Apple HomePod Ökosystem

Homepod Mini zeigt den Sieg eines Ökosystem & UX

Wir haben jetzt einen Apple Homepod Mini. Einen “Smartspeaker” – intelligenten Lautsprecher – wie er schon in vielen Haushalten steht. In Form des Google Home, Amazon Echo und allen ihren Abwandlungen. Manche mit Display, meistens jedoch ohne. Und an diesem Beispiel wird der Sieg des Ökosystems und UX deutlich.

Die eigentlichen Geräte als “smart” zu bezeichnen, ist stark übertrieben. Denn die Intelligenz sitzt ja davor🙂 Im Ernst, natürlich kommt die Intelligenz aus dem Netz mit den verschiedenen proprietären und nicht miteinander verbundenen Systemen wie Amazons “Alexa”, Googles “Assistant” und eben Apples “Siri”.  Alles Ansätze, die Maschinen/Software Kombinationen im Hintergrund mit einem von Menschen verständlichen und akzeptierten Antlitz zu versehen. Ich möchte hier nicht auf die Unterschiede und Vorzüge der verschiedenen Angebote eingehen. Denn es geht mir um einen anderen Aspekt.

Das Ökosystem gewinnt

Wirklich wichtig ist nicht der einzelnen Lautsprecher, das einzelne smarte Gerät. Er ist notwendig mit seinen Ein- und Ausgabeelementen und steht für uns als Symbol im Raum. Ohne das dahinterliegende System wäre es nur ein “Ding”, mit teilweise sehr aufwändigen Lautsprecher Kombinationen. Denn es ist schon erstaunlich, wie gut diese kleinen Dinger Musik spielen können. Der Schlüssel zu Homepod (oder Alexa) liegt im dahinterliegenden Ökosystem. Das “Betriebssystem”, die verbundenen Anwendungen, Datenbanken und Schnittstellen. Und den anderen Geräten in diesem Verbund auf unserer Seite. Dazu gehören die omnipräsenten Smartphones, Laptops, Tablets und PCs. Und natürlich Kameras und Sensoren aus dem Smart Home Bereich. Wir haben viele Möglichkeiten geschaffen, über die Zeit hinweg, Alexa, Siri etc. zu zeigen, wer wir sind, was wir mögen. Wie unsere E-Mail Adresse lautet und unser Passwort. Somit wird es ganz einfach, gerade Geräte ohne eigenen Bildschirm in Betrieb zu nehmen. Bei unserem Apple Homepod Mini hat es ca. 40 Sekunden gedauert. Es lief genauso, wie auf den drei mitgelieferten Abbildungen vorgegeben war. Und es war eine nahtlose Erfahrung. Die allerdings auch mein iPhone, dessen Kamera und die eingebauten Apps einbezogen haben. Und vor allem die Apple Funktion, die es erlaubt Passwörter bzw. deren Möglichkeiten und damit das einmal gezeigte Vertrauen auf andere Geräte zu übertragen. So wird in diesem kurzen Vorgang natürlich das WLAN Passwort dem Gerät zur Verfügung gestellt und in meinen Apple Account integriert. Ein solcher Vorgang ist nur mit diesem Ökosystem so einfach möglich. Ich hatte in meiner früheren Tätigkeit als Produktmanager viele Situationen, in denen wir genau dieses Problem lösen mussten: wie können die Kunden möglichst einfach das Gerät starten und einbinden. Und fast immer hat dieses Öko-System gefehlt. Diese einfache Nutzung anderer Geräte für weitere Aufgaben (wie das Eingeben oder Anzeigen von Nutzerdaten), ermöglicht hat. Das ist übrigens genau das Problem, welches gerade auch alle Autohersteller wieder haben, die Software für ihre Fahrzeuge unabhängig (mit nur geringer Interaktion zu anderen Ökosystemen) aufbauen. Und alles rein über das Fahrzeug machen wollen.

Eine gute User Experience trägt entschieden dazu bei

“Schöne” Geräte mit gutem UI sind zwar wichtig, aber vollkommen unerheblich über einen längeren Zeitraum. Mir fällt ad hoc der Pono Musik Spieler ein oder Loewe Fernseher. Beides waren/sind aussergewöhnliche Geräte. Aber in keiner Weise verbunden mit einem Ökosystem, welches Mehrwerte nicht nur in der Bedienung geliefert hat. 

Das Interface des Homepod Mini ist nicht wirklich das Gerät selbst. Es sind die vielen Apps und Geräte, die damit verbunden sind. zB möchte kein Mensch lange Suchergebnislisten vorgelesen bekommen. Das ist besser dann auf dem Bildschirm des iPhone oder iPads angezeigt und weiter nutzbar. Das Interface des Homepod Mini sind Apps wie Apple Musik, die Erinnerungen App usw. So entsteht echter Mehrwert für die Nutzung des Ökosystems.

Nicht zu vergessen: die Bedeutung der Zeitachse

Die Entwicklung über die Zeitachse hat große Bedeutung. Der meist entschuldigende Spruch “Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut” trifft hier tatsächlich zu. So ein Öko-System entsteht ja nicht über Nacht. Am Anfang steht unter Umständen erstmal ein Gerät ohne große Strategie. Ein Experiment. Ein Konzept, die Idee, dass Menschen mit Sprache mit ihrem Computer interagieren wollen. Verlässlich. Über weitere Experimente formt sich dann das Ökosystem über die Zeit. Und auch “Siri” als System hat noch einen vor sich. Aber auch schon viel erreicht…. 

Agile UX

Schnell vergessen wird, dass auch das Design und die User Experience agil sein müssen. um sich schnell an die Entwicklung anpassen zu können bzw. diese zu bestimmen. “Design” oder “User Experience” ist nicht nur einmal gemacht, sondern muss gerade im Kontext des Öko-Stems laufend weiterentwickeln. “Wahrheiten” die dann verbreitet werden sind schnell ohne Bedeutung durch den technischen Fortschritt oder das positive wie negative Nutzerlebnis. Hier kommt die agile UX ins Spiel. Und zwingt gerade Designer und Produktmanager mit Methoden wie Design Thinking oder Lean Startup ihre bisherigen Erkenntnisse schnell weiter zu entwickeln und umzusetzen.

Wie macht ein Maschinenbau Unternehmen seine Produkte smart?

Was heisst das für ein Unternehmen, welches seine Hardware wie Maschinen und Autos “smart” machen will oder muss?  Die Kernerkenntnis ist: es ist nicht die Maschine, die smart ist. Die Intelligenz liegt im Öko-Systems und auch bei den Nutzern. Der Schwerpunkt sind dabei Interaktionen mit anderen Geräten, Systemen und Diensten – die Schnittstellen. Und die gute Unterstützung der Ziele des Nutzers durch eine geeignete UX, die auf unkomplizierte Umsetzung und nicht auf “Expertensysteme” setzt. Die es schafft, die Komplexität mancher Aufgaben zu vereinfachen ohne deren Bedeutung zu ignorieren.

Was passiert mit unserem Homepod?

Da bin ich selbst schon gespannt. Die Interaktion und Kombination mit unseren anderen Geräten und Diensten im Smart Home werden sicher spannend. Ich erwarte vielfältigste Nutzung und so einige Experimente (ein spannender Youtube Kanal zu Smart Home ist Spiel und Zeug im dem Andreas Dantz das Thema trocken humorvoll angeht. Aktuell zeichnet es sich ab, dass wir weitere Homepods anschaffen. Die Bedienung ist eben zu einfach, vor allem für Musik, Aufgaben und kurze Recherchen. Oder um Lichter zu steuern.

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1 Kommentar zu „Homepod Mini zeigt den Sieg eines Ökosystem & UX“

  1. Ralph Bassfeld

    Wir haben ein Stereopaar HomePod mini im Wohnzimmer. Von der Lautstärke und Klang reicht das völlig aus. Die grossen HomePod sind mit dem Apple TV verbunden und können nun Dolby Atmos in Kinoqualität abspielen.

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Dr. Klaus Reichert

Unabhängiger, kreativer & konstruktiver Vision zu Innovation Coach / ex-Architekt/Pilot/Tech-Gründer / Calder/Giacometti/Technik-Museum Fan

Über 25 Jahre Erfahrung in der kreativen Innovationsberatung, bei digitalen und realen Innovationsprojekten. 89+ Projekte als Coach, Unternehmensberater, Beirat und Interim Manager in den Bereichen Telco, Technologie, Digital, Software, Produktion, Pharma, Bau. Beratene Unternehmen zwischen 228.000 und 1 MA. Praxisnahe & geförderte Leistungen für mittelständische Unternehmen.

Als Innovation Coach bin ich unabhängiger externer Gesprächspartner mit Impulsen und dem oftmals so wichtigen erfahrenen Blick von außen.