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Autonomes (Mit-)Fahren ist schon möglich. Hier im Video eine Fahrt mit einem Google Waymo Taxi in Arizona miterleben.

Aral testet Schnelllader an der Tankstelle und zeigt eine Vision der Großstadttankstelle 2040. Es ist ein Strategieschritt weg vom Kraftstoff- zu einem Energielieferanten, sowie vom Shop zum Servicezentrum für mobile Menschen.

Neue Nutzung der Tankstellen könnten zudem sein:

  • Landeplatz für Flugtaxis (Volocopter!) auf dem Dach https://www.volocopter.com/de/
  • Austauschplatz für e-Bike und Scooter Akkus
  • Servicestation für autonome Fahrzeuge
  • Zentrale für Carsharing und Carpooling
  • Packstation
  • Coworking

Es ist ein Schritt in Richtung neues Geschäftsmodell. Kritiker könnten ihn als zaghaft bezeichnen. Aber eigentlich folgt er in kleinen Schritten dem Markt und der Nachfrage und scheint Lean Startup zu berücksichtigen.

Ich finde es gut, dass sich Tankstellenbetreiber an der Diskussion einer neuen Vision der Mobilität einbringen. Auch wenn mir der Energiemix der gezeigten Studie nicht gefällt.

Antriebsarten 2040

(c) Aral

Das muss einfach schneller gehen mit dem elektrischen Antrieb 🙂 Ich habe letztes Jahr darüber geschrieben, wie ein Quick Win erreicht werden kann über das große Netz der mittelständischen freien Tankstellen und der bewährten KFW-Mittelstandsförderung.

Viele Menschen glauben nur das, was sie sehen. Sie können dann schnell zu Verhinderer von Innovation werden. Das muss noch nicht mal sein, dass sie übermäßig mißtrauisch sind. Sie können oder wollen es sich nicht vorstellen, dass etwas Neues entsteht. Dass sich natürlicherweise Dinge ändern, getrieben von technologischen Neuerungen, gewandelten Nutzeranforderungen und neuen Rahmenbedingungen. Zukunft im Entstehen ist erstmal unsichtbar. Deswegen müssen wir mehr darüber reden und begreifbar machen.

Beispiel Elektromobilität: hier entsteht weltweit eine andere automobile Zukunft, die sich viele von uns nur schwer vorstellen können. Und die erstmal unsichtbar für die meisten ist. Dabei ist gerade im Bereich der Mobilität ein Mitnehmen der Gesellschaft wichtig.

Die Autoindustrie ist riesigen Umbrüchen unterworfen. In den letzten ca. 25 Jahren hat sich der elektrische Antrieb bei Autos (wieder) entwickelt. Nach fast drei Jahrzehnten in der Entstehung, soll die Elektromobilität, zum „Überraschungserfolg über Nacht“ zu werden. Die Industrie macht mittlerweile große Fortschritte in der Entwicklung, aber auch große Veränderungen durch. Alle großen Hersteller arbeiten intensiv und immer noch meist unsichtbar für die meisten potentiellen Händler (!) und Käufer an Elektroautos und deren Infrastruktur. 2019 kommen erste Modelle von den großen Herstellern, bis 2021 haben wir eine große Auswahl (weit über hundert Modelle). 2025 geht VW davon aus, dass bis zu 25% ihrer Neuwagen elektrisch angetrieben sind. Wenn ich das bei Gesprächen aufbringe, kommt häufig ein „das kann ich mir nicht vorstellen“. Obwohl Autohersteller Milliarden investieren (bspw. Baukästen wie BMW CLAR für z.B: BMW i4 und VW MEB für z.B. Golfnachfolger VW ID) und (endlich) Fakten schaffen, ist diese Zukunft der Elektromobilität aktuell noch kaum sichtbar.

Ich finde, das muss erlebbarer werden. Es gibt riesigen Informationsbedarf, reden wir mehr drüber! Und begeistern schon vor dem „Start“ mehr als nur die „Early Adopter“.

Kleines Beispiel? Fahrt im Tesla Model 3 erleben, inkl. Autopilot:

Der Strassenverkehr in Städten hat nicht dem Auto begonnen, auch wenn wir uns das heute kaum mehr vorstellen können. Die meisten Strassen unserer Städte entstanden ohne Kenntnis des PKW und wurden erst später angepasst an deren Bedürfnisse. Es muss nicht beim Status Quo bleiben, der Verkehr in Städten kann sich weiterentwickeln. Über viele Jahrzehnte entstand die heute bekannte Ordnung der Mobilität, in der das Auto den Ton angibt und andere Verkehrsteilnehmende sich meist dem fliessenden Verkehr unterordnen. Es sind aber auch Mittel entstanden, die den Verkehrsfluss besser steuern, wie Verkehrsregeln, -schilder und Ampeln. Aber auch Lösungen für das Miteinander, z.B. Zebrastreifen, Radwege, Fussgängerzonen, Bushaltestellen. Wie sehr sich Dinge in den letzten hundert Jahren verändert haben, zeigt exemplarisch das Video. Es zeigt dieselbe Fahrt durch San Francisco, heute und vor über hundert Jahren. Gefilmt wurde von einem der berühmten Cable Cars.

In der alten Aufnahme erleben wir einen wilden Mix der Verkehrsmittel auf der Strasse. Scheinbar ohne Regeln kreuzen Autos, Kutschen, Menschen die Spuren des Cable Cars, der Strassenbahn. Es stehen sogar Menschengruppen auf den Strassen, auf das Cable Car wartend – Autos nutzen die Gleise und fahren einfach um die Menschen herum. Ampeln oder Verkehrsschilder sind nicht zu sehen, es scheint Chaos zu herrschen. Und alle Menschen tragen Hüte.

Wie klappt das Miteinander im Strassenverkehr? Es wird sicher eine Menge Unfälle gegeben haben. In jedem Fall wird es nicht ohne, auch wütende, Zurufe gegangen sein. Das war auch möglich, weil keiner isoliert war von der Umgebung, geschlossene Autos gab es nicht. Alle sassen mehr oder weniger offen, so dass direkte Kommunikation möglich war. Zum Miteinander hat zudem beigetragen, dass die individuellen Geschwindigkeiten der Verkehrsmittel nahe beieinander lagen und eher niedrig waren.

Interessant auch, was sich nicht verändert hat. Ein Mix aus Verkehrsmittel bestimmt das Geschehen, damals und heute. Die Schienen definieren das Bild der Kamera. Viele Menschen sind zu Fuß unterwegs in der Stadt, auch in Gruppen.

Auf seine eigene Weise zeigt der Film eindrücklich die Möglichkeit von Veränderungen im Strassenverkehr. Es wird deutlich, dass Change möglich ist. Der Megatrend der Urbanisierung in Verbindung mit Smart City Entwicklungen bietet hier Anlass und Lösungsansätze der Mobilität. Bleibt die Frage an uns als Gesellschaft: Wie würde ein drittes Segment des Films aussehen, dieselbe Szene in hundert Jahren?

PS: Ein kleines „Easteregg“ enthält der Film auch: ab Minute 14:31 ist der Weihnachtsmann in Zivil am Embarcadero unterwegs :)

Die Formula Student ist ein Konstruktionswettbewerb, in dem Teams von Studierenden national und international mit selbstkonstruierten Rennwagen gegeneinander antreten. Es gewinnt nicht das schnellste Auto. Bewertet wird die Gesamtheit aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. Es gewinnt das Team, welches es nicht nur technisch schafft, einen effizienten Rennwagen in einem Jahr auf die Räder zu stellen. Genauso wichtig ist die Präsentation eines überzeugenden Businessplan, sowie das Sponsoring auf die Beine zu stellen. Und seit einiger Zeit ist auch die Elektromobilität sowie autonomes Fahren eine eigene Disziplin. Über 500 Teams treten so jährlich weltweit gegeneinander an.

Was bringt diese Menschen dazu, zusätzlich zu ihrem Studium zu Höchstleistung aufzulaufen?

  • Teamwork: ein Formula Student Rennteam hat schnell 30-40 Mitglieder
  • Netzwerk: die Teilnehmenden bauen wertvolle Verbindungen auf, auch zu Autofirmen als potentiellen Arbeitgebern
  • Weiterbildung: die Szene bietet eine Reihe von Weiterbildungsangebote, das Wissen kann direkt in die Arbeit am Fahrzeug umgesetzt werden

Der wichtigste Kraftstoff ist aber die Leidenschaft für die gemeinsame Sache.

Viele kennen den bekannten Spruch von Derrick: „Harry fahre den Wagen vor“.

In diesem Vortrag vom KIT Karlsruhe zeigt die Abwandlung sehr intelligent eine neue Situation.

Mit autonomen Fahrzeugen – ohne Fahrer, denn aus Nutzersicht ist ja ein Taxi, Bus oder Straßenbahn und Zug auch autonom – verändern sich viele liebgewordene Gewohnheiten, oder drehen sich komplett um.

Wann fangen Sie an, bei Mobilität umzudenken?

„The mobility model we have today, will not work tomorrow.“

Bill Ford hat seine eigenen Ideen zur Zukunft der Mobilität. Er spricht im Interview mit David Rubenstein sowie in seinem TED Talk offen darüber. Bill ist nicht nur ein Ur-Urenkel von Firmengründer Henry Ford, sondern auch Aktionär des Unternehmens und hatte über die Jahre viele leitende Rollen inne. Er hatte sich schon sehr früh mit den Themen der Mobilität und Digitalisierung der Autoindustrie beschäftigt und seine Erkenntnisse auch aus der Arbeit mit Megatrends gewonnen. Im Aufsichtsrat von Starbucks und ebay hat er gelernt, mit Consumer Produkten neu umzugehen, sie anders zu handeln, aus der Kundensicht zu denken. Die disruptive Entwicklung in der Mobilität durch Megatrends wie Urbanisierung und ständige Konnektivität hat er schon früh zwischen den Fronten vermittelt. Im Interview gibt er an, dass er gelernt hat, nicht nur auf die Wettbewerber zu achten, wenn es um neue Entwicklungen gehe. Er habe verstanden, dass der neue Wettbewerb sich an jeder Ecke der Welt entwickeln könne und nennt u.A. Ridesharing Dienste.

In seinem TED Talk „A future beyond traffic gridlock“ verdeutlicht Bill Ford seine Denkweise.

„A traffic jam with no emissions is still a traffic jam“

Ergebnisse aus diesem Denken und Handeln: Insights from Ford’s City of Tomorrow im Video.

Ich finde, das Interview ist auch ein Beispiel für eine gelungene Unternehmensnachfolge. Mit einer eigenen Vision ausgestattet, sowie Charisma, Wissen und dem Wunsch, das Unternehmen, welches ihm viel bedeutet, weiter zu führen.