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Smart City ist ein Markt von 225 Mrd. USD bis 2026. Es wird sich viel tun in den Städten. Aber sind wir auf dem richtigen Weg? Ich habe als Experiment bei der Google Bildersuche das Stichwort „Smart City“ eingegeben und musste sehr lange scrollen, um ein Bild mit dem Symbol eines Menschen zu sehen. Smart City Plattformen und Anbieter zeigen überwiegend große Städte, häufig bei Nacht, mit futuristischen Gebäuden und Cloud Symbole. Keine Menschen. Als ob eine Stadt nur eine Ansammlung von Gebäuden um beleuchtete Schnellstrassen herum ist. Das ist an der Lebenswirklichkeit vorbei. Sind es dann auch die Smart City Strategien, Planungen und Produkte?

Der Strassenverkehr in Städten hat nicht dem Auto begonnen, auch wenn wir uns das heute kaum mehr vorstellen können. Die meisten Strassen unserer Städte entstanden ohne Kenntnis des PKW und wurden erst später angepasst an deren Bedürfnisse. Es muss nicht beim Status Quo bleiben, der Verkehr in Städten kann sich weiterentwickeln. Über viele Jahrzehnte entstand die heute bekannte Ordnung der Mobilität, in der das Auto den Ton angibt und andere Verkehrsteilnehmende sich meist dem fliessenden Verkehr unterordnen. Es sind aber auch Mittel entstanden, die den Verkehrsfluss besser steuern, wie Verkehrsregeln, -schilder und Ampeln. Aber auch Lösungen für das Miteinander, z.B. Zebrastreifen, Radwege, Fussgängerzonen, Bushaltestellen. Wie sehr sich Dinge in den letzten hundert Jahren verändert haben, zeigt exemplarisch das Video. Es zeigt dieselbe Fahrt durch San Francisco, heute und vor über hundert Jahren. Gefilmt wurde von einem der berühmten Cable Cars.

In der alten Aufnahme erleben wir einen wilden Mix der Verkehrsmittel auf der Strasse. Scheinbar ohne Regeln kreuzen Autos, Kutschen, Menschen die Spuren des Cable Cars, der Strassenbahn. Es stehen sogar Menschengruppen auf den Strassen, auf das Cable Car wartend – Autos nutzen die Gleise und fahren einfach um die Menschen herum. Ampeln oder Verkehrsschilder sind nicht zu sehen, es scheint Chaos zu herrschen. Und alle Menschen tragen Hüte.

Wie klappt das Miteinander im Strassenverkehr? Es wird sicher eine Menge Unfälle gegeben haben. In jedem Fall wird es nicht ohne, auch wütende, Zurufe gegangen sein. Das war auch möglich, weil keiner isoliert war von der Umgebung, geschlossene Autos gab es nicht. Alle sassen mehr oder weniger offen, so dass direkte Kommunikation möglich war. Zum Miteinander hat zudem beigetragen, dass die individuellen Geschwindigkeiten der Verkehrsmittel nahe beieinander lagen und eher niedrig waren.

Interessant auch, was sich nicht verändert hat. Ein Mix aus Verkehrsmittel bestimmt das Geschehen, damals und heute. Die Schienen definieren das Bild der Kamera. Viele Menschen sind zu Fuß unterwegs in der Stadt, auch in Gruppen.

Auf seine eigene Weise zeigt der Film eindrücklich die Möglichkeit von Veränderungen im Strassenverkehr. Es wird deutlich, dass Change möglich ist. Der Megatrend der Urbanisierung in Verbindung mit Smart City Entwicklungen bietet hier Anlass und Lösungsansätze der Mobilität. Bleibt die Frage an uns als Gesellschaft: Wie würde ein drittes Segment des Films aussehen, dieselbe Szene in hundert Jahren?

PS: Ein kleines „Easteregg“ enthält der Film auch: ab Minute 14:31 ist der Weihnachtsmann in Zivil am Embarcadero unterwegs :)

„The mobility model we have today, will not work tomorrow.“

Bill Ford hat seine eigenen Ideen zur Zukunft der Mobilität. Er spricht im Interview mit David Rubenstein sowie in seinem TED Talk offen darüber. Bill ist nicht nur ein Ur-Urenkel von Firmengründer Henry Ford, sondern auch Aktionär des Unternehmens und hatte über die Jahre viele leitende Rollen inne. Er hatte sich schon sehr früh mit den Themen der Mobilität und Digitalisierung der Autoindustrie beschäftigt und seine Erkenntnisse auch aus der Arbeit mit Megatrends gewonnen. Im Aufsichtsrat von Starbucks und ebay hat er gelernt, mit Consumer Produkten neu umzugehen, sie anders zu handeln, aus der Kundensicht zu denken. Die disruptive Entwicklung in der Mobilität durch Megatrends wie Urbanisierung und ständige Konnektivität hat er schon früh zwischen den Fronten vermittelt. Im Interview gibt er an, dass er gelernt hat, nicht nur auf die Wettbewerber zu achten, wenn es um neue Entwicklungen gehe. Er habe verstanden, dass der neue Wettbewerb sich an jeder Ecke der Welt entwickeln könne und nennt u.A. Ridesharing Dienste.

In seinem TED Talk „A future beyond traffic gridlock“ verdeutlicht Bill Ford seine Denkweise.

„A traffic jam with no emissions is still a traffic jam“

Ergebnisse aus diesem Denken und Handeln: Insights from Ford’s City of Tomorrow im Video.

Ich finde, das Interview ist auch ein Beispiel für eine gelungene Unternehmensnachfolge. Mit einer eigenen Vision ausgestattet, sowie Charisma, Wissen und dem Wunsch, das Unternehmen, welches ihm viel bedeutet, weiter zu führen.

Smart Cities

Um Smart Cities besser zu verstehen, hilft es sich BIM Building Information Modeling auf dem übernächsten Level vorzustellen. Ich weiß, es ist unsinnig einen Megatrend mit einem anderen Technologietrend zu erläutern. Weiterlesen