Anwendung von KI im Unternehmen als nächste Schritte der Digitalisierung

Das Abwarten oder Ignorieren von AI ist für KMU definitiv keine Lösung mehr. Die Episode vermittelt wertvolle Erkenntnisse, wie ein strukturierter KI-Workshop Unternehmen dabei hilft, Risiken zu minimieren und den KI-Einsatz KMU sicher zu gestalten. Episode 166 des Smart Innovation Podcast beschäftigt sich mit dem Thema Anwendung von KI im Unternehmen als nächste Schritte der Digitalisierung. Dr. Klaus Reichert, kreativer Innovationscoach aus Baden-Württemberg, begrüßt den KI-Berater…

Ki im Unternehmen Jürgen Kroder

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Die Integration von künstlicher Intelligenz stellt Unternehmen vor fundamentale strategische Entscheidungen. Im Smart Innovation Podcast Episode 166 sprechen Innovationscoach Dr. Klaus Reichert und KI-Berater Jürgen Kroder die Anwendung von KI im Unternehmen als nächste Schritte der Digitalisierung.

Ein zentrales Ergebnis des Gesprächs lautet, dass Abwarten oder Ignorieren von AI im geschäftlichen Kontext keine tragfähige Option darstellt. Wer technologische Entwicklungen blockiert, riskiert den Anschluss im globalen Wettbewerb zu verlieren. Der Fokus dieses Gesprächs liegt auf dem wertstiftenden KI-Einsatz in KMU, der Vereinbarkeit von Innovation durch KI und Datenschutz sowie der Etablierung neuer kollaborativer Arbeitsmethoden wie Vibe Working. Die Episode zeigt auf, wie mittelständische Führungskräfte und Innovationsteams den Übergang vom theoretischen KI-Hype zur pragmatischen Wertschöpfung vollziehen können.

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Erkenntnisse

Die Untersuchung des aktuellen Status quo in mittelständischen Betrieben offenbart vielschichtige Herausforderungen und Kernfragen. Führungskräfte stehen vor der Frage, wer die Verantwortung für die Implementierung trägt, wo die größten Einsparpotenziale liegen und wie die Belegschaft optimal geschult wird. Zu den primären Herausforderungen zählen die Entstehung von Schatten-KI, gravierende Datenschutzverstöße bei der Nutzung von Gratistools sowie unstrukturierte Einführungsprozesse, die primär technologiegetrieben statt lösungsorientiert sind.

Als Gegenentwurf zu diesen Risiken liefert das Gespräch konkrete Lösungsansätze für die Praxis:

  • Die offizielle Bereitstellung datenschutzkonformer Bezahlversionen zur Eliminierung von Schatten-KI.
  • Die Durchführung interaktiver, praxisnaher Workshops mit realen Alltagsbeispielen zur Überwindung von Mitarbeiterblockaden.
  • Die Anwendung standardisierter Prompting-Methoden wie dem RTF-Framework zur Effizienzsteigerung.
  • Der Aufbau geschützter interner KI-Datenbanken für ein optimiertes Wissensmanagement und Onboarding.
  • Die Definition von KI als digitaler Mitarbeiter zur Entlastung von repetitiven Aufgaben.

Was ist Schatten-KI und warum gefährdet sie den Datenschutz?

Eine der akutesten Gefahren in der modernen Unternehmenslandschaft ist die unregulierte Verbreitung von AI-Anwendungen abseits der offiziellen IT-Infrastruktur. Jürgen Kroder warnt im Gespräch vor diesem Phänomen: Es habe sich ja mittlerweile schon eine Shadow AI oder Schatten-KI in vielen Unternehmen etabliert. Diese Entwicklung ist ein direktes Resultat restriktiver oder fehlender Unternehmensvorgaben. Wenn Betriebe die Nutzung moderner Werkzeuge pauschal verbieten oder den Zugang blockieren, weichen Angestellte im Arbeitsalltag auf private Endgeräte aus. Sie nutzen ChatGPT oder ähnliche Dienste auf dem eigenen Smartphone, um geschäftliche E-Mails zu formulieren oder Datenanalysen zu erstellen.

Die Konsequenzen für die Informationssicherheit sind massiv. Die meisten Mitarbeitenden verwenden die kostenfreien Varianten der großen Sprachmodelle. Jürgen Kroder bringt das grundlegende Problem der Plattformökonomie auf den Punkt: „Wenn ein Produkt nichts kostet, bist du das Produkt, lieber User, oder die Daten, die da eben reingehen.“ Bei kostenlosen Versionen fließen sämtliche eingegebenen Informationen, Konzepte, Kundendaten und Geschäftsgeheimnisse direkt in das fortlaufende Training der kommerziellen KI-Modelle. Dies stellt einen drastischen Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung dar und gefährdet die intellektuelle Substanz des Unternehmens.

Wie revolutioniert Vibe Working den Arbeitsalltag im Mittelstand?

Ein zentraler technologischer Trend, der im Dialog eingehend analysiert wird, ist das Konzept des Vibe Working. Dieser Begriff hat sich aus dem in der Programmierer-Bubble entstandenen Vibe Coding entwickelt. Durch die enorme Leistungssteigerung moderner Softwarewerkzeuge verändert sich die Rolle des menschlichen Experten grundlegend. Programmierer schreiben Code nicht mehr mühsam Zeile für Zeile selbst. Sie interagieren mit KI-Tools, welche die Synthese des Codes übernehmen. Jürgen Kroder vergleicht diese neue Dynamik mit einer künstlerischen Leitung: Der Programmierer ist dann quasi wie der Dirigent beim Orchester, der dem KI-Tool vorgibt, was er denn jetzt für eine App oder Lösung oder sonst was haben möchte.

Dieses Prinzip des interaktiven, fließenden Austauschs überträgt sich im Rahmen des Vibe Working auf allgemeine Büro- und Managementtätigkeiten von Freelancern und Angestellten. Es beschreibt eine kollaborative Kommunikation, bei der smarte Assistenten zeitintensive Teilaufgaben autonom ausführen. In der Realität erfordert Vibe Working eine hohe Kompetenz im Führen von AI-Systemen. Das erste KI-Ergebnis darf nicht ungeprüft übernommen werden.

Jürgen Kroder betont: „Ich sehe das als rohe Masse, als erstes Konzept an, egal wie gut ich gepromptet hab und egal wie gut das Ergebnis auf den ersten Blick wirkt. Danach beginnt die eigentliche Verfeinerung im kreativen Dialog.“

Warum greift die IT-Zentrierung bei der KI-Einführung zu kurz?

Ein häufiger Fehler im Innovationsmanagement deutscher Unternehmen ist das Missverständnis, KI sei ein reines Softwareprojekt, das exklusiv in den Aufgabenbereich der IT-Abteilung fällt. Digitalisierung und AI-Integration sind jedoch komplexe Transformationsprozesse, welche die gesamte Organisation betreffen. Eine erfolgreiche Einführung darf niemals eine isolierte Entscheidung der IT-Leitung sein. Da die Implementierung weitreichende Implikationen für Produkt, Compliance, Haftungsfragen und rechtliche Rahmenbedingungen hat, steht die strategische Führungsebene in der Pflicht.

Tritt zudem ein Datenschutzverstoß durch die ungesicherte Nutzung eines Tools auf, greift die persönliche Haftung des Managements. Jürgen Kroder stellt klar: „Dann haftet zuerst mal ein Geschäftsführer und der kann nicht sagen: Ja, ja, mein IT-Leiter hat sich darum gekümmert. Ich hab davon keine Ahnung. Das geht nicht. Rausreden gilt nicht. Statt planlos Berater einzukaufen oder teure Softwarelizenzen ohne konkreten Anwendungsfall zu erwerben, müssen Unternehmen strukturiert Use Cases definieren.“ Gefragt ist ein iterativer Prozess aus Probieren, Lernen und Vertiefen, der sich an agilen Vorgehensweisen orientiert, um die Werkzeuge passgenau in den Regelbetrieb zu skalieren.

Wie sichern Unternehmen ihre Corporate Identity und ihr Wissensmanagement?

Die praktischen Einsatzmöglichkeiten von Sprachmodellen im Mittelstand gehen weit über das bloße Verfassen von Standardtexten hinaus. Ein exzellentes Anwendungsfeld ist die Bewahrung und Skalierung der spezifischen Markensprache. Jürgen Kroder berichtet von einem Praxisprojekt, bei dem ein verwaister Firmenblog reaktiviert wurde. Um den individuellen Schreibstil und die Fachterminologie der Belegschaft exakt zu replizieren, wurden die historischen Texte des Unternehmens gesammelt in ein KI-Modell eingespeist. Das System analysierte Stil, Länge sowie Branchenkontext und generierte daraus einen präzisen Master-Prompt. Auf dieser Basis steuert das Unternehmen nun digitale Fachagenten an, welche neue Blogbeiträge verfassen, die sich nahtlos in die Corporate Identity einfügen und wie aus einem Guss wirken.

Ebenso revolutionär erweist sich KI im Bereich des internen Wissensmanagements und des Mitarbeiter-Onboardings. Gängige Intranets scheitern oft an starren Suchfunktionen. Große Sprachmodelle hingegen geben echte Antworten. Unternehmen können komplexe Betriebsanleitungen, Richtlinien oder regulatorische Dokumente in geschützte Datenräume hochladen und in interaktive Chatbots umwandeln. Neue Teammitglieder müssen sich nicht mehr durch hunderte Seiten Text arbeiten. Sie stellen dem System Fragen in natürlicher Sprache. Die KI ist in der Lage, hochkomplexe Fachthemen auf das sprachliche Niveau eines Zwölfjährigen herunterzubrechen oder die firmeninternen Daten ad hoc in jede gewünschte Landessprache zu übersetzen.

Welche Rolle spielt der Mensch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz?

Die Debatte über den technologischen Wandel ist unweigerlich mit der Sorge vor dem Verlust von Arbeitsplätzen verknüpft. Softwarefirmen und Medien suggerieren zunehmend, dass menschliche Arbeitskraft durch Automatisierung obsolet wird. Jürgen Kroder sieht diese Entwicklung kritisch und warnt Unternehmen davor, KI primär als reines Instrument für Personalentlassungen zu betrachten. Zwar werden sich Berufsfelder unweigerlich verändern und monotone, repetitive Aufgaben wegfallen, doch im Gegenzug entstehen neue, anspruchsvolle Tätigkeiten. Da menschliche Arbeitskraft in Mitteleuropa teuer ist und ein spürbarer Fachkräftemangel herrscht, bietet AI die Chance, bestehende Engpässe zu überbrücken.

Der Fokus sollte darauf liegen, das System als komplementären, virtuellen Mitarbeiter in das Team zu integrieren. Dadurch entstehen wertvolle Freiräume für strategische und kreative Aufgaben. Für die Beschäftigten bedeutet dies, dass sie zwingend Kompetenzen im Umgang mit der Technologie aufbauen müssen. Jürgen Kroder versucht das grundlegende Axiom des modernen Arbeitsmarktes prägnant zusammenzufassen: Du wurdest nicht entlassen wegen der KI, sondern du wurdest entlassen, weil es jemand gibt, der die KI richtig benutzen kann. Der Mensch rückt in die Rolle des Koordinators, der die digitalen Werkzeuge steuert, um innovative Lösungen zu realisieren.

Vom Zuhören ins Machen kommen: Drei wichtige Tipps für Innovationsteams

Um den theoretischen Input in messbare Ergebnisse zu überführen, sollten Innovationsteams folgende drei Kernstrategien anwenden:

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Transkript

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Klaus Reichert: [00:00:00] Was wir sagen können, abwarten oder nicht machen, ist definitiv keine Lösung, was AI oder KI angeht.

Jürgen Kroder: Nee, es ist definitiv keine Lösung, jetzt wie so oft irgendwas nur abzuwarten, auszubremsen und zu sagen: „Ja, das mache ich mal morgen, mache ich mal nächstes Jahr.“ Nee, das ist keine Lösung. Zumal auch da wieder das nächste Buzzword irgendwie, es hat sich ja mittlerweile schon eine Shadow AI oder Schatten-KI in vielen Unternehmen etabliert.

Klaus Reichert: Innovation entwerfen und Zukunft einfach machen.

Hallo, Klaus Reichert hier. Ich bin unabhängiger Berater, kreativer Business Coach und erfahrener Experte für Smart Innovation und Business Design. Ich arbeite remote aus Baden-Württemberg heraus.

Gemeinsam mit engagierten Innovationsverantwortlichen und ihren Teams mache ich Unternehmen innovativer. Von Visionen, über frische Ideen und agilen Innovationsmethoden hin zur [00:01:00] Innovationsstrategie, neuen Geschäftsmodellen, nachhaltigen Produkten und digitalen Services. So entstehen innovative, agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie. Sowie den passenden Vorgehensweisen, Neues auch enkeltauglich zu entwerfen und Zukunft einfach zu machen.

Im Smart Innovation Podcast spreche ich mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Unternehmertum und Verantwortung, gerade im Kontext des Klimawandels.

Bei unseren Live-Aufnahmen zum Innovationspodcast können Interessierte Fragen stellen. So wird Innovation lebendig und einfach umsetzbar.

Denken Sie daran, es gibt kein Ende von Innovation, nur Starts.

Mein Gesprächspartner ist Jürgen Kroder. Er ist KI-Coach und wir kennen uns schon sehr lange, haben viel zusammengearbeitet und ich bin froh, dass er sich heute die Zeit nimmt, mit mir über seine KI-Beratung zu sprechen.

Hallo Jürgen, schön, dass du heute mit dabei bist.

Jürgen Kroder: Hallo Klaus, [00:02:00] sehr schön, dich mal wieder zu sehen und zu hören.

Klaus Reichert: Es ist ja immer auch so viel los, dass das ganz schön schwierig manchmal ist. Vor allem auch im, mit vielen, vielen neuen Themen und, äh, Dingen, die auf einen zukommen, ja, wenn man sich intensiv damit beschäftigt. Da ist KI natürlich eines, AI. Ähm, ich find’s spannend, dass AI sich noch nicht als Begriff in Deutschland durchgesetzt hat, aber mal sehen, wahrscheinlich kommt’s noch. Ich hoff, dass es noch kommt.

Also KI ist heute unser Thema. KI ist ’n Hype-Thema. Ähm, viele Unternehmen, äh, KMU grade auch, beschäftigen sich damit, äh, fangen irgendwie an, machen was, wie auch immer, haben viele Fragen. Manche machen’s absichtlich nicht und, und, und. Da hast du sicher auch immer wieder damit zu tun und da wollen wir heute drüber sprechen. So was so da-dann so Themen sind, was Einstiegsmöglichkeiten sind, ähm, sodass man dann im Grunde mitnimmt, wie man gut damit anfangen kann mit der KI-Nutzung im mittelständischen Unternehmen.

Hab ich das so richtig zusammengefasst?

Jürgen Kroder: Ja, hast du sehr gut zusammengefasst, Klaus. [00:03:00] Und, ich hab mir so als großes Buzzword heute mitgenommen das Thema Vibe Working.

Klaus Reichert: Vibe Working.

Können wir gleich etymologisch klären

Also Wein, Vibe und Gesang oder was?

Jürgen Kroder: Nicht ganz. Also Vibe, also das englische Vibe für, was heißt denn das? Gefühl. Also V-I-B-E. Und da hat sich ja vor paar Monaten in der Bubble, in der KI-Bubble ja das, ähm, Wort Vibe Coding entwickelt. Das, äh, verwenden dann viele Programmierer, seitdem KI-Tools sehr stark geworden sind. Das heißt, die schreiben jetzt nicht mehr Zeile für Zeile ihre ganzen Programmcodes, sondern interagieren eben mit den verschiedenen KI-Tools und die KIs schreiben dann den Code und der Programmierer ist dann quasi wie der Dirigent beim Orchester, der, der dem KI-Tool vorgibt, was er denn jetzt für ’ne App oder Lösung oder sonst was haben möchte.

Und dann hat es so seinen eigenen Vibe, in dem man so mit so einer KI sich austauscht. Und dieser Begriff Vibe Coding wurde jetzt in Vibe Working quasi weiterentwickelt, [00:04:00] wie eben die Angestellten einer Firma, aber auch Freelancer im interaktiven Austausch in der Kommunikation mit der KI ihre Arbeit erledigen können.

Klaus Reichert: Also ein Buzzword, äh, hetzt das nächste sozusagen. Hört sich auch nett an, ne. Vibe, äh, hat so ein bisschen was von, von Good Vibrations und so was. Ich denk jetzt grad an Strand, Beach Boys, Surfen und so. Ähm, da kommt mir jetzt Arbeit gar nicht so in den Kopf, aber Vibe Working, schwierig auszusprechen. Da bin ich jetzt schon sehr drauf gespannt.

Jürgen Kroder: Genau, und ich glaub auch, das ist so mit dieser Hintergedanke von diesem Anglizismus, wie so oft, da wird halt einfach was bisschen schöner beschrieben als es ist. Man hätte auch tausend andere Begriffe verwenden können und darum geht’s ja, was uns so die ganzen großen KI-Firmen verkaufen oder schmackhaft machen wollen.

Sie sagen: „Hier, guck mal, ihr habt die neuen smarten Assistenten an eurer Seite. Ihr könnt euch quasi zurücklehnen, ihr lieben User. Die KI macht alles für euch. Die nimmt euer Leben, euer Arbeitsleben, alles nimmt die KI für euch ab.“ [00:05:00]

Klaus Reichert: Super.

Jürgen Kroder: Ja, super. Das heißt, wir können jetzt auch gleich aufhören, hier zu reden.

Das, den Rest macht ’ne KI. Da unterhalten sich dann zwei KI-Tools miteinander und am Ende haben wir einen fertigen Podcast.

Klaus Reichert: Ja Moment, das ist, das sind jetzt schon zwei KI-Tools, die sich gerade unterhalten.

Jürgen Kroder: Ah, verdammt, du hast es entlarvt.

Klaus Reichert: Ja, aber das Spannende ist, es gibt ja tatsächlich solche Tools, die das so können, die so ’n Gespräch dann auch führen, wie wir das jetzt grade führen, in so ’nem ähnlich plaudernden Ton, ja, und mit Fragen und hast du schon gewusst, das und so, ne. Also das ist schon, schon extrem spannend, was da halt einfach mittlerweile alles geht.

Jürgen Kroder: Genau, das stimmt. Also ich hab das auch schon sehr viel ausprobiert. Das ist unter anderem das Tool NotebookLM von Google. Ähm, da kann man eben Texte, verschiedene Informationsquellen reingeben und dann sagen: „So, ich hab dir jetzt mal 50 Quellen zu dem Thema gegeben. Schau’s dir mal an und bezieh dich nur auf diese Quellen und erstell mir daraus einen Podcast.“

Früher ging das nur in Englisch. Ich glaub, mittlerweile geht das in Deutsch und das ist, wie du es beschreibst, [00:06:00] faszinierend. Da unterhält sich ’ne Frau und ’n Mann über dieses Thema. Die lachen, die schäkern, die bringen Wortwitze rein, die stottern auch mal. Wenn man’s nicht wüsste, würde man echt glauben, das ist echt.

Echt fantastisch, ja.

Klaus Reichert: Mhm. Und was spannend ist, es mag’s, also es wird natürlich, es muss nicht unbedingt die tiefe Recherche von diesem Material ersetzen, äh, von dem du grad gesprochen hast. Also wenn ich jetzt zum Beispiel, ähm, 50 Berichte, Papers oder was auch immer da, da reinlade als zum Beispiel PDF, dann, ähm, werd ich nicht alles mitbekommen in diesem zum Beispiel zehn Minuten Podcast, der daraus entsteht.

Aber ich krieg eine gute Einführung, ’n guten Überblick. Ich krieg, ähm, ich, ich spar sozusagen sehr viel Zeit, äh, um in ’n neues Thema reinzukommen. Und das, find ich, ist halt eine der großen Sachen, solang man jetzt nicht glaubt, dass damit alles schon erledigt ist.

Jürgen Kroder: Genau, man kann ja die Informationen, die man braucht, sich anders vermitteln lassen.

Und wer hat schon die Zeit, alles zu lesen? Weil das machen ja viele Menschen, die haben lange Dokumente, [00:07:00] Regularien zum Beispiel, Gesetze, die durchzulesen sind und dann lassen sich das von der KI zusammenfassen, aber dann haben sie am Ende immer noch einen Text zum Lesen in der Regel. Und so kann man sich das als Podcast oder in irgendeiner anderen Audioform ausgeben lassen und dann auf dem Weg zur Arbeit einfach sich anhören.

Klaus Reichert: Wir haben jetzt nur eins von diesen vielen, vielen, vielen Tools, die es gibt, wo es auch laufend neue gibt. Manche verschwinden auch wieder, gerade angesprochen. Was wir sagen können, abwarten oder nicht machen, ist definitiv keine Lösung, was AI oder KI angeht.

Jürgen Kroder: Nee, es ist definitiv keine Lösung, jetzt wie so oft irgendwas nur abzuwarten, auszubremsen und zu sagen: „Ja, das mache ich mal morgen, mache ich mal nächstes Jahr.“ Nee, das ist keine Lösung. Zumal auch da wieder das nächste Buzzword irgendwie, es hat sich ja mittlerweile schon eine Shadow AI oder Schatten-KI in vielen Unternehmen etabliert.

Das heißt, das ist auch wieder abgeleitet von dem anderen Begriff, nämlich der Schatten-IT. Das ist, wenn man, ähm, auf der Arbeit, da ist ja vieles vorgegeben. Gerade in großen Firmen gibt es dann [00:08:00] große Compliance-Vorgaben und Vorgaben, welche Tools man nutzen darf und in welchem Umfang und so weiter. Und in vielen Firmen sind dann gewisse Programme oder Webseiten dann auch gesperrt.

Und, äh, heutzutage ist es halt dann so, dass Firmen, die halt nicht KI-Tools vorgeben oder sogar sagen: „Nee, nee, das machen wir nicht, auf keinen Fall ChatGPT oder sonst was benutzen“, dass halt die Menschen dann auf ihrem Smartphone dann einfach ChatGPT laufen lassen und da dann die ganzen Geschäftsdaten, äh, reingeben, um sich Mails vorformulieren zu lassen oder Analysen geben zu lassen.

Und dann wird quasi ein KI-Tool abseits der IT-Regularien benutzt. Eine Schatten-KI entsteht dadurch. Und das hat natürlich viele, viele Gefahren logischerweise.

Klaus Reichert: Da hat man auch überhaupt keine Kontrolle drauf, was nach draußen gegeben wird, ja, wo es hingeht, was dann damit passiert. Ähm, es ist ja durchaus möglich, da einen gewissen, ich möchte nicht sagen Riegel vorzuschieben, äh, weil darum geht es eigentlich nicht, sondern es ist möglich, bestimmte Zugänge oder auch Verwertungsmöglichkeiten von [00:09:00] eigenen Daten eben zu definieren, sodass dann quasi ein, auch ein externes KI-Tool eben nur dann damit arbeiten kann und eben nicht mehr damit anfangen kann und damit im Grunde ja auch Daten schon, ja, gesichert werden, gesicherter sind.

Jürgen Kroder: Genau, das ist auch das große Thema Datenschutz. Ja, das ist sehr unsexy, ich geb’s zu. Genau, der Klaus schläft hier gleich ein. Aber sind wir mal ganz ehrlich, diese ganzen KI-Tools sind super mächtig und damit auch super gefährlich. Und ich kenne ganz viele Firmen, die sagen: „Ja, ja, meine Mitarbeiter, die dürfen mit Copilot, Gemini, ChatGPT, was auch immer, die dürfen damit arbeiten.“

Und dann arbeiten die aber alle mit der kostenlosen Variante von diesen ganzen Tools. Wie wir alle wissen, wenn ein Produkt nichts kostet, bist du das Produkt, lieber User, oder die Daten, die da eben reingehen. Das kennt man ja von Facebook und Co. Und dann werden diese kostenlosen Varianten von ChatGPT und Co. genutzt, wo es keine richtigen Datenschutzeinstellungen gibt und wo in der Regel auch alle Daten, [00:10:00] die man da eingibt, wieder zum KI-Training verwendet werden. Ja, und wenn dann irgendwie Kundendaten da drin liegen oder auch Geschäftsgeheimnisse eingegeben werden und so weiter, dann ist das alles kein Spaß mehr. Das kann richtig krasser Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung sein.

Klaus Reichert: Also es ist auch ein schwieriges, schwieriges Thema. Deswegen ist ja auch ganz gut, dass man zum Beispiel jemanden hat, der einen da berät, ja. Also Haken dran, Experten, Expertinnen, äh, dazunehmen ist an der Stelle extrem wichtig, aber vor allem dann auch in vielleicht etwas größeren Unternehmen, dass es zum Beispiel jemand aus dem, aus dem Rechtsbereich gibt, der mit diesen Themen tatsächlich jetzt mal arbeiten kann, äh, das quasi auch richtig dann einstellen kann, äh, sodass die anderen Mitarbeitenden, die davon ja gar keine Ahnung haben, auch eigentlich nie haben müssen, äh, dann quasi gesichert sind und dann gesichert mit den Tools auch arbeiten können.

Also da gehört schon ein bisschen Planung dazu, wenn man so was einführt, dass es nicht einfach so von selbst geschieht, äh, und dann so ähnlich wird wie, äh, niemand darf in der Firma WhatsApp [00:11:00] nutzen und alle nutzen WhatsApp, ne. So ungefähr.

Jürgen Kroder: So ist es. Und auch noch ’n wichtiger Punkt, den ich einwerfen will, klingt auch wieder total bürokratisch und langweilig, aber grade in größeren Firmen, wo’s auch Abteilungen, Strukturen gibt, sollte ’ne Einführung von irgend’nem KI-Tool, irgend ’ner KI-Lösung oder was weiß ich, auch nie die alleinige Entscheidung des, der IT-Abteilung oder des IT-Leiters irgendwie sein. Weil halt dann so Sachen wie Datenschutz dazukommen, Compliance dazukommen und auch Haftung dazukommen.

Und wir alle wissen, wenn’s irgendwas passiert, zum Beispiel mit Kundendaten, Datenschutzverstöße und Co, dann haftet zuerst mal ein Geschäftsführer und der kann nicht sagen: „Ja, ja, mein IT-Leiter hat sich darum gekümmert. Ich hab davon keine Ahnung.“ Das geht nicht. Rausreden gilt nicht. Also auch das sind Themen, die man bedenken sollte. Es ist immer nicht nur kompliziert, sondern meistens auch komplex.

Klaus Reichert: Schön, schön.

Ja.

Fortsetzung in Vorbereitung.

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