Fassadenbegrünung – GreenTech am Bau optimiert die Klimatisierung

Im Smart Innovation Podcast Episode 167 spricht Klaus Reichert mit Jonathan Müller (Helix Pflanzensysteme) über Fassadenbegrünung als wirksame Klimainnovation.

Fassadenbegrünung Helix

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Fassadenbegrünung bietet weit mehr als reine Ästhetik. Im Smart Innovation Podcast Episode 167 spricht Klaus Reichert mit Jonathan Müller (Helix Pflanzensysteme) über Fassadenbegrünung als wirksame Klimainnovation. Der Beitrag zeigt, wie Vertikalbegrünung und GreenTech am Bau die biologische Klimatisierung von Gebäuden und ihrer Umgebung optimiert und eine messbare Ökosystemleistung erbringen kann.

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Erkenntnisse

Professionelle Fassadenbegrünung ist eine wirksame Klimainnovation  und eine technische Weiterentwicklung, die weit über dekorative Zwecke hinausgeht. Jonathan Müller beschreibt die Pflanze als echtes Baumaterial, das wie eine zweite Hautschicht die Hitze vom Bauwerk fernhält. Messungen der Universität Stuttgart unterstützen diese Funktion. Die Vertikalbegrünung schluckt zudem Straßenlärm, fördert die urbane Biodiversität und kann das Umgebungsklima verbessern. Eine messbare Ökosystemleistung trägt zur Optimierung der Klimatisierung von Gebäuden direkt und nachhaltig bei.

Die Integration von GreenTech am Bau und Fachplanung

Um die positiven Effekte optimal zu nutzen, muss die Vertikalbegrünung frühzeitig in den Planungsprozess einfließen. Jonathan Müller sieht den Fassadenbegrüner als eigenständigen Fachplaner an der Schnittstelle zwischen Hochbauarchitektur und Landschaftsarchitektur. Eine frühzeitige Abstimmung zu technischen Faktoren wie Wasserversorgung und Strombedarf macht diese Form des nachhaltigen Bauens einfacher und günstiger. Die Systeme verbinden dabei automatisierte Bewässerungstechnologien mit traditionellem gärtnerischen Handwerk.

Qualitätssicherung durch Vorkultur und kontinuierliche Pflege

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für funktionierende Pflanzensysteme ist die professionelle Vorkultur. Helix Pflanzensysteme setzt auf sofort grüne Lösungen aus dem eigenen Betrieb in Stuttgart. Die Pflanzen wachsen unter idealen Gewächshausbedingungen auf, um an der Baustelle direkt ihre Schutzfunktion zu erfüllen. Jonathan Müller warnt vor Billiglösungen, die ohne Pflegekonzept installiert werden. Pflanzen sind lebende Systeme, die eine dauerhafte Pflege erfordern. Die kontinuierliche Wartung sichert die architektonische Qualität und den langfristigen Erhalt der biologischen Klimatisierung Gebäude.

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Transkript

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Jonathan Müller:[00:00:00] Die Grünfassade macht ja deutlich mehr. Also messbare Ökologie, wir reden von Ökosystemleistung, was die Pflanzen und die Fassade kann. Also sie kühlt, sie verdunstet Wasser, sie fördert Biodiversität, also wenn wir so an Trittsteinbiotope im Stadtraum denken.

Sie dämmt, hat eine akustische Wirkung, also sie schluckt tatsächlich Straßenlärm und so weiter. Und all das sind einfach… ökologische Faktoren die berücksichtigt werden sollten und auch… In der Argumentation für eine oder gegen eine grüne Fassade angewandt werden, weil keine anderen Materialien, also ein Putz hat relativ wenig Biodiversitätsförderung und klar, eine Dämmung dämmt unsere Gebäude, aber der sommerliche Wärmeschutz von Fassadenbegrünung, wenn man sich das mal anguckt da gibt es messbare Studien, die sind super.

Ich habe wahnsinnige Temperaturunterschiede und die Pflanze, es wirkt wie eine zweite Hautschicht eigentlich und hält die ganze Hitze vom Gebäude weg.

Klaus Reichert: Innovation entwerfen und Zukunft einfach machen.

Hallo, Klaus Reichert hier. Ich bin unabhängiger Berater, [00:01:00] kreativer Business Coach und erfahrener Experte für Smart Innovation und Business Design. Ich arbeite remote aus Baden-Württemberg heraus.

Gemeinsam mit engagierten Innovationsverantwortlichen und ihren Teams mache ich Unternehmen innovativer. Von Visionen, über frische Ideen und agilen Innovationsmethoden hin zur Innovationsstrategie, neuen Geschäftsmodellen, nachhaltigen Produkten und digitalen Services. So entstehen innovative, agile Organisationen mit Vision, Dynamik und Energie. Sowie den passenden Vorgehensweisen, Neues auch enkeltauglich zu entwerfen und Zukunft einfach zu machen.

Im Smart Innovation Podcast spreche ich mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, Unternehmertum und Verantwortung, gerade im Kontext des Klimawandels.

Bei unseren Live-Aufnahmen zum Innovationspodcast können Interessierte Fragen stellen. So wird Innovation lebendig und einfach umsetzbar.[00:02:00]

Denken Sie daran, es gibt kein Ende von Innovation, nur Starts.

Fassadenbegrünung kann sehr viel zur Klimatisierung am Gebäude, um das Gebäude herum beitragen. Fassadenbegrünung ist ein Thema, das es schon lange gibt, das sich laufend weiterentwickelt, das immer aufwendiger wird und immer mehr Funktionen dann auch erfüllen kann. Gerade in einer Zeit, in der der Klimawandel uns auch dazu zwingt sehr viel mehr auf das Thema Klimatisierung, angenehme Außenflächen, angenehme Klimatisierung in Gebäude und so weiter und so weiter zu beachten und zu erzeugen.

Ich würde es einfach auch schon als Klimainnovation bezeichnen und es ist definitiv Green Tech am Bau. Ich unterhalte mich heute mit Jonathan Müller von Helix Pflanzensysteme aus Kornwestheim bei Stuttgart. Hallo Jonathan, schön, dass du heute mit dabei [00:03:00] bist.

Jonathan Müller: Hi Klaus, danke für die Einladung ich freue mich.

Klaus Reichert: Es geht ja heute um alle möglichen Themen. Mir sind so ein paar Stichworte eingefallen. Das eine ist sowas wie vertikale Begrünungssysteme im urbanen Raum. Das geht um nachhaltig bauen. Es geht vielleicht auch so ein bisschen um Schwammstadt. Es geht um Klimatisierung, Klimawandel in der Stadt, Klimatisierung in Gebäuden.

Da könnte man wahrscheinlich noch viel, viel mehr Stichworte dazu machen. Was wir aber auch noch ansprechen sollten, ist das Thema Produkte und das Produktportfolio das ihr aufgebaut habt und gleichzeitig eben auch, wie ihr mit Marken und Markennamen umgeht. Das hat mich nämlich auch sehr beeindruckt was man da bei euch alles so sehen kann.

Und last but not least, würde ich sagen, kann man sogar auch über das Thema Unternehmensnachfolge sprechen, oder?

Jonathan Müller: Das hört sich alles gut an. Haben wir sechs Stunden Zeit oder was? Das sind schon sehr viele [00:04:00] Themen, aber klar, sehr gern gehen wir rein.

Klaus Reichert: Ja, wir schneiden es dann in Einzelteile zusammen.

Jonathan Müller: Sehr gut, ja.

Ich will es keinem zumuten so viel Laberei. Aber ja, es gibt viel zu erzählen, auf jeden Fall.

Klaus Reichert: Ja, also, wenn ich jetzt auf deine Webseite gehe, den Link machen wir auch in die Show Notes rein, sodass man es leichter finden kann. Und da steht sowas dann wie, wir bieten maßgeschneiderte, sofortgrüne Lösungen mit hohem architektonischen Anspruch und messbarer ökologischer Wirkung.

Wow, da steckt jetzt viel drin. Lass uns das vielleicht mal zu Anfang entpacken was das dann so im Einzelnen bedeutet.

Jonathan Müller: Sehr gerne. Ich merke gerade, ich kenne den Satz natürlich, weil ich mit involviert war ihn zu schreiben, aber das stimmt, da steckt alles drin, was wir machen.

Klaus Reichert: Was ich da jetzt rauslese aus diesem Satz in dem ja wirklich viel drin steckt, ist maßgeschneidert. Das heißt also, es ist nicht einfach irgendwas, was man so hinklatscht, sondern da gehört dazu, dass irgendjemand natürlich am Beraten und Planen ist. Dann [00:05:00] haben wir sowas wie sofort grün finde ich praktisch eine Lösung, das Wort finde ich auch interessant, architektonischer Anspruch.

Ja, und messbar ökologisch. Also jetzt haben wir es natürlich noch nicht erläutert aber lass uns doch einfach mal einsteigen, so einfach eins nach dem anderen. Maßgeschneidert. Was bedeutet das für euch?

Jonathan Müller: Also ich bin vom Hintergrund aus Architekt und du kennst es, Architektur ist nie aus der Retorte und wenn, dann ist es ganz furchtbare Architektur.

Also Architektur ist für mich im Verständnis immer maßgeschneidert und so bringe ich das als Architekt auch in mein heutiges Tun bei Helix rein. Wir gucken uns jedes Projekt an, jede Anfrage neu an und individuell entscheiden wir, welches Produkt passt denn eigentlich. Eine Pflanzenfassade ist nicht eine Pflanzenfassade.

Es gibt wahnsinnig viele unterschiedliche Herangehensweise. Und deswegen ist es immer maßgeschneidert. Auch wenn wir Pflanzpläne, also die tatsächliche Gestaltung nachher entwerfen, ist mein Anspruch schon nicht, keine Ahnung, Pflanzmuster Nürnberg aus der Tasche zu ziehen und es da drauf zu klatschen, sondern lass doch mit dem [00:06:00] Kunden eine individuelle maßgeschneiderte grüne Lösung schaffen, die einfach zu dem Ort passt, aber auch zu dem Gebäude.

Und deswegen auf jeden Fall maßgeschneidert.

Klaus Reichert: Also da ist schon mal Ort, das ist ja eine wichtige Sache in der Architektur selber, die Art und Weise des Gebäudes auch, vielleicht einen bestimmten Ausdruck den das Gebäude hat oder den die Auftraggeber eben dann vielleicht auch möchten. Das ist in jedem Fall immer ein großes Thema. Und es ist auch immer das Ergebnis einer Beratung die ihr vorne herweg macht.

Jonathan Müller: Absolut. Ich gehe da sogar noch eins weiter. Die Gestaltung, da habe ich natürlich ein Herz drauf, ich will, dass es natürlich auch gut ausschaut, aber wir versuchen vor allem auch mal rauszukriegen, woher kommt das Interesse für Grün?

Also geht es hier um ein bisschen Ästhetik und ein bisschen ein Deko-Element? Oder geht es hier darum, nee, wir wollen durch die Begrünung tatsächlich das Klima des Ortes des Gebäudes verändern. Oder geht es darum, Biodiversität zu fördern am Gebäude? Also ich habe so viele Anwendungen, die ich eigentlich in der Fassadenbegrünung eine Lösung habe und das gilt es rauszufinden und dann eben eine maßgeschneiderte Antwort zu finden.

Klaus Reichert: Da ist es natürlich sehr günstig dass [00:07:00] du… Du bist Architekt, also das heißt, du hast sozusagen diese architektonische Grundlage, diesen architektonischen Hintergrund. Theoretisch könnte man jetzt vielleicht noch zu diesem Thema Unternehmensnachfolge dann auch springen das machen wir jetzt aber im Moment nicht.

Aber ich glaube, verraten können wir schon, dass du natürlich das Fachwissen auch, was die Pflanzen hast, hast, aber auch noch natürlich jemand Starken im Hintergrund, der da natürlich der voll Superprofi ist.

Jonathan Müller: Kompliment gebe ich gerne so weiter an den Vollprofi. Also es ist in der Tat so, dass ich aus einem Gartenbau, aus einer Gartenbaufamilie komme.

Mein Vater ist auch noch im Unternehmen, der ist klassisch Gärtnermeister, viele Jahre als Gärtner gearbeitet, unser Produktionsgärtner. Also wir haben eine Gärtnerei, wo wir quasi Topfpflanzen für die Gartencenter und für den Handel produzieren. Und ich glaube, diese zwei Schnittstellen braucht es für das Thema Fassadenbegründung.

Jemand, der sich mit Bauen auskennt und jemand, der sich mit Pflanze auskennt. Wir sind kein Fassadenbauer, der irgendwie ein [00:08:00] Sandwich-Panel verkauft und jetzt auch ein grünes Produkt anbietet. Nee, wir haben nur die Pflanzen für die Fassade. Wir brauchen dann auch Partner, die sich um andere Themen kümmern.

Aber das ist, wie ich finde, eine ideale Schnittstelle für das, was wir tun. Architektur und Gartenbau. Und das vereinen wir in der Familiengeschichte tatsächlich.

Klaus Reichert: Wie ich das gesehen habe, dachte ich, wow, das passt sehr gut zusammen. Das ist auch vor allem eine tolle Weiterentwicklung. Das darf man ja auch nicht vergessen.

Eine Generation zur nächsten kann zwar sein, dass sie zum Beispiel eins zu eins den Betrieb in dem Sinne weiterführt. Aber für mich in der Wahrnehmung ist es so, dass du es eigentlich eher… für dich weiterentwickelt hast. Das hat eine gewisse Kompromisslosigkeit vielleicht, aber du tust halt dann das, was für dich das Richtige ist, greifst aber trotzdem noch das auf, was eben schon da ist. Also hast eine gute Basis mit der du dann auch umgehen kannst.

Jonathan Müller: Ja, perfekt zusammengefasst. Ich muss die Lorbeeren so ein bisschen meinem Vater weitergeben. Da habe ich noch Architektur studiert. Da hat der sich schon mit dem Thema Vertikalbegrünung auseinandergesetzt. Also es ist nicht [00:09:00] komplett mein eigener Impuls dass wir die Richtung gehen.

Da gab es Grundsätze, die waren schon da, gelegt. Aber es hat sich schon, da bin ich auch stolz das sagen zu dürfen, es hat sich schon viel geändert. Mit der Zeit 2018 und 2017 bin ich so voll dann eingestiegen nachdem ich als Architekt gearbeitet habe. Und da war die Zeit reif, also der Markt war plötzlich da, dass Leute grüne Lösungen gebraucht haben und gleichzeitig haben wir uns als Unternehmen natürlich komplett verändert und eher so eine Schwesterfirma daraus gemacht.

Also diese Produktionsgartenbäume gibt es weiterhin und das ist auch so die Identität, das will ich auch gar nicht, dass es aufhört, da kommen wir her. Aber jetzt hat sich einfach noch ein weiterer Unternehmenszweig aufgebaut. Wo wir das Wissen anwenden können.

Klaus Reichert: Jetzt vielleicht sofort grüne Lösungen in diesem Ganzen.

Heißt das dann auch, dass ihr in diesem Produktionsbetrieb gleich diese Pflanzen sozusagen zieht zusammenstellt und so weiter, sodass ihr das quasi auch die Qualität von vornherein kontrollieren könnt? [00:10:00]

Jonathan Müller: Vielleicht solltest du bei Helix anfangen, weil du hast es perfekt zusammengefasst. Ich kriege das gar nicht so gut zusammen, organisiert wie du es jetzt gesagt hast.

Aber jede Person, die sich mit dem Thema Gebäudebegrünung und wenn es nur das eigene Einfamilienhäuschen mit ein bisschen Fassadenbegrünung ist. Jeder, der sich damit auseinandersetzt, kann ich nur raten das Thema Vorkultur, also mit maximal viel Pflanze ans Gebäude anzutreten, kann ich jedem das mitgeben, weil das ist wirklich ein Erfolgsgeheimnis warum wir auch erfolgreich in der Qualität sind mit dem, was wir tun.

Wir arbeiten nicht mit kleinen Pflänzchen, die dann irgendwo an ein Gebäude gepackt werden, sondern sofort grün heißt für mich auch, dass wir die Gärtnerei im Rücken haben, die uns ja stärkt in dem Business, können wir ganz viel vorbereiten. Und zwar bei uns in idealen Verhältnissen. Im Gewächshaus, auf dem Boden, können wir einfach mit einem gewissen Zeitvorlauf so viel Grün an die Baustelle bringen, dass die Pflanze einfach ein einfaches Spiel hat, dann auch erfolgreich an der Fassade hochzuranken.

Und vielleicht ein Bild, jeder kennt mal so ein Parkhaus in irgendeiner Stadt, wo so ein kleines Pflänzchen vor das Gebäude [00:11:00] gesetzt wurde und noch ein Seil gespannt wird, mit ganz viel Hoffnung und vielleicht ein bisschen Regen, soll das mal begrünt werden. Das ist auch Fassadenbegrünung, aber wir haben halt für uns verstanden, wir haben Kunden, die wollen Schnelllösungen, die wollen auch messbar Schnelllösungen, dass wir sagen können, hey, wir brauchen, keine Ahnung, drei Jahre und dann hat die Pflanze das erreicht, was ihr wollt.

Oder wir haben auch Systeme die sofort grün sind. Und das… Das spricht viel für Qualität, das kann auch nicht jeder, eine gute Vorkultur so vorzubereiten, dass das funktioniert und das ist eigentlich ein ganz, ganz wichtiger Teil, der einfach gut funktioniert bei der Vertikalbegrünung.

Klaus Reichert: Klar, es gibt da sicher eine riesen Bandbreite an Stufen, an Umsetzungsformen und, und und.

Du hast ja auch schon gesagt, so am Drahtsaal ein kümmerliches Ding hochwachsen ist auch Fassadenbegrünung.

Jonathan Müller: Ja absolut.

Klaus Reichert: Jetzt kommen wir aber vielleicht gleich und wir können das dann später wieder zusammenmischen zu dem hohen architektonischen Anspruch. Dieses eine Kabel mit der Micker-Pflanze, das ist halt nicht der hohe architektonische [00:12:00] Anspruch.

Gleichzeitig könnte man ja sagen, Mensch, jetzt machst du mir, also ich war ja auch mal Architekt wobei das Thema Fassade war mir… Persönlich eigentlich nie so recht wichtig, weil ja etwas von innen nach außen wirken muss, finde ich und natürlich Form follows Function und all diese Sachen, mit denen man dann ja groß geworden ist in der Moderne.

Aber jetzt machst du es ja so, oder jetzt macht ihr es ja so, dass ihr die schönen Fassaden, die der Architekt oder die Architektin geplant hat, jetzt macht ihr die wieder weg. Jetzt versteckt ihr die hinter den Blättern. Wie geht es mit dem hohen architektonischen Anspruch zusammen?

Jonathan Müller: Ich bin voll bei dir, wenn es eine rein dekorative Fassadenbegrünung ist.

Wo ich wirklich für brenne sind Entwürfe, die die Pflanze als Baumaterial verstehen. Also du hast ja gerade beschrieben, jetzt habe ich eine tolle Putz-, Beton- oder sonst was Fassade und jetzt hänge ich da ein paar Pflanzen davor. Ich gehe so weit und sage, hey, was ist, wenn die begrünte Fassade geplant wirklich die vorderste Ebene ist?

Also wenn durch Begrünung eigentlich Teil der Architektur eine [00:13:00] neue Materialität dazu gewinnt. Und da gibt es tolle Entwürfe die … Ja, einfach auf die Begrünung setzen als Material. Da gibt es keine Fassade dahinter, da gibt es keine zweite Ebene und das ist nicht nur ein rein dekoratives Element, sondern das Teil des Entwurfs.

Und dann bin ich bei solchen Entwürfen wirklich dabei, wo ich sage, das hat einen architektonischen Anspruch und genügt auch meinem architektonischen Anspruch, den ich gerne hätte in unseren Projekten, dass das funktioniert. Auch wir haben mal ein dekoratives Projekt, wo einfach quasi ein grüner Rahmen gesetzt wurde und ein kleines grünes Bild hingehängt ist.

Aber es gibt schöne Entwürfe. Der Bosco Verticale wäre ein normales Hochhaus in Mailand. Da haben wir jetzt nichts mehr zu tun, aber das kennen vielleicht einige deiner ZuhörerInnen. Und der Bosco Verticale ist heute ein grünes Hochhaus. Warum? Weil die Bäume und die Pflanzen an der Fassade natürlich das prägende Element sind.

Und da kann mir keiner erzählen dass der Architekt dahinter eine tolle Fassade geplant hat. Nee, die grüne Fassade ist die Fassade. Dann funktioniert das.

Fortsetzung in Vorbereitung.

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