Laut statistischem Bundesamt haben sich die internen Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der deutschen Wirtschaft (Innovation) zwischen 1985 und 2011 fast verdreifacht und lagen im Jahre 2011 bei 50 327 Millionen Euro. Innovative Firmen geben um 10% ihres Jahresumsatzes für Forschung, Entwicklung und neue Produkte aus. “Innovationen sind wesentlich für den Erfolg eines Unternehmens”, betont Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft: „Es gelingt uns, aus Geld Wissen zu machen, wir müssen aber aus dem Wissen wieder Geld machen.“

Doch was versteht man heutzutage unter dem Begriff Innovation?

Sicher gehören dazu Forschungs- und Entwicklungs-Aufgaben und schöpferische Tätigkeiten, welche gezielt und plangemäß erfolgen, um das Wissen zu vertiefen oder zu neuen Kenntnisse zu gelangen. Dabei muss allerdings ein nennenswerter Anteil an Weiterentwicklung vorhanden sein, um als Innovation angeführt werden zu dürfen. „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“, so lautet ein Zitat von Henry Ford, dem Begründer der modernen Fahrzeugfertigung. Ohne seinen Forschungsdrang und dem steten Wunsch, Bestehendes zu verändern, wäre er wohl nie zum Pionier der Fließbandfertigung für PKW geworden.

Innovationen tragen maßgeblich in einer Volkswirtschaft dazu bei, dass wirtschaftliches Wachstum stattfindet und damit auch verknüpft Beschäftigung gewährleistet ist. Dabei ist es in erster Linie nicht – wie man meinen könnte – von wesentlichem Belang, viel Geld zu investieren, um entsprechend innovativ am Markt auftreten zu können. Erfolgsversprechende Innovationen kommen häufig aus den Unternehmen selbst, intern, und können nicht einfach eingekauft werden. Das wesentliche Kapital der Unternehmen sind ihre Beschäftigten und ihre Partner, deren Ideen es aufzugreifen, weiter zu entwickeln und umzusetzen gilt. Durch methodisches Innovationsmanagement, zum Beispiel dem Bereitstellen von Anlaufstellen für die Ideen der Mitarbeiter, Kooperationspartner und Kunden, erschließen Unternehmen wesentliche Innovationspotentiale. Wie Unternehmen dies erfolgreich einsetzen können oder wo es Chancen zu ergreifen gilt, damit beschäftigte ich mich in der Beratung und in der letzten Studie. Darin wird unter anderem aufgeführt, welche wesentlichen Verbesserungsmöglichkeiten deutsche Unternehmen in punto Innovationsfähigkeit haben und wie Potentiale optimal genutzt werden können.

Europäischer Vergleich

Im europäischen Vergleich gehörte Deutschland mit 2,82 % des BIP bis 2009 neben den nordischen Ländern wie Dänemark, Schweden und Finnland zu den Spitzenreitern bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Allerdings beinhaltete dieser Wert auch die Ausgaben der staatlichen Hochschulen auf diesem Sektor, der sich in den vergangenen Jahrzehnten vervierfachte.

Betrachtet man Deutschland nicht in seiner Gesamtheit, sondern in Bundesländer unterteilt, zeigt sich ein überraschendes Bild: Auf Platz 1 des Innovationsindex 2014, der die erfolgreichsten Länder und Regionen in der EU auflistet, findet sich Baden-Württemberg vor Bayern und der Île de France. Innerhalb Baden-Württembergs widerum ist die Region Stuttgart auf Platz eins, die Region Bodensee-Oberschwaben auf Platz sechs.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg, so heißt es, könne man alles außer Hochdeutsch. Besonders gut, so belegen diese Zahlen, kann man offensichtlich Neues erdenken und das funktioniert offenbar auch sehr gut auf Schwäbisch, Badisch oder Alemannisch.