Atom Katastrophe, nicht nur in Japan

In diesen Tagen muss man an die Katastrophe in Japan denken und an die betroffenen Menschen. Erstaunlich ist dann aber schnell die Haltung hierzulande: “Japan ist weit weg, wir kriegen nichts von der verstrahlten Wolke ab”. Dieses Verhalten ist menschlich, aber nicht konstruktiv. Kein Mensch kann die Verantwortung für Atom Katastrophen übernehmen, keine Versicherung bezahlen. Niemand kann aber auch verantworten, dass weiterhin unwiederbringliche Rohstoffe wie Kohle, Gas und Öl für die Energieerzeugung, Strom und Wärme, verheizt werden. Studien sehen Umstiegsszenarien vor, die gewollt werden müssen. Und bezahlt werden, denn es sind riesige Investitionen nötig. Das sind nicht nur Kraftwerke (mit regenerativen Energiequellen), sondern auch leistungsfähige und intelligente Netze (“smart Grids”). Nicht zu vergessen effiziente und energiesparende Geräte, Beleuchtungen, Wärmedämmungen, Heizungen etc.

Die Basis und der Anfang sind wir aber selbst: mit dem eigenen Verhalten bestimmen wir unseren Energieverbrauch. Nur durch leichte Verhaltensänderungen können schon beachtliche Mengen Energie eingespart werden. Mit größeren Änderungen schaffen wir noch mehr. Stichworte sind “Regionalität”, “Konsum mit Fokus auf Qualität statt Quantität”, Klasse, statt Masse. In jedem Fall eine Abkehr von der “Geiz ist Geil” Mentalität. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass all das auch erst einmal gigantische Mengen an Energie benötigt. Gerade um dezentrale Strukturen aufzubauen, in die Fläche zu gehen, muss viel gebaut und unterhalten werden. Diese kommt in Deutschland aktuell zu 30% aus Atomkraftwerken.

Das fällt mir als Lösung ein: Sparen wir Energie und investieren massiv in regenerative Quellen, Effizienztechnik und Smart Grids, damit endlich alle Kernkraftwerke abgeschaltet werden können und weder Kohle, Gas noch Öl verheizt werden müssen. Wir hinterlassen wider besseren Wissens unseren Kindern, Enkeln und deren Kinder schon unsere Schulden. Ist eine nachhaltige und auf nachfolgende Generationen ausgerichtete Gesellschaft keine starke Vision?

Repost, ursprünglich 2011 erschienen

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