Kurt Mezger über Austausch für UnternehmerInnen

In der 45. Episode des Smart Podcast ist Kurt Mezger mein Gesprächspartner. Wir unterhalten uns über den von Unternehmern und Unternehmerinnen im .

Kurt Mezger

Innovation lebt vom Netzwerk, kein Unternehmen ist groß genug alles zu leisten. Für das Zusammenarbeiten an Produkten über Unternehmensgrenzen hinweg ist das Aufbauen, Organisieren und Pflegen von Unternehmensnetzwerken wichtig.

Sehr beschäftigte Menschen zusammen zu bringen und zu informieren ist nicht einfach. Kurt Mezger vom BVMW bringt seit Jahren und Unternehmerinnen zusammen in vielfältigen Veranstaltungen und zu vielen Themen. Dabei entsteht sowohl ein langfristiger Austausch als auch vielfach neues für die Teilnehmenden. Wir unterhalten uns über seine Erfahrungen beim langjährigen Zusammenbringen von Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen.

Kurt Mezger ist langjähriger Leiter der BVMW Wirtschaftsregionen Stuttgart und Württemberg sowie Landesbeauftragter Politik Baden-Württemberg.

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Transkript

Das Transkript wurde manuell erstellt.

Klaus Reichert: Mein Gast heute ist Kurt Mezger, er ist der lokale Ansprechpartner für den BVMW in Stuttgart. Und ich glaube, ich habe es jetzt grade nicht richtig angesprochen, das musst du jetzt gleich nochmal korrigieren und auch erklären, was der BVMW ist, Kurt, das ist sicher auch eine lange Geschichte, die man da erzählen kann. Wir wollen heute über Netzwerke sprechen. Wir wissen, dass Innovation von Netzwerk lebt, das kein Unternehmen groß genug ist, alles zu leisten, OEMs wie Daimler machen schon lange riesige Netzwerkarbeit und du eben auch. Wir werden heute reden über deine langjährige Erfahrung in der Netzwerkarbeit und da bin ich auch schon sehr gespannt.

Kurz Mezger: Dann fange ich mal mit der Erklärung an.

Klaus Reichert: Genau, was ist denn der BVMW und was ist deine offizielle Funktion da?

Kurz Mezger: Der BVMW ist der größte deutsche Mittelstandsverband, wir sind branchenübergreifend unterwegs und auch für jede Betriebsgröße da. Wir kümmern uns im Schwerpunkt um drei Bereiche, Bereich eins ist die Politik, Bereich zwei ist unterstützen durch Information und dann, und dann sind wir wieder beim Thema, beim Schwerpunktthema, Punkt drei sind die Netzwerke. Wir sind auch, wenn man so will, das größte in Deutschland, mit etwas über 28.000 Mitgliedsunternehmen, die wir regelmäßig betreuen. Das machen wir schwerpunktmäßig natürlich über eine Netzwerkplattform, das kann virtuell sein. das mussten wir in den vergangenen zwei Jahren sehr intensiv machen, wie alle anderen auch, aber vor Corona und jetzt hoffentlich längere Zeit nach Corona, machen wir das natürlich auch mit Veranstaltungen, die wir anbieten. Nur kurz zu meiner Funktion, ich habe mal vor 17 Jahren für den Verband begonnen, mit einer Geschäftsstelle für den Wirtschaftsraum Stuttgart, das ist die Stadt und die vier angrenzenden Landkreise drum herum, also Böblingen, Esslingen und Ludwigsburg. Inzwischen bin ich auch Leiter der Wirtschaftsregion Württemberg, das heißt, ich betreue im mehr oder weniger klassischen Bereich Württemberg, noch gute zehn Kolleginnen und Kollegen und dazu kommt dann noch die Funktion eines Landesbeauftragten Politik für Baden-Württemberg, das ist mal so der Rahmen.

Klaus Reichert: Super! Und du hast die Frisur des erfahrenen Mannes, du machst das schon länger, du sagst, seit 17 Jahren bist du da schon mit dabei. Und das war ja auch der Punkt, warum wir gesagt haben, dass wir mal drüber reden müssen, über deine Erfahrungen in diesem, ja, in diesem Arbeiten im Netzwerk, mit einem Netzwerk, über das Ermöglichen auch von Austausch. Und im Grunde auch kontinuierlichem für Menschen, die eigentlich gar keine Zeit haben, gar kein Interesse haben, gar nicht wissen, wo sie anfangen sollten, nämlich für Unternehmer und Unternehmerinnen, die eben bei euch ja auch Mitglied sind. Das finde ich sehr bemerkenswert. Aber vielleicht erst mal, bevor wir da einsteigen, wie viel Termine machst du denn so jeden Monat? Du hast ja einen riesen Kreis, Stuttgart ist schon groß, aber auch das außen rum ist schon riesig, da fährst du sicher viel, da hast du viele Termine. Wie viele sind das denn so ungefähr?

Kurz Mezger: Ach, das ist eigentlich ganz unterschiedlich, wir machen ja auch relativ viel Schreibtischarbeit, das muss man ja auch sagen. Du musst Themen recherchieren, du musst regelmäßig Informationen versenden, also eigene Newsletter machen. Dazu muss ich vielleicht erklären, wir alle, die für den BVMW unterwegs sind, sind selbstständige Unternehmer.

Klaus Reichert: Ihr wisst also auch, wovon ihr sprecht?

Kurz Mezger: Ja, das ist eine der Grundvoraussetzungen, um überhaupt für den Verband zu arbeiten. Denn, das ist ja logisch, wenn du nur das Angestelltenverhältnis kennst, kennst du die Probleme vom Unternehmer nicht. Der kommt dann mit Themen auf dich zu, wo du dann sagst: “Hm, da muss ich mich erst mal schlaumachen.” Das macht der nur einmal mit dir und dann sagt er: “Der weiß ja eh nicht, um was es geht.” Also schon deswegen sind wir da also wirklich wie ein normales Unternehmen unterwegs und wir arbeiten auch so. Das heißt, wir legen eigenständig Themen fest, wir erstellen eigene Newsletter. Wir haben einen Rahmen vorgegeben, ja, natürlich und wir hängen an dieser Zentrale in Berlin, die di ganze politische Arbeit im Schwerpunkt macht, natürlich dran, aber die anderen Geschichten, die machen wir selber. Und da hängt es dann auch immer so ein kleines bisschen ab, wie du geprägt bist. Also ich komme aus dem Marketing und aus der Werbung, ich tue mich in manchen Bereichen sicherlich einfacher wie ein Betriebswirtschaftler, ein reiner. Der hat dafür ein paar andere Vorzüge, der kann dann in dem Bereich vielleicht schneller helfen. Deswegen, Veranstaltungen, die wir organisieren, die haben immer zwei Hintergründe. Das Eine ist, da kommt entweder ein Thema aus einem Mitgliedsunternehmen oder das Thema kommt von mir, sprich, von uns. Das kann ein aktuelles Thema sein, also wir haben im Kursfach, Putins Staat in der Ukraine, gleichermaßen mit dem LKA, zum Thema Cybercrime gemacht, als diese unv. #00:07:20-0# hochkam. Da muss man halt relativ schnell reagieren, eine Idee entwickeln, die die Protagonisten sich zusammensuchen, in der Eile auch schon verschicken und sagen: “Innerhalb von einer Woche wollen wir das machen.”

Klaus Reichert: Und wenn man das virtuell macht, ist das ja auch noch, kommt die Location jetzt nicht dazu.

Kurz Mezger: Da kommt die Location zum Glück nicht dazu.

Klaus Reichert: Okay, also es gehört dazu, dass man natürlich offen ist für Themen, dass man da schaut. Vielleicht kannst du gleich erzählen, wie du quasi für dich neue Themen oder für die Gruppe dann neue Themen entdeckst. Man muss dafür dann auch, ich sage mal, agil aufgestellt sein, dass man relativ schnell eben was umsetzen kann, vor allem, wenn es notwendig ist. Und dann natürlich auch so ein bisschen diese Ressource und diese Kenntnisse, dieses Marketing-Denken haben, damit man eben auch das an die Leute eben hinbekommt und die es verstehen, worum es geht.

Kurz Mezger: Also wenn man jetzt einfach diese langjährige Erfahrung hat, dann kriegt man relativ schnell mit, du kannst einen Unternehmen aus zwei Gründen eigentlich oder mit, ja, mit zwei Aktivitäten am besten packen. Das eine ist, wenn du ihm ein Gespräch oder einen Kontakt mit jemand vermitteln kannst durch so eine Veranstaltung, an den er normalerweise nicht rankommt, wo also die Person zieht. Ganz einfach, wir fahren am 20. Juli zu Trigema und haben da eine Diskussion mit dem Wolfgang Grupp, das zieht. Und der zweite Punkt ist, auch wenn der Unternehmer, sein Name vielleicht nicht ganz so bekannt ist, dann ist es, wenn ich einen Betrieb aufmachen kann und sage: “Ich mache eine Betriebsführung.” Ich bin hier in Stuttgart, im Stuttgarter Norden hier, ich habe 300 Meter Luftlinie zu Porsche, wenn ich sage: “Wir machen eine Werksbesichtigung bei Porsche”, dann kann ich die Anmeldeliste gar nicht so schnell dichtmachen, wie da die Anmeldungen anrollen, weil, da wollen sie alle nur rein.

Klaus Reichert: Ja, ich kenne es, das ist aber auch wirklich, wirklich beeindruckend, ja.

Kurz Mezger: Das sind immer so Geschichten. Natürlich, wenn sich bestimmte Dinge tun, also es wird zum Beispiel ja, da plane ich für den Herbst etwas, ab 01. Januar 23 müssen auch die kleineren Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen. das ist natürlich ein Thema, das muss man nahebringen, den Menschen. Die haben das zwar mal gehört, aber die haben da häufig solche Geschichten einfach nicht auf dem Schirm, weil ihnen die Ressource auch fehlt. Da gibt es viele, viele Themen, und jetzt hattest du mich gefragt, wie ich die Ideen entwickle.

Klaus Reichert: Ja und wie du auch, weißt du, wie du mitbekommst, dass es solche Themen dann auch gibt.

Kurz Mezger: Ja, gut, ich meine, durch die Funktion, die ich habe, da bin ich natürlich auch auf der politischen Schiene relativ gut vernetzt.

Klaus Reichert: Also deine Mitglieder profitieren extrem davon, dass du ein waches Auge und ein offenes Ohr für Themen hast und dann die auch frühzeitig eben in den Kreis reinbringst?

Kurz Mezger: Also ich gucke für meinen Teil immer, da habe ich es in der Landeshauptstadt natürlich ein kleines bisschen einfacher wie ein Kollege von mir, der jetzt zum Beispiel in Schwäbisch Hall oder am oder irgendwo sitzt, weil hier einfach ja auch relativ viel los ist.

Klaus Reichert: Das heißt, du machst auch gleich einen gewissen Filter und guckst, was ist denn sozusagen für die Mitglieder, die du ja alle kennst, ja, das muss man ja auch sagen, du hast mit den Meisten schon irgendwas zu tun gehabt über die lange Zeit, die vielen Jahre, was für die dann halt am geschicktesten ist. Also was ich da in dem Zusammenhang ja auch spannend finde, ist, ihr habt das so ein Repertoire an, ich sage mal, Veranstaltungen, nicht nur einfach vor Ort und hybrid oder virtuell, sondern einfach der Mix an Möglichkeiten, den ihr da habt, der dazu führt, dass jemand dann auch gerne mitmacht, ja. Also ich erinnere mich da, ihr habt mal die Neckar-Kreuzfahrt gemacht, aber gleichzeitig noch irgendein wichtiges Thema damit verbunden, ja. Also das heißt, es war Fun, da bin ich gerne gekommen, gleichzeitig habe ich aber auch was gelernt, was ich eigentlich auch hätte lernen müssen.

Kurz Mezger: Wir finden es langweilig, wenn wir nur sagen: “Wir gehen jetzt zwei Stunden mit dem Partyfloss hier rumschwippern, essen und trinken.” Aber das ist ja nicht der Selbstzweck, sondern der Zweck ist dann einfach, durch irgendeinen Gast, wir haben da schon VFB-Torhüter gehabt, wir haben unseren damaligen Politikchef aus Berlin dabeigehabt, wir haben auch mal einen Kabarettisten mit unterwegs gehabt. Einfach, damit das Netzwerk ein Forum hat, irgendwohin zu kommen und sich dann aber im Laufe des Abends in dem Fall, untereinander kennenzulernen, auszutauschen, damit die auch voneinander erfahren, wer macht denn was.

Klaus Reichert: Macht ihr das was Spezielles, damit die anfangen, miteinander zu reden? Das ist ja manchmal auch ein bisschen schwierig.

Kurz Mezger: Ja und nein, normalerweise funktioniert das an und für sich ganz gut. Es gibt immer welche, die sind ein bisschen reserviert, ein bisschen schüchtern, da nehme ich dann schon auch mal einen und sage: “Gehen Sie doch mal da rüber, da ist der und der, das ist interessant.” Ich habe auch schon ab und zu mal jemanden, wo ich wusste, der hat was auf dem Herzen und da ist jemand dabei, mit dem er reden kann, dann nehme ich die ganz konkret zusammen.

Klaus Reichert: Das weißt du ja aber eigentlich auch nur deswegen, weil du mit den Leuten sprichst, weil du was von denen hörst, weil du auch mal fragst, was sie interessiert und so. Dadurch findest du ja heraus, wo der Schuh drückt bei einem Einzelnen und kannst auch die Leute dadurch matchen.

Kurz Mezger: Also es hängt natürlich sehr stark auch da dran und das unterscheidet den BVMW vielleicht auch ein bisschen von anderen, unsere Aufgabe ist ja, wenn wir es mal ganz nüchtern reduzieren, in zwei Themen zu fassen. Wir sind auf der einen Seite Verkäufer, ich sage es mal ganz banal, weil wir Mitglieder werben und auf der anderen Seite sind wir Serviceleute, weil wir die Mitglieder betreuen. Und der BVMW hat, die Gründer haben schon gesagt: “Derjenige, der jemand für den Verband gewinnt, der muss ihn auch betreuen.” Es gibt keine zentrale Geschäftsstelle oder sowas. Klar, es gibt eine Mitgliederverwaltung, die das ganze Technische macht, ja, aber die Mitglieder, die ich mal geworben habe, die heute noch da sind oder die ich morgen gewinne, die betreue ich auch persönlich. Deswegen ist es auch wichtig, dass ich die Unternehmen und den Unternehmer kenne. Das heißt, ich sage immer: “Mir ist es am liebsten, ich mache die Termine beim dem Unternehmer, damit ich das von innen sehe, das Unternehmen.” Das ist natürlich bei einem Produzierenden oder so etwas interessanter wie bei einem reinen Dienstleistungsunternehmen, dass nur Büros hat, aber ich kriege auf jeden Fall ein Feeling dafür und kann dann dementsprechend, wenn der kommt, auch reagieren oder wenn die zusammenkommen. Wie das jetzt am Vatertag, haben wir im Raum Heilbronn, weil wir ein Mitglied, das ist ein Weingut, da haben wir eine Weinwanderung gemacht.

Klaus Reichert: Ah, wie praktisch.

Kurz Mezger: Ja. Naja, ich habe ja gesagt, das muss immer ein stückweit, kommt es von uns oder es kommt vom Mitgliedsunternehmen. Und manchmal kombinieren wir diese Dinge eben auch. Die Initiative hatte da ein toller Kollege, der hat gesagt: “Mensch, das könnten wir doch mal machen, es ist jetzt die Zeit der Weinblüte.” Okay und der macht das natürlich gerne, weil, da kann er seine Weine präsentieren, er macht einen Ausschank unterwegs, mitten im Weinberg.

Klaus Reichert: Aber wenn man das so sieht, ist ja, sowas muss man ja auch zulassen, ja. Das heißt, es ist nicht nur so, dass ihr so sagt, wir wissen eh schon alles, wir machen das, die Themen und die Veranstaltung und alles, sondern ihr lasst es zu, dass da Ideen aus dem Kreis kommen, dass da sich jemand einbringt, dass jemand was vorschlägt, dass jemand was anbietet und dann arbeitet ihr mit denen dann auch zusammen, wenn es eben einigermaßen sinnvoll passt. Das muss man ja auch wollen.

Kurz Mezger: Also ich persönlich sage ganz deutlich, das gehört dazu, zu einer Netzwerkplattform, dass man den Mitgliedern im Netzwerk auch eine Möglichkeit gibt, sich zu präsentieren. Denn, das Netzwerk funktioniert nur dass richtig, wenn die wirklich voneinander wissen und auch erfahren, wie sie sich im Ernstfall gegenseitig helfen können. Da kommen ja so Fragen auf, ja, mein Unternehmen ist jetzt gewachsen, ich habe jetzt ein neues ERP-System oder gar, ich bin auf SAP umgestiegen. Mein bisheriger IT-Partner kann da nicht, der kennt das nicht, der kann nicht mehr. Haben wir denn im Kreise der Mitgliedskollegen jemanden, der das betreuen kann?

Klaus Reichert: Und du hast grade gesagt, das ist wichtig für so ein Netzwerk. Was ist denn noch wichtig, deiner Meinung nach, was wäre noch so eine Liste weiterer Punkte? Also weißt du, damit es lebendig bleibt, dass man vielleicht auch gerne mitmacht, dass man das als positiv vor allem empfindet, dass man sagt, okay, Mensch, da lerne ich ja immer was und außerdem XY.

Kurz Mezger: Ja, ganz einfach, du musst halt einfach ständig rege bleiben und mit deinem Angebote am Puls der Zeit ein stückweit sein.

Klaus Reichert: Also du als Organisator musst quasi am Puls der Zeit bleiben und dann musst dann Aktivität sozusagen verbreiten. Du musst gucken, dass die Menschen zusammenkommen, dass es passiert. Also das geht nicht von selber, das ist kein Selbstläufer, sondern es braucht diesen Menschen, der da so aktiv zwischen drin sitzt.

Kurz Mezger: Das ist klar, weil, der Unternehmer, der kommt ja nicht in der Form ständig auf dich zu, sondern der erwartet ja auch was von dir. Und wenn ich das lebendig halten möchte, dann muss ich es tun in zwei Bereichen. Ich muss einmal gucken, dass ich schriftliche Informationen, Anregungen rausgebe und über die Aktivitäten bei uns informiere. Und auf der anderen Seite muss ich eben diesen Veranstaltungszirkus, ich sage es mal so, aufziehen. Das sind nicht immer ein paar 100 Leute, es sind auch mal nur zehn oder zwölf, je nachdem, aber ich muss das Ding einfach bespielen, wenn du so willst, nur dann erhält du eine gewisse Interessenslage und dann funktioniert es auch. Und ich habe immer gesagt und da bleibe ich auch dabei, mein Netzwerk funktioniert am besten, wenn zwei Unternehmer irgendetwas miteinander beginnen und ich bin der Letzte, der es erfährt, dann hat es wirklich funktioniert.

Klaus Reichert: Aber du hast die vorher mal zusammengebracht, die haben sich mal auf einer Veranstaltung bei euch getroffen zum Beispiel?

Kurz Mezger: Ich sage immer, vor und nach einem Termin, es gibt da einen gewissen Vorlauf, da steht nicht ordentlich jeder irgendwo in einer Ecke, sondern da begrüßen die sich auch schon mal untereinander gleich oder hinterher am Stehtisch oder wie auch immer, da sage ich dann immer: “Ihr müsst halt aufeinander zugehen und sagen, hallo, ich bin der Karlo Müller, ich handele mit Schuhen oder mit Schrauben oder sonst was, was machst du?” Und da kommt immer was in Gang.

Klaus Reichert: Und natürlich seid ihr jetzt ja Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedliche Hintergründe und so weiter, wie schnell kommt ihr da so ins du? Also das ist ja heutzutage, ist das ein bisschen schwierig, wir sind da so ein bisschen in einer Übergangssituation, finde ich. In Dänemark zum Beispiel duzen sich alle, ja, außer die Königin. Bei uns ist es noch nicht so üblich, aber ist ein bisschen altersabhängig. Es gibt Bereiche, wo man sich einfach nur duzt und andere, wo man halt einfach sich eher nur siezt. Wie ist denn das bei euch so oder was sind da deine Erfahrungen, wann macht man das am besten, damit es nicht mehr so verstaubt auch wirkt, sondern mehr die Verbindung dann deutlicher wird und schneller?

Kurz Mezger: Das hat, glaube ich, mit verstaubt nix zu tun, ich sehe das eher in dem Bereich Ziel und Werte, das ganze Thema.

Klaus Reichert: Also du siehst das auch schon sehr viel differenzierter und versuchst das halt auch in diesem Netzwerk bei den Veranstaltungen entsprechend eben auch dann ein bisschen zu steuern oder zu, ja, zu animieren oder vielleicht auch eben nicht zu forcieren, das kann ich verstehen.

Kurz Mezger: Das ist einfach auch schwierig, weil, habe ich mit einem Startup mit drei Personen zu tun oder habe ich einen geschäftsführenden Gesellschafter vom unv. #00:20:03-1# vor meiner Nase.

Klaus Reichert: Aber gut, beides sind Menschen, ne.

Kurz Mezger: Ja, das sind natürlich alles Menschen, ja.

Klaus Reichert: Aber, ja, ich verstehe schon.

Kurz Mezger: Da kannst du nicht einfach mit der Tür ins Haus fallen. Und wenn ich auf der politischen Ebene unterwegs bin, schongleich zweimal nicht.

Klaus Reichert: Du machst das jetzt seit 17 Jahren, da ist ja sicher viel passiert, wo du sagst, Mensch, das war jetzt aber knapp, ja. Oder es sind ein paar Sachen auch mal passiert, wo du sagst, Mensch, das haben wir so gar nicht erwartet. Gib t es da irgendwas, wo du sagst, Mensch, da habe ich jetzt am meisten draus gelernt, aus so einem Ereignis? Oder wo hast du die besten Erfahrungen vielleicht gemacht?

Kurz Mezger: Also so richtige Eckpunkte gibt es eigentlich gar nicht. Das ist wie bei vielen Dingen, glaube ich, du musst eine gewisse Leidenschaft für so ein Thema entwickeln und wir wachsen da ja auch rein durch die Art und Weise, du bleibst immer der Selbstständige, du musst auch da immer gucken, wie du Geld verdienst. Da heißt, das geht am Anfang nur parallel über andere Tätigkeiten, die du eben hast als selbstständiger Unternehmer, der du sein sollst und da entwickelt sich das. Und ich habe auch irgendwann mal gesagt: “Naja, irgendwann hat mich halt auch das BVMW-Gen erwischt.” Nämlich die Erkenntnis, oder Erkenntnis in dem Sinne ist es nicht, das entsteht einfach, es ist toll, wenn du ständig irgendein anderes Unternehmer und ein anderes Unternehmen kennenlernen kannst. Ich finde das klasse.

Klaus Reichert: Also Mut gehört auch dazu. Mut und so den Schritt, auch wenn man vielleicht so ein bisschen, man könnte ja auch ein bisschen introvertiert sein, dann ist es natürlich ein bisschen schwieriger, auf jemand anderen zuzugehen. Das man einfach mal sagt, okay, ich möchte mich unterhalten, ich habe eine spezielle Frage, ich habe ein spezielles Thema, da muss man halt den Schritt auf diesen Menschen zumachen.

Kurz Mezger: Also Mut, Mut würde ich jetzt in dem Fall nicht mal so richtig sagen, sondern Selbstbewusstsein.

Klaus Reichert: Selbstbewusstsein, okay, gut.

Kurz Mezger: Das ist so der Begriff in dem Bereich.

Klaus Reichert: Ja. Wir haben eine Frage von der Andrea Wetzel. Und zwar fragt sie, gibt es für die Unternehmer, die Mitgliedsunternehmen, auch die Möglichkeit, außerhalb von den Events nach anderen Mitgliedsunternehmen zu suchen und Kontakt aufzunehmen, zum Beispiel über eine Online-Plattform?

Kurz Mezger: Die laufen alle, wenn sie zustimmen im sogenannten Aufnahmeantrag, dass sie Online in das Mitgliederverzeichnis laufen. Unter bvmw.de gibt es eine Suchfunktion, da kann man raussuchen, ich suche Mitglieder in der und der Region. Und alle die, die da zugestimmt haben, die findet man dort dann auch. Das Einzige, was wir nicht machen, aus gutem Grund, das ist, dass wir irgendwelche gedruckten Listen oder irgend sowas rausgeben, weil, da haben wir auch schon schlechte Erfahrungen gemacht damit, wenn dann plötzlich gießkannenartig irgendwelche Mailings über die Mitglieder hinweg.

Klaus Reichert: Aber wenn jemand tatsächlich ernsthaftes Interesse hat und bestimmte Fragen hat, vielleicht auch auf eine Kooperation oder sowas aus ist, kann er da tatsächlich Ansprechpartner finden. Und wenn er oder sie nicht so ganz sicher ist, kann er sich auch an euch wenden und ihr helft dann auch, da jemanden zu finden?

Kurz Mezger: Ja, natürlich, klar, wir gucken dann.

Klaus Reichert: Thema Netzwerkarbeit, ja, im Grunde ist es ja, du ermöglichst einen, also das finde ich einfach das Spannende, dieses, einen Austausch und einen Transfer von Know How zur selben Zeit. Und das ist dann so für Leute, die dann tatsächlich Unternehmer, Unternehmerinnen, die sonst eigentlich keine Zeit haben und trotzdem kommen?

Kurz Mezger: Das ist einfach auch meine Art zu arbeiten, in gewisser Art unterschreibe. Ich versuche einfach, mich durch diese Veranstaltungen, egal wo sie jetzt herkommen, das eine war eine IHK-Geschichte, da hat mich ein ehemaliger Vorstand von der Landesbank drauf gebracht, mit diesem Sicherheitsthema. Es gibt einen Open Innovation Kongress in Stuttgart, da weiß ich, da lernt man viel über New Work, über Agilität, über dies oder jenes. Da gehe ich hin, damit ich weiß, aha, wie wichtig ist das Thema und kann es dann auch wieder weiter kommunizieren. Dann habe ich vorher erwähnt, so EU-Geschichten, ja, die Fachkräfte-Allianz, Förderprogramme. Ich habe zwei Jahre lang während Corona, mir die Finger wundgeschrieben mit Informationen, ja, wo finden Unternehmer was, welche Hilfen gibt es, wie laufen die Entwicklungen. Wir haben in der Zeit nur virtuelle Dinge gemacht. Das heißt, ich versuche immer aufzunehmen einmal, was sind Themen für die Unternehmen. Die muss ich Daimler, Kärcher oder Stihl oder irgendeinem nicht beibringen, die haben 100 Mann und schicken die los, auf so ein Thema. Aber meine Mittelständler, mit 30, 50, auch 100 Mitarbeitern, die haben einfach oft die Ressource nicht, um neben dem Tagesgeschäft, dem Ganzen hinterherzugehen, die haben auch häufig die Hierarchien gar nicht dafür.

Klaus Reichert: Ja, es bleibt alles immer an einem oder einer hängen, so ungefähr.

Kurz Mezger: Es bleibt meistens an einem oder an einer ganz kleinen Truppe hängen.

Klaus Reichert: Für den Podcast ist ja wichtig, dass man vom Zuhören ins Machen kommt. Und ich habe es eingangs schon gesagt, es ist nichts Neues, dass man im Netzwerk arbeitet, das muss man schon mal auch sagen, aber es gibt immer mehr auch noch die Notwendigkeit es zu tun, um gemeinsam zum Beispiel Leistungen, Produkte, Services und so weiter eben zu entwickeln. Die klassische Kombination wäre zum Beispiel ein mechanischer Maschinenbauunternehmer mit einem Software-Unternehmen zusammen, um Industrie-4.0-Anwendung oder Fähigkeit eben herzustellen, sowas. jetzt sind da also diese Leute unter Umständen zum ersten Mal damit auch beauftragt, tatsächlich Netzwerke aufzubauen, das können Unternehmer, Unternehmerinnen sein oder auch , die das vielleicht vorher so gar nicht gemacht haben. Du hast grade ein paar Punkte schon angesprochen, wenn wir es nochmal versuchen, zum Abschluss dann auch zusammenzufassen, was wären so die wichtigsten Punkte, die man da beachtet, um sowas zu tun oder auch ein paar Tipps, die dann helfen, damit anzufangen?

Kurz Mezger: Also es gibt ja, sage ich mal, unterschiedliche Netzwerken für diese Zwecke, es hängt immer ein bisschen davon ab, wie ist denn so der Einzugskreis eines Unternehmens? Ist er nur sehr regional, also auf den Landkreis oder so bezogen, also guckt er über seinen Tellerrand auch hinaus, ja, agiert er bundesweit, da gibt es unterschiedliche Geschichten. Es gibt überall einen Bund der Selbstständigen, es gibt einen Handel für einen Gewerbeverein. Bei uns geht es nur schon ein stückweit in die Richtung klassischer Mittelstand und da bist du dann in einer anderen Größenordnung unterwegs. Da bist du auch bei großen Firmen immer noch unterwegs, wenn diese eine Familienstruktur haben. Das ist zum Beispiel in unv. #00:27:27-4# ja, der ist weltweit unterwegs, der hat um die 40 Auslandsvertretungen, macht 2,3 Milliarden Umsatz.

Klaus Reichert: Ist aber ein Familienunternehmen, ja.

Kurz Mezger: Der sagt zu mir: “Ich bin ein Mittelständler.”

Klaus Reichert: Okay, aber was wären denn so, wenn ich jetzt anfange als Unternehmer, Unternehmerin oder Innovationsmanager, Netzwerke für mich auszubauen, mit dem Ziel, zum Beispiel gemeinsame Produkte zu machen oder Ideen zu finden oder sowas, was wären dann so zwei, drei Tipps, die du diesen Leuten dann geben könntest, damit das gut funktioniert?

Kurz Mezger: Also zunächst einmal ist einfach wichtig, dass die Unternehmer sich aus ihrem Standort heraus einfach kennenlernen, bekannt sind untereinander. Für kleine Industriegebiete und so weiter funktioniert das ja auch meistens. Viel lässt sich auch am Anfang machen über die regionalen Wirtschaftsförderungen, die es ja fast in jeder Gemeinde gibt. Das muss nicht so wie bei uns in Stuttgart sein, wo es einmal eine große Wirtschaftsförderung von der Stadt gibt und parallel für die ganze Region ja auch noch diese WRS, diese Region Stuttgart, wo die Landkreise zum Teil dabei sind, da muss man einfach mal gucken. Oder man guckt ganz einfach und redet mal mit dem BVMW-Kollegen. Das ist einfach auch davon abhängig, wo will ich denn hin und wie denke ich denn.

Klaus Reichert: Was ist, wenn ich jetzt so ein Netzwerk einfach selber aufbauen muss? Weißt du, es geht jetzt darum zum Beispiel, Maschinenbauunternehmen braucht jetzt Unternehmen, die Software machen, braucht bestimmte Berater, braucht zum Beispiel noch einen Spezialdienstleister, wird vielleicht mit einer Hochschule zusammenarbeiten, hat dadurch natürlich vielleicht auch noch externe Designer, die dazu kommen, ja, da muss man ja jetzt ein Netzwerk aufbauen. Das heißt, da ist es vielleicht sinnvoll, am Anfang Mitglied in so einem Netzwerk wie dem BVMW oder anderen eben zu sein, aber jetzt bin ich in der Situation zum Beispiel als Innovationsmanagerin, um dieses Netzwerk tatsächlich, wie ich es grade schon angesprochen habe, zusammenzusetzen, zu pflegen, weiterzuentwickeln und Vertrauen zum Beispiel aufzubauen, Information und Wissen in dieses Netzwerk reinzubringen. Und was sind denn da so, gibt es da so ein paar Tipps von dir, um das dann zu machen?

Kurz Mezger: Also das ist dann kein globales Netzwerk mehr, sondern ist ein spezifisches.

Klaus Reichert: Das ist sowas wie der Daimler zum Beispiel macht, ja. Der Daimler ist ein OEM, der kann auch nicht alles, ja. Der kann bestimmte Sachen sehr gut und andere Sachen gar nicht, deswegen gibt es einen der Zulieferer sozusagen in unterschiedlichen Ebenen, ja.

Kurz Mezger: Richtig.

Klaus Reichert: Also, aber das heißt also, im Netzwerk was machen, dazu muss ich erst mal ein Netzwerk aufbauen und pflegen.

Kurz Mezger: Ich weiß, was ich für ein Thema habe und muss mir überlegen, wenn brauche ich da dazu. Die musst du einfach grundlegend ansprechen und gucken, ob die bereit sind, mit dir zusammen etwas zu machen. Du musst dann auch mal vielleicht mit einem Lieferanten reden, du musst mal gucken, einfach mal ganz offen, jetzt sind wir wieder bei der Open Innovation, jetzt muss ich offen kommunizieren und nicht so, alles meins und Patent und Trallala, ja, sondern man muss da halt Vertrauen entwickeln, ein stückweit offen sein und mal quer denken. Das ist ganz, ganz wichtig in diesen Dingen. Ich sage auch immer wieder: “Leute, ihr müsst mal ein Thema von hinten denken, damit ihr nicht unterwegs irgendwo mal falsch abbiegt oder was vergesst, ja.” Das ist, also wie gesagt, ich habe ein Thema, ich suche mir zunächst mal einfach die Partner, von denen ich glaube, dass ich sie brauche, lade die mal ein zu einem Treffen. Muss offen sein, ehrlich sein, einen bestimmten rahmen festlegen, ein paar Dinge protokollieren und dann gucken, ob ich hier eine gemeinsame Basis finde, um an dem Ding weiterzuentwickeln, weiterzuarbeiten. Das ist eigentlich der Kern. Und das ist auch der Unterschied, das ist dann, ich sage mal, ein spezielles, produktorientiertes Netzwerk.

Klaus Reichert: Genau.

Kurz Mezger: Das ist anders anders, wie so ein offenes, wo eigentlich alles passieren kann.

Klaus Reichert: Wir haben jetzt einiges gehört über deine langjährige Arbeit auch in dem Netzwerk, und ich fand das jetzt spannend, was du auch so an Tipps mitgibst, die sowas dann für sich quasi, für ihr Unternehmen aufbauen wollen. Vielen Dank, dass du dir heute die Zeit genommen hast und dass du heute mit dabei warst.

Kurz Mezger: Ja, gerne, hat Spaß gemacht.

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