Experimentieren – Was gut für Ikea ist, geht auch bei KMU

Produktinnovation in der Praxis: Ikea zeigt vom Großunternehmen bis zum Mittelstand, wie Experimente und Kooperationen zu neuen Produkten führen können: hier beim Megatrend Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Wassersparen in Deutschland.

Ikea BERGVATTNET Wassersparen Experiment

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Ikea betreibt als globaler Player rund 500 Läden in über 60 Ländern und erzielt einen Umsatz von 45 Milliarden Euro. Und Wassersparen wird durch ein Experiment zum Thema. Die Ikea Produkte sind skalierbar produzierbar, werden über den gesamten Lebenszyklus verbessert und dadurch immer günstiger. Trotz dieser Größe und Effizienz bleibt das Unternehmen experimentierfreudig. Diese Experimente bringen Vorteile bei der Fertigung, senken die Kosten und halten die Preise für Kundinnen und Kunden stabil. Gleichzeitig eröffnen sie Raum für neue Produkte mit potenziell großer Wirkung.

BERGVATTNET: Ein limitiertes Wasser-Spar-Experiment

Ein aktuelles Beispiel für ein solches Experiment ist die Produktreihe BERGVATTNET, bestehend aus einem Umschalter-Schlauch, einem Eimer, einem „Booster“, einem Duschkopf und einer Mischbatterie, alle in Blau. Diese Produkte werden als „Limited Edition“ verkauft und stehen an einem sehr prominenten Ort im Markt, direkt gegenüber dem Ausgang des Restaurants, bei den Ikea Family Produkten. Entgegen der Erwartung eines perfekten Hochglanzprodukts handelt es sich um einen sichtbaren Testballon. Ikea greift damit das Trendthema Wasser, Wassersparen und Ressourcenverbrauch reduzieren auf, das global und zunehmend auch in Europa und Deutschland relevant ist. Die Serie zeigt, wie Experimente gezielt gesellschaftliche Themen adressieren können.

Konkrete Problemlösung und Prozessdenken beim Duschen

Das Besondere an BERGVATTNET ist der Eimer in Verbindung mit dem Umschalter-Schlauch: Sie lösen das konkrete Problem des Wassers, das aus dem Duschkopf läuft, bis warmes Wasser kommt, und bisher ungenutzt im Abfluss verschwindet. Dieses Wasser kann nun gesammelt und etwa für Pflanzen genutzt werden. Ergänzt wird die Reihe durch einen wassersparenden Duschkopf und ein Booster-Teil, was ein Denken in Prozessen deutlich macht: Vor dem Duschen wird kaltes Wasser aufgefangen, während des Duschens wird der Verbrauch reduziert. Ein digitaler Wasserzähler zeigt Verbrauch, Duschdauer und Wassertemperatur an und fördert damit Bewusstsein und Motivation zum sparsamen Umgang mit Wasser. Der Eimer ist zudem multifunktional gestaltet, passt in die Dusch-Ecke, hat einen Ausgießer und dient als Ablage für Duschgel und andere Utensilien.

Gamification, Digitalisierung und mögliche Verbreitung

Gamification-Elemente wie die Idee eines kleinen Wettbewerbs („Wer hat am meisten Wasser gespart?“) machen das Thema Ressourcenschonung spielerisch und alltagstauglich. Solche Formulierungen sind bei klassischen Sanitärprodukten eher ungewöhnlich und zeigen den experimentellen Charakter von BERGVATTNET. Die Produkte könnten gut in WGs und Familienhaushalten eingesetzt werden, die etwas für die Zukunft ihrer Kinder tun wollen. Weitere spielerische Komponenten wären denkbar, etwa eine Anbindung an Ikea Smart Home Technik und App, um Challenges in Familien, Wohngemeinschaften und weltweit zu teilen. So kann die Idee der Ressourcenvermeidung skalieren – durch Lernen, positive Beispiele und soziale Interaktion.

Experimente, Kooperationen und Vorbildfunktion für KMU

BERGVATTNET ist nicht perfekt, sondern klar als Testballon zu verstehen, als Einstieg in eine neue „Technologie“ mit ungewissem Ausgang. Es ist der Start einer Entwicklung, bei der viele Innovationszyklen und Produktverbesserungen folgen können und hoffentlich auch andere Anbieter nachziehen. Im Bereich Smart Home war ein solches Vorgehen zunächst schwieriger, weil dort schnelle Perfektion und externe Standards wie ZigBee, Thread oder Matter eine große Rolle spielen. Ikea hat hier in frühen Phasen auf Kooperationen – etwa mit Sonos – gesetzt, um schnell Smart Speaker anbieten zu können, und befindet sich inzwischen in der zweiten oder dritten Gerätegeneration. Wenn ein „großer Tanker“ wie Ikea es schafft zu experimentieren, Kooperationen einzugehen, schwierige Themen anzupacken und Fragen zu stellen statt nur perfekte Lösungen zu liefern, dann können mittelständische Unternehmen dies erst recht.

Wassersparen mit BERGVATTNET im Video

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#Innovation #Experiment #Ikea #Wasser #Wassersparen #Nachhaltigkeit #Digitalisierung #Gamification #Mittelstand #Ressourceneffizienz

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