Design hat eine große Bedeutung für das zu entwickelnde Produkt, die weit über „klassische“ Designthemen wie Nutzbarkeit, Formen, Oberflächen und Farben hinaus gehen. So kommen kontinuierlich neue Aufgaben auf Designer und Designerinnen hinzu. Beispielsweise wurde durch Design Thinking die Beliebigkeit aus dem Design Prozess genommen und Designer direkt verbunden mit den (späteren) Nutzern der Produkte oder Dienstleistungen. Design Thinking wurde schnell eine echte Bereicherung des Innovationsprozesses.

Neue Materialien als Herausforderung für Designer

Eine weitere Herausforderung für Designer sind neue neue Materialien. Wir merken zunehmend, dass viele aktuell genutzte Materialien große Auswirkungen auf unseren Lebensraum haben und umweltschädlich sind. Das kann mit der Gewinnung der Rohstoffe zusammenhängen oder spätestens dann offensichtlich werden, wenn es um die Verwertung geht und ein Recycling nicht oder nur mit hohem Aufwand möglich ist. Viele unserer heutigen Materialien und Produktionsprozesse sind nicht geeignet für die Kreislaufwirtschaft (Circular Economy), die existentiell notwendig ist.

Verantwortung von Designer für Kreislaufwirtschaft

Im Designprozess nimmt die Materialauswahl eine große Bedeutung ein. Diese Auswahl erfolgt häufig noch ohne Kenntnisse der Nutzbarkeit in einem Materialkreislauf. Doch gerade am Anfang des Entwicklungsprozesses werden Entscheidungen getroffen, die langfristige Auswirkungen haben. Dieser Verantwortung müssen sich Designer und Produktmanager bewußt sein. Und sie brauchen dazu Informationen zu den Materialeigenschaften, der ökologischen Auswirkungen, der Verwertbarkeit. Und auch die Möglichkeit, auf die Materialauswahl, idealerweise auf deren Zusammensetzung, Einfluss zu nehmen.

Materialien brauchen Hintergrundwissen und Gemeinschaft

Wer hat schon selbst Materialien entwickelt? Werkstoffkunde ist schwierig. Und doch spielt sie eine entscheidende Rolle bei neuen Produkten. Eine Möglichkeit, sich in die Entwicklung von Materialien einzubringen, ist Materiom, eine Community Research Platform, deren Ziel es ist, über Materialien aufzuklären und gemeinschaftlich neue, alternative Werkstoffe zu erzeugen. Die Ergebnisse werden dann nach dem Open Source Prinzip unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht. Im Video zeigt die Materiom Gründerin Liz Corbin erste Ergebnisse. Sie stellt das Vorgehen im Rahmen der Circular Economy Innovationskonferenz DIF der Ellen MacArthur Foundation vor.

DIF: Reconnecting designers with their materials (11:04)

Algen als Grundlage für Kunststoffe und Textilfasern

Im Video besonders angetan, hat mir die Nutzung von Algen als Rohstoff für Kunststoffe und Textilien. Ein vorgestelltes Material ist ähnlich dem Ooho Konzept von Skipping Rocks Lab das Wasserflaschen zur Verpackung von Wasser überflüssig macht (Artikel). Das andere war eine Faser auf Algenbasis mit lederartigen Eigenschaften.

Ausblick Material Innovation

Es wird zunehmend notwendig, dass wir als Nutzer aber vor allem als Designer und Produktmanager Kenntnisse über die Materialien unserer Produkte entwickeln. Dies sollte dazu führen, dass wir die Varianten bevorzugen, die mit geringem Energie- und Rohstoffbedarf in ein Materialkreislauf System eingebracht werden können. Solche Material Innovationen können erstmal in gemeinschaftlicher Arbeit entstehen, ähnlich der Open Source Software Community, in der Hoffnung auf neue Ansätze und Konzepte von offenen Menschen. Die Creative Commons Lizenz oder ggf. andere Lizenzmodelle, die eine Monetarisierung der gemeinschaftlichen Erfinderleistung ermöglichen helfen dann, das Material weiter zu entwickeln und zu verbreiten.

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