Wie kommen Maschinendaten aus der Werkshalle ohne Umwege in die Analyse? In Episode 153 des Smart Innovation Podcast spricht Klaus Reichert mit zwei Experten über das Transferforschungsprojekt Easy Data. Das Ziel: Ein Werkzeug zu schaffen, mit dem auch Nicht-Programmierer die IT-Infrastruktur ihrer Produktion durch einfaches „Aufmalen“ auf Fotos ihrer Anlagen konfigurieren können.
Wir beleuchten, wie die Verbindung von Software-Expertise und Maschinenbau-Know-how Wirkung entfaltet und warum ein agiles Förderkonzept des Niedersächsichen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) den Transfer von der Forschung in die Praxis beschleunigt.
Die Themen im Überblick:
- Die Daten-Lücke: Warum viele Unternehmen zwar Daten sammeln, diese aber oft nutzlos sind, weil Kontext und Qualität fehlen.
- Easy Data – Der visuelle Ansatz: Wie man per Drag-and-Drop Datenpunkte markiert und daraus automatisch IT-Konfigurationen generiert.
- Open Source als Motor: Warum das Projekt auf offene Quellcodes setzt, um die anwendungsbezogene Reichweite im Mittelstand zu erhöhen.
- Agile Transferforschung: Einblicke in ein ungewöhnliches Förderkonzept des MWK Niedersachsen, das auf 60-Sekunden-Pitches und einjährige Laufzeiten setzt und von Startup Methoden inspiriert ist.
- Zukunftsausblick: Von der Datenvisualisierung zur automatisierten Demontage in der Kreislaufwirtschaft und Augmented Reality an der Maschine.
Gesprächspartner:
- Dr. Jörg Walter: Experte für Informatik am OFFIS – Institut für Informatik, assoziiert mit der Universität Oldenburg.
- Sebastian Blankemeyer: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am MATCH (Institut für Montagetechnik und Industrierobotik) der Leibniz Universität Hannover.
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Übersicht
Mit Easy Data einfach Maschinendaten einfach „aufmalen“ und nutzen:
Das Kernproblem: Datenfriedhöfe und Barrieren
Viele Unternehmen glauben, sie hätten bereits alle Daten – doch oft sind diese unvollständig, ungenau oder schlicht nicht nutzbar. Besonders in inhomogenen Maschinenparks mit alten Anlagen (Retrofit) fehlt oft der einfache Zugang.
Die Lösung: Easy Data
- Visueller Ansatz: Anstatt Code zu schreiben, können Nutzer Datenpunkte einfach auf einem Foto ihrer Anlage markieren („Annotationen“).
- Automatisierung: Eine Software-Schicht im Hintergrund generiert daraus automatisch die benötigte IT-Infrastruktur und synchronisiert die Datenströme.
- Kommunikationstool: Das Tool dient als Brücke zwischen Management (Bedürfnisse) und Technikern (Umsetzung).
Innovation durch Kooperation und Transfer
Das Projekt zeichnet sich durch ein besonderes Förderkonzept des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur aus:
- Einjähriges Transferprojekt: Fokus auf Praxisreife statt reiner Grundlagenforschung.
- Vernetzung: Zusammenarbeit von Informatik (OFFIS) und Maschinenbau (MATCH) sowie verschiedenen „Zukunftslaboren“.
- Open Source: Die Software soll frei verfügbar gemacht werden, um den Impact in der Wirtschaft zu maximieren.
- Pitchverfahren für Forschungsförderung: Auswahl auf Basis von Startup Methoden
Drei Tipps für erfolgreiche Forschungsprojekte (aus dem Gespräch):
- Präziser Zeitplan: Bei kurzen Laufzeiten (12 Monate) muss jeder Schritt sitzen.
- Nutzenlücke schließen: Den Mehrwert für Unternehmen klar herausarbeiten – wo drückt der Schuh im Betrieb wirklich?
- Frischer Blick: Nach der Grundlagenforschung kritisch prüfen: Was von den Ergebnissen ist für die Praxis am attraktivsten?
Links
- OFFIS Institut für Informatik / Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
- Institut für Montagetechnik (match) / Leibniz Universität Hannover
- Niedersächsiches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK)
- Zukunftslabore Niedersachsen / Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN)
- Zukunftslabor an berufsbildenden Schulen
- Zukunftslabore Klima
- Zukunftslabor Produktion
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