährten KFW-Mittelstandsförderung.




Viele Menschen glauben nur das, was sie sehen. Sie können dann schnell zu Verhinderer von Innovation werden. Das muss noch nicht mal sein, dass sie übermäßig mißtrauisch sind. Sie können oder wollen es sich nicht vorstellen, dass etwas Neues entsteht. Dass sich natürlicherweise Dinge ändern, getrieben von technologischen Neuerungen, gewandelten Nutzeranforderungen und neuen Rahmenbedingungen. Zukunft im Entstehen ist erstmal unsichtbar. Deswegen müssen wir mehr darüber reden und begreifbar machen.

Beispiel Elektromobilität: hier entsteht weltweit eine andere automobile Zukunft, die sich viele von uns nur schwer vorstellen können. Und die erstmal unsichtbar für die meisten ist. Dabei ist gerade im Bereich der Mobilität ein Mitnehmen der Gesellschaft wichtig.

Die Autoindustrie ist riesigen Umbrüchen unterworfen. In den letzten ca. 25 Jahren hat sich der elektrische Antrieb bei Autos (wieder) entwickelt. Nach fast drei Jahrzehnten in der Entstehung, soll die Elektromobilität, zum „Überraschungserfolg über Nacht“ zu werden. Die Industrie macht mittlerweile große Fortschritte in der Entwicklung, aber auch große Veränderungen durch. Alle großen Hersteller arbeiten intensiv und immer noch meist unsichtbar für die meisten potentiellen Händler (!) und Käufer an Elektroautos und deren Infrastruktur. 2019 kommen erste Modelle von den großen Herstellern, bis 2021 haben wir eine große Auswahl (weit über hundert Modelle). 2025 geht VW davon aus, dass bis zu 25% ihrer Neuwagen elektrisch angetrieben sind. Wenn ich das bei Gesprächen aufbringe, kommt häufig ein „das kann ich mir nicht vorstellen“. Obwohl Autohersteller Milliarden investieren (bspw. Baukästen wie BMW CLAR für z.B: BMW i4 und VW MEB für z.B. Golfnachfolger VW ID) und (endlich) Fakten schaffen, ist diese Zukunft der Elektromobilität aktuell noch kaum sichtbar.

Ich finde, das muss erlebbarer werden. Es gibt riesigen Informationsbedarf, reden wir mehr drüber! Und begeistern schon vor dem „Start“ mehr als nur die „Early Adopter“.

Kleines Beispiel? Fahrt im Tesla Model 3 erleben, inkl. Autopilot:




Der Strassenverkehr in Städten hat nicht dem Auto begonnen, auch wenn wir uns das heute kaum mehr vorstellen können. Die meisten Strassen unserer Städte entstanden ohne Kenntnis des PKW und wurden erst später angepasst an deren Bedürfnisse. Es muss nicht beim Status Quo bleiben, der Verkehr in Städten kann sich weiterentwickeln. Über viele Jahrzehnte entstand die heute bekannte Ordnung der Mobilität, in der das Auto den Ton angibt und andere Verkehrsteilnehmende sich meist dem fliessenden Verkehr unterordnen. Es sind aber auch Mittel entstanden, die den Verkehrsfluss besser steuern, wie Verkehrsregeln, -schilder und Ampeln. Aber auch Lösungen für das Miteinander, z.B. Zebrastreifen, Radwege, Fussgängerzonen, Bushaltestellen. Wie sehr sich Dinge in den letzten hundert Jahren verändert haben, zeigt exemplarisch das Video. Es zeigt dieselbe Fahrt durch San Francisco, heute und vor über hundert Jahren. Gefilmt wurde von einem der berühmten Cable Cars.

In der alten Aufnahme erleben wir einen wilden Mix der Verkehrsmittel auf der Strasse. Scheinbar ohne Regeln kreuzen Autos, Kutschen, Menschen die Spuren des Cable Cars, der Strassenbahn. Es stehen sogar Menschengruppen auf den Strassen, auf das Cable Car wartend – Autos nutzen die Gleise und fahren einfach um die Menschen herum. Ampeln oder Verkehrsschilder sind nicht zu sehen, es scheint Chaos zu herrschen. Und alle Menschen tragen Hüte.

Wie klappt das Miteinander im Strassenverkehr? Es wird sicher eine Menge Unfälle gegeben haben. In jedem Fall wird es nicht ohne, auch wütende, Zurufe gegangen sein. Das war auch möglich, weil keiner isoliert war von der Umgebung, geschlossene Autos gab es nicht. Alle sassen mehr oder weniger offen, so dass direkte Kommunikation möglich war. Zum Miteinander hat zudem beigetragen, dass die individuellen Geschwindigkeiten der Verkehrsmittel nahe beieinander lagen und eher niedrig waren.

Interessant auch, was sich nicht verändert hat. Ein Mix aus Verkehrsmittel bestimmt das Geschehen, damals und heute. Die Schienen definieren das Bild der Kamera. Viele Menschen sind zu Fuß unterwegs in der Stadt, auch in Gruppen.

Auf seine eigene Weise zeigt der Film eindrücklich die Möglichkeit von Veränderungen im Strassenverkehr. Es wird deutlich, dass Change möglich ist. Der Megatrend der Urbanisierung in Verbindung mit Smart City Entwicklungen bietet hier Anlass und Lösungsansätze der Mobilität. Bleibt die Frage an uns als Gesellschaft: Wie würde ein drittes Segment des Films aussehen, dieselbe Szene in hundert Jahren?

PS: Ein kleines „Easteregg“ enthält der Film auch: ab Minute 14:31 ist der Weihnachtsmann in Zivil am Embarcadero unterwegs :)