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Sobald ein Jahr zu Ende geht, gibt es einige Institutionen, die Trends des neuen Jahrs voraussagen. Trends und Megatrends sind wichtige Quellen für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und zukünftiger Produkte. Ich nutze sie als Teil meines Beratungskonzepts als Einstieg für individuelle Szenarien.

Hier sind Trends in 10 Bereichen von „The Future Laboratory“, einer in UK ansässigen Beratung im Kurzüberblick. Manche sind ohne den Kontext der Studie nur schwer greifbar, versuchen wir trotzdem eine Übersicht:

Beauty

  • Pflege und die Suche nach Perfektion
  • Mode-Vorreiter schauen auf die Transgender-Community
  • Pflegende statt schädigende Haarpflege und Make-up
  • Vermarktung von Schönheitsprodukte für Männer

Getränke

  • Getränke fördern die Gesundheit und liefern Energie
  • Veränderung der Bedeutung der Alkoholindustrie
  • Umgehen von Brands mit dem wachsenden Interesse an Marihuana

Mode

  • Besseres Verständnis für die Belastungen von Fast Fashion
  • Verbraucher, die sich zunehmend auf Digitales fokussieren statt auf Materialien
  • Darstellung digitaler Kleiderschränke
  • Maschine Learning zur Optimierung von realen Kleiderschränken

Ernährung

  • Ernährungssicherheit
  • Erweiterung der Landwirtschaft um Technologie
  • Rückkehr der Kohlenhydrate in den Speiseplan
  • Betonung des Geschmacks bei Nahrung
  • Alternative Landwirtschaft

FinTech

  • Finanzielle Unsicherheit und drohende Verschuldung treibt die Nachfrage von angepassten Bankprodukten
  • Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen und Vereinfachung der Nutzung beim bargeldlosen Bezahlen
  • Das Thema „Zahlungsverkehr“ wird greifbarer

Jugend

  • Fokus der „Generation Z“ auf sich selbst in Form von Pflegeprodukte und spirituelle Erfahrungen
  • „Generation Z“ in China steigt auf 312 Mio. Menschen

Gesundheit und Wellness

  • Mehr Kontrolle über die eigenen Fitness Tracking Daten, mehr Möglichkeiten, über diese Daten die Fitness zu verbessern
  • Technologische Fortschritte im Bereich der Sportkleidung und Fitnessgeräte

Luxus

  • Käufer von Luxusgütern verlangen nach Produkten mit sozialer Bedeutung, die breiter erreichbarer sind und Bewegungen unterstützen
  • Luxus Upcycling und unauffällige Produkte sollen der Wahrnehmung entgegenwirken, dass Luxusausgaben unangemessen sind

Einzelhandel

  • Daten treiben den Einzelhandel, ein smarter Einzelhandel entsteht, der mehr Verständnis seiner Kunden hat
  • Einkaufen wird noch personalisierter
  • Verbindung von Einzelhandel mitZustellung: Lösungen für die „letzte Meile“

Tourismus und Hotellerie

  • Kunden suchen zunehmend nach verändernden Reiseerlebnissen
  • Anbieter schaffen gemeinsame Erlebnisse von individuellen Alleinreisenden als Mittel gegen zunehmende Einsamkeit

Der „Future Forecast 2019 Report“ kann hier bestellt werden.

Weitere Trends und Voraussagen für 2019

Reden wir drüber, was das für Ihre Produkte und Geschäftsmodelle bedeutet.

Sobald ein Jahr zu Ende geht, gibt es einige Institutionen, die Trends des neuen Jahrs voraussagen. Trends und Megatrends sind wichtige Quellen für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und zukünftiger Produkte. Ich nutze sie als Teil meines Beratungskonzepts um Perspektiven zu entdecken Einstieg für Szenarien.

Voraussagen 2019 von Nesta

Hier die 10 Voraussagen von Nesta, einer in UK ansässigen Stiftung, die international im Bereich der Innovationsforschung, auch im sozialen Bereich, tätig ist.

1. RoboLawyers machen Rechtsberatung billig und unterhaltsam

AI/KI im Rechtsbereich wird zum Mainstream. Anstatt einen Anwalt vor Ort zu besuchen, könnten Sie bald von Ihrem Smartphone aus Arbeitsrechtklagen führen, Bescheide anfechten oder sich per App scheiden lassen

2. Zufälliger Ansatz für Innovationen

Die Innovationsfinanzierung wird zunehmend zufällig

3. Der TÜV für den Bauch

Das Jahr, in dem wir die Bakterien in unserem Darm besser kennenlernen

4. Die Mobilitätsrevolution gewinnt an Geschwindigkeit

Die Geschichte von assistiven Technologien wie dem Rollstuhl war eine allmähliche Entwicklung, aber 2019 werden wir den Keim einer Revolution sehen

5. Mit wem glauben Sie zu sprechen?

2019 fordern wir das Recht zu wissen, ob wir mit einem Menschen oder einem Roboter sprechen.

6. „Deepfake“ -Videos werden als Waffen eingesetzt

2019 wird das Jahr sein, in dem ein böswilliges „deep fake“ Video einen geopolitischen Vorfall auslöst

7. Der Anfang vom Ende der Prüfungen

2019 wird die künstliche Intelligenz kontinuierlich mit der Bewertung der Schüler beginnen, so dass Prüfungen zunehmend unnötig werden

8. Mit Superbugs leben

Im Jahr 2019 kennen wir alle jemanden mit einer medikamentenresistenten Infektion

9. Das weltweite Rennen beginnt, „City Brains“ zu bauen – Smart City

2019 werden Städte auf der ganzen Welt zum Schlachtfeld einer neuen Art von „Weltraumrennen“ werden, während China bei der Nutzung von AI zur Lösung urbaner Herausforderungen an die Spitze stößt

10. 2019 ist das Ende der Woche, wie wir es kennen

Das Konzept der fünftägigen, 40-stündigen Arbeitswoche ist bis zum Durchbruch gedehnt und 2019 wird das Jahr sein, in dem es sich endlich nachhaltig verändert

Ausführliche Erläuterungen sind auf der Nesta Webseite zu finden. Nesta zeigt auch, in welchem Umfang ihre 2018 Trend Voraussagen zugetroffen haben.

Weitere Trends und Voraussagen für 2019

Reden wir drüber, was das für Ihre Produkte und Geschäftsmodelle bedeutet.

Innovation im Strassenverkehr beschränkt sich nicht auf „Elektromobilität“ und „autonomes Fahren“. Geradezu disruptiv angesichts der Dominanz des Autoverkehrs in Städten ist das echte Nebeneinander zwischen von Autos, ÖPNV, Lieferfahrzeugen und Fahrrädern. Hier ein Beispiel für Verkehrswende im Video.

So wurde Amsterdam zur Fahrradfahrer Hauptstadt mit über 500 km Fahrradstrassen – ein „overnight success“, der Jahrzehnte gebraucht hat:

Recycling wird gerne, vor allem von Verbrauchern, als notwendiges Übel betrachtet – das Problem liegt ja schon in der Bezeichnung „Verbraucher“ bzw. „Konsument“. Bei Papier haben wir aber z.B. schon einen hohen Grad der Wiederverwertung, die aus Altpapier entstandenen Produkte sind normalerweise im Markt akzeptiert. Bei Plastik hat sich das Prinzip der Kreislaufwirtschaft noch nicht durchgesetzt, das Problem ist immer noch offen und produziert hochwertige Müllhalden, die fast nur noch durch Verbrennen beseitigt werden können. Vor allem die Sortenvielfalt beim Kunststoffabfall macht Probleme bei der Trennung.

Noch aufwändiger ist das Thema Kreislaufwirtschaft im Bereich der elektronischen Produkte. Das muss nicht gleich ein Computer sein. Schon in einfachen Anwendungen steckt heute eine Menge elektronischer Bauteile teilweise samt Akkus. Beispiele sind Spielzeuge, Fahrradtachos und -lampen, Armbanduhren, Hausgeräte, Waschmaschinen, Fernseher. Diese haben viele hochwertige Bauteile inklusive edler und rarer Metalle verbaut, meist sehr schwer zugänglich und schwer wieder trennbar. In einem Vortrag zu Nachhaltigkeit der Digitalisierung an der TH Nürnberg habe ich vor einiger Zeit Informationen zum Thema zusammengetragen. Es bleibt sehr schwer, zuversichtlich zu sein, angesichts der aktuellen Recycling Situation von elektronischen Bauteilen und dem starken digitalen Wachstum. Die hohe Geschwindigkeit der Digitalisierung kann m.E. aktuell nicht als nachhaltig bezeichnet werden, findet „digital“ doch erst so langsam seinen Weg in alle Bereiche unseres Arbeitens und Lebens. So richtig deutlich wird das beim Thema Smartphones: 2017 wurden laut Statista weltweit 1,5 Mrd. Geräte verkauft, davon 270 Mio. iPhones. Denkt man daran, dass solche hochwertigen Geräte bei ca. 50% aller deutschen Mobilfunknutzer automatisch alle zwei Jahre ausgetauscht werden, wird deutlich, dass wir hier vor großen Herausforderungen stehen, die Kreislaufwirtschaft vor allem im Elektronikbereich zu etablieren. Ökodesign ist zudem Gebot der Stunde.

Dies bietet Geschäftsmöglichkeiten: Je größer die Herausforderung, desto lohnenswerter die Chance. Das haben einige bereits erkannt, unter anderem Apple, die mit ihren Recycling Roboter Prototypen Liam und Daisy experimentieren. Für alle Hardware Nerds hier ein Video von Apples Daisy:

Auch Foxconn, der taiwainesisch/chinesisch Hersteller vieler Produkte von Apple und anderer Hardware Firmen mit ca. 1 Mio. Mitarbeitenden ist auf den Geschmack gekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auf Grund von neuer Gesetzgebung der chinesischen Regierung erfolgt, die das Problem erkannt hat. Wahrscheinlich werden sie auch von Apple und anderen Marken angeregt, das Thema zu lösen. Auf der Suche nach Technologien ist Foxconn auch in Baden-Württemberg fündig geworden und hat sich an der Elektronik Recycling Firma 4Square Return beteiligt. Der Mittelständler aus Holzgerlingen südlich von Stuttgart hat ca. 100 Mitarbeitende. Die Firma hat ihre langjährige Erfahrung genutzt, um ein Elektronik Recycling aufzubauen, aber auch um eine Unternehmensberatung in diesem Bereich zu gründen.

Geschäftsmodelle rund um das Recycling von elektronischen Bauteilen können sich entlang der gesamten Nutzungs- und Verwertungskette z.B. von Smartphones entwickeln. Dabei ist das eigentliche Hands-on-Zerlegen und Zurückführen der Rohstoffe natürlich ein zentraler Bereich. Wichtige Chancen bieten aber auch Logistikdienstleistungen, Finanzierungs- und Mietmodelle, Dienstleistungen vieler Art und natürlich Datenanwendungen, die den Prozess deutlich machen, Daten liefern und helfen, den Nutzungs- und Recyclingprozess zu steuern.

Wahrscheinlich müssen die Herausforderungen im Recycling an die Gesellschaft („Müllberge“) noch weiter steigen, damit das Thema bei uns endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die es braucht. Sowohl auf Nutzer Seite, als auch bei den Herstellern und den Gesetzgebern. Denn so, wie wir aktuell das Thema Digitalisierung Nachhaltigkeit angehen, werden wir nicht weit kommen, ein Umdenken ist notwendig. So wird der Megatrend Kreislaufwirtschaft noch etwas brauchen, bis er Fahrt aufnimmt, aber er ist schon am Laufen. Zwischenzeitlich beobachte ich Startups im Recycling Bereich und bin schon gespannt, was Festo und Co an Automatisierung anbieten werden.

Viele kennen den bekannten Spruch von Derrick: „Harry fahre den Wagen vor“.

In diesem Vortrag vom KIT Karlsruhe zeigt die Abwandlung sehr intelligent eine neue Situation.

Mit autonomen Fahrzeugen – ohne Fahrer, denn aus Nutzersicht ist ja ein Taxi, Bus oder Straßenbahn und Zug auch autonom – verändern sich viele liebgewordene Gewohnheiten, oder drehen sich komplett um.

Wann fangen Sie an, bei Mobilität umzudenken?

das iPhone startet 2007 die Smartphone Revolution..

Ich freue mich immer noch, wenn ich mich an diesen Moment erinnere, obwohl ich als damaliger „heavy mobile user“ seine Einschätzung über den Palm Treo nicht teile: Steve Jobs stellt das iPhone in 2007 vor. Das Apple Gerät war das erste Smartphone neuer Prägung (es gab schon vorher andere, wie den Palm Treo oder den Blackberry). Zusammen mit den vielen Google Android Geräten von HTC, Samsung und heute auch Nokia hat dieser Smartphone Typ nur ca. 5 Jahre gebraucht, bis fast jeder Amerikaner und Amerikanerin eines hatte und nur wenig mehr, bis es auch im Rest der Welt, sicher in Europa, so weit war. Zum Vergleich: das Festnetztelefon hat für dieselbe Verbreitung ca. 60 Jahre gebraucht.

.. und Smartphones in jeder Tasche sowie gute Mobilfunknetze starten die nächste Stufe der Digitalisierung

Die Kombination aus dem Smartphone in jeder Tasche und einem omnipräsenten, leistungsfähigen, bezahlbaren Mobilfunk Netzwerk hat alles verändert und in den Folgejahren die nächste Stufe der Digitalisierung gestartet: unsere Kommunikation, unsere Mobilität, unsere Art, zusammen zu arbeiten, einzukaufen, unsere Freizeit zu verbringen, unsere Art mit Maschinen zu kommunizieren. Und wir sind erst am Anfang.

Immer wieder sehenswert

Deshalb immer wieder neu sehenswert: Steve Jobs bei der iPhone Präsentation im Jahr 2007.