Bioökonomie-Marktnavigator mit Johannes Kurz (Umwelttechnik BW)

In der 53. des Smart ist Johannes Kurz von Umwelttechnik BW mein Gesprächspartner. Wir unterhalten uns über den Bioökonomie Marktnavigator. Der Bioökonomie-Marktnavigator dient als Plattform, bioökonomische Tätigkeiten von Unternehmen zu präsentieren oder nach bioökonomischen Kompetenzen zu suchen.

Johannes Kurz
(c) Johannes Kurz

Der Bioökonomie-Marktnavigator ist ein Angebot von Umwelttechnik BW, der Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz (UTBW), und wird gefördert von dem Ministerium für Umwelt, und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Johannes Kurz ist Projektleiter Bioökonomie bei Umwelttechnik BW.

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Transkript

Das Transkript wurde manuell/hybrid erstellt.

[00:00:00] Johannes Kurz: Man kann seine Produkte darstellen. Man kann Videos hochladen, wo es erklärt wird. Man kann aktuelle Forschungs- und Entwicklungsaktionen darstellen. Das liefert alles der Bioökonomie Marktnavigator. Und es nicht auf einer riesigen Homepage, wie man es oft bei Unternehmensseiten kennt. Sondern streng komprimiert, das man sich halt einfach auf kurzem Blick mal informieren kann, was machen die, aber auch selber halt einfach darstellen kann, das sind meine Fähigkeiten. Und das sind die zwei Punkte, um die es einfach geht. Auf der einen Seite müssen wir die Aufmerksamkeit für Produkte und Verfahren erhöhen und generieren. Und auf der anderen Seite muss es einfach auch für den User sein, der sich nicht anmelden muss, die nötige Firma dann auch zu finden, die für ihn relevant ist. 

[00:00:44] Klaus Reichert: Innovation weiter denken und Zukunft einfach machen. Hallo Klaus Reichert hier, ich bin unabhängiger Unternehmensberater und Business-Coach für Innovation und Business-Design. Ich begleite engagierte Unternehmer und Unternehmerinnen sowie ihre Teams mit Smart Innovation auf dem Weg von der Vision zu enkeltauglichen Leistungen. Meine Mission ist es, Unternehmen und seine Menschen kreativer und innovativer zu machen. Ich arbeite remote von Baden-Württemberg aus. Im Smart Innovation Podcast spreche ich mit engagierten und kreativen Menschen über Innovation, , und , gerade im Kontext des Klimawandels. Zuhörer können bei den Live Aufnahmen mitmachen und Fragen stellen, so wird Innovation lebendig und gleich umsetzbar. Die Live-Aufnahmen sind mittwochs, Episoden erscheinen montags. Ein Newsletter, Termine, sowie alle Folgen mit Transkript sind auf klausreichert.de/podcast zu finden. Bleiben Sie auf dem Laufenden und folgen Sie der Show, wo immer Sie Ihre Podcast hören oder auf klausreichert.de/linkedin. Und denken Sie dran, es gibt kein Ende von Innovation, nur Starts.

[00:02:10] Klaus Reichert: Mein Gesprächspartner heute ist Johannes Kurz, er ist Projektleiter Bioökonomie bei Umwelttechnik BW. Wir wollen uns über das Thema Bioökonomie und die Plattform Bioökonomie Marktnavigator unterhalten. Hallo Johannes, klasse, bist du dabei heute.

[00:02:29] Johannes Kurz: Hallo Klaus, vielen Dank für die Einladung, hat mich sehr gefreut. 

[00:02:33] Klaus Reichert: Das ist ein spannendes Thema, auch wenn es noch nicht so geläufig ist, obwohl schon ziemlich lange in der Welt ist als Thema. Bevor wir anfangen, über deinen Marktnavigator zu sprechen, sollten wir mal gucken, wer so dahintersteckt, in welchem Kontext das stattfindet. Also zuerst mal, für mich ist ja Klimawandel immer so ein zentraler Treiber für Innovationen und Klimawandel ist eher so eine Art Unterthema von dem Thema, das wir jetzt gerade ansprechen und weil es doch sehr viele Begriffe schnell auch hat, ist es zum Beispiel erst mal für mich wichtig zu wissen, mit wem wir es gerade zu tun haben. Johannes, was machst du, was ist dein Hintergrund, warum beschäftigst du dich gerade mit diesem Thema?

[00:03:16] Johannes Kurz: Ja, das ist tatsächlich eine ganz interessante Frage. Ich will ganz kurz etwas ausholen, ich hab mir von dir auch ein paar Podcasts angehört und hab dann gedacht, oh, da sind viele gestandene Leute dabei, die das schon seit Ewigkeit machen. Ich selber bin jetzt in der Bioökonomie tatsächlich erst seit einem Jahr tätig. Ich habe davor Bioenergie studiert, Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe, erst an der FH in Rothenburg und an dann an der Universität in Hohenheim. Ich würde sagen, der Studiengang, den ich dann damals 2013 abgeschlossen habe, der würde jetzt wahrscheinlich Bioökonomie heißen, damals hieß er noch nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie. Was tatsächlich ganz spannend war 2013, war die Bioenergie relativ am Boden, da gab es keine Jobs und deswegen bin ich dann erst mal fünf, sechs Jahre in die Energiebranche gewechselt und hab mich da bei einem Verband für Energiewirtschaft ausgetobt. Und dann war einfach mal die Zeit wieder für was Neues und dann habe ich mich einfach mal bei Umwelttechnik BW beworben, die haben zu der Zeit einen Projektleiter im Bereich Bioökonomie gesucht. Und wenn man sich dann da, sage ich mal, um eine Stelle bewirbt, dann beschäftigt man sich ja auch erst mal mit der Thematik. Und für mich aus der Energiewirtschaft war es Zeit eigentlich immer so, wir stellen alles auf erneuerbare Energien um, dann fahren wir elektrisch, dann fliegt man ökologisch und dann haben wir eigentlich, sage ich mal, den Käse gegessen und dann ist alles super. Aber wenn man sich dann mit dem Bereich Bioökonomie beschäftigt, da stellt man halt relativ schnell fest, dass es nicht nur die ist, die defossilisiert werden soll, sondern halt alles, auf dem unsere aktuelles Wirtschaftswesen basiert. 

[00:04:58] Klaus Reichert: Also ein viel breiteres Thema, mit vielen, vielen Begriffen, Themen, Playern und so weiter und so weiter.

[00:05:05] Johannes Kurz: Genau. Und was ich dabei dann festgestellt habe, ist tatsächlich, dass es vielleicht auch gar nicht so schlecht ist, dass ich erst ein Jahr in dem Bereich tätig bin, weil, ich komme aus einer Bubble und ich weiß mittlerweile, dass man sich in Bubblen herrlich verstecken kann. Und jetzt habe ich momentan so das, dass ich wieder relativ neu und frisch in dem Thema bin und man tatsächlich dann auch andere Themen noch auf dem Schirm hat wie jemand, der vielleicht schon seit 15 Jahren in dem Thema, Themenbereich drin ist.

[00:05:38] Klaus Reichert: Gerade jetzt auch zu einem Zeitpunkt, wo das tatsächlich viel, viel breiter bekannt ist, verfolgt wird, Themen da wirklich auf die Tagesordnungen von vielen Menschen eben auch kommen. Das habe ich verstanden, ja. Du, sag mal, das BW in Umwelttechnik, BW heißt ja Baden Württemberg, was muss man sich darunter vorstellen, unter Umwelttechnik BW? 

[00:06:00] Johannes Kurz: Also die Umwelttechnik BW, das ist die Landesagentur für Umwelttechnik in Baden-Württemberg und die gibt es schon relativ lange. Ich bin mir tatsächlich, weil ich jetzt auch noch erst ein Jahr dabei bin, mit den Zahlen immer nicht ganz sicher, aber ich glaube, die wurde 2012 ins Leben gerufen und die hat einfach die Aufgabe, die Bereiche Umwelttechnik, Ressourceneffizienz und Materialeffizienz, Kreislaufwirtschaft in Baden-Württemberg zu fördern, voranzubringen und schauen, dass die Unternehmen einfach in der Hinsicht dann zukünftig auch besser aufgestellt sind. Und da haben wir das Glück, dass mir zu über 90 % vom Land Baden-Württemberg finanziert sind und das hat den tollen Nebeneffekt, dass wir halt nicht selber gewinnorientiert arbeiten müssen und dass mir halt eine sehr neutrale Ausrichtung haben und das sichert in dem Fall halt auch einfach die Objektivität. Uns geht es jetzt nicht drum, Gewinne zu erzielen, sondern die Themen zum Laufen zu bringen.

[00:07:00] Klaus Reichert: Ihr macht ja auch ziemlich viel in diesem Bereich, ihr veranstaltet auch den Kongress BW, der jetzt gerade wieder hier in Karlsruhe stattgefunden hat. 

[00:07:08] Johannes Kurz: Ich durfte dabei sein, beim Kongress, dieses Jahr, das erste Mal. Wir haben da Besucherzahlen, so um die 1000 bis 1.200 Leute dieses Jahr gehabt und es zeigt einfach, dass das Thema Ressourceneffizienz immer wichtiger wird und wichtiger denn je halt insgesamt auch ist. Das sind genau solche Formate, wo man einfach, auch jetzt gerade nach den paar Jahren, wo das Thema Vernetzung doch etwas schwieriger gelaufen ist, wahnsinnig effizient seine Projektepunkte mit anderen Playern mal durchzusprechen und auch von den Erfahrungen , die dann andere schon gemacht haben.

[00:07:43] Klaus Reichert: Ich war dieses Jahr auch wieder dabei und ich fand es wirklich spannend, die Auswahl von Rednern. Der Pokerspieler / Redner hat mir besonders gut gefallen, weil er im ersten Moment scheinbar gar nicht dazu gepasst hat. Und wenn man sich das dann so angehört hat, hat man dann vollkommen verstanden, was für ein guter Mix da jetzt an Themen plötzlich transportiert wurde, also das fand ich richtig toll. Kongress BW, weiß man erst mal nicht, was dahintersteckt, aber es hat sehr viel, wie du gesagt hast, mit Ressourceneffizienz, diesen ganzen Umweltthemen im weitesten Sinne zu tun. Es sind Startups mit dabei, die betreut werden vor Ort, es gibt guten Austausch, es können sich Firmen präsentieren, die in dem Umfeld sind, die dann wahrscheinlich auch bei euch im Marktnavigator natürlich auftauchen. Also, große Sache, Umwelttechnik BW. Wir werden die Links dazu jetzt natürlich auch in den Shownotes unterbringen, sodass man sich das dann im Nachhinein auch noch mal angucken kann. Du bist dort Projektleiter Bioökonomie Marktnavigator bei Umwelttechnik BW, kannst du kurz uns bitte so eine Übersicht geben, was müssen wir uns vorstellen unter dem Thema Bioökonomie?

[00:08:56] Johannes Kurz: Also das ist genau ein Punkt, wo ich sage, da war ich vor einem Jahr einfach noch relativ unerfahren in dem Bereich und da habe ich mir das dann zum Beispiel so vorgestellt, das, wenn ich jetzt zum Beispiel ein Shampoo habe und da sind dann Plastikteile drin, die einfach das Shampoo besser machen sollen, dass man das dann einfach ersetzt durch Partikel auf Zellulosebasis. Das war so der erste Gedanke, wo ich mir damals dann gedacht habe, das ist Bioökonom. Und wenn man sich da mehr damit befasst, dann merkt man einfach, dass es ein riesiges Feldes und das spaltet sich tatsächlich in zwei Bereiche auf, also die Bioökonomie, die orientiert sich ganz stark an Kreisläufe, die die Natur uns tatsächlich schon seit Ewigkeiten vormacht. Das heißt, die Natur nutzt schon immer Ressourcen sehr effizient, sie verbraucht sie nicht, sondern, ja, führt sie im Kreis. Wenn man jetzt an Stickstoff denkt, die Pflanze stirbt ab, bleibt auf dem Feld, das heißt, die liefert dann in dem Fall Nährstoffe für neue Pflanzen. Und genau das ist ja das Problem, das wir bei unserem aktuellen Wirtschaftswesen haben, wir haben viele, viele Einsatzstoffe, die werden verwendet und dann gehen sie im Normalfall, End-of-Pipe-mäßig, irgendwo als Abgasabfall oder als Abwasser in die Umwelt. Und beim Thema Bioökonomie nutzen wir dann biologische Verfahren, Rohstoffe zurückgewinnen oder wir nutzen Bio-GBO-Stoffe, die noch in den Abfall- oder Abgas- oder Abwasserströmen drin sind. Also das Thema biogene Rohstoffe ist in dem Bereich Bioökonomie ganz groß. Und das zeigt sich einfach, wenn man von den fossilen Energieträgern wegkommen will, dass man sich halt einfach doch auf die biogenen Ressourcen quasi verlassen muss und dann heißt es, die müssen effizient genutzt werden, die müssen im Kreislauf geführt werden, dass sie nicht einmal quasi verwendet werden und dann wieder weg sind. Und dadurch bekommt halt das Wirtschaftssystem einfach Erstens die Unabhängigkeit von Exporten, wenn man die Rohstoffe aus dem Ausland sonst beziehen muss. Gerade beim Thema Phosphor haben wir es, das halt wirklich die größten Lagerstätten nicht in Deutschland sind, da haben wir eigentlich nämlich gar keine, sondern die befinden sich beispielsweise in Marokko. Und wenn die halt einmal sagen: “Ja, von uns gibt es jetzt heute kein Phosphor mehr”, dann haben wir in Deutschland tatsächlich ein Problem, und das müsste eigentlich nicht unbedingt sein.

[00:11:33] Klaus Reichert: Das heißt also, wir haben mit Bioökonomie eine, ja, das ist ein vielfältiger Begriff, unter dem viele Dinge zusammenkommen. Das heißt, das eine ist so eine Art, ja, ich will es nicht esoterisch erscheinen lassen, aber es ist halt, hat also was mit auch Weltanschauung eben zu tun, mit einer Art und Weise, die Welt zu betrachten, die Wirtschaftswelt zu betrachten und zwar mit einem Lernen aus der Natur als wichtigen Thema. Und wenn man da ein bisschen tiefer bohrt, hat es sehr viel damit zu tun, mit diesen Worten, die wir mittlerweile ganz geläufig fast schon benutzen, Kreislaufwirtschaft zum Beispiel, dieses Wiederverwenden von etwas, die cradle to cradle als Prinzipien dann vielleicht bei Fertigungen. Also da wird es dann sehr schnell auch sehr handfest für, und das finde ich jetzt das Außergewöhnliche, für doch sehr viele verschiedene Branchen, ja, das heißt also, viele können sich da wieder finden und etwas beitragen.

[00:12:33] Johannes Kurz: Genau. Also ich kann es gern auch an einem kurzen Beispiel mal kurz erläutern, was bei mir wirklich absolut nie auf dem Schirm war. Wie gesagt, ich komme aus der Energiebranche und ich habe dann immer gedacht, ja, wir machen alle erneuerbare Energien und dann haben wir unser Ziel vom Klimaschutz erreicht. Wenn ich mich jetzt hier in meinem Büro umschaue, ich sitze momentan auf einem Bürostuhl, der ist natürlich aus Plastik, neben mir steht ein Sofa, der ist aus Plastik, mein PC-Bildschirm ist aus Plastik und, ja, Plastik wird momentan einfach fast zu, also die Zahlen, könntest du mich jetzt nicht festnageln, aber ich denke mal, so 80, 90% haben wir hier an plastikbasierten Rohstoffen. Und das sind einfach, wenn man sich das dann mal anschaut, woher bekommen wir den Kohlenstoff überhaupt zukünftig, das mir solche Rohstoffe weiterhin produzieren können? Und gerade im Bereich Kohlenstoff haben wir es halt einfach momentan so gemacht, das wir industrielle Lösungen gefunden haben, wie wir den Kohlenstoff einsetzen, wie wir ihn verbrauchen. Aber wenn man den CO²-Gehalt bei uns in der Atmosphäre anschaut, sieht man einfach, dass wir keine industrielle Möglichkeit momentan haben, den Kohlenstoff dann auch wieder im Kreis zu führen und wieder nutzbar zu machen für weitere Produkte. Und wenn mir von den erdölbasierten Kunststoffen wegkommen wollen, dann haben wir da eine riesige Aufgabe, die es halt wirklich momentan zur jetzigen Zeit gilt, auch anzugreifen.

[00:14:07] Klaus Reichert: Ja. Also das heißt, große Herausforderungen in vielen Bereichen mit der Überschrift Bioökonomie, und ich glaube, da kommen dann auch schon zum Marktnavigator. Weil das auf der einen Seite natürlich bedeutet, wir haben Bedrohungen, wir haben Herausforderungen, die sehr negativ sich auf unsere Lebensweise, unsere Umgebung, ich will es gar nicht anders ausdrücken, auswirken können, aber natürlich haben wir da auch jetzt riesige Chancen, etwas zu entdecken. Das heißt, es wird ein ganz handfest auch, gibt es da Möglichkeiten für Unternehmen, für Menschen, damit etwas zu bewegen, tatsächlich wiederum ökonomisch handeln zu können. Und da, auf dieser Basis diese Erkenntnis, dass es sozusagen auch eine Chance für die Zukunft ist, ist dann der Marktnavigator Bioökonomie oder der Bioökonomie Marktnavigator entstanden. Was passiert da?

[00:15:07] Johannes Kurz: Ich muss vielleicht noch ganz kurz nochmal ausholen, wir haben früher immer, oder wir machen es auch momentan noch, wir holen unsere Rohstoffe von riesigen Quellen, das heißt, da gibt es eine Quelle und da beziehen wir den Rohstoff. Wenn wir das jetzt bei uns hier in Deutschland machen wollen, dann werden wir in unseren Bioraffinerien nie so riesige Mengen an Rohstoffe produzieren. Das heißt, die Rohstoffe, wir können sie produzieren, aber die fallen in dem Fall dann örtlich begrenzt in kleineren Mengen an. Und da gilt es halt einfach, auch aufzuzeigen, was mache ich, wie viel fällt denn bei mir überhaupt an? Und dann, da muss man einfach danach schauen, dass das auch die Leute mitbekommen, die eventuell Interesse zum Beispiel an dem Rohstoff haben oder die an der Technik Interesse haben, wie das umgearbeitet werden soll jetzt zum Beispiel in Abfallstrom.

[00:15:59] Klaus Reichert: Also das heißt, da habe ich jetzt schon wieder viel zu platt eigentlich gerade gedacht, wir reden nicht nur davon, dass es zum Beispiel Maschinenanbieter gibt, die irgendwelche Methoden, Technologien und so weiter eben verkaufen, um irgendwas wiederzuverwenden, sortieren, zerlegen oder sonst was zu können, sondern wir reden auch von den Möglichkeiten, kleinere Rohstoffmengen im Grunde zu finden und zu handeln, die quasi in dem Sinne vielleicht aus einer Kreislaufwirtschaft, aus einer regionalen Kreislaufwirtschaft entstanden sind?

[00:16:36] Johannes Kurz: Genau, da kann ich auch gerade ein ganz gutes Beispiel dazu erzählen. Wir haben selber auch ein Bioökonomie-Projekt, wo mir Konsortialpartner sind, oder wir haben zwei, und die sind beide auf Kläranlagen und da ist zum Beispiel das Thema Stickstoffrückgewinnung momentan ganz groß. Und Stickstoff haben wir momentan eigentlich immer über das Haber-Bosch-Verfahren produziert, indem wir halt Erdgas genommen haben und Luftstickstoff und das Verfahren ist relativ effizient und mit günstigem Erdgas auch super ökonomisch. Das heißt, da haben wir riesige Mengen an Stickstoff produziert. Und jetzt, wo das Erdgas halt tatsächlich doch so teuer geworden ist, ist auch der Stickstoffpreis für Stickstoffdünger natürlich relativ hochgegangen. Und man hat erst mal gemerkt, dass man da in riesiger großer Abhängigkeit ist. Und jetzt haben wir die Möglichkeit, den Stickstoff aus der Kläranlage wieder zu entfernen. Also der geht ja quasi auf das Feld, der Stickstoff, die Pflanze nimmt es auf und wir nehmen den über unsere Ernährung dann in unseren Körper auf und was der Körper nicht braucht, das scheidet er dann über das Abwasser quasi in die Kläranlage aus. Jetzt geht es halt drum, wir könnten das Projekt eventuell vielleicht vergrößern, das ist alles noch ganz vage, aber wenn man mal dann eine gewisse Menge an Stickstoffdünger auch erzeugt, in dem Fall wäre es Ammoniumsulfat, dann stellt sich natürlich auch relativ schnell die Frage, wie groß sind die Mengen, die anfallen, bekomme ich das bei mir in der Region überhaupt unter? Also wenn ich jetzt in einem städtischen Gebiet bin, da ist der Stickstoffbedarf vielleicht nicht ganz so groß, dann geht es wieder darum, wohin muss ihn transportieren? Wenn wir das jetzt bei unserer Anlage in Erbach, wo wir die Teststation aufgebaut haben, da ist überall außen rum Landwirtschaft, da werden wir keine Probleme haben, die Stoffe wegzubringen. Aber es ist einfach ganz klar, dadurch, dass auch geringere Mengen anfallen, müssen wir genau darauf schauen, dass die dann auch regional eingesetzt werden und nicht, dass der Transport wieder vom CO²-Ausstoß das Ganze, was wir Positives erreichen wollen, eigentlich zunichtemachen.

[00:18:44] Klaus Reichert: Also einen viel, viel größeren Blickwinkel auf die Themen, einen zusammenhängenderen Blickwinkel versucht ihr da auch mit herzustellen. Mir ist gerade aufgefallen, wenn ich dieses Thema erweitern würde, würde ich in dem Marktnavigator nach vielen Punkten suchen, nämlich einerseits Kommunen, die sich dafür interessieren, sowas für ihre Kläranlage zu installieren. An Unternehmen, die sowas dann bauen können, vielleicht Planungsbüros, die sowas eben planen können, aber dann auch an Anbieter beziehungsweise von Dienstleistungen, vielleicht Lagerung, Transport und so weiter für die Stoffe und dann eben einen Abnehmer für die eigentlichen Stoffe wieder?

[00:19:25] Johannes Kurz: Genau.

[00:19:26] Klaus Reichert: Okay, ja.

[00:19:28] Johannes Kurz: Genau und der Marktnavigator, sage ich mal, so eine Plattform, wo man seine Produkte darstellen kann, seine Firma präsentieren kann, die ist ja in dem Fall eigentlich, sage ich mal, jetzt nicht so die innovative Idee. Aber, wir haben bei uns auch schon seit längerem den Kompetenz-Atlas für Ressourceneffizienz am Laufen. Das hat einfach schon damals gezeigt, da hatten wir das gleiche Thema mit der Umwelttechnik, da war auch viel im Gange und man hat einfach gemerkt, wir brauchen eine Plattform, wo die Leute sich einfach konzentriert über ihre Bedürfnisse informieren können. Dadurch kam jetzt auch die Idee im Bereich Bioökonomie, weil da das Themenfeld natürlich noch viel größer ist und noch komplizierter, dass wir ein Spin-Off von unserem Compare machen und das ist jetzt der Bioökonomie Marktnavigator, der sich einzig und allein mit dem Thema Bioökonomie befasst. 

[00:20:23] Klaus Reichert: Das heißt also, ihr könntet auf Bestehendem aufbauen, was natürlich das Ganze leichter macht. Dann dürfen wir nicht vergessen, wir haben eine Art Zeit der Plattformen. Ja, Plattformen entstehen an vielen Stellen gerade als neue Geschäftsmodelle beziehungsweise Geschäftsmodell, massiven Veränderungen auch in vielen, vielen Branchen. In eurem Fall ist es mehr so ein Informations-Tool zum aktuellen Zeitpunkt, diese Informationsbörse, diese Wissensbörse vielleicht, um es mal so zu sagen. Aber da kann man sich sicher auch vorstellen, dass sich das mal weiter entwickelt, dass man vielleicht tatsächlich auch die Stoffe handeln kann auf der Börse.

[00:21:05] Johannes Kurz: Genau, also das sind keine Grenzen gesetzt, bisher ging es bei uns tatsächlich hauptsächlich eben um Unternehmen, das war auch schon lange unser Focus. Tatsächlich, wenn wir um das Thema Bioökonomie nicht herumgehen will, fällt einem relativ schnell auf, dass es jetzt hat einfach viele neue Stakeholder, die einen betreffen. Also zu Kommunen hatten wir bisher tatsächlich noch nicht so viel Kontakt. Das geht nicht nur uns so, das ist einfach so, ja, das sind Akteure, die hatten bevor noch nie miteinander zu tun. Das ist nicht ganz richtig, weil zum Beispiel hat man ja früher von der Kläranlage den Klärschlamm auch dem Bauern zur Verfügung gestellt, aber das sind Netzwerke, die sind 20 Jahren oder so quasi schon nicht mehr aktuell. Da gehört einfach dazu, dass wir die verschiedensten Akteure miteinander verbinden, auch wenn die bisher noch nie miteinander in Kontakt getreten waren. Und das ist tatsächlich auch das Spannende an dem Thema, wenn man einfach sieht, okay, nur die Unternehmen allein schaffen es nicht mehr, wir brauchen die Forschung dazu, die den nötigen Input gibt. Wir brauchen die Kommunen in vielen Bereichen, weil, da haben wir die Reststoffströme im Bereich Bio-Abfall und Abwasser, aber wir brauchen auch die Landwirte, die massiv viel, ja, im Bereich biogene Reststoffe noch liefern können. Das heißt, vielleicht kann er aus dem Stroh Diesel herstellen, also ist wirklich ein wahnsinnig großes Themenfeld. Wenn man sich jetzt mal bei Google anschaut, bioökonomische Produkte oder bioökonomische Unternehmen sucht, dann ist das halt leider momentan noch immer so, dass Bio hauptsächlich in dem Fall aufmachen, da kommen halt ganz viel Bioartikel, aber im Bereich Bioökonomie findet man nur, wenn man genauer sucht, dann erst das richtige Ergebnis.

[00:22:49] Klaus Reichert: Mir fällt gerade ein, weil du gesagt hast, Stroh umwandeln in Kraftstoffe, da gibt es am KET auch zum Beispiel im Forschungsprojekt zu diesem Thema. Mir fällt der Name gerade nicht ein, aber vielleicht hilft mir jemand von unseren Zuhörenden.

[00:23:03] Johannes Kurz: ich glaube, das hieß tatsächlich damals sunliquid.

[00:23:07] Klaus Reichert: Genau, es war irgendwas mit Liquid, glaube ich. Naja, also wir werden es in jedem Fall in den Shownotes nachtragen. Das finde ich eben auch den spannenden Ansatz, den ihr jetzt hier habt, dass ihr eben sehr viel weiter geht, eine Sache zu etablieren, die eigentlich so normal wäre, wie die Welt, eigentlich ja auch ist, aber irgendwie ein bisschen verloren gegangen ist unter bestimmten Stichworten, mit denen Menschen tatsächlich was anfangen können, mit dem sie auch arbeiten in Bereichen, die heute eben, ich sage mal, üblich sind, und bringt dann über eure Plattform eben diese Menschen zusammen, die etwas anbieten, die etwas dann aber auch suchen. So und ich hab jetzt tatsächlich, vielen Dank für den Hinweis, die die Firma hieß oder das Startup oder dieses Forschungsprojekt heißt Bioliq. Also wir werden es in jedem Fall da noch verlinken. Die hatten aber in jedem Fall genau auch dieses Problem, das man natürlich sehr kleinteilige Mengen hat, die man erst mal wieder dann verarbeiten, sammeln und sonst was muss. Aber wenn man da vielleicht eben eine Plattform hat, die das unterstützt, dann ist das wahrscheinlich auch hier irgendwie gut angebracht. Mir ist grad noch eingefallen, es gibt ja auch sehr viel zum Beispiel Schweinezucht im Norden in Deutschland, entsteht sicher auch viel Stickstoff. Das ist dann zwar nicht mehr ganz so regional, aber wenn wir über Globalisierung reden, ist natürlich hier deutschlandweit Regionalität, kann man schon fast sagen. Also das heißt, da müssen wir dann wahrscheinlich auch irgendwann mal gucken, das wir vielleicht noch die Landesgrenzen sprengen. Gibt es da irgendwelche ähnlichen Vorhaben in anderen Bundesländern oder vielleicht auch Kooperationen mit anderen?

[00:24:45] Johannes Kurz: Also es gibt viele Initiativen, die in dem Bereich der Bioökonomie tätig sind, die unterscheiden sich aber immer etwas sage ich mal. Da muss man immer genau schauen, um was geht es in der Initiative, welche Themen behandeln sie ganz genau und ist es auch das richtige für uns? Also wir zum Beispiel haben jetzt bei uns ansässig den Innovation Hub CTU Bio oder CCUBIO, da geht es tatsächlich um das Thema biologisches CO²-Recycling. Da ist jetzt vielleicht derjenige, der Stickstoff zurückgewinnt, im ersten Moment nicht richtig aufgehoben. Aber wir haben auch die Fachinitiative Bio Raffinerien bei uns und da geht es konkret um das Thema Abfall- und Abwasserbehandlung und daraus die Stoffe wieder zu gewinnen oder neue Produkte zu generieren. Und da ist einfach entscheiden zu schauen, mit welchem Fokus ist die einzelne Initiative unterwegs? Und wenn man sich nicht ganz sicher ist, die ganzen Fachinitiativen, die sind ja finanziert, kann man einfach gern mal anrufen und fragen und auch mit einem Projekt oder meinen Vorschlag kommen, wir haben da immer ein offenes Ohr. Aber ja, es gibt massiv viele Initiativen, auch in anderen Bundesländer und wir haben tatsächlich auch schon überlegt, ob wir im Bioökonomie Marktnavigator, da haben wir momentan die Rubriken Unternehmen, Institutionen, ob wir da vielleicht nicht auch noch die Rubrik Verbundnetze mit aufnehmen, die sich im Bereich Bioökonomie austoben. Einfach, dass man da bisschen auch Transparenz rein kriegt und schaut, was gibt es denn alles. Weil, ich sage immer, die schlechteste initiative ist die, die ich nicht genutzt wird. Die Dinger sind da und die sollte man nutzen, weil, die machen wirklich was für einen, was man jetzt vielleicht selber neben seinem normalen Alltag nicht noch unterbringen würde.

[00:26:40] Klaus Reichert: Wie würde uns denn jetzt hier der Marktnavigator unterstützen, wer würde sich da jetzt eintragen? Hast du uns da vielleicht auch ein Beispiel, so dass man sagen kann, okay, das sind so die Dinge, die ich auch bereitstellen muss als Informationen, damit ich mich da eintragen kann?

[00:26:56] Johannes Kurz: Ein klassisches Beispiel jetzt bei uns die Firma SolarSpring, die macht bei uns sogar ein Bioökonomie-Projekt, die Stickstoffrückgewinnung mittels Membrandestillation und die präsentiert sich jetzt zum Beispiel bei uns im Bioökonomie Marktnavigator einmal als Technologie-Anbieter. Die kann eure Abwasserströme behandeln und da Stickstoff rausziehen. Im gleichen Fall ist aber auch interessant für jemand, der vielleicht Stickstoff sucht, einfach mal bei der SolarSpring anzufragen, wo habt ihr denn eure Standards, könnt ihr da schon was liefern? Also ich bin jetzt momentan ein bisschen am spinnen, weil, soweit sind wir ja tatsächlich noch nicht, aber das sind alles so Punkte, man kann seine Produkte darstellen, man kann Videos hochladen, wo es erklärt wird, man kann aktuelle Forschungs- und Entwicklungsaktionen darstellen, das liefert alles der Bioökonomie Marktnavigator. Und das nicht auf einer riesigen Homepage, wie man es oft bei Unternehmensseiten kennt, sondern streng komprimiert, das man sich halt einfach auf kurzem Blick mal informieren kann, was machen die, aber auch selber halt einfach darstellen kann, das sind meine Fähigkeiten. Und das sind die zwei Punkte, um die es einfach geht, auf der einen Seite müssen wir die Aufmerksamkeit für Produkte und Verfahren erhöhen und generieren und auf der anderen Seite muss es einfach auch für den User sein, der sich nicht anmelden muss, die nötige Firma dann auch zu finden, die für ihn relevant ist.

[00:28:24] Klaus Reichert: Mit dem speziellen Fokus und den Stichworten und Hilfen und so weiter zu dem Thema eben Bioökonomie und vielen Themen, die da ja dazugehören. Das wird da ein bisschen schwieriger natürlich, nicht mehr ganz so übersichtlich, aber es ist eben leichter aufzufinden, wie wenn ich einfach nur zu Google gehe und versuche, da irgendwas zu finden.

[00:28:45] Johannes Kurz: Genau, mit Sicherheit. Also über Google habe ich es tatsächlich selber auf versucht, man findet, aber es ist halt einfach nicht auf das Thema Bioökonomie gefiltert. Wenn man sich einen schnellen Überblick machen will, dann funktioniert das halt einfach über so eine Plattform deutlich schneller.

[00:29:00] Klaus Reichert: Also für euch ist schon wichtig, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, aus Abfallströmen eben Wertstoffe zu generieren, die Player dazu sozusagen dann auch deutlich zu machen. Dann auch deutlich zu machen, wo man die Rohstoffe oder Dienstleistungen, Produkte und so weiter, da eben dann finden kann, vielleicht auch, wie man so was dann mit Verfahren irgendwie bearbeiten kann, ja, solche Themen und vielleicht auch Kooperationen anbahnen, die man dann bräuchte, um vielleicht bestimmte Lösung zu realisieren.

[00:29:33] Johannes Kurz: Genau..

[00:29:34] Klaus Reichert: Sehr aufwendig. Wenn du jetzt so sagen müsstest oder einen Tipp geben müsstest, wer sollte sich da jetzt am besten da eintragen? Wie lange braucht er, um das zu machen zum Beispiel oder sie? Wir werden den Link natürlich dann auch in den Shownotes veröffentlichen, sodass es leicht zu finden ist, es macht keinen Sinn, das jetzt hier so durchzugeben. Aber wer würde das machen, wie lange braucht dieser Mensch, was müsste der als Vorbereitung mit dabei haben?

[00:29:59] Johannes Kurz: Also klassisch würde ich jetzt mal so schätzen, ich hab das Ganze selber auch durchmachen müssen, damit ich überhaupt den Bioökonomie Marktnavigator verwalten kann, klassisch, würde ich sagen, der meldet sich im ersten Schritt, der Nachhaltigkeitsbeauftragte vom Unternehmen. Viele haben das nicht, da meldet sich ein Mitarbeiter an, der bekommt dann ein Konto und mit diesem Konto kann er dann eine firma anlegen. Und da kommt es dann ganz darauf an, wie viel Mühe man reinsteckt. Ich denke, in einer Stunde hat man da einen richtig guten Auftritt schon erstellt. Klar, je mehr Zeit man investiert, desto besser wird der Auftritt und desto größer ist der Mehrwert auch von dem Auftritt, aber ich denke, wenn man im Unternehmen seine Unterlagen gut parat hat, dann müsste das innerhalb kürzester Zeit erledigt sein. Also es läuft so ab, dass ich da eine Mail bekomme, da ist ein neuer User, der sich registrieren will und dann verfolgen wir auch den Prozess. Wenn es dann nach einer Woche, wenn wir dann sehen, okay, da ist noch nicht viel passiert, dann hören wir auch nach, können wir unterstützen? Da sind wir bei uns auch immer erreichbar. Wenn es heißt, wenn es irgendwo Probleme gibt und klemmt, kann man auch einfach das Telefon in die Hand nehmen und bei uns anrufen und dann gehen wir gemeinsam den Schritt der Registrierung durch. Aber eigentlich ist es relativ einfach. Und so soll es auch sein, dass wir mit möglichst geringem Aufwand doch relativ große Reichweite regenerieren 

[00:31:26] Klaus Reichert: Was ich da auch durchhöre ist, das ich es eben selber machen kann, ich mache es in Schritten, ich werde am Anfang vielleicht mal ein bisschen weniger einstellen, aber dann gucken, dass ich das möglichst relativ schnell auch entwickle, inhaltlich, sodass ich darüber auch gefunden werde, dass ich vielleicht auch tatsächlich selber Kooperationspartner vielleicht finden kann, verstanden. Und, ich kann euch immer anrufen, Fragen zur Plattform, aber vor allem auch Fragen zu den Projekten, Fragen zu anderen Themen oder zu Themen rund um das Thema Bioökonomie mit euch ansprechen. Ihr macht ja auch viele Veranstaltungen zu dem ganzen Thema, das heißt, es ist wahrscheinlich auch sinnvoll, dass man zum Beispiel sich für euren Newsletter anmeldet?

[00:32:05] Johannes Kurz: Genau, also wir haben tatsächlich in unserem Bereich jetzt noch kein so ein Newsletter, wo ich sage, der kommt jetzt regelmäßig einmal im Monat, aber man kann sich in unserem Netzwerk anmelden und da werden dann einfach so Informationen geteilt zu unseren Veranstaltungen. Und jetzt heute hatten wir zum Beispiel mal ein Online-Webinar zum Thema CCUBIO und da sind einfach die verschiedenen Varianten aufgezeigt worden und welche Vorteile die haben. Und so haben wir halt mehrere Veranstaltungsformate, ja, also wir haben Webinare, wir bieten dann aber auch Netzwerktreffen an.

[00:32:40] Klaus Reichert: Und für euch ist dieses Thema wichtig, für das Land Baden-Württemberg ist das Thema wichtig, für die, ich sage mal, die Landesregierung ist das Thema wichtig, da wird eben investiert, da wird Sachen angeschoben. Ihr schaut, das hier als Multiplikatoren eben wirkt, um zu erklären, zusammenzubringen, zu moderieren, ja.

[00:32:58] Johannes Kurz: Genau. Ein Beispiel ist, kommt ein neuer Förderaufruf zum Thema XY und wir denken uns, der wäre eventuell für unsere Netzwerkpartner interessant, dann fassen wir das kurz zusammen, um was es geht, schreiben eine kurze Mail ans Netzwerk, einfach, dass das die Leute auch informiert sind. Weil, ich denke, wenn jede Einzelne immer jeden Tag mal schaut auf das Förderprogramm, das ist nicht sonderlich effizient. Da haben wir dann halb gebündelt, die Stelle und wir haben auch die Zeit dazu, uns das genauer anzuschauen, wir kennen uns dann auch mit der Thematik und der Systematik der Förderanträge mittlerweile ganz gut aus. Und da können wir dann auch gerne unterstützen, entweder beim kompletten Förderantrag oder wir informieren einfach nur, dass es den neuen Förderantrag gibt und wer Lust hat, kann sich dann an uns wenden und nähere Informationen einholen oder sich selber drauf bewerben.

[00:33:50] Klaus Reichert: Gerade wenn man es zum ersten Mal macht, ist so ein Antrag ja nie so ganz einfach, das ist eine gute Unterstützung, die man da bekommt. Wir haben eine Frage von der Barbara Schmucker und zwar fragt sie, wie ist denn aktuell die Nutzung der Plattform, was wird aktuell am häufigsten gesucht?

[00:34:04] Johannes Kurz: Das ist tatsächlich eine gute Frage. Also der Marktnavigator ist tatsächlich erst seit einem Monat so, dass er richtig läuft, von dem her haben wir momentan an Firmen und Akteuren noch relativ wenig drin, also momentan sind 15 Firmen gelistet. Da hoffen wir natürlich, dass wir relativ schnell in andere Bereiche kommen. Wenn ich es vom Kompetenz-Atlas ableiten kann, da haben wir 320 Unternehmen und je größer halt die Plattform und je besser die bestückt ist, desto mehr Suchen haben wir auch. Aber welche Themen da jetzt genau am meisten gesucht werden, das kann ich jetzt tatsächlich nicht genau beantworten. 

[00:34:43] Klaus Reichert: Johannes, du hast gesagt, du bist aus dem Energiebereich in dieses Thema hineingekommen und diese Themen, mit dem du dich da vorher beschäftigt hast, die hatten natürlichen in einem gewissen Sinne auch mit dem Thema Bioökonomie zu tun, aber du hast natürlich auch festgestellt, dass es dir jetzt ermöglicht, da ohne Scheuklappen mit dem Thema umzugehen. Was hat dich denn da, vielleicht so zum Abschluss, am meisten umgehauen oder verblüfft, wie du dich mit dem Thema beschäftigt hast?

[00:35:15] Johannes Kurz: Also tatsächlich, muss ich wirklich sagen, ich bin vom Elternhaus schon immer relativ ökologisch geprägt, das ist ja auch der Grund, warum ich dieses Thema Bioenergie studiert habe und nachwachsende Rohstoffe. Und ich wollte mich immer im Bereich des Klimaschutzes und Umweltschutzes engagieren und habe mich dann aus dem Grund in der Energiewirtschaft voll auf die Themen gestürzt und die erneuerbaren Energien nach vorne gebracht. Und dann kommt man so nach fünf, sechs Jahren in der Energiewirtschaft raus und stellt einfach fest, dass man einfach nur ein kleines Stück der Torte immer betrachtet hat. Das war für mich so das Verblüffendste, ich habe mir da nie Gedanken drum gemacht, aus was ist denn jetzt mein Pullover, ich war da nie irgendwie, ja, ich hatte das nie auf dem Schirm, das wir da einfach genau in dem Bereich der Textilien oder  Werkstoffe, so massiv auf fossile Energieträger oder fossile Ressourcen angewiesen sind. Das war für mich tatsächlich der Oberhammer, weil ich eigentlich gedacht habe, ich habe jetzt  fünf Jahre mich massiv für den Klimaschutz engagiert und die erneuerbaren Energien ausbaut und habe dann einfach festgestellt, dass es einfach nicht über den Tellerrand geblickt war, sonders das einfach viele Punkte nicht betrachtet wurden. Was nicht  heißt, dass das nicht sinnvoll war, das ist die erneuerbaren Energien ausgebaut habe, das ist ja tatsächlich ein großer Punkt, der für die Zukunft auch immer noch wichtig bleiben wird, aber mich hat massiv überrascht, dass ich einfach einen großen Teil selber, obwohl ich in dem Bereich Ökologie, Klimaschutz unterwegs bin, einfach nicht auf dem Schirm gehabt habe.

[00:36:40] Klaus Reichert: Ich glaube, das geht uns allen so, die angefangen haben so, mit ihren unterschiedlichen Fachrichtungen sich mit dem Thema zu beschäftigen und dann plötzlich merken, dass es eine riesige Welt da außen rum noch gibt. Vielen Dank, dass du heute darüber gesprochen hast, vielen Dank, das wir dich hiermit auch besser kennenlernen konnten. Und wir werden diese ganzen Informationen natürlich noch in den Shownotes unterbringen und drücken die Daumen, dass der Marktnavigator Bioökonomie häufig genutzt wird. Danke nochmal für deine Zeit.

[00:37:11] Johannes Kurz: Ja, vielen Dank, Klaus. Ich habe noch einen Aufruf an alle, bitte nutzt die Möglichkeit des Bioökonomie Marktnavigators. Das ist eine super Möglichkeit, ihre bioökonomischen Aktivitäten auch präsentieren und dadurch einfach ein bisschen mehr Reichweite zu erreichen. Weil, das ist das Problem an bioökonomischen Produkten und -Verfahren, die sind kleiner und die brauchen einfach die Aufmerksamkeit der großen Bevölkerung, damit die auch ihren Einsatz finden.

[00:37:40] Klaus Reichert: Kleine Schritte, viele Schritte, da kommen wir weiter. Nochmal vielen Dank!

Das war der Smart Innovation Podcast, er wurde mit einem interessierten Publikum live aufgenommen. Vielen Dank für das Dabeisein und Zuhören. Diese Episode gibt es auch zum Lesen, der direkte Link ist in den Shownotes. Noch kein Abonnent? Die Show ist überall zu finden, wo es Podcasts gibt. Weitere Informationen zum Podcast und meine Kontaktdaten sind bei klausreichert.de/podcast, dort gibt es auch eine Übersicht der nächsten Liveaufnahme-Termine. Ich bin Klaus Reichert und das war der Smart Innovation Podcast.

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