WirvsVirus – ein Mega-Hackathon bringt Menschen zusammen für COVID-19/Corona-Lösungen

In der letzten Woche ist etwas Besonderes passiert. Über 42.000 Menschen haben sich seit Montag zusammengefunden, um schlussendlich von Freitag bis Sonntag (20.-22.3.2020) Abend in einem Hackathon gemeinsam Projekte und Lösungen für Themen gegen den Coronavirus zu erarbeiten. Eine spannende Geschichte darüber, dass wir auch kurzfristig viel gemeinsam realisieren können. Auch remote von zu Hause aus.

Der WirvsVirus Hackathon ist ein Musterbeispiel, wie Innovation ablaufen kann.

Getragen wurde die Veranstaltung von der Bundesregierung, die auch eigene Fragestellungen mitgegeben hat. Besonders ist aber, wie die diese Veranstaltung, der bislang größte Hackathon überhaupt, entstanden ist (weitere Informationen zB hier bei der FAZ).

Hier eine kurze Chronologie:

  • Vorletztes Wochenende hat ein Coronavirus Hackathon in Estland stattgefunden
  • Einer der WirvsVirus-Organisatoren hat über einen Newsletter am Sonntag Abend davon gehört
  • Er hat mit einer Kollegin darüber gesprochen, ob so etwas in Deutschland auch machbar wäre und sie Interesse hätte, dabei zu sein
  • Sie haben weitere Freund in ihrem Umkreis angesprochen und hatten Montag Abend ein Kernteam zusammen, sowie ein kurzes Konzept
  • Dienstag haben sie das Konzept weiter ausgearbeitet und Kontakt zum Bundeskanzleramt aufgenommen
  • Mittwoch hat die Bundesregierung in der Kabinettssitzung grünes Licht gegeben (das war unglaublich schnell!!!)
  • Donnerstag und Freitag ging dann für die Organisation drauf, es waren mindestens 100 im Team zum Start am Freitag Abend.

Das WirvsVirus Orga-Team und alle Projektteams haben remote zusammengearbeitet. Die meisten kannten sich vorher nicht. Ergänzt wurden sie durch ehrenamtliche Mentoren, ich habe mich auch eingebracht und war für unzählige Teams von Freitag Mittag bis Sonntag Abend im Einsatz.

Ergebnis in Zahlen

Gleichzeitig die Abfolge und Inhalte eines Innovationsprozesses:

  • 1 externes Event/Information als Anstoß
  • 1 aufmerksamer Mensch, der die Initiative ergriffen hat
  • ca. 5-7 Personen, die bereit waren, gemeinsam Wege zu überlegen
  • 1 Sponsor mit echtem Interesse (hier die Bundesregierung)
  • 1-3 Innovationsmethoden
  • 100 Orga-Team Mitglieder
  • Aktive Kommunikation & Tools
  • 43.000 Anmeldungen
  • 1900 Pat:innen für Herausforderungen 
  • 2900 Mentor:innen
  • 48 Stunden Konzept & Programmieren
  • 27.000 aktive Nutzer:innen auf der Plattform
  • 13.000 Profile bei Devpost
  • 1.500 eingereichte Projekte (Playlist der Pitchvideos)
  • 100 Projekte aus den Ministerien
  • 464.866 Slacknachrichten (24.3.20 – and counting…)

Die Organisatoren

Schirmherrschaft: Die Bundesregierung 

Der #WirVsVirus Hackathon ist der Hackathon der Bundesregierung und steht unter der Schirmherrschaft des Chefs des Bundeskanzleramtes Prof. Dr. Helge Braun.

Ausgewählte Projekte, die ich als Mentor betreut habe

Ayouto – Online-Sprechstunden mit Psychologen*innen & zertifizierten Coaches

Die Corona-Krise bringt Menschen an ihre Grenzen. Therapieplätze sind analog & ausgebucht. Ayouto hilft in Akutsituationen durch Online-Sprechstunden mit Psycholog*innen & zertifizierten Coaches.

LoCorona

Web-App für Bürger, Krankenhäuser und Testzentren zur schnellen patientenzentrierten Erfassung medizinischer Daten und zur intelligenten Vermeidung regionaler Kapazitätsengpässe.

Analoge Unterstützung: Hilfstelefon

Wie können wir Offliner in einer Zeit von social distancing mit der Online-Community verbinden? Indem wir das Telefon zum Browser umwandeln!

Tools, die verwendet wurden

Die vielen Teams haben unzählige Tools dann noch individuell ausprobiert und eingesetzt. Sehr beliebt: Zoom für Videokonferenzen. Für mein Onlinecoaching habe ich seit Jahren Zoom gerne im Einsatz. 

Wie gehts weiter mit WirvsVirus?

Vieles ist aufgrund der Kurzfristigkeit im Ideenstatus. Die Organisatoren haben Ideen für nächste Schritte. Dazu gehören eine Prämierung von herausragenden Projekte sowie unkomplizierte Förderung von Teams, die ihr Projekt weiter vorantreiben wollen. Die Bundesregierung wird auch darüber beraten und Angebote machen. Sie bzw. verschiedene Ministerien hatten über 100 Challenges selbst eingereicht. Interessierte können sich noch online einbringen für weitere Schritte.

Schirmherr Prof. Dr. Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramtes

Kriterien für die Prämierung werden sein:

  • Gesellschaftlicher Mehrwert: Mehrwert, den die Lösung der Gesellschaft bringt. Hier zählt auch, ob die Lösung Open Source ist, sodass andere darauf aufbauen können. Wie vielen Menschen hilft die Lösung und wie sehr? Wie sehr trägt die Lösung zur Open-Source-Community bei?
  • Innovationsgrad und Kreativität der Lösungsidee sowie des beabsichtigten Ansatzes oder der Technologie, mit der die Lösung implementiert wird. Gibt es bestehende oder ähnliche Lösungen? Wie unterscheiden sie sich von dieser?
  • Skalierbarkeit der Lösung, wenn sie implementiert und realisiert wird. Was ist der erwartete Bedarf? Wie viele Menschen sind betroffen und profitieren von der Lösung? Wie viele können es benutzen oder sind bereit, dafür zu zahlen.
  • Fortschritt, der im Hackathon erzielt wurde. Dabei gilt: gut dokumentierte Zwischenstände, auf die aufgebaut werden kann, sind besser als möglichst viel Code. Was habt ihr in den letzten 48 Stunden geschafft? Wie gut lässt sich darauf aufbauen?
  • Verständlichkeit des Projekts und welche Herausforderung mit der Lösungsidee wie gelöst werden soll, einschließlich der Gruppe an Menschen die betroffen ist und profitieren würde. Wie gut ist die Lösung kommuniziert und dokumentiert?

Mein persönliches Fazit des WirvsVirus Hackathon

Ich habe mich gerne ehrenamtlich eingebracht. Teams, die remote an Projekten arbeiten, sind mir nicht neu, meine Workshops und Coachings biete ich seit Jahren auch remote an. Gerade für remote Companies/verteilte Unternehmen. So war ich von Freitag Nachmittag bis Sonntag Abend für unzählige Teams Ansprechpartner als Mentor “für die Fragen nach den Fragen” und konnte vielen gerade am Anfang ihrer Projekte helfen, ihre Produktvision zu finden und das Projekt zu definieren. Das hat mir sehr viel Freude gemacht, ich lerne jedes Mal wieder dazu. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht. In jedem Fall haben sich Tausende junger Menschen kennengelernt, etwas gemeinsam auf die Beine gestellt. Und das Gefühl gestärkt, etwas bewegen zu können. Ein wichtiges Ergebnis haben wir definitiv: nämlich wieder ein Beispiel dafür, dass eine leane Produktentwicklung mit Sprints eine gute Innovationsmethode ist und auch viele Menschen zu Ergebnissen bringen kann.

Danke!

Großen Dank an die Organisatoren und Organisatorinnen, Ihr habt viel bewegt mit Eurer Bereitschaft, einfach Dinge anzupacken. Das war Social Entrepreneurship at it’s best!

“Großen Dank an die #WirvsVirushack Organisatoren & Organisatorinnen, Ihr habt viel bewegt mit Eurer Bereitschaft, einfach Dinge anzupacken. Das war #SocialEntrepreneurship at it’s best!”

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Klaus Reichert

Klaus Reichert

Mit dem Innovationscoaching begleite ich engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer dabei, ersthaft eine nachhaltige Zukunft für ihr Unternehmen, seine Menschen & Leistungen zu entwerfen & umzusetzen – kreativ, gemeinsam, smart

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Dr. Klaus Reichert

Unabhängiger, kreativer & konstruktiver Vision zu Innovation Coach / ex-Architekt/Pilot/Tech-Gründer / Calder/Giacometti/Technik-Museum Fan

Über 20 Jahre Erfahrung in der kreativen Innovationsberatung, bei digitalen und realen Innovationsprojekten. 79+ Projekte als Coach, Unternehmensberater, Beirat und Interim Manager in den Bereichen Telco, Technologie, Digital, Software, Produktion, Pharma, Bau. Beratene Unternehmen zwischen 228.000 und 1 MA. Praxisnahe Leistungen für mittelständische Unternehmen.

Als Innovation Coach bin ich unabhängiger externer Gesprächspartner mit Impulsen und dem oftmals so wichtigen erfahrenen Blick von außen.

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